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Geografie
Gewässer - Die Donau


Ein Strom, der durch mehrere Länder fließt

Sie ist nach der Wolga der zweitgrößte Fluss Europas: Die Donau entspringt im Schwarzwald nordöstlich des Bodensees und fließt durch neun Länder - von Deutschland bis Rumänien -, bevor sie ins Schwarze Meer mündet. Als Handelsweg Richtung Osten passiert sie große europäische Bergmassive.

Bindeglied innerhalb Europas
Die Donau fließt von West nach Ost. Oft lassen starke Niederschläge ihren Pegelstand steigen, bevor sie in einem ausgedehnten Delta ins Schwarze Meer mündet.
Die Donau entspringt in Deutschland, östlich von Donaueschingen am Rand des Schwarzwalds, wo die Bäche Brigach und Breg zusammenfließen. Sie strömt weiter nach Wien, erreicht die slowakische Hauptstadt Bratislava und teilt Budapest in die beiden Teile Buda und Pest. Danach passiert sie Ostkroatien und Nordserbien sowie anschließend das Durchbruchstal „Eisernes Tor" (150 km lang) zwischen den Karpaten und dem Balkangebirge. Sie trennt Bulgarien von Rumänien und mündet schließlich ins Schwarze Meer.

Gewaltige Niederschläge
Das Donaubecken besteht aus drei Zonen: erstens der bayerischen, zweitens der pannonischen und drittens der walachischen Ebene (Walachei).
Durch die ozeanischen Winterregen, die über der bayerischen Ebene niedergehen, kann der Pegel den Normalwert überschreiten. Auch in der pannonischen Ebene an der slowakisch-ungarischen Grenze kann starker Regen für Hochwasser sorgen.
In der Walachei schließlich münden Gebirgsbäche aus den Karpaten, deren Wasserstand durch Regen ebenfalls zunehmen kann, in die Donau.

Weltnaturerbe
Als natürliche Grenze zwischen Rumänien und der Südukraine bedeckt das Donaudelta 4300 Quadratkilometer Fläche. Seine Arme sind alle schiffbar. Die UNESCO erklärte das Delta 1991 zum Weltnaturerbe. Es ist heute Biosphärenreservat für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Gabcikovo-Staudamm
Nach der Errichtung des Rhein-Main-Donau-Kanals war der Wasserweg zwischen Nordsee und Schwarzem Meer nur noch auf einem Donauabschnitt schwer schiffbar: In der Region Bratislava-Budapest schlängelte sich der Fluss zwischen Sandbänken hindurch. Der bei Umweltschützern umstrittene Bau des Gabcikovo-Staudamms reguliert nun den Flussverlauf.

Handelsweg im Herzen Europas
Die Donau dient als Handelsweg zwischen Mittel- und Osteuropa. Art und Risiken ihrer wirtschaftlichen Nutzung sind jedoch umstritten und Thema eines schwierigen Einigungsprozesses zwischen den Anrainerstaaten.
Zu Zeiten der Römer bildete die Donau die nördliche Grenze des Römischen Reichs. Im 3. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Völker aus Asien und Germanien (Hunnen, Westgoten, Wandalen, Sweben) an ihren Ufern an. Im Mittelalter waren die Donaustädte wichtige Handelszentren. Ende des 14. Jahrhunderts dehnten die Osmanen ihr Reich bis ins Donaubecken hinein aus.

Wichtig für viele Staaten
Im späten 19. Jahrhundert gehörte der Fluss zu verschiedenen Staaten, die sich um das Territorium stritten. Nach 1945 trennte der „Eiserne Vorhang" die beiden Streckenabschnitte der Donau. Doch gleichermaßen im Osten wie im Westen wurden an der Donau Wasserkraftwerke zur Stromgewinnung errichtet - zum Teil ohne Rücksicht auf die Natur und die Menschen. Ganze Dörfer wurden umgesiedelt. Hydrografisch gehören 16 Staaten zum Einzugsgebiet des Flusses. 1994 wurde eine internationale Konvention zum Schutz und zur verträglichen Nutzung der Donau getroffen, jedoch erst 1998 und dann auch nur von elf Staaten ratifiziert.

Schwieriger Umbau
1984 errichtete Rumänien den Donau-Schwarzes-Meer-Kanal. Er ist seit 1992 durch die Donau mit dem Rhein-Main-Donau-Kanal verbunden, sodass ein durchgehender Wasserweg zwischen Rotterdam und dem Schwarzen Meer besteht. Schon ab 1964 hatte Rumänien den Staudamm „Eisernes Tor" nahe dem Dorf Orsova gebaut, dort liegt noch heute Europas größtes Wasserkraftwerk. 1977 begannen die Tschechoslowakei und Ungarn, an der Donau einen riesigen Staustufenverbund zur Energiegewinnung zu errichten. Als Ungarn sich 1989 unter massivem Druck von Umweltschützern und der Bevölkerung von dem Projekt zurückzog, verklagte die Tschechoslowakei, ab 1993 die Slowakei, Ungarn beim Internationalen Gerichtshof auf die Erfüllung des Vertrages. Bis heute ist der Konflikt nicht beigelegt.

Die Donau als Handelsweg
Die Möglichkeiten der Donau als Transportweg sind einzigartig. Dank mehrerer Kanäle verbindet sie die Nordsee mit dem Schwarzen Meer. In den letzten Jahren ist es zudem gelungen, die Natur bei der Nutzung der Donau stärker zu schonen. So haben sich mehrere Staaten in einer internationalen Konvention zum Schutz der Donau verpflichtet. Auch sind Kommissionen entstanden, die den Verkehr auf der Donau verbessern wollen. Außer als Handelsroute hat der Fluss heute auch zunehmend touristische Bedeutung.

Wissenswertes

Länge
2888 km (ab Quelle Breg)

Mittlere Wasserführung
7
000 Kubikmeter/s

Einzugsgebiet
817000 qkm

Anrainerstaaten
Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien und Montenegro, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Ukraine

Wichtige Städte in den Anrainerstaaten
Ulm, Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad

Wichtigste Nebenflüsse
Isar, Inn, Drave, Save, Pruth

Kanäle
Donau-Oder-Kanal (projektiert), Donau-Schwarzes-Meer-Kanal, Rhein-Main-Donau-Kanal

Gewässergestaltung
Staudämme

Wirtschaftliche Nutzung
Handelsweg, Energiegewinnung (Wasserkraft) 

 

 

 

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