Ihr seid hier: 
 Home»Geografie-Auswahl»
 Sibirien

 Weitere Funktionen:
  Hilfe eMail
 
Störung melden

 © 2006-2011 - hast-du-ahnung.de

  
Rubriken

 Görlitz
 
Unsere Schule
 
Persönlichkeiten
 
Knigge - gutes Benehmen
 
Bewerbungen
 
Ziele für Klassenfahrten
 
Erde und ihre Länder
 
Deutschland
 
BRD - Landeshauptstädte
 
Freizeitanregungen
 
Spaßiges
 
Spiele für Kleine u.Große 
 Wissenswertes-Links
 Prüfungsfragen
 
Astronomie
 
Biologie
 
Chemie
 
Deutsch
 
Englisch
 
Ethik
 Gemeinschaftskunde
 
Geographie
 
Geschichte
 
Kunsterziehung
 
Mathe
 
Musik
 
Physik I Physik v. W. Prinz
 
Religion 
 Landwirtschaft u.ä.
 Bücher - Empfehlungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 
img5.png

                  

Geografie
Regionen

 
Sibirien

Das ist der nördliche Teil Asiens, der fast gänzlich zu Russland gehört (unter Einschluss Jakutiens); zu einem kleinen Teil hat auch Kasachstan Anteil an Sibirien. Auf den16,2 Mio. qkm leben rund 33 Mio. Einwohner, doch sind weite Teile aufgrund der Unwirtlichkeit des Klimas völlig menschenleer. Damit gehört Sibirien zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde.
Sibirien reicht vom Uralgebirge im Westen bis zum Pazif
ischen Ozean im Osten. Im Norden bildet die Küste des Polarmeeres die Grenze, mit der Halbinsel Tajmyr
als nördlichstem Punkt des asiatischen Festlands. Schwieriger ist die Abgrenzung im Süden, wo Sibirien an die Wüsten- und Gebirgslandschaften Zentral- und Ostasiens stößt.
Politisch gehört Sibirien zu
Russiand; nur im Süden reicht es teilweise über die russische Grenze hinaus und umfasst auch den Norden Kasachstans. Als Grenze gilt die Kasachische Schwelle, die das Land von Westen nach Osten durchzieht. Verwaltungsmäßig gliedert sich Sibirien in die drei Bezirke Ural mit der Hauptstadt Jekaterinburg, Sibirien mit der Hauptstadt Nowosibirsk und Ferner Osten mit der Hauptstadt Chabarowsk. Den Hauptteil der Einwohner stellen mittlerweile die zugewanderten Russen; die altsibirische Bevölkerung setzt sich aus einer Vielzahl turkmongolischerlker (Samojeden, Ostjaken, Tungusen, Jakuten, Burjaten u.a.) zusammen, Für einige dieser nichtrussischen Völker wurden Republiken eingerichtet (mit eigener Verfassung und Gesetzgebung): Altaj, Burjatien, Tuwa, Chakassien und Jakutien (Sacha). Für die Chanten und Mansen, Jamal-Nenzen, Aginer Burjaten, Dolganen und Nenzen, Ust-Ordinsker Burjaten, Ewenken, Korjaken und Tschuktschen wurden autonome Kreise geschaffen, in denen die kulturelle Identität der kleineren Völker geschützt werden soll.

Das Westsibirische Tiefland

Das Westsibirische Tiefland reicht vom Ural im Westen bis zum Jenissej im Osten. Es wird im Norden jenseits der Waldgrenze von Tundra eingenommen. Die sich südwärts anschließende Region der Taiga, wie der boreale Nadelwald in Sibirien genannt wird, ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde. Nach Süden geht es mit zunehmender Trockenheit über die lichte Waldsteppe in die weiten Steppenlandschaften Zentralasiens über.
Die langen kalten und niederschlagsarmen Winter lassen den Boden bis in tiefe Schichten gefrieren. Auch in den kurzen warmen Sommern taut der Boden nur oberflächlich auf (Dauerfrostboden). Das Tauwasser kann daher nicht in den Untergrund versickern und bewirkt eine weiträumige Versumpfung im Norden Sibiriens. Auch die nach Norden entwässernden Flüsse treten im Frühjahr oft über die Ufer, da ihre Eisdecke im Süden bereits auftaut, wenn sie im Norden noch zugefroren ist. Die aufgetürmten Eisschollen wirken wie eine gewaltige Barriere und behindern den
Abfiuss.
Der Ural, das Grenzgebirge Westasiens gegenüber Osteuropa, ist reich an Bodenschätzen. Die darauf beruhende Industrie hat im östlichen Vorland einige ältere Siedlungen zu Großstädten heranwachsen lassen. Im Uralgebiet um Jekaterinburg und Tscheljabinsk hat sich ein bedeutendes Industrierevier herausgebildet. Die Verhüttung von Kupfer- und Eisenerzen, die Herstellung von Maschinen, Waffen und anderen Metallprodukten stehen hier wie auch weiter südlich um Magnitogorsk im Mittelpunkt. Große wirtschaftliche Bedeutung haben die Erdgasvorkommen im unwirtlichen Norden Westsibiriens. Das Gas wird durch Rohrleitungen über Tausende von Kilometern zur Versorgung der dichter besiedelten Gebiete nach Westen und Süden gepumpt und auch nach Deutschland exportiert. Im Fördergebiet selbst sind die Bergbausiedlungen zur Versorgung der Belegschaft der Förderunternehmen meist klein geblieben. Bedeutend sind auch die Erdölvorkommen im Fördergebiet um Surgut am Ob, das nach dem altesten Erdölrevier um Baku in Aserbaidschan als "Drittes Baku" bezeichnet wird (nach dem "Zweiten Baku" nordöstlich von Samara).
Zu den größeren Bevölkerungsschwerpunkten gehört außer den Industriestädten am Ostfuß des südlichen Urals auch das zur Millionenstadt herangewachsene Omsk (1,2 Millionen Einwohner) am
Irtysch. Es ist nicht nur wirtschaftlicher Mittelpunkt (Raffinerien, Bau von Kraftfahrzeugen und Landmaschinen, chemische Industrie), sondern auch kulturelles Zentrum (Hochschulen, Theater, Museen) im Süden Westsibiriens. Wie viele andere sibirische Städte verdankt es seinen Aufschwung von einer Kosakenfestung zur Handelsmetropole der Transsibirischen Eisenbahn.

Das Mittelsibirische Bergland

Östlich des Jenissej erstreckt sich das Mittelsibirische Bergland, das sich durchschnittlich 300 bis 600 m über dem Meeresspiegel erhebt. Vereinzelt werden größere Höhen erreicht, so im Putoranagebirge (1701 m) und im Jenissejgebirge (1104 m).
Der Süden Mittelsibiriens wird von zahlreichen Gebirgen eingenommen. Es ist das Quellgebiet mehrerer großer Ströme, die nach Norden zum Eismeer flie
ßen. Das mächtigste der südsibirischen Gebirge ist der bis 4506 m Höhe aufragende Altai. Auch der Westsajan erreicht immerhin noch fast 3000 m Höhe.
Eingebettet in die Bergwelt Südsibiriens ist der Baikalsee. Obwohl er mit einer Fläche von 31 500 qkm erst an achter Stelle unter allen Binnenseen steht, bildet er mit einem Volumen von 23 000 Kubikkilometern doch - von den Polareiskappen abgesehen - das größte Süßwasserreservoir der Erde. Seine Tiefe beträgt bis zu 1637 m, w
ährend der Seespiegel nur 456 m über dem Meeresspiegel liegt. Das bedeutet, dass der Seeboden mehr als 1000 m unter dem Niveau des Meeresspiegels liegt und damit die größte Kryptodepression der Erde bildet.
An der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn, die am Südende des Baikalsees vorbeiführt, sind etliche der Siedlungen zu großen St
ädten herangewachsen. Irkutsk ist mit seinen rund 600 000 Einwohnern das bedeutendste städtische Zentrum Baikaliens, wie diese Region auch genannt wird. Hier wie auch in den anderen Städten der Region wurde eine vielseitige Industrie angesiedelt. Neben der Metallverarbeitung und chemischen Industrie ist vor allem die Herstellung von Aluminium von Bedeutung. Große Wasserkraftwerke stellen die hierfür erforderliche elektrische Energie zur Verfügung. Typisch für die Region um den Baikalsee sind auch die Holzverarbeitung und die Gewinnung von Zellstoff.
Östlich des Flusses Lena ändert sich das Bild der Landschaft. Hier erheben sich im Nordosten Sibiriens mehrere lang gestreckte, meist von Norden nach Süden verlaufende
Gebirgszüge, die Höhen zwischen 2000 und 3000 m erreichen. In den dazwischen liegenden Becken sammelt sich im Winter kalte Luft. Deswegen werden hier die niedrigsten Temperaturen Sibiriens gemessen. Werchojansk galt lange Zeit als der kälteste bewohnte Ort der Erde, bis bei Ojmjakon ein noch niedrigerer Wert von -77,8°C gemessen wurde.
Nordostsibirien ist die Heimat der
Jakuten, die durch den Zuzug von Russen zur Minderheit in Jakutien geworden sind. Die Hauptstadt Jakutsk hat sich trotz des unwirtlichen Klimas zur Großstadt entwickeln können. Es ist das Zentrum der Republik Sacha, der flächenmäßig größten der autonomen Republiken innerhalb des russischen Staates. Mit 3,1 Millionen qkm ist die Republik Sacha fast neunmal größer als Deutschland, hat aber kaum mehr als l Million Einwohner.

Der Ferne Osten Russlands
Der äußerste Nordosten Sibiriens gehört bereits zum Einzugsgebiet des Pazif
ischen Ozeans. Am Kap Deschnew, benannt nach dem Entdecker der Beringstraße, nähert sich Sibirien bis auf knapp 100 km an Alaska an. Von den Diomede-Inseln gehört Ratmanow noch zu Russland, das benachbarte Little Diomede bereits zu den USA.
Die weit nach Süden reichende Halbinsel Kamtschatka wird im Landesinneren von einem wilden Gebirgsland durchzogen, das bis 4750 m Höhe ansteigt. Die zahlreichen, z. T. noch aktiven Vulkane und die häuf
igen Erdbeben kennzeichnen die Halbinsel. Fischfang, Holzwirtschaft und die Förderung der Bodenschätze (Kohle, Gold, Silber, Erdöl, Erdgas) sind die wichtigsten Wirtschaftszweige Kamtschatkas.
Am Endpunkt der Transsibirischen Bahn hat sich am Pazifischen Ozean eine Stadtregion herausgebildet. Außer der schon zur Zarenzeit bestehenden Hafenstadt Wladiwostok hat sich
Nachodka als wichtiger Handelsplatz und Fährhafen nach Japan entwickelt.

Russlands Vordringen nach Sibirien
Das Wenige, das man über die Bevölkerung Sibiriens in vorrussischer Zeit weiß, ist meist aus einzelnen archäologischen Funden erschlossen worden. Die Spuren konzentrieren sich auf den Süden Sibiriens, insbesondere auch auf die Region um den Baikalsee. Doch auch im Norden, jenseits des Polarkreises, gab es eigenständige Kulturen von Jägern und Sammlern sowie nomadischen Rentierzüchtern.
Die Inbesit
znahme des Landes im Auftrag der russischen Zaren begann gegen Ende des 16. Jh. Die im Zuge der Eroberung angelegten Militärposten waren oftmals Keimzellen für die Entwicklung der ältesten sibirischen Städte. Tjumen wurde 1586, Tobolsk ein Jahr später gegründet. Um die Mitte des 17. Jh. wurde erstmals die Küste des Pazifiks erreicht, wo 1648 die Stadt Ochotsk gegründet wurde. Das Interesse an dem riesigen Land war vor allem begründet durch den reichen Bestand an Pelztieren, deren Felle sich mit großem Gewinn in den Städten des Westens verkaufen ließen.
Die weitere Erschließung war mit Zuwanderung und deutlicher Zunahme des russischen Bevölkerungsanteils verbunden. Vor allem während der sowjetischen Zeit wurde die
Russifizierung vorangetrieben. Sprache und Kultur der zur Minderheit gewordenen einheimischen Bevölkerung drohten trotz der Einrichtung autonomer Kreise und Republiken völlig unterzugehen. Erst die nachsowjetische Zeit hat mehr Freiheiten gebracht und die Rückbesinnung auf die eigene Tradition ermöglicht.

Sibiriens Wirtschaft im Aufbruch
Der Bau der Transsibirischen Eisenbahn, der 1891 noch zur Zarenzeit begonnen wurde, brachte die entscheidenden Impulse zur modernen Entwicklung Sibiriens. Straßen waren in dem riesigen Land bis dahin praktisch unbekannt, und auch heute noch ist die Transsib, ergänzt durch die Baikal-Amur-Magistrale, das wichtigste Verkehrsmittel. Bergbau und Industrie, an das Vorhandensein leistungsfähiger Transportmittel gebunden, sind erst durch den Eisenbahnbau möglich geworden.
Dennoch sind der wirtschaftlichen Erschließung Sibiriens gewisse Grenzen gesetzt. Die über einen Großteil des Jahres vorherrschenden Hochdruckwetterlagen führen zu einem geringen Luftaustausch und machen Sibirien bei zunehmender Industrialisierung anf
ällig für Smogbildung. Der Dauerfrostboden und die weiträumige Versumpfung im Norden Sibiriens erschweren die Anlage von Verkehrswegen und den Ausbau der Siedlungen. Außerdem behindern der Mangel an Arbeitskräften und die große Entfernung zu den Absatzmärkten die weitere Industrialisierung der Region. Heute ist Sibirien vor allem als Lieferant von Bodenschätzen (Gold. Buntmetalle, Diamanten) und von Energierohstoffen (Erdöl, Erdgas) von weltwirtschaftlicher Bedeutung. In jüngerer Zeit erlebte vor allem die Holzwirtschaft einen raschen Aufschwung.
Die Landwirt
schaft hat in Sibirien immer nur in einzelnen besonders begünstigten Räumen eine größere Rolle gespielt. Wie Inseln im Meer liegen die Anbaugebiete von Getreide am Amur und westlich des Baikalsees in dem riesigen Waldland. Größere Ausdehnung hat die landwirtschaftliche Nutzfläche in einem breiten Streifen, der sich vom südöstlichen Vorland des Urals bis zum Fuße des Altaigebirges erstreckt.

Internetlinks:


http://www.gfbv.it
/3dossier/siberia/3dt.html
Sibirien - ein geographisch-ethnographischer Überblick


http://www.sibirien.ru/
 

 

 

 

hdanavneu.gif