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Gemeinschaftskunde
Bautzen
- Gefängnis der Staatssicherheit in der DDR
Wir besichtigten den Stasi - Knast in Bautzen
In Bautzen befindet sich das Gelbe Elend, auch bekannt
als Bautzen 1 und
Bautzen 2 . Beides waren in der DDR
Gefängnisse, in denen Straftäter, aber
auch politische Gefangene eingesperrt wurden. Die politischen Gefangenen kamen
nach Bautzen2. Dieses Gefängnis war
total verrufen, und die Bevölkerung hatte keine Ahnung, was hinter den Mauern
passiert.
Wer hinter diesen Mauern landete, war meistens für viele
Jahre in diesem Knast. Es war für die ehemalige DDR- Führung ein leichtes, die
Gegner der Politik des Staates bzw. Fluchthelfer usw. dort wegzuschließen. Wir waren am 15.02.2004 dort und
hatten nun die Gelegenheit, uns die Zellen und das
gesamte Gebäude anzusehen. Der erste Eindruck war
schockierend für uns: die Zellen waren sehr klein, auch schlecht eingerichtet. Es
gab ein Bett, einen Schrank, einen Stuhl, einen kleinen Tisch, eine Toilette und ein
Waschbecken, bei denen bis in den 80er Jahren nur kaltes Wasser aus der Leitung kam.
Auf jedem Gang ein
einziges Bad. Da drin waren eine Toilette, eine
Badewanne und zwei Duschen.
Es gab auch einen
Isolationstrakt und einen Arresttrakt .
In
diesem Gefängnis existierte auch ein Kino, in dem einmal im Monat ein Film
gezeigt wurde. Das Kino war aber sehr primitiv und klein.
Die Unterkünfte (Zellen) waren noch schlimmer gewesen als die normalen Zellen. Mit der eingebauten Abhöhr- und Videoanlage konnten die Wärter ständig alle Gespräche zwischen den Häftlingen oder deren Besuch mithören bzw. sogar filmen. So konnte jeder zu jeder Zeit kontrolliert und abgehört werden. Auf zwei Häftlinge kam ein Wärter, die auch rund um die Uhr anwesend waren. Auch das zeigt, dass die Häftlinge sehr stark bewacht wurden.
Ein
Gang im Gefängnis Arrestzelle Wanze in einer Scheuerleiste
Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und man kann sicher noch viel mehr erzählen: der Eintritt ist kostenlos, und wenn man sich vorher anmeldet, kann man sogar eine Führung mitmachen.
Noch ein paar Fakten zur Geschichte
dieses Gefängnisses:
Bautzen ist das Symbol für politische Haft in der
DDR. Hier befand sich das »Stasi-Gefängnis« Bautzen II. Als Sonderobjekt des
Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)
erlangte es traurige Berühmtheit. .
Das andere
Gefängnis in Bautzen wird wegen seiner gelben Klinkerfassade im Volksmund
»Gelbes Elend« genannt. Dieses Gefängnis wurde nach dem Kriegsende 1945 von der
sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager genutzt. Offiziell wurden dort
nationalsozialistische Funktionsträger interniert, aber zu den Gefangenen
zählten vor allem Gegner des stalinistischen Systems sowie völlig willkürlich
Verhaftete.
Bautzen II diente von 1945 bis 1949
der sowjetischen Besatzungsmacht als
Untersuchungsgefängnis. Anschließend wurde es den Behörden der DDR übergeben.
Die
Geschichte der Sonderhaftanstalt Bautzen II begann im August 1956. Als einzige
Strafvollzugseinrich- tung der DDR unterstand Bautzen II inoffiziell dem
Ministerium für Staatssicherheit. Von 1956 bis 1989 wies die Stasi ca. 2700
Menschen nach Bautzen II ein, über 80 % von ihnen aus politischen Gründen.
Bautzen II war das Gefängnis für "Staatsfeinde" der DDR. Hier waren Kritiker
des SED-Regimes, Republikflüchtlinge Fluchthelfer und Spione westlicher
Geheimdienste inhaftiert, aber auch straffällig geworde Funktionäre des
SED-Herrschaftsapparates. Unter direkter Kontrolle der Staatssicherheit wurden
die Häftlinge in oftmals langjähriger Einzelhaft isoliert.
Bautzen II war immer streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Die
Zuständigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit wurde bis zum Ende der DDR
vertuscht. Michael
und Diana Frunzke
Bilder
aus dem Museums-Prospekt
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