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GeografieTiere in der Wüste
Anpassungen der Tiere an extreme Hitze
Zwei verschiedene Überlebensstrategien
Tiere, die unter den Extrembedingungen einer Wüste leben, sind einem ständigen
Kampf ums Überleben ausgesetzt, den nur die widerstandsfähigsten Arten
gewinnen. Wüstentiere haben nur zwei Möglichkeiten, Hitze und Dürre zu
überstehen: Einige vermeiden die heißesten und trockensten Zeitspannen, indem
sie nur für kurze Zeit nach dem Regen zur Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung
aktiv werden. So können Kiemenfußkrebse
bis zu 25 Jahre lang als hitzeresistente Eier ruhen, um dann, wenn es regnet,
plötzlich in Erscheinung zu treten. Anderen Arten gelingt es, das ganze Jahr
über aktiv zu bleiben, indem sie ihren Lebensstil den trockenen Bedingungen
anpassen.
Zwei der erfolgreichsten Vertreter dieser aktiven Wüstenbewohner sind Reptilien und Nagetiere. Beide nutzen die
Mikroklimate im Schatten von Felsbrocken und in Erdlöchern aus. Schon wenige
Zentimeter unter der Erdoberfläche sind die Temperaturen niedriger, und die
Verdunstung ist geringer.
Ein
Fisch in der Wüste
Den Teufels - Kärpfling
gibt es ausschließlich im "Devil's Hole", einem kleinen natürlichen
Teich in der Wüste Nevadas, der nur 15 m lang und 5 m breit ist. Das seltene
Vorkommen des Kärpflings ist dadurch bedingt, dass er eine konstante Temperatur
von 34° C benötigt. Diese Fische sind die letzten Vertreter eines größeren
Bestandes, der hier ehemals beheimatet war. Selbst dieser Restbestand ist eine
Seltenheit, da viele Tiere in der Wüste sterben müssen, wenn die Tümpel
austrocknen. Sie hinterlassen nichts als ihre Eier, die später bei wieder günstigen
Bedingungen Leben hervorbringen.
Reptilien
und Amphibien in der Wüste
Die meisten Reptilien können ihren gesamten
Wasserbedarf aus der Nahrung decken, Geckos
und Eidechsen ernähren sich von
den vielen Insekten, Skorpionen
und Spinnen, die durch den
Wüstenwind von Steinen und Felsbänken gefegt werden. Andere Reptilien hingegen
leben von Blättern, Blumen und Früchten, müssen diese Nahrung allerdings, wie
die Dornschwanz-Agame der
afrikanischen Wüste, durch Grashüpfer und Käfer ergänzen, wenn keine frischen
Pflanzen zur Verfügung stehen.
Die zu den Amphibien
gehörende nordamerikanische Schaufelfuß-Kröte
hat ihre Verhaltensweisen und Gewohnheiten perfekt auf die Wüste abgestimmt.
Sie hat schlägerförmige Hinterfüße, mit denen sie ein Erdloch gräbt, das sie
erst in der Dämmerung zur Jagd von Spinnen und Insekten verlässt. In den
Sommermonaten bleibt sie ohne jegliche Nahrung in ihrem Erdloch und kann dann
bis zu 60 % ihres Körpergewichts verlieren. Während der kurzen Regenzeit pflanzt
sie sich fort, solange es Pfützen gibt, in die sie ihre Eier legen kann. Als
Anpassung an Wüstenbedingungen haben diese Kröten einen bemerkenswert kurzen
Fortpflanzungszyklus entwickelt. Die Paarung beginnt mit dem Einsetzen des
Regens, in nicht mehr als zwei oder drei Tagen schlüpfen die Kaulquappen aus
den befruchteten Eiern und erreichen ihr Reifestadium in weniger als sechs
Wochen.
Krötenfrösche leben in den nordamerikanischen
Sandwüsten und zeigen mehrere Anpassungen an den trockenen Lebensraum. Auf der
Suche nach kühleren und feuchteren Bedingungen können sie bis zu Im tiefe
Erdhöhlen mit ihren Hinterfüßen ausgraben. Ihre Nieren produzieren außerdem
eine sehr konzentrierte Harnstofflösung, die in einer vergrößerten Blase gelagert
wird. Indem sie den Harnstoff m
ihre Gewebe abgeben, erhöhen sie die Konzentration ihrer Körperflüssigkeiten.
Da Wasser immer zum Ort der höheren Konzentration strömt, nimmt das Tier durch
die durchlässige Haut Wasser von außen auf.
Nagetiere,
die niemals trinken
Temperaturen können
auf 40° C ansteigen. Vor dieser sengenden
Hitze verkriechen sich die Nagetiere tagsüber in ihren Löchern unter dem Sand,
wo die Temperatur mehr oder weniger konstant 30° C beträgt. Am aktivsten werden
die Tiere kurz vor Sonnenuntergang, wenn sie zur Nahrungssuche ans Tageslicht
kommen. Um bei permanenter Dürre überleben zu können, haben diese kleinsten
Kreaturen meisterhafte Methoden der Wasserspeicherung entwickelt. Sie schwitzen
nie. Ihre Nieren, deren Filterkapazität fünfmal größer ist als beim Menschen,
erzeugen sehr konzentrierten Urin. Auf diese Weise verlieren sie nur sehr wenig
Wasser. Obwohl Kängururatten fast trockenen Samen fressen, genügt der
Wassergehalt aber, um die zum Oberleben nötige Flüssigkeit zu spenden.
Wüstenfüchse
Großohrfuchs (Fennek)
Der Großohrfuchs der Wüste Sahara ist das kleinste Mitglied der
Familie der Füchse. Obwohl er von der Nasen- bis zur Schwanzspitze nur 60 cm misst,
sind seine Ohren 15 cm lang. Diese riesigen Ohren mit ihrer großen Oberfläche
und einem Netz von Adern nahe der Hautoberfläche strahlen Hitze ab und
ermöglichen es dem Fuchs, sich kühl zu halten. Darüber hinaus verleihen sie ihm
ein empfindliches Hörvermögen, sodass er auch die leisesten Töne, die seine
Beute abgibt, wahrnehmen kann. Der Großohrfuchs lebt von Insekten, kleinen
Nagetieren und Früchten.
Er kann seine Körpertemperatur niedriger halten, indem
er nachts auf die Jagd geht und den Tag unter der Erdoberfläche in seiner
Erdhöhle verbringt
Dromedare
Ein beladenes Dromedar kann acht Tage lang durch die sengende Sonne der Wüste
laufen, ohne zu fressen oder zu trinken. Unter widrigen Umständen verlässt sich
das Tier auf seine Fettreserven im Höcker. Es kann ein Viertel seines
Körpergewichts ohne schädliche Auswirkungen verlieren. Wenn dem Dromedar allerdings
Wasser zur Verfügung steht, kann es sein volles Gewicht in nur zwei oder drei
Tagen wiedererlangen. Es ist in der Lage, 100 Liter Wasser auf einmal trinken.
Zu den Anpassungsformen der Dromedare an das Leben in der
Wüste gehört ihr weiches Fell, das das Tier tagsüber kühl und nachts warm hält.
Lange Wimpern schirmen die Augen bei Sandstürmen ab und die Nüstern können
willkürlich geöffnet oder geschlossen werden. Harte Kniepolster schützen das
Tier, wenn es auf dem heißen Sand niederkniet, und seine Zehen sind durch
gepolsterte Zwischenteile verbunden, eine Art Schneeschuh, der das Einsinken in
den Sand verhindert.
Dieter Winkler
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