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Geografie
Gewässer
- Die Ostsee
Das
maritime Gewässer Nordeuropas
Bei der Ostsee handelt es sich um ein Nebenmeer des Atlantiks: Mit diesem ist sie nördlich von Dänemark über die Nordsee verbunden. Dank der dortigen Meerenge zählt die Ostsee zu den offenen Gewässern der Erde - obwohl sie größtenteils vom Festland eingeschlossen ist.
Zwischen Skandinavien
und Osteuropa
Die
Ostsee ist sowohl ein Binnenmeer als auch durch ihre Verbindung mit der
Nordsee ein Nebenmeer des Atlantiks.
Die Ostsee gehört zu den jüngsten
Meeren der Erde. Sie grenzt an neun europäische Länder: Schweden, Finnland,
Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland und Dänemark. Dabei
reichen der Bottnische und der Finnische Meerbusen weit bis ins jeweilige
Landesinnere hinein. Da ihre neun Anrainerstaaten sie fast ganz umschließen,
wird die Ostsee auch als Binnenmeer bezeichnet. Außerdem ist sie das größte
Brackwassergebiet - ein Wassergebiet mit einer Mischung aus süßem Flusswasser
und salzigem Meerwasser - der Erde.
Verbindung zur Nordsee
Die
durchschnittliche Tiefe der Ostsee beträgt 52 Meter. Über die sehr schmalen
und vor allem nicht sehr tiefen Meerengen Öresund sowie Kleiner und Großer
Belt ist die Ostsee mit der Nordsee verbunden. Sie gilt daher auch als Nebenmeer
des Atlantiks. Besonders eng ist die Durchfahrt Norra Kvarken in der Mitte
des Bottnischen Meerbusens. Im Osten ist die Ostsee über die Newa und mehrere
Wasserstraßen mit der Wolga, dem Weißen, dem Schwarzen, dem Asowschen und
dem Kaspischen Meer verbunden.
Niedriger Salzgehalt
Der
Salzgehalt der Ostsee ist mit nur l Prozent sehr niedrig. Das liegt vor
allem an ihrer geringen Fläche und Verdunstung sowie daran, dass durch die
zahlreichen Flüsse, die in sie münden, eine beträchtliche Zufuhr an Süßwasser
erfolgt.
Der niedrige Salzgehalt hat mehrere Auswirkungen: In Verbindung
mit der relativ geringen Tiefe der Ostsee und der Tatsache, dass sie vom
Golfstrom abgekoppelt ist, sorgt er dafür, dass die Küsten im Winter regelmäßig
zufrieren. Außerdem beeinträchtigt der fehlende Salzgehalt die Vielfalt
der Fauna.
Fische wie Heringe, Makrelen und Sprotten werden allerdings
in großen Mengen gefangen; nur der Kabeljau ist seit kurzem überfischt.
Die Insel Gotland
Die
größte schwedische Insel, einst Schlupfwinkel von Piraten, liegt südlich
von Stockholm im Herzen der Ostsee. Hauptort mit mittelalterlichem Kern
ist die frühere Hansestadt Visby. Hohe Klippen, imposante Kalksteinformationen
sowie Sand- und Steinstrände formen die etwa 120 Kilometer lange Küstenlandschaft.
Umkämpfter Seehandelsweg
Die
Ostsee hat neun Anrainerstaaten und spielt von jeher eine wichtige Rolle
als Verkehrs- und Handelsweg. Dadurch war sie oft aber auch ein Grund für
Kämpfe um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Geografisch und historisch betrachtet,
trafen im Ostseeraum ganz unterschiedliche Völker, darunter Wikinger, Balten,
Slawen und Germanen, aufeinander.
Wikinger und Kaufleute
Von
der Ostsee aus eroberten die Wikinger ab dem 6. Jahrhundert Teile Europas.
Sie besaßen damals die Vorherrschaft über das Meer und vom 9. bis 11.Jahrhundert
auch über die heutigen Staatsgebiete Schwedens und Dänemarks. In den folgenden
200 Jahren kontrollierten die Dänen den Zugang zur Ostsee. Die deutschen
Küstenstädte, die sich im 12. Jahrhundert zur Hanse zusammengeschlossen
hatten, förderten zugleich die Entwicklung des Nordsee-Ostsee-Handels.
Schwierige Aufteilung
Im
Dreißigjährigen Krieg (1618-48) löste sich die Hanse wieder auf. Damals
beherrschten die Schweden die Ostsee, sehr zum Missfallen des russischen
Zaren Peter I.: Im Jahr 1700 erklärte er dem Land den Krieg. Die Russen
siegten und erhielten 1721 im Vertrag von Nystad die Berechtigung, die Ostsee
zu befahren. Zwei Jahrhunderte später, im September 1934^ schlössen die
baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen in Genf einen „Freundschafts-
und Zusammenarbeitsvertrag". Darin versprachen sie sich gegenseitige
militärische Hilfe und außenpolitische Kooperation, um ihre Unabhängigkeit
im Spannungsfeld zwischen der Sowjetunion und Deutschland abzusichern. Bereits
im Ersten Weltkrieg hatten die Deutschen die Ostsee kontrolliert, und dies
wiederholte sich im Zweiten Weltkrieg. 1945 brachte die UdSSR durch die
Annexion der baltischen Staaten und durch Druck auf die Ostblockländer den
Süden und Osten der Ostsee in ihre Gewalt. Nur ein kleiner westlicher Abschnitt
blieb unter skandinavischer Kontrolle. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks
ab 1989 herrscht wieder ein friedliches Verhältnis zwischen den Anrainerstaaten
der Ostsee.
Verbindung
zur Wolga
Die Idee, die Wolga mit der Ostsee zu verbinden, ist alt: Zwischen 1799
und 1810 entstand die Mariinskaja-Wasserstraße. Danach wurde sie regelmäßig
modernisiert, bis 196A der Wolga-Ostsee-Kanal ihre Funktion übernahm. Diese
1 125 Kilometer lange Wasserstraße mündet bei St. Petersburg in die Ostsee.
Sie gehört zu einem Ensemble von Schifffahrtswegen, die Moskau mit allen
zum russischen Staatsgebiet gehörenden Meeren verbinden: Ostsee, Weißes
Meer, Kaspisches Meer, Asowsches Meer und Schwarzes Meer.
Wissenswertes
Fläche
413000
qkm
Maximale Breite
1200
km
Länge
1300
km
Maximale Tiefe
459m
Wichtigste Zuflüsse
Oder,
Weichsel, Memel, Düna, Newa, Muonioälv
Inseln und Archioete
Gotland,
Öland, Aland, Hiiumaa, Saaremaa, Wolin, Usedom, Rügen, Hiddensee, Fehmarn,
Seeland, Fünen, Lolland, Bornholm
Wichtigste Meerengen
Kattegat,
Öresund, Großer Belt, Kleiner Belt, Norra Kvarken
Länder an der Ostsee
Schweden,
Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland, Dänemark
Wichtigste Hafenstädte
Kopenhagen
(Dänemark), Helsinki (Finnland), Riga (Lettland), Stockholm (Schweden),
Tallin (Estland), Danzig (Polen), Kiel (Deutschland), Lulea (Schweden),
St. Petersburg (Russland), Klaipeda (Litauen)
Bilder: © Michael Frunzke
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