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München
Landeshauptstadt Bayern
Fakten:
- München zählt rund 1,3 Millionen Einwohner
- das Stadtgebiet erstreckt sich auf 310 qkm
- München ist mit der Summe der Buch- und Zeitschriftenverlage, der Unternehmen in Film, Hörfunk und Femsehen die Medienstadt Nummer eins in Deutschland
Rund um den Marienplatz
Wenn
München feiert, dann bevorzugt am Marienplatz. Und wenn es demonstriert, dann
ebenfalls zu Füßen der Mariensäule. Seit "Munichen" als Siedlung im
12. Jh. zu existieren begann, zogen hier die
Wagentrosse mit Salz und Wein vorbei. Das Neue Rathaus wurde 1908 in
neugotischem Stil vollendet. Im Turm neben den Amtsstuben der Stadtoberen tönt
seither täglich das Glockenspiel zum Figurenreigen der Schäffler
und eines Ritterturniers. In erhabener Schlichtheit begrenzt der Staffelgiebel
des 1480 fertig gestellten Alten Rathauses den Marienplatz an der Ostseite. Den
Weg durch die Stockwerke des Turms begleiten die Exponate des Spielzeugmuseums.
Hier haben nicht nur Kinder ihr Vergnügen! Der Alte Peter lugt von Südosten her
über die Dächer zum Marienplatz. Bis ins 12. Jh. reichen die Chroniken der
ältesten Münchner Pfarrkirche auf dem Petersbergl zurück,
und ihr Turm bietet aus 96 m Höhe den schönsten Blick auf die Innenstadt. Zum
Greifen nah sind die barockisierte Heihg-Geist-Kirche und der Viktualiemnarkt. Mit Bier, Brezn
und Weißwürsten mit süßem Senf kann man sich etwa im Weißen Bräuhaus und im Dürnbräu stärken.
Höfisch und
elegant
Wer
dem Marienplatz den Rücken kehrt, wird Genüsse ebenfalls nicht entbehren
müssen, nicht bei Dallmayr, dem ältesten und
ersten Feinkostgeschäft der Stadt, und nicht im gemütlichen Weinstadi, dem früheren Stadtschreiberhaus. Hier
wohnte dazumal Wolfgang Amadeus Mozart und
komponierte seine Oper "Idomeneo".
Der Aufstieg der Wittelsbacher bis zu imperialen Ehren ist verknüpft mit dem Alten Hof,
ihrer im 13. Jh. begonnenen ersten Residenz. Vor dem nördlichen Ausgang posiert
einer der Erfolgreichsten der Familie als Reiter: Ludwig der Bayer, Kaiser in Deutschen
Landen. Was einst nur Recht der Hofbediensteten war, nämlich der Genuss von Speis und Trank im Wirtshaus, ist seit
1828 auch dem Volk erlaubt. Ende des 19. Jh. musste
das Holbräuhaus am Platzl ob des Andrangs
neu bauen. An die 10000 Liter täglich fließen heute in der großen Schwemme und
im sommergrünen Biergarten durch die Kehlen.
Residenz und Odeonsplatz
Sämtliche Hofarchitekten des 14. - 20. Jh.
verwirklichten sich in der Residenz. Überaus prachtvoll ist die
Renaissancehalle des Antiquariums gestaltet. Das Cuvillies-Theater ist nach dem
Gescmack des Rokoko erbaut. Die "Pfälzer Weinprobierstube" im
Residenzblock prägen bürgerliches Ambiente und moderate Preise. Den Schicki-Appeal
und die Freilichtkulisse von Odeonsplatz und Hofgarten lässt sich dagegen das
Cafe Tambosi teuer bezahlen. Mürrisch blicken die Löwen von der Feldhermhalle
auf das Treiben zwischen Odeonsplatz und Siegestor. Wenn der Föhn ein tiefes
Himmelsblau über die bayerische Landeshauptstadt spannt, vermittelt die barocke
Theatinerkirche St. Kajetan fröhliche Südlichkeit. Allerdings nicht in ihrem
stuckweiß kühlen Inneren, wo mehrere Mitglieder des Hauses Wittelsbach
beigesetzt sind. Kunstausstellungen von höchstem Rang präsentiert die
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in den so genannten Fünf Höfen.
Kirche und Kommerz
Durch schmale Gassen führt der Weg zum Dom
Unserer Lieben Frau. Die Häuser rücken nahe an die mächtige gotische
Frauenkirche heran, es gibt keinen zentralen Platz, der sie in Szene setzen
würde. Umso markanter wirken ihre patinagrünen Turmhauben auf den 99 und 100
Meter hohen Backsteintürmen. Im Dom empfängt den Besucher überwältigende Weite
und viel Helligkeit, denn ein Teil der Buntglasfenster, die den Raum einst in
mystisches Licht tauchten, ging im 2. Weltkrieg verloren. In der Fürstengruft
ruht unter anderem Kaiser Ludwig der Bayer. Durch die Fußgängerzonen schieben
sich an 6 Tagen der Woche die Massen, kehren zum schnellen Bier im
Augustinerbräu ein oder steuern die behagliche bayerische Hundskugel an,
Münchens ältestes Gasthaus. Wo einst religiöse Hymnen den Raum der
Augustinerkirche füllten, stellt heute das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum
seine Exponate aus. Ein Bekenntnis zur Gegenreformation ist die Michaelskirche.
Einzig die Peterskirche in Rom übertrifft ihr 20 Meter weites, freitragendes
Tonnengewölbe. Vor dem dreibogigen Karlstor, einem Rest der Stadtumwallung aus
dem 14. Jh., kühlt eine Wasserkrone müde Beine von Passanten. Jenseits der
Schienenstränge erhebt sich der Justizpalast vor dem Grün des Alten Botanischen
Gartens. Der opulente Wittelsbacherbrunnen erinnert an die Inbetriebnahme des
Münchner Wasserleitungssystems 1895. Das Film- und Modemuseum, die Sammlungen
mittelalterlicher Kunst, der Puppentheater und Musikinstrumente sowie die
Wechselausstellungen sprechen viele Interessen an.
Museumssterne - per Bus
Fans musealer Kunst schätzen die
"Museumslinie". Ihre Stationen sind wie Panorama der (Bau-) Kunst. Es
gibt kaum ein Atemholen, da sich Museen erster Güte dicht aneinander drängen.
Die Schackgalerie zeigt die Romantiker des 19. Jh.. Ein Jahrtausend
künstlerischer Entwicklung präsentiert das Bayrische Nationalmuseum. Die Neue
Sammlung nebenan besticht mit angewandter Kunst des 20. Jh. wie Industrie- und
Interieurdesign, Fotografie und Grafik, während die Aussteller der
Prähistorischen Staatssammlung die Vor- und Frühgeschichte arrangieren. Das
Haus der Kunst, 1937 im Auftrag von Hitler gebaut, bildet den würdigen Rahmen
für Ausstellungen von Weltrang. Im Gegensatz zum klassischen Kulturimport der
Monarchen suchten die Künstler des Blauen Reiters eine eigene, neue Sichtweise
der Dinge. Viele weltberühmt gewordene Gemälde zählen zu den schönsten
Ausstellungsstücken der Städtischen Galerie. Im unterirdischen Kunstbau bietet
sich der zeitgenössischen Kunst ein neues Forum.
Autor: Peggy Neumann
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