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Geschichte

Die Industrialisierung Deutschlands


Definition
Die Industrielle Revolution ist die Umwandlung einer Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft, die besonders durch schnelle Veränderungen in der Produktionstechnik, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft geprägt ist. Die Industrialisierung erhöhte unter anderem das Volkseinkommen insgesamt und pro Kopf. Die industrielle Revolution griff im 19. Jh. Zuerst auf Frankreich und Belgien später dann auf Deutschland über. Aber die Auswirkungen der Industrialisierung wurden erst durch in der Mitte des 19. Jh. einsetzende Revolutionierung des Verkehrswesens (Eisenbahn, Schifffahrt) und der Nachrichtentechnik verstärkt. Sie beseitigte in vielen Ländern und Gebieten die extreme Massenarmut. In Großbritannien und in vereinzelten Gebieten führte sie jedoch anfangs zu einer Verschlechterung der Kaufkraft des Arbeiters sowie seiner Arbeits- und Lebensbedingungen

Voraussetzungen für Industrialisierung in Deutschland:
• Bildung erster Kolonien
• rational geprägter Lebens- und Wirtschaftsstil
• Auflösung ständischer Sozialsysteme
staatl. Förderung von Handel und Gewerbe
• freie industrielle Unternehmen
• Maschinen zur Seidenfabrikation,
Textilherstellung und Wollverarbeitung
• Bergbau
• Eisenverarbeitung
• Erfindung der Dampfmaschine
• Fortschritte in der Forschung
• höhere Ernteerträge durch bessere Anbaumethoden und Maschinen
• bessere Ernährung und Steigerung der Sauberkeit und Hygiene in Haushalten
Verarmung des Volkes: Billigere Arbeitskräfte von der Hand zur Industrie
»> es entstehen Großstädte in europäischen Industrieländern

Neuerungen im 18. Jahrhundert
• 1768 Feinspinnmaschine
• 1769 Der
Waterframe
• 1775 Bohrmaschine
• 1776-1781 Die verbesserte Dampfmaschine
• 1782 Die Reihensähmaschine
• 1783 Die
Katturdruckmaschine
• 1786 Die erste verwendbare Drehmaschine
• 1794 verbesserte Drehbank
Soziale Frage: Mit dem bereits im 19. Jahrhundert geprägten Begriff „Soziale Frage" werden die gesamten sozialpolitischen Probleme umschrieben, die im Zuge der industriellen Revolution entstanden: Der einsetzende wirtschaftliche Aufschwung war begleitet von zahlreichen sozialen Missständen; wenige wohlhabende Kapitalisten standen zahlreiche verarmte Proletarier (Landarbeiter, Kleinbauern, Handwerker) gegenüber.
Im Industriezeitalter setzten enorme gesellschaftliche Veränderungen ein. Die feudale Agrargesellschaft wandelte sich in eine kapitalistische Industriegesellschaft. Wegen sich auflösender Großfamilien und der fehlenden Absicherung durch die Grundherren, wegen der Bevölkerungsexplosion und der einsetzenden Landflucht kam es zu großen sozialen Schwierigkeiten. Das Angebot an Arbeitskräften in den
Industriezentren stieg - nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Arbeitsloser
-, was wiederum die Löhne sinken ließ. Die Existenz hing von der Arbeit mehrerer Familienmitglieder ab. Frauen und sogar Kinder mussten zum Unterhalt der Familie beitragen. Arbeitszeiten von 15 Stunden pro Tag waren nicht ungewöhnlich, Nacht- und Sonntagsarbeit durchaus üblich. Die Wohnverhältnisse waren oft katastrophal (Mietskasernen, in denen mehrere Menschen pro Zimmer leben mussten), die Arbeitsverhältnisse äußerst bedenklich (ungenügende Sicherheitsmaßnahmen). In Folge davon traten vermehrt körperliche und psychische Schäden auf, und die Lebenserwartung sank; des Weiteren konnte man einen Aufsehen erregenden Bildungsmangel und moralischen Verfall feststellen. Erste staatliche Maßnahmen wurden Anfang des
19. Jahrhunderts in Großbritannien (Fabrikgesetze ab 1833), seit 1839 dann in Preußen (Arbeitsverbot für Kinder unter neun Jahren zur regelmäßigen Arbeit in Hüttenwerken) ergriffen. Um die Missstände zu bekämpfen, wurden diverse kirchliche und weltliche Organisationen - von denen nur wenige die bestehende Ordnung verändern wollten - ins Leben gerufen: Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (1863
von Ferdinand Lassalle begründet)
. Internationale Arbeiterassoziation (1864 von Karl Marx ins Leben gerufen), Verein für Sozialpolitik (1872 von Gustav Schmoller mitbegründet). Rauhes Haus (1833 von Johann Wiehern gegründet), Bethel (ab 1872 durch Friedrich von Bodelschwingh geführt). Katholischer Gesellenverein (1846 von Adolf Kolping gegründet). Auch die Sozialpolitik Otto von Bismarcks - Einführung der gesetzlichen Kranken- (1883), Unfall- (1884) und Invaliditäts'/Altersversicherung
(1889) - war eine Reaktion auf die Probleme, sollte aber gleichzeitig gemeinsam mit dem Sozialistengesetz (1878 in Kraft getreten, bis 1890 gültig) der immer mächtiger werdenden Sozialdemokratie und ihren Forderungen den Boden entziehen und diese von der Arbeiterschaft trennen.

Erfindungen des 19. Jahrhunderts
Hochofen in England erfunden
• James
Hargreaves erfindet die mechanische Spinnmaschine ("Spinning-Jenny")
• James Watt erfindet die Dampfmaschine
• Der Engländer Henry Cort verwendet Steinkohle zum Schmelzen von Eisen (Puddle-
Verfahren)

Cartwright erfindet den mechanischen Webstuhl.
• 1804 Die erste Schienendampflokomotive wurde 1804 von dem britischen Ingenieur Richard Trevithick für eine Bergwerksbahn bei Merthyr (England) gebaut. Die Eisenschienen zerbrachen unter dem Gewicht der mit zehn Tonnen beladenen Lokomotive, die 3,8 km/h fahren konnte.1807 Dampfschiff
• Dampflokomotive
(Stephenson in England)
• baute der Engländer Michael
Faraday den ersten Elektromotor.
• Morse erf
indet den Telegraphen (Fernschreiber)
• Fotografie
• Stahlgewinnung nach dem Besse
rnd"- Verfahren (England).
• Im selben Jahr Er
findung der Anilin-Farben aus Steinkohlenteer.
• Reis erfindet das Telefon
• wurde das Fließband in den Schlachthäusern von Chicago angewandt.
• 1879 erfindet
Edison die Elektro-Glühbirne.
• Werner von Siemens baute im gleichen Jahr die erste Elektr
olok.
• erfand der amerikanische Erfinder Thomas Aiva Edison in New York das erste Kraftwerk, das 400
  Lampen speiste.
• wurde das erste Motorrad (
Urahn des Autos ) von Gottlieb Daimler gebaut.
  Es hatt
e einen 250 ccm  Verbrennungsmotor mit 0,38 KW ( 0,5 PS ). Es
  war ca. 12 km/h schnell.
• Im selben Jahr baute Karl Benz, ohne dass er etwas von G. Daimler wußte,
  ein motorisiertes Dreirad   (später bekam es ein viertes Rad
), das
  l0 -15k
m/h schnell war.
  Automobil ist das
griech. Wort Ufer "   Selbstbeweger"
Filmgeraet. Kino
• Radium (Madame Curie)

 

Die Reaktion der Menschen auf die Industrielle Revolution:
Die Menschen reagierten "einheitlich" auf die veränderte Situation. Aufgrund der veränderten Lebensumstände beklagten sie sich und protestierten, indem sie die Fabriken und deren Einrichtungen zerstörten. Die Arbeiter jedoch wollten und konnten sich mit den Veränderungen durch die Industrielle Revolution nicht eintach "abfinden". Die Arbeiter vom Lande zogen in die Städte, um in den Fabriken zu arbeiten. Daher hatten die Fabriken viele Arbeiter, die für Hungerlöhne arbeiteten. Da die Unternehmer nur ihre Arbeitskräfte ausbeuteten und auch der Staat ihnen nicht helfen wollte, mußten sie sich "notgedrungen" selbst helfen. Auch hatten die Menschen im allgemeinen Angst vor der Industriellen
Revolution. Man kann ja als Beispiel die Eisenbahn anführen. Sie brachte zwar ein großen Fortschritt mit sich, aber viele Leute ver
loren ihre Arbeit und somit ihre Existenz. Es wurden in Frankreich, England und später auch in Deutschland sozialistische Ideen in Schriften verbreitet. Die deutschen Arbeitnehmer halfen sich auch mit der Organisationen zur gegenseitigen Unterstützung und zur Durchsetzung der eigenen Forderungen mit den Mitteln des Arbeitskampfes und der Politik. Dazu mußten sich die Arbeiter erst einmal
ihrer Macht "gegen" die Maschinen bewußt werden. So heißt es auch in einem von Georg
Herwegh entstandenein Lied: Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne Deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will! So sahen damals einige der Reaktioneil der Arbeitnehmer während der Industriellen Revolution aus.

Wie kam die Industrielle Revolution nach Deutschland?
-Deutschland- Spätstarter in der Industriellen Revolution
Anders als seine großen Nachbarstaaten England und Frankreich mußte Deutschland die Hauptprobleme seiner neueren Geschichte, die Industrialisierung und damit verknüpft die soziale Frage, die nationale Einigung und schließlich die Freiheits- und Verfassüngsfrage auf einmal und zur gleichen Zeit lösen. Wenn andere Nationen ihre Probieme in langen Zeiträumen und nacheinander lösen konnten, mußten die Deutschen die ihren binnen weniger Jahrzehnte lösen. Das machte den deutschen Weg so schwierig. Da Deutschland im  Gegensatz zu England keine Seemacht war, besaß es keine Kolonien in verschiedenen
Ländern der Erde, sodass kein Rohmaterial aus eventuellen Kolonien importiert werden konnte. Deutschland bestand aus vielen kleinen vereinzelten Regionen, die es durch zu viele Zollstellen,
Wirtschaftsbarrieren und mangelnde Verbindungsmöglichkciten zusätzlich erschwerten. Außerdem gab es zu dieser Zeit in Deutschland keine Gewerbefreiheit, sodass sich der Handel nicht gut genug entwickeln konnte. Es ist nicht möglich, den Beginn der Industriellen Revolution zeitlich auf ein Jahr genau zu bestimmen, weil es nicht genügt festzustellen, wann und wo die erste Maschine zu arbeiten begonnen hat, der erste Unternehmer eine Fabrik aufbaute. In diesem Sinne hätte die Industrielle Revolution in
Deutschland recht früh eingeset
zt.
Schon 1783/84 nämlich arbeiteten in Ratingen, in einer Fabrik in
Elbenfdd, die ersten Spinning Jennies, die durch einen a'is England abgeworbenen 'viechaniker gehaut wurden.1789 lief die erste Dampfmaschine im Ruhrgcbiet, und schon bald darauf wurden weitere Kokshochöfen zur Energiegewinnung betrieben, ebenfalls aufgrund von Kenntnissen, die in England gewonnen wurden. Aber das alles waren erste Anfänge, eine wesentliche Bedeutung tür die Gesamtwirtschaft hatten sie nicht, denn sie gestalteten die Arbeitswelt noch nicht um. Dazu waren die Voraussetzungen zu ungünstig. Die großen Kriege der Napoleonischen Zeit hemmten die Entwicklung. Die von Napoleon gegen England
verhängte Kontinentalsperre traf nicht England, sondern die europäische W
irlschaft So gingen z.B. die wenigen wichtigen Überseemärkte, die deutsche Händler sich aufgebaut hatten, während der Kontinentalsperre an Englische Kaufleute verloren. Somit begann die Industrielle Revolution in Deutschland erst nach 1830 , ausgehend von kleineren industriellen Zentren (wie z.B. dem Ruhrgebiet) beschleunigt durch den Prozeß der wirtschaftlichen Einigung letztlich im Deutschen Zollverband und dem damit möglichen Ausbau des Eisenbahnverkehrs

                                                                                                Autor: Sebastian Bruß

 

 

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