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Deutschland
Schwarzenberg - Perle des Erzgebirges

 
            
        
              Sagen aus Schwarzenberg
                      
ausgewählt und neu erzählt von Herrn Manfred Blechschmidt

 
 

 


    Das steinerne Herz im Schwarzwassertal

                      
Im Schwarzwassertale lag einst eine Zeche, Trau auf Gott genannt. Als ihr Besitzer seinen Knappen versprach, dass derjenige die Hälfte der Ausbeute erhalten sollte, der zuerst eine reiche Silberader finden und anhauen werde, da regten sich mit verdoppeltem Eifer die Hände der fleißigen Knappen. Aber manche Schicht wurde verfahren, und es zeigte sich doch nur immer taubes Gestein, so dass allmählich die Bergleute die Lust verloren. Schließlich war es nur noch ein einziger, der in der Grube arbeitete. Der aber gönnte sich keine Ruhe, er schürfte selbst in den Nachtstunden.
Da geschah es einmal um Mittemacht, als bekümmerten Herzens er in der Grube war, dass ihm der Berggeist im hellen Lichte erschien und ihm einen reichen Gang zeigte. Freudig überbrachte er die Botschaft seinem Herrn.
Beide stiegen darauf in den Sch
acht hinab, wo ihnen das Silbererz entgegenleuchtete. Als aber der Knappe ihn an sein Versprechen erinnerte und ihm vorstellte, dass nun die Not seiner Familie ein Ende habe, da schwieg der Herr. Er überdachte, wieviel er von dem Reichtum verschenken müsse, wenn er sein Versprechen einlöste. Die Habsucht machte ihn rücksichtslos und hartherzig, und er beschloss, seinen Mahner aus dem Weg zu schaffen. Das musste gleich geschehen, ehe der Knappe seiner Familie von dem Fund erzählte. Unten im Schacht, wo kein Mensch Zeuge war, erwürgte der Herr den treuen, von seiner unermüdlichen Arbeit fast erschöpften Bergknappen. Die Grube Trau auf Gott aber blieb von Stund an verlassen, denn der Berggeist nahm wieder, was er so reichlich geschenkt hatte.
Der Grubenherr fand die verdiente Strafe, denn er verfiel dem Teufel. Sein von Reue gequältes Herz jedoch wuchs zum riesengroßen Stein, der lange Zeit als „steinernes Herz" in den Fluten des Schwarzwassers lag, bis er vor wenigen Jahren bei Uferbauten des Gebirgsbaches zerschlagen wurde.
                                                                                                                                                                                                                                                         

 

 

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