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Geografie
Gewässer
- Das Tote Meer
Das Tote Meer
Das
Tote Meer ist wohl der
bekannteste Binnensee Vorderasiens. Es liegt im Grenzgebiet zwischen Israel und Jordanien. Mit einer Fläche von rund 600 bis 910 qkm nimmt es von der Größe
her eher einen mittleren Platz unter
den Seen ein. Einen Rekord hält es allerdings durch seine Lage im Jordangraben,
da hier das Festland am tiefsten unter den
Meeresspiegel sinkt.
Häufiger kann man in der Presse etwas zu diesem Gewässer
lesen, da es kontinuierlich an Wasser verliert, sodass sogar eine
völlige Austrocknung befürchtet wird. Aber auch, weil das Wasser einen sehr
hohen Salzgehalt aufweist, deshalb ist er auch sehr gut für die Behandlung
von Menschen geeignet, die an Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten
leiden.
Das Tote Meer hat im Laufe der Zeit
seine Gestalt immer wieder verändert. An den Terrassen am Rande
des Grabens kann nachgewiesen werden, dass z.B. vor etwa 23000 Jahren der Seespiegel um rund 190 m höher
lag als heute und dass der See deshalb eine weitaus größere Fläche
einnahm. Um die Zeitenwende hingegen lag der Seespiegel rund 35 m tiefer als
heute, stieg dann aber bis 1896 zu einem Höchststand von 389 m unter dem
Meeresniveau an.
Der heutige
Wasserspiegel liegt rund 420 m unter dem Meeresniveau, aber es ist
ein deutliches Absinken des Seespiegels um 0,5 bis 1m pro Jahr festzustellen.
Während die größte Tiefe des Sees 1970 noch mit 388 m angegeben wurde,
werden zz. nur noch etwa 316 m gemessen. Damit verringerte sich natürlich seine
Fläche von über 1000 qkm auf
rund 600 qkm.
Als Ursache wird die Abzweigung von Wasser aus dem Jordan für die
Bewässerung von Ackerflächen vermutet.
Das Absinken des Wasserspiegels hat
die Halbinsel El Lisan, die das nördliche
vom südlichen Seebecken trennt, weiter vergrößert. Das flache
südliche Becken ist bereits ein eigener, kaum 5 m tiefer See. Wenn der
Wasserspiegel weiter sinkt, wird er in absehbarer Zeit sogar ausgetrocknet sein.
Immer wieder wird darüber Möglichkeiten
diskutiert, wie man das ein weiteres Absinken aufhalten kann und wie man
den see zugleich für die
Stromerzeugung nutzen kann. So soll durch einen Tunnel Wasser vom Roten Meer zum
Toten Meer geleitet und dort zum Antrieb von Kraftwerksturbinen genutzt werden.
2002 einigten sich Israel und Jordanien auf
die Realisierung dieses anspruchvollen Vorhabens.
Wasserhaushalt des Toten Meeres
Der Jordan
führt dem See Wasser zu, seine Wasserführung schwankt aber mit den Jahreszeiten stark. Pro Jahr lässt
er durchschnittlich 540 Millionen Kubikmeter
Wasser in das Tote Meer fließen. Die meiste
Wasserführung hat er im Winter und im Frühjahr.
Wasser wird dem
See in geringem Umfang aber auch durch gelegentliche Regenfälle zugeführt. Mehrere Flussbetten,
die aber meist trocken liegen, münden direkt in den See, u.a. auf
jordanischer Seite das Wadi Mujib und Wadi
AI Hasa.
So
wie die jährliche Wasserzufuhr
schwankt, schwankt auch die Verdunstung, abhängig von den Jahreszeiten. Deshalb ist der Seespiegel
im Spätsommer am niedrigsten, im Frühjahr jedoch am höchsten. Der Unterschied
macht etwa 30-60 cm aus.
Da das Süßwasser erheblich leichter als das
Salzwasser ist, vermischt es sich nicht.
Das Süßwasser bleibt an der Oberfläche des
Sees, bis es letztlich verdunstet ist. Einen Abfluss hat das Tote Meer nicht.
Salzgehalt
des Wassers
Das
Tote Meer gilt als
Musterbeispiel eines Salzsees, da sein Wasser einen
außergewöhnlich hohen Salzgehalt (rund 30% ) aufweist. Nur wenige Seen weisen einen noch
höheren
Salzgehalt auf, u.a. der Assalsee in Ostafrika.
Da die Verdunstung dem See an der Oberfläche Wasser
entzieht, könnte man vermuten, dass hier der Salzgehalt am höchsten wäre.
Tatsächlich aber ist es anders: das Wasser ordnet sich in Schichten. Je mehr Salz im
Wasser gelöst ist, desto größer ist sein spezifisches Gewicht. Das schwerere
Wasser nimmt eine tiefere Lage ein als das weniger schwere. Das ist auch der
Grund dafür, dass das Tiefenwasser des Sees niemals an die Oberfläche gelangt.
Die Durchmischung des Wassers ist also fast völlig unterbunden.
Die hohe Dichte des Salzwassers
ist auch Ursache für den starken Auftrieb, der auf jeden ins Wasser getauchten
Körper einwirkt. Das hat zur Folge, dass auch ein Nichtschwimmer beim Baden im
Toten Meer keine Angst zu haben braucht, denn hier kann er nicht untergehen.
Der hohe Salzgehalt lässt - bis
auf spezialisierte Bakterien -
kein Leben im See zu. Fische, die über den Jordan in das Tote Meer gelangen,
gehen sogleich zugrunde. Seinen Namen trägt das Tote Meer also zu recht.
Eigentlich ist es nicht richtig, von
d e m Salz des Toten Meeres zu sprechen, denn im Wasser sind neben
dem bekannten Kochsalz verschiedene andere Salze gelöst.
Alte
Kulturen am Toten Meer
Eigentlich müsste man annehmen, dass es rings
um diesen See wenig Leben gibt. Aber das ist nicht so. Bedeutende
archäologische
Funde gezeigen, dass das
Gebiet schon vor Jahrtausenden besiedelt
war. Jericho z.B. ist nur etwa 15 km vom heutigen Seeufer entfernt
und kann auf ein Alter
von mehreren tausend Jahren zurückblicken und gilt als die alteste Stadt oder
zumindest stadtartig befestigte Siedlung der Erde.
Eine andere weltberühmte
Fundstätte liegt bei Qumran. 1947, aber später auch noch, wurden in mehreren Höhlen Schriftrollen mit über 2000 Jahre alten Aufzeichnungen von
Bibeltexten gefunden. Bei Ausgrabungen, die ab 1949 in der Umgebung der Höhlen
durchgeführt wurden, konnten zahlreiche Gebäude und Einrichtungen zur
Wasserversorgung freigelegt werden. Es wird vermutet, dass hier schon im 2.
Jh. vor unserer Zeitrechnung die Essener, eine jüdische Glaubensgemeinschaft
mit strengen Regeln, lebte.
Internetlinks
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