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Deutschland
Sonneberg
- Sagen
Alle
Sagen wurden uns aus Sonneberg zugesandt.
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Der
Köhler und sein Kind
Bei
Steinach im Thüringer Land, in dunkler Waldesmitte,
da baute einst mit
kund´ger Hand ein Köhler seine Hütte;
und um nicht ganz allein zu sein,
nahm er mit sich sein Töchterlein.
So wohnte froh der Alte mit ihr in
seinem Walde.
Der Köhler war, wie Köhler sind, kohlschwarz an Haut und
Haaren;
sein Töchterlein, ein herzig Kind, von kaum erst 18 Jahren,
sie
war so schön wie Milch und Blut, wie Rosen ihrer Wangen Glut,
voll Feuer
in den Blicken, ein Mädchen zum Entzücken.
Und wenn der Alte Holz gefällt,
half sie´s zum Haufen führen;
und wenn der Meiler aufgestellt, half sie
das Feuer schüren.
Denn es war schon der Köhler alt, und hoch es unserm
Mädchen galt,
des Väterchens zu schonen, mit Liebe ihm zu lohnen.
Wenn
müde es der Alte sich bequem am Lager machte,
das liebe Mädchen
heimlich schlich zum Meiler hin und wachte;
und war das Feuer dann erstickt,
so wusste sie es ganz geschickt
selbst wieder anzustecken, anstatt ihn
aufzuwecken.
Einst als das Mädchen wieder wacht in mitternächt´ger Stunde.
sie
singt ein heil´ges Lied und macht ganz heiter ihre Runde -
da steht der
Meiler ausgebrannt in heißer Glut; mit fleiß´ger Hand
will in des Meilers
Magen sie frische Hölzer tragen.
Sie nimmt das Holz in ihren Arm, lenkt
eilig ihre Schritte
hin nach dem Brückchen, das so warm führt nach
des Meilers Mitte.
Doch ach! dem Mädchen unbekannt, war unten alles hohl
gebrannt.
Der Meiler stürzt zusammen, und sie stürzt in die Flammen!
Ein
Schreckensruf erfüllt die Nacht - dann ist es still, verschwunden
ist
unser Kind und seine Pracht, verbrannt in wenig Stunden.
Es säuselt traurig
tiefes Weh leis durch die Zweige in die ´Höh´.
Die Vöglein fliegen nieder
und singen Trauerlieder.
Und als der Alte nun erwacht empor aus schweren
Träumen -
er träumte Unglück ihm sehr nah - er ruft: "Mein Kind!"
- Es ist nicht da,
verscheucht nicht seine Sorgen, wünscht ihm nicht
guten Morgen.
Doch jedes Jahr am Todestag, nachts in der zwölften Stunde,
hört man vom Turm nach Glockenschlag das Lied,
das sie gesungen,
eh´sie der Tod bezwungen.
Verfasser unbekannt