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Deutschland
Schwarzenberg - Perle des Erzgebirges

 
            
                                     
                                       
Sagen aus dem Erzgebirge
                       
ausgewählt und neu erzählt von Herrn Manfred Blechschmidt
                       aus Schwarzenberg, Ortsteil Erla

                 
Der Reiter ohne Kopf bei Grünhain

Wer mitternachts durch den Grünhainer Wald geht, dem begegnet zwischen dem  Rabenstein und dem Rosenbusch ein Reiter ohne Kopf. Die Leute von Grünhain wissen, dass dies der Geist eines heimischen Försters ist, der im  Zorne seine Braut ermordet hat. Er war mit der Tochter eines Zwönitzer Müllers heimlich verlobt. Der hatte auch noch einen Sohn. Und weil er unehrlicher Leute Kind geheiratet hatte, verstieß ihn der Vater, sodass er sich nicht mehr in der elterlichen Wohnung sehen lassen durfte. Dadurch lernte der Förster seinen künftigen Schwager nicht kennen.
Einmal ging der Förster mit seinem Mädchen nach Grünhain zum
Tonz. Da wollte es der Zufall, dass auch der Bruder mit seiner Frau da war. Es konnte gar nicht anders sein:
Sogleich holte er die Schwester zum Tanz, drückte sie fest an sich und wußte nicht, was er ihr Gutes antun sollte, so groß war die Freude des Wiedersehens. Das erregte des Försters Eifersucht und Zorn. Noch am selben Abend führte er seine Braut hinaus in den Wald. Als sie auf dem Grünhainer Weg angekommen waren, zog er sein Messer aus der Scheide und stach sie nieder.
An der Stelle, an der das Unglück geschah, schoss sogleich ein Rosenstrauch aus dem Boden. Noch bevor er beim Gewinnen von Waldgras abgemäht wurde, hatte der Pfarrer Große aus Grünhain einen Ableger für den Pfarrgarten gerettet, den er gerne Fremden zeigte. Altgeworden ist jedoch der Strauch verdorrt, noch bevor der Pfarrer starb.
Als der Förster d
avon erfuhr, dass der vermeintliche Liebhaber der Bruder seiner Braut war, bereute er seine Tat bitterlich. Er stellte sich den Gerichten. Und da seine Schuld offensichtlich war, starb er kurze Zeit danach auf dem Rad. Seine Reue war jedoch so groß, daß er auch im Tode keine Ruhe fand. Und so irrt sein Geist als Reiter ohne Kopf im Grünhainer Wald umher, sobald es Mitternacht wird.
                  
                                                                                                                                    

 

 

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