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Physik
Allgemeines
Physik (griechisch)
1.Einleitung
Wissenschaft von den
Vorgängen in der unbelebten Natur. Die Physik befasst sich mit grundlegenden
Naturvorgängen. In früheren Zeiten untersuchte sie die Zustandsformen der
Materie, ihre Eigenschaften, ihre Strahlung, Struktur und Bewegung sowie die
Kräfte und Wechselwirkungen, die diese Bewegung hervorrufen. Heute versucht man
unter anderem herauszufinden, wie alle bekannten Kraftarten durch eine einzige
Theorie beschrieben werden können.
2.Einteilung
Die Physik, die sich in
erster Linie mehr auf das Quantitative konzentriert, auf das, was sich
mathematisch ausdrücken lässt, lässt sich methodisch in experimentelle und
theoretische Physik gliedern: Aus Daten, die durch exakte Beobachtung und
Messung gewonnen werden, können physikalische Gesetze formuliert und
grundlegende physikalische Theorien aufgestellt werden.
Die historische
Gliederung umfasst die Naturphilosophie (antikes Griechenland), die klassische
Physik und die moderne Physik.
Die Gebiete der
klassischen Physik sind Mechanik (Kräftelehre), Akustik (Lehre vom Schall),
Thermodynamik (Wärmelehre), Elektrodynamik (Wechselwirkung von Ladungen) und
Optik (Lehre vom Licht).
Die moderne Physik
gliedert sich in Relativitätstheorie, Quantentheorie (mit den Untergebieten
Quantenmechanik und Quantenfeldtheorie), Kosmologie und Astrophysik. Man
unterscheidet heute auch Makrophysik und Mikrophysik
3.Geschichte
Griechische Naturphilosophie
In der griechischen Philosophie wurde die Natur als lebendiges, sich ständig veränderndes Ganzes, als "Kosmos" dargestellt, und viele Grundbegriffe der Physik wurden erarbeitet. Seit dem 6. Jh. v.Chr. entwickelten die griechischen Naturphilosophen die Vorstellung von einem "Urstoff". Über die Beschaffenheit dieses Urstoffs gab es verschiedene Theorien: Thales von Milet sah das Wasser als Urstoff, Anaximander das "Unbegrenzte", Anaximenes die Luft, Empedokles Feuer, Erde, Wasser und Luft, Demokrit das Atom.
Von großer Bedeutung waren Aristoteles mit seinem Weltbild mit der Erde als Zentrum (geozentrisches Weltbild) und Erathostenes (Ausmessung der Erdkugel).
Wichtige Erkenntnisse auf dem Gebiet der Experimentalphysik stammen von Euklid (geometrische Optik), Archimedes (Hebelgesetze) und Ptolemäus (Optik und geozentrisches Weltbild).
Mittelalter und Neuzeit
Die Ideen der Griechen
wurden hauptsächlich in Arabien bewahrt, während im Westen von den
Neuplatonikern Augustinus und Thomas von Aquin eine Auslegung der
aristotelischen Naturwissenschaft im Sinne der Bibel entwickelt wurde.
Neuen Auftrieb bekam die
Physik ab dem 16. Jahrhundert mit der Entwicklung des heliozentrischen
Weltbildes durch Nikolaus Kopernikus. Die Anfänge der modernen Physik sind vor
allem mit vier Namen verbunden: Johannes Kepler (Planetenbahnen), Galileo
Galilei (Trägheit, freier Fall) und Isaac Newton (Planetenbewegungen, Statik
und Dynamik, Gravitationsgesetz, Licht als Teilchen) und C. Huygens (Licht als
Welle).
Das 18. Jahrhundert
brachte mit Bernoulli, Euler und Lagrange vor allem Fortschritte in der
theoretischen Mechanik.
Mit der Entwicklung des
Thermometers wurde ein objektives Verfahren zur Temperaturbestimmung möglich:
Fahrenheit, Réaumur und Celsius entwickelten die Wärmelehre. Damit war auch die
Formulierung des Energieerhaltungssatzes durch Julius von Mayer u.a. möglich:
Wärme ist eine Energieform – sie lässt sich z.B. in mechanische Energie
umwandeln und umgekehrt.
Die Elektrizitätslehre
bauten im 19. Jahrhundert vor allem A. Volta (galvanische Stromerzeugung),
Ampère (Elektrodynamik) und Faraday (Induktionswirkung elektrischer Ströme und
Magneten) aus. Neue Entdeckungen gab es auch zur Wellentheorie des Lichts (Th. Young,
A. Fresnel) und zur Elektrodynamik (J.C. Maxwell). Maxwell und L. Boltzmann
entwickelten die kinetische Gastheorie.
20. Jahrhundert
Die Erkenntnis, dass
Materie und Elektrizität eine atomare Struktur besitzen, führte Anfang des 20. Jahrhunderts
mit der Quantenhypothese von Max Planck zur Quantentheorie.
Mit der Entdeckung der
Röntgenstrahlen (W. Röntgen) und der Radioaktivität (A.H. Becquerel, M. Curie,
E. Rutherford) gelang der Einstieg in die Mikrophysik: 1913 entwickelte N. Bohr
sein Modell zum Atom-Aufbau. Wichtige Beiträge zur Quanten- und Wellenmechanik
lieferten W. Heisenberg, E. Schrödinger, M. Born und E. P. Jordan. Bahnbrechend
für ein neues Weltbild war Albert Einsteins Relativitätstheorie, die eine
Theorie der Raum-Zeit-Struktur und der Gravitation aufstellte und das
Untersuchungsgebiet der Mechanik auf bewegte Bezugssysteme und
Geschwindigkeiten bis hin zur Lichtgeschwindigkeit als höchste
Grenzgeschwindigkeit erweiterte. So ergibt sich z.B. in der Mechanik, dass die
Masse bewegter Körper mit wachsender Geschwindigkeit zunimmt. Sie wächst gegen
unendlich, wenn sich die Masse der Lichtgeschwindigkeit nähert. Somit kann
keine Masse schneller als die Lichtgeschwindigkeit sein.
Ab 1930 erlebte die
Experimentalphysik in der Atom- und Kernpysik einen Aufschwung durch die
Arbeiten von O. Hahn und L. Meitner, die die erste Uranspaltung bewirkten. Damit
war der Weg frei zur Gewinnung von Kernenergie, aber auch zur Herstellung der
Atombombe.
In den letzten
Jahrzehnten wurden vor allem große Fortschritte auf dem Gebiet der
Elementarteilchenphysik gemacht. Ungelöst ist aber bis heute die Frage, wie
Quantentheorie und Relativitätstheorie zu vereinen sind und wie sich die
Gravitation in die Gruppe der anderen Kraftfelder (elektromagnetisches und
Kernkraftfeld) einordnen lässt. Auch ist bis heute noch nicht geklärt, wie die
Wechselwirkung der Kernbausteine genau aussieht. Da man immer weitere neue
Elementarteilchen entdeckt, gilt es auch immer wieder neue Naturgesetze
dahinter zu erforschen.
Neue Schwerpunkte der
modernen Physik sind in enger Verbindung mit Technik, Mathematik und Informatik
entstanden: Halbleiter- und Festkörperphysik, Laser- und Plasmaphysik. Auch
helfen physikalische Methoden bei der Erforschung biologischer Systeme, so dass
sich beide Naturwissenschaften immer mehr annähern.
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