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Deutschland
Schwarzenberg - Perle des Erzgebirges

 
            
        
              Sagen aus Schwarzenberg
                  
ausgewählt und neu erzählt von Herrn Manfred Blechschmidt

 

Wie der Ottenstein zu seinem Namen kam

Gegenüber von Stadt und Schloss Schwarzenberg, zwischen Schwarzwasser und Mittweida, liegt der Ottenstein. Vor Zeiten herrschte auf der Schwarzenberger Burg ein stattlicher Ritter. Der besaß ein schönes Mündel. Um das Fräulein warb der aus dem Rheinland stammende Graf Otto von Siebeneichen. Weil der Vormund sein Mündel selbst zur Frau begehrte, wies er die Anträge des fremden Ritters zurück. Der aber beschloss, das Fräulein zu entführen,
Um Schwarzenberg war damals ein großer See, der sich bis Untersachsenfeld hinzog. An seinem Ufer schlug der Ritter eine Hütte auf, wie sie die Fischer hatten. Dadurch konnte er zum Zugang der Burg sehen. Bald fand er Mittelsleute für Nachrichten an das schöne Fräulein in dem festen H
aus. Und so ließ er ihr auch den Tag wissen, an dem er sie zu entführen gedenke.
In der Zwischenzeit fuhr er selbst mit dem Kahn auf dem See umher, sich die Zeit vertreibend. Da stieg eines T
ages eine wunderschöne Nixe aus dem Wasser heraus und versuchte, ihn durch Liebkosungen dazu zu verleiten, mit ihr zu kommen in ihren Kristallpalast unter den Wellen. Da seine Liebe nur dem Fräulein auf der Burg galt, stieß er sie von sich, dass sie traurig wieder verschwand. Er selbst ließ sich erst wieder auf dem Wasser blicken, als er seine Geliebte entführte.
Glücklich ruderte er sie vom anderen Ufer über den See hinweg und seiner Hütte entgegen. Plötzlich begann sich das Wasser aufzubäumen,
zu brodeln und zu kochen. So sehr er sich auch mühte, er konnte nicht verhindern, dass der Kahn umschlug und beide ins Wasser warf. Fest klammerte er seine Geliebte an sich, sie schwimmend dem rettenden Ufer entgegenzuführen. Jedoch zog eine unsichtbare Kraft das schöne Fräulein in die Tiefe. Ihn ober trugen die Wellen seiner Fischerhütte entgegen.
So lebte fortan der Ritter als Einsiedler am Ufer des Sees, bis ihn eines Tages Fischersleute tot auf dem Wasser schwimmend fanden. Wie er
dahin gekommen war, wusste niemand. Der Berg, an dem seine Klause stand, soll von da an Otte(n)stein geheißen hoben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

 

 

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