
|
|
|||
|
|

Geografie
Gewässer
- Die Nordsee
Das
Meer mit den größten europäischen Häfen
Als Teil des Atlantiks liegt die Nordsee zwischen Großbritannien und Skandinavien. Sie zählt zu den meistbefahrenen Meeren der Erde, und die Anrainerstaaten, die bis auf Norwegen alle zur Europäischen Union gehören, profitieren von ihren reichen natürlichen Ressourcen.
Die Nordsee liegt zwischen Atlantik und Ostsee
Die Nordsee hat eine
weite Öffnung zum Atlantischen Ozean und zum Europäischen Nordmeerhin. Über
aufeinander folgende Meerengen zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden
ist sie mit der Ostsee verbunden und durch die Straße von Dover mit dem
Ärmelkanal.
Die nicht sehr tiefe Nordsee bedeckt einen Teil der nordwesteuropäischen
Kontinentalplatte. Ihre Westgrenze bilden Großbritannien und die Shetland-Inseln.
Im Osten teilt sich ihre Küste zwischen Norwegen, Dänemark, Deutschland,
den Niederlanden, Belgien und Frankreich auf.
Von England bis Norwegen
Genau wie der Ärmelkanal hat die Nordsee eine Trichterform.
Sie beginnt
an der Straße von Dover und wird immer breiter, bis sie zwischen Schottland
und dem Skagerrak ihre größten Ausmaße erreicht. Die Shetland-Inseln und
das Europäische Nordmeer bilden jenseits des 60. Breitengrades ihre nördliche
Grenze.
Durch die dänischen Meerengen (Skagerrak, Kattegat, Großer und Kleiner
Belt, Öresund) gelangen die kalten Wasser der Ostsee in die Nordsee. Ihr
Grund entstand durch Gletschererosion.
Sie ist südlich von Norwegen 700
Meter tief und steigt in ihrer Mitte (Doggerbank) bis auf 13 Meter an.
Reiche Ressourcen
Flüsse
wie die Themse, die Scheide, die Maas, der Rhein und die Elbe fließen in
die Nordsee und an ihren Mündungen liegen große Häfen. Über 1000 Schiffe
durchqueren jeden Tag die Straße von Dover. Die Nordsee ist reich an Fisch
(Hering, Makrele), zudem birgt sie immense Erdöl- und Erdgasvorkommen. Die
übermäßige Ausbeutung bedroht jedoch die Ressourcen.
Die niederländische
Küste
So schnurgerade wie in
ihrem mittleren Abschnitt zwischen Den Haag und der Insel Texel, so zerklüftet
ist die niederländische Küste im Südwesten und Norden. Hinter der langen
Kette der Westfriesischen Inseln dringt das Meer bis weit in die niederländische
Tiefebene vor (Ijsselmeer, Ems-Mündung an der Grenze zu Deutschland). Generell
wechseln sich an der Nordseeküste Sand- und Kieselstrände, Felsen, Fjorde
und breite Flussmündungen ab.
Objekt der Begierde
in Nordeuropa
Heute
ist die Nordsee durch ihre natürlichen Ressourcen und den Handel das meistbefahrene
Meer der Erde. Früher war sie immer wieder Anlass für wirtschaftliche und
militärische Rivalitäten.
Von 700 bis 600 v. Chr. besiedelte der westgermanische Stamm der Friesen die Nordseeküste. 450 n. Chr. überquerten die Friesen sowie die Angeln und die Sachsen das Meer, um sich in Großbritannien anzusiedeln.
Die Wikinger
Im 6. Jahrhundert kontrollierten diese Stämme einen großen Teil des
Seehandels. Dann kamen ab 793 die Wikinger aus Norwegen und Dänemark und
wurden eine ernst zu nehmende Macht in der Nordsee. Die Norweger besiedelten
die Küstengebiete der Britischen Inseln, während die Dänen über die Flussmündungen
ins Landesinnere Englands vordrangen. Sie blieben bis weit ins 11. Jahrhundert
hinein.
Handel und Krieg
Anschließend
übten die Kaufleute der deutschen Hanse eine starke Kontrolle über die Nordsee
aus. Ab dem 15. Jahrhundert fiel sie unter die Vorherrschaft der Niederlande
und Großbritanniens. Hunderte von Wracks bedeckten damals den Nordseegrund
und legten Zeugnis ab für mindestens ebenso viele Kämpfe.
Im 20. Jahrhundert
trugen dann die See- und Luftschlachten während des Ersten und des Zweiten
Weltkriegs ihren Anteil durch zerstörte U-Boote, Schiffe oder Flugzeuge
bei. Allein während der Evakuierung Dünkirchens an der französischen Ärmelkanalküste,
die es im Jahr 1940 rund 340 000 alliierten Soldaten ermöglichte, vor den
Deutschen nach England zu flüchten, versenkte die deutsche Luftwaffe zahlreiche
Schlachtschiffe, Zerstörer, Truppentransporter, Frachter und sogar Lazarettschiffe.
Heute
gehört die Nordsee zu den rohstoffreichsten Gebieten der Erde (Fischfang,
Erdöl und Erdgas). Darüber hinaus stellt sie einen der bedeutendsten Seetransportwege
dar.
Erdöl und Erdgas
Anfang
1970 entdeckte man umfangreiche Erdöl- und Ergasvorkommen unter der Nordsee.
Im norwegischen Ekofisk-Feld und im britischen Magnus-Feld etwa wurden gewaltige
Bohrtürme durch Pipelines verbunden, die dann bis an die norwegische, niederländische
und britische Küste führten. Täglich werden mehr als fünf Barrel Öl gefördert,
und die Ressourcen sollen noch noch für fünfzig Jahre reichen. Die Erdgasproduktion,
die bis ins nächste Jahrhundert hinein gesichert sein soll, beträgt 183
Milliarden Kubikmeter im Jahr (acht Prozent der Fördermenge weltweit).
Wissenswertes
Fläche
575000
qkm
Maximale Breite
580 km
Länge
960km
Maximale Tiefe
700m
Wichtigste Zuflüsse
Themse, Scheide, Maas, Rhein,
Ems, Weser, Elbe
Inseln und Archipele
Orkney-lnseln, Shetland-Inseln,
Insel Sheppey (Großbritannien), Westfriesische Inseln (Niederlande), Ost- und Nordfriesische
Inseln (Deutschland)
Wichtigste Meerengen
Straße von Dover zum
Ärmelkanal, Skagerrak, Kattegat, Großer und Kleiner Belt, Öresund zur Ostsee
Länder an der Nordsee
Großbritannien, Frankreich,
Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark, Norwegen
Wichtigste europäische
Hafenstädte
London, Dover (Großbritannien),
Dünkirchen (Frankreich), Antwerpen, Ostende (Belgien), Rotterdam, Amsterdam über
das Ijsselmeer (Niederlande), Bremen über die Weser, Hamburg über die Elbe,
Wilhelmshaven (Deutschland)
Bilder: © Monika, Tanja u. Andreas Frunzke
![]()