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Geschichte
Die Sieben
Weltwunder
Die Sieben Weltwunder der Antike
Wenn man der Literatur trauen darf, dann finden wir das erste Zeugnis zu den sieben Weltwundern der Antike bei einem griechischen Dichter des zweiten Jahrhunderts v. Chr., Antiparos von Sidon. Er stellt in einem Gedicht den Artemistempel von Ephesos über die anderen großen Sehenswürdigkeiten der Antike:
"Babylons ragende
Stadt, ich sah sie mit Mauern, auf denen Wagen fahren. Ich hab' Zeus am Alpheios
gesehn, sah des Helios Riesenkoloss und die Hängenden Gärten,
auch den gewaltigen Bau der Pyramiden
am Nil und des Mausoläums
mächtiges Mal. Doch als ich dann endlich Artemis' Tempel erblickt,
der in die Wolken sich hebt, blasste das andre dahin."
(Anthol. Pal. IX 58.
Übers. H. Beckby)
Die Sieben Weltwunder werden allgemein in folgender Reihenfolge angegeben, und zwar nach ihrem Entstehungsdatum::
l. Die ägyptischen
Pyramiden (2650-2263 v. Chr.) von Gizeh
Diese
ägyptischen Pyramiden wurden als Grabmonumente
über den Grabkammern der drei Pharaonen Cheops, Chepren und Mykerinos erbaut.
Die Pyramiden sind von so gewaltigen Ausmaßen, dass uns ihre bautechnische
Entstehung bis heute Rätsel aufgibt.
Die höchste unter ihnen ist die Cheops-Pyramide,
die ursprünglich 146,6 m hoch war. (Zum Vergleich: Der Eurotower,
ein bekanntes Hochhaus in Frankfurt am Main,
ist
148m hoch.) Dafür
wurden immerhin 2,3 Millionen Steine von je
1,1 Kubikmeter verbaut. Ihr Gesamtgewicht betrug 5,75 Millionen Tonnen. Die Pyramide
umfasst 2600000 Kubikmeter umbauten Raum.
Welche Technik würden wir
heut dafür benötigen!!
2. Die hängenden
Gärten der Semiramis (605-562 v. Chr.)
Der
Zeitpunkt ihrer Erbauung steht nicht fest: In Semiramis wird eine babylonische
Königin vom Ausgang des 9. Jh. v. Chr. als Schöpferin vermutet, Wissenschaftler
ordnen dies aber Nebukadnezar (605-562 v. Chr.)
zu. Die hängenden Gärten der Semiramis die Menschen
über Jahrhunderte beschäftigt.
Ein Terrassengarten im Palast von
Babylon, der sich von der hohen Umfassungsmauer in Terrassen
zum Palast hin senkte und durch ein kompliziertes Bewässerungssystem ermöglicht
wurde, muss in dieser ausgedörrten Wüstenlandschaft wie ein Wunder gewirkt haben.
Die Rekonstruktion zeigt das ausgeklügelte System der Anlage,
das von einem hoch liegenden Brunnen mit Wasser versorgt wurde. In diesem wurde das Wasser im Paternostersystem nach oben gepumpt und dann
über das Bewässerungssystem langsam nach unten geleitet.
3. Der Artemistempel
von Ephesos
Der Artemistempel von Ephesos gehörte sicher wegen seiner
Größe (133 m lang und 69 m hoch), der Eleganz und der 127 ionischen
Säulen, in deren Mitte in einer Cella (innerer Hauptraum eines antiken griechischen o.römischen Tempels)
unter freiem Himmel das Standbild
der Göttin Artemis verehrt wurde, zu den Weltwundern.
Der
Tempel wurde im 6. Jh. v. Chr. unter Chersiphron und seinem Sohn Metagenes
erbaut, 356 v Chr. von Herostratos durch Brandstiftung zerstört, aber wieder
aufgebaut
und 262 v. Chr endgültig durch seeraubernde Goten vernichtet. Die Ausgrabungen
führten zwar große Schätze zutage, aber nur ein einziges
Säulenkapitell - deshalb wurde eine Rekonstruktion der Tempelanlage
nicht versucht.
4. Die Statue
des Zeus in Olympia (um 430 v. Chr.)
Diese
Goldelfenbein-Statue im Tempel von Olympia beeindruckte die Menschen
durch ihre
Dimensionen und den unvorstellbaren Wert der Materialien.
Die Zeus-Statue wurde von Phidias ab 432 v. Chr. auf einem verdeckten
Gestell aus Holz, Eisen, Gips und Ton montiert und erreichte eine lichte
Höhe von fast 14 Metern. Sie reichte damit fast an die Kassettendecke
der engen Cella, wodurch der monumentale Eindruck der Sitz-Statue noch
vesrstärkt wurde.
5. Mausoleum in Halikarnassos
(um 335 v. Chr.)
Das
Mausoleum wurde von Mausolos, einem Territorialherrscher
in Kleinasien, während seiner Regierungszeit gebaut. Nach seinem Tode
353 v. Chr. vollendete seine Ehefrau den Bau als Begräbnisstätte für ihren
Mann.Das Mausoleum hatte eine Gesamthöhe
von 42 m. Es besaß einen
dreistufigen Aufbau: einen massiven, ca. 19 m hohen würfelförmigen Unterbau,
eine etwa 11 m hohe Säulenhalle aus 36 Säulen und als Bedachung eine Stufenpyramide
von 24 Stufen, die wahrscheinlich die Zahl der Regierungsjahre des Mausolos
symbolisieren sollten.
6. Koloss von Rhodos
(Statue des Helios, um 285 v. Chr.)
Der 36 m
hohe
Koloss von Rhodos wurde von den Rhodiern dem Sonnengott, Schutzpatron
ihrer Insel, zum Dank für ihre Rettung aus einer kriegerischen Auseinandersetzung
geweiht.
In der Zeit zwischen 304 und 292 v. Chr. wurde die Statue von dem
heimischen Künstler Chares von Lindos errichtet.
Sie wurde aus schimmernder Bronze gegossen und zu ihrer vollen
Höhe zusammengesetzt und war damit weithin sichtbar. Die monumentale Höhe, die Imposanz der Statue und die technische Meisterschaft ihrer
Konstruktion machten sie zu einem Wunderwerk ihrer Zeit.
7. Leuchtturm der
ehemaligen Insel Pharos bei Alexandria (vollendet 279 v.Chr.)
Der
Leuchtturm von Alexandria, ein technisches Wunderwerk, gehörte mit zu den ersten sehr
großen Bauwerken der Hafenstadt Alexandria. Es
wurde auf einer Felsklippe der Insel Pharos errichtet. Der Turm wurde aus weißem Marmor hergestellt. Zuerst
hat er wohl als Tagzeichen an der unübersichtlichen
Küste für die Seeschifffahrt gedient, bei dem zunehmendem Schiffsverkehr
wurde er auf seiner Spitze mit einer Leuchtanlage ausgerüstet, die wahrscheinlich
von brennbarem Petroleum oder mit harzgetränktem Holz gespeist wurde. Als
fantastische technische Ausrüstungen gab es in seinen Fundamenten
eine Zisterne zur Trinkwasserversorgung und in seinem Inneren einen bis
zur Spitze reichenden Schacht, in dem sich wahrscheinlich hydraulische
Anlagen befanden, um die Brennflüssigkeit in die Spitze des Turmes zu pumpen.
Auf einer inneren Rampe wurde wohl durch Lasttiere Brennmaterial in die Höhe transportiert. Im Ganzen erreichte der
Turm eine Höhe zwischen 120 und 140 m und war damit nach den ägyptischen
Pyramiden das höchste Bauwerk der Alten Welt und der höchste
Leuchtturm, der je gebaut wurde.
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