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Görlitzer Sagen
Die Sage
vom Schatz auf der Landeskrone
Es gab einmal eine arme
Frau, der es glückte, mit ihrem Kind in die Schatzkammer der Landeskrone zu
gelangen. Das Kind spielte zwischen den Steinen und fand in seiner Unschuld die
Tür zu dieser Höhle.
Die Frau nahm so viel Gold, wie sie tragen konnte, und rannte damit nach Hause.
Wegen ihrer Gier vergaß sie das Kind, das sie auf einen Tisch in der
Schatzkammer gesetzt hatte und das dort mit köstlichen Äpfeln spielte.
Als sie
sich ihres Kindes erinnerte, ging sie zu der Schatzkammer zurück, fand aber die
Tür nicht mehr. Und auch einhundert Männer fanden sie nicht.
Da verschloss sie sich
daheim in ihrer Kammer, weinte und betete. Sie gab den Schatz den Armen und tat
Gutes, wo sie nur konnte.
Als ein Jahr herum war und
die Osterzeit nahte, ging sie am Karfreitag zur Landeskrone – und siehe, die
Tür öffnete sich. Die Mutter hatte kein Auge für die Schätze, sie sah nur ihr
Kind, das noch immer auf dem Tisch saß und mit den Äpfeln spielte. Es umarmte
seine Mutter. Und sie nahm dieses Mal ihren Schatz, nämlich ihr Kind, mit nach
Hause.
Bald darauf hob ein Künstler
den Schatz und nahm ihn mit.
Man will aber wissen, dass das Gold und Geld
verflucht war und manchem den Tod brachte.
Viele glauben, dass es noch
andere Schatzkammern in der Landeskrone gibt.
Erzähler: Patrick Juraszek
Bild: © Michael Frunzke
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