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Geschichte

Kriegsvorbereitung durch den deutschen Faschismus



1.Erziehungsziele für die Hitlerjugend
(auch HJ genannt)

-1926 gegründete Jugendorganisation der NSDAP

- gehörte zu Adolf Hitlers Konzept, alle Lebensbereiche ideologisch zu kontrollieren, zu beherrschen; ihr Ziel war   dementsprechend: die Erziehung der Jugend im Sinne des Nationalsozialismus.

HJ war erst der SA unterstellt, seit 1931 stand sie unter der Leitung des „Reichsjugendführers" Baidur von Schirach

unter dessen Führung 1932 bereits 100 000 Mitglieder
Hauptaufgabe bis 1933 war die Unterstützung der Parteiarbeit

nach Machtergreifung Hitlers 1933 Gleichschaltung : alle anderen deutschen Jugendorganisationen zwangsweise in die HJ integriert, die nun insgesamt etwa fünf Millionen Mitglieder zählte

zugleich wurde HJ straff organisiert und in zwei Altersgruppen sowie nach Geschlecht untergliedert:

in die eigentliche HJ (14-bis 18-jährige Jungen

das Deutsche Jungvolk (10- bis 14-jährige Jungen)

die Deutschen Jungmädel (10- bis 14-jährige Mädchen)

Bund deutscher Mädel ( DM, 14- bis 18-jährige Mädchen)
per Reichsgesetz vom 1. Dezember 1936 wurde die HJ zur „Staatsjugend" erklärt

ab 1939 war für alle Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren die Mitgliedschaft in der HJ Pflicht.

Die HJ-Mitglieder hatten an dem so genannten HJ-Dienst, in der Regel wöchentliche „Heimabende" und Sportnachmittage, teilzunehmen; außerdem organisierte die HJ Ausflüge, Ferienlager, Sportveranstaltungen und verschiedene Feierstunden. Im Mittelpunkt aller Veranstaltungen stand die nationalsozialistische Erziehung und Schulung, die 14- bis 18-jährigen Jungen wurden außerdem auch vormilitärisch ausgebildet. Während des
2. Weltkrieges wurden alle Jungen und Mädchen zu verschiedenen Hilfsdiensten herangezogen

2. Kriegsvorbereitung

-nach Vollendung der Machtergreifung konzentrierte sich Hitler auf eigentliches Ziel:

Schaffung von Lebensraum, d. h. die Vorbereitung des Krieges

am 2. August 1934 als er Amt des Reichspräsidenten übernahm, hatte sich Hitler die Reichswehr durch einen Treueid auf seine Person unterworfen

am 21. Mai 1935 wurde unter Bruch des Versailler Vertrags die allgemeine Wehrpflicht eingeführt             

dem Vierjahresplan von 1936 wurden Wehrmacht und Wirtschaft auf einen Krieg vorbereiten


-
 Anfang 1938 beseitigte Hitler noch die letzten Reste einer gewissen Autonomie der Wehrmacht:
- entließ Reichskriegsminister Werner von Blomberg und den Oberbefehlshaber des Heeres, Werner von Fritsch die beide seine im November 1937 offen dargelegten Kriegspläne gegenüber Polen strikt ablehnten

im August 1936 führte Hitler in einer Denkschrift aus: „Wir sind überbevölkert und können uns auf der eigenen Grundlage nicht ernähren ..

endgültige Lösung liegt in der Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis unseres Volkes

ich stelle damit folgende Aufgabe:
1. deutsche Armee muss in vier Jahren einsatzfähig sein
2. deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfähig sein

Am 18. Oktober 1936 setzte Hilter den Vierjahresplan in Kraft, mit dessen Hilfe Deutschland in Hinblick auf Roh- und Grundstoffe vom Ausland unabhängig und Wirtschaft und Wehrmacht binnen vier Jahren „kriegsfähig" und „einsatzfähig" werden sollten
Leiter des Vierjahresplanes wurde Hermann Göring;
einer der Schwerpunkte des Vierjahresplanes war die Herstellung von Ersatzrohstoffen für z. B. Benzin und Gummi-
  wofür eine aufwendige, kostspielige Industrie errichtet wurde;
- ebenso wenig wie auf dem Gebiet der Nahrungsmittelproduktion konnte im Bereich der (Ersatz-)Rohstoffe die   Autarkie erreicht werden.
- Absoluten Vorrang innerhalb des Vierjahresplanes hatte die Rüstungsproduktion; sie nahm solche Ausmaße an,   dass es 1938 zu einer drastischen Verknappung der verfügbaren Arbeitskräfte kam und
- ab dem Sommer 1938 deutsche Staatsbürger in der Industrie dienstverpflichtet wurden.


3.Außenpolitik:

Gleichzeitig mit „Wehrhaftmachung" im Inneren lief auch in der Außenpolitik die Vorbereitung des Krieges an
das von Hitler in seinen Schriften geforderte Primat der Außenpolitik trat in Kraft

bereits kurz nach seiner Machtübernahme, am 3. Februar 1933, äußerte Hitler vor hohen Reichswehroffizieren, dass das Ziel seiner Außenpolitik die Eroberung und die rücksichtslose „Germanisierung" von Lebensraum im Osten sei

Alle außenpolitischen Bündnisse, Absprachen und Aktionen in den Jahren von 1933 bis 1939 dienten allein der Verwirklichung dieses Zieles bzw. im Vorfeld dem Wiederaufstieg Deutschlands zu „nationaler Größe", der Austritt aus dem Völkerbund im Oktober 1933, der Nichtangriffspakt mit Polen vom 26. Januar 1934; das Referendum im Saarland zugunsten einer Rückkehr zum Deutschen Reich am 13. Januar 1935; und das Flottenabkommen mit Großbritannien vom 18. Juni 1935, das ebenso wie der Vertrag mit Polen auf die Auflösung der Solidarität der europäischen Großmächte hinwirken sollte und mit dem Großbritannien faktisch die deutsche Wiederaufrüstung anerkannte
- am 7. März 1936 marschierten deutsche Truppen unter Bruch des Locarnopaktes in das entmilitarisierte Rheinland   ein, womit der Versailler Vertrag endgültig hinfällig war

- 1935/36 unterstützte Deutschland das faschistische Italien im Abessinienkrieg

- ab dem Juli 1936 kämpften deutsche und italienischeTruppen aufseiten des aufständischen Generals Franco im   Spanischen Bürgerkrieg, und im Oktober 1936 kam die deutsch-italienische Achse Berlin-Rom zustande
- im November 1936 schlossen sich Deutschland und Japan im Antikominternpakt zusammen am 12. März 1938   erfolgte der Anschluss Österreichs
- am 29. September 1938 kam unter Vermittlung Mussolinis das Münchner Abkommen zustande, mit dem das   Sudetenland an das Deutsche Reich angegliedert wurde
  am 15. März 1939 zerschlug Hitler unter Bruch des Münchner Abkommens die Tschechoslowakei und errichtete   das  Protektorat Böhmen und Mähren
- am 23. August 1939 wurde der Hitler-Stalin-Pakt, der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt mit seinem geheimen   Zusatzprotokoll zur Aufteilung Polens, geschlossen
- nach Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes erklärte Hitler vor den Spitzen der Wehrmacht:
  „Nun ist Polen in der Lage, in der ich es haben wollte."

Hitlers Strategie der Verharmlosung seines aggressiven außenpolitischen Kurses (z. B. der Nichtangriffspakt mit Polen und das deutsch-britische Flottenabkommen) trug ebenso zum Erfolg seiner Außenpolitik bei wie die Politik auf seitens der europäischen Mächte, allen voran Großbritanniens, die sich besonders deutlich im Münchner Abkommen manifestierte. Während Hitler anfangs Italien und Großbritannien als außenpolitische Partner favorisiert hatte, in der Auffassung, dass auch zwischen Deutschland und Großbritannien kaum Interessengegensätze bestünden, war kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges neben Italien die Sowjetunion Hitlers einziger und größter Bündnispartner in Europa - gemessen an Hitlers Ideologie ein „verkehrtes" Bündnis, aber angesichts der europäischen Mächtekonstellation (am 31.März 1939 gab Großbritannien eine Garantieerklärung für Polen ab) eine notwendige Voraussetzung für einen erfolgreichen Eroberungskrieg gegen Polen, der wiederum die Voraussetzung für die Eroberung von Lebensraum im Osten war.

4.zum Vierjahresplan:  

Bei den Leichtmetallerzeugnissen erhielt die Herstellung von Endprodukten wie Waffen und Munition einen immensen Auftrieb, der auch kleinen Zulieferbetrieben zugute kam. Ein Beispiel dafür ist die Produktion von optischen Zielgeräten für die neu geschaffene Luftwaffe und für die Panzertruppe. Viele Waffen basierten auf Konstruktionen, die in den zwanziger Jahren aufgrund der Verbotsbestimmungen des Versailler Vertrages illegal oder im Ausland erarbeitet worden waren. Mit der Bildung der Reichswerke "Hermann Göring" besaß der Staat
Betriebe der Schwerindustrie und auch die Schutzstaffel (SS) verfügte über eigene Unternehmen.

                                                                                                        Autor: Alexander Fischer

 

 

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