Persönlichkeiten verschiedener Zeitepochen
Schriftsteller
Karl
May
Der
deutsche Schriftsteller Karl May wurde am 25.02 1842 in
Hohenstein-Ernstthalin Sachsen geboren. Er starb am 30.03.1912 Radebeul bei Dresden.
Seit
Generationen gehört er weltweit zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen
Schriftstellern. Die deutschsprachige Gesamtauflage seiner im wilden Westen
Nordamerikas und im Orient des 19.Jh. spielenden Abenteuererzählungen überschreitet
die 80 Millionen. Übersetzungen liegen in 30 Sprachen vor.
Er war
erfolgreich als Verfasser spannender Indianer- und Reisebücher (obwohl er, bevor
er diese Bücher verfasste, niemals
in Nordamerika war und auch keine Indianer kennengelernt hat), die dem
jugendlichen Abenteuerbedürfnis und dem Verlangen nach einfachen sittlichen
Werten entsprechen. Er schrieb 83 Bände, darunter "Winnetou"; "Der Schatz
im Silbersee"; "Das Vermächtnis des Inka"; "Im Reich des silbernen Löwen";
"Durch die Wüste".
In seiner Heimatstadt Radebeul gibt es ein
Karl-May-Museum. Außerdem finden seit 1952 in Bad Segeberg, Holstein
Karl-May-Festspiele statt. Aufführungen gibt es in Rathen, Sächsische Schweiz.
Etwas
zu seiner Biographie:
- 1842
25. Februar: Karl May wird als fünftes Kind des Webers Heinrich May und
dessen Ehefrau
Wilhelmine (geb. Weise) in Ernstthal (Sachsen) geboren. Kurz nach
seiner Geburt erblindet er. Neun seiner 13 Geschwister sterben bereits in
frühester Kindheit.
- 1847 Er wird von seiner Erblindung geheilt.
- 1856
29. September: Beginn seiner Volksschullehrerausbildung in Waldheim
(Sachsen).
- 1860
Wegen Diebstahls von sechs Kerzen wird er der konfessionellen Schule
verwiesen. Seinem
Gnadengesuch wird vom Kultusministerium stattgegeben.
- 1861
13. September: May besteht das Lehrerexamen.
- 26. Oktober: Anstellung als Lehrer bei den Fabrikschulen in Altchemnitz
(Sachsen).
- 26. Dezember: Wegen erneuten Diebstahls wird May zu einer sechswöchigen
Freiheitsstrafe
verurteilt. Er verliert seinen Arbeitsplatz.
- 1863
Das Kultusministerium entzieht ihm die Lehrbefugnis.
- 1865
May prellt bei Gastwirten die Zeche und gibt sich für einen vermögenden Arzt
aus. Er wird
gestellt und zu vier Jahren Arbeitshaus verurteilt.
- 1868
2. November: Vorzeitige Entlassung aus der Haft.
- 1869
Als angeblicher Polizist, Generalstaatsanwalt und Advokat begeht May
wiederum mehrere
Diebstähle.
- 1870-1874
Vierjährige Haftstrafe im Zuchthaus Waldheim (Sachsen).
- 1875-1878
Anstellung in Dresden als Redakteur der Wochenblätter "Der Beobachter an der
Elbe"
- und "Frohe Stunden". May veröffentlicht eigene Erzählungen.
- 1880
Heirat mit Emma Pollmer.
- 1881-1887
May arbeitet als freier Schriftsteller. In dem katholischen Familienblatt
"Der Deutsche
Hausschatz" erscheinen erste Erzählungen wie "Reiseabenteuer in
Kurdistan",
- "Die Todeskaravane" oder "Stambul". Er verfaßt Kolportageromane, die
er teilweise unter
Pseudonymen veröffentlicht.
- ab 1888
May erhält eine Anstellung als fester Mitarbeiter des Stuttgarter Verlags
"Spemanns
Illustrierte Knabenzeitung: Der gute Kamerad".
- ab 1892
Die Reiserzählungen Mays erscheinen in höherer Auflage, darunter auch der
Romanzyklus
"Durch die Wüste". Die meist im Nordwesten der USA oder im Vorderen
Orient spielenden
Romane sind von einer christlichen, antizivilisatorischen und
naturromantischen
Weltanschauung
geprägt.
- 1893-1910
Veröffentlichung des vierteiligen Romans "Winnetou".
- 1895 Jährlich werden über 60.000 Exemplare seiner Romane verkauft.
- ab 1896
May läßt sich Visitenkarten drucken mit der Aufschrift "Dr. Karl May,
genannt Old Shatterhand/
Radebeul Dresden / Villa Shatterhand". Sein Foto
erscheint im Verlagsprospekt unter dem Titel:
"Old Shatterhand (Dr. Karl May)
mit Winnetou's Silberbüchse". Er beantwortet Leseranfragen mit fiktiven
Schilderungen seiner Vergangenheit und gibt die Erlebnisse Old Shatterhands und
Kara Ben Nemsis als seine eigenen aus.
- 1898
Über 30 Bände Mays sind bisher erschienen. Er ist zu Gast bei zahlreichen
Empfängen der bürgerlichen und adligen Gesellschaft.
- 1899/1900
May unternimmt erstmals eine Reise in den Orient.
- 1903
4. März: Scheidung von seiner Frau.
- 31. März: Heirat mit Klara Plöhn, seiner Sekretärin.
- Sein Spätwerk, in dem May sich um literarische Anerkennung bemüht, bleibt
nahezu erfolglos
- (z.B. "Babel und Bibel", "Silberner Löwe", "Und Friede auf
Erden!"). Diese Symbolromane mit pazifistischer Tendenz finden heute zunehmende
Beachtung.
- 1904
Erpressungsversuch des Journalisten Rudolf Lebius (1868-1946), der May mit
der
Veröffentlichung
seiner Haftstrafen droht. May erhebt Klage vor Gericht. Im
Laufe des Prozesses
werden die Gefängnisstrafen des Autors publik.
- 1908
Lebius' Broschüre "Karl May - ein Verderber der deutschen Jugend" erscheint.
- September-Dezember: May bereist zum ersten Mal die USA.
- 1910
Lebius veröffentlicht in "Die Zeugen Karl May und Klara May - ein Beitrag
zur Kriminalgeschichte unserer Zeit" belastende Gerichtsakten Karl Mays.
- Der erste Band von Mays Autobiographie "Mein Leben und Streben" erscheint.
- 1912
30. März: Karl May stirbt in Dresden an einem Herzschlag