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Geografie
Gewässer
- Arktischer Ozean
(auch Nordpolarmeer
genannt)
Landschaft
des ewigen Eises
Der Arktische Ozean ist der kleinste der fünf Ozeane und großflächig von Eis bedeckt. Von den nördlichen Landmassen Europas, Amerikas und Asiens fast ganz umschlossen, ist er schon seit über einem Jahrhundert immer wieder Ziel von Forschungsexpeditionen.
Ein eisiges Gewässer
Im
Winter bedeckt etwa drei Meter dickes Packeis das Wasser des Arktischen Ozeans.
Auch im Sommer ist er zu einem Drittel zugefroren. Das rauhe Klima hält Wissenschaftler
jedoch nicht von Forschungen im ewigen Eis ab.
Der Arktische Ozean ist
nicht identisch mit der Arktis, sondern nur ein Teil von ihr. Denn als Arktis
bezeichnet man die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises am Nordpol
der Erde, die Teile von Russland, USA (Alaska), Kanada, Dänemark (Grönland),
Norwegen (Lappland, Spitzbergen), Schweden und Finnland sind. Er und seine Randmeere (u. a. Karasee, Laptewsee, Beaufortsee,
Barentssee und Ostsibirische See) sind mit dem Pazifik über die Beringstraße
verbunden. Diese trennt Alaska von Sibirien. Über die Grönlandsee und die
Norwegische See hat der Arktische Ozean Zugang zum Atlantischen Ozean.
Forschungsstationen
Mehrere
größere Städte, darunter die Hafenstädte Narvik (Norwegen), Murmansk und
Archangelsk (Russland), sind nördlich des Polarkreises entstanden. Ihre
Bewohner leben überwiegend von Bodenschätzen, Fischfang und Schiffbau. Murmansk
an der Barentssee verfügt über den einzigen ganzjährig eisfreien Hafen am
Arktischen Ozean. Darüber hinaus finden sich in der Region zahlreiche Forschungsstationen:
auf dem Packeis sind es mobile, auf dem Festland fest installierte.
Seit den
1930er Jahren sind die Russen führend in der wirtschaftlichen Nutzung und
Erforschung des Nordpolargebietes.
Zu den leistungsfähigsten Polarforschungsschiffen
der Welt zählt z. B. die „Polarstern" aus Deutschland. Seit 1982 im
Dienst, ist sie für biologische, geologische, geophysikalische, glaziologische,
chemische, ozeanografische und meteorologische Forschungen ausgerüstet und
verfügt über neun Labors. Kühlräume und Aquarien erlauben den Transport
von Proben und lebenden Meerestieren
Das
Nordpolarlicht
Polarlichter
sind eindrucksvolle farbige Leuchterscheinungen am Himmel.
Sie entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die
obersten Schichten der Erdatmosphäre treffen.
Nordlichter kommen fast
täglich und damit häufiger vor als Südlichter. Sie sind außerdem besser
zu erkennen.
Untermeerische Bergrücken
Eine
1800 Kilometer lange untermeerische Bergkette, der Lomonossowrücken, teilt
den Arktischen Ozean in zwei Becken gespalten:
das Makarowbecken und das Kanadabecken, zu dem die Beaufortsee gehört. Auch
das östliche arktische Becken ist in zwei Teile untergliedert,
durch die Verlängerung des Mittelatlantischen Rückens. Es handelt sich um
das Amundsen-Becken im Norden und das Nansen-Becken im Süden. Die mit 5400
Metern tiefste Stelle liegt nördlich von Spitzbergen.
Eine umstrittene
Gebietsaufteilung
Der
Arktische Ozean hat als nördlichster Seeweg der Erde den Austausch zwischen
der Alten und Neuen Welt begünstigt. Seit Mitte des 20. Jh. verlangen die
Völker des Nordpolargebietes ihre Unabhängigkeit.
Obwohl sie das gleiche
Land teilen, bilden die arktischen Völker keine Nation. Der 1996 gegründete
Arktische Rat vereinte die acht betroffenen Staaten und fördert seither
deren wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Zusammenarbeit.
Geschichte
Um
875 entdeckten die Wikinger Grönland, ab 986 besiedelten sie es unter Erik
dem Roten. Bei Expeditionen im 19. Jh. wurde unter anderem das Nordkap entdeckt.
Von 1903 bis 1906 durchquerte der norwegische Polarforscher Roald Amundsen
als Erster die Nordwestpassage, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.
Seit 1974 suchen Norwegen und Russland nach einer Einigung hinsichtlich
der Aufteilung der Barentssee, eines Randmeers des Arktischen Ozeans.
Grönland
und die Inuit hatte sich 1261 Norwegen unterstellt, 1749 fiel die
Insel an Dänemark. Bei der Trennung Norwegens von Dänemark 1814 blieb die
Insel bei Dänemark. Den folgenden Streit zwischen Norwegen und Dänemark
um Grönland entschied der Internationale Gerichtshof in Den Haag 1933 zugunsten
Dänemarks. 1979 erklärte Grönland seine innere Autonomie vom Mutterland,
1985 trat es aus der EG aus. Vor rund 1000 Jahren waren die Inuit - Nomaden,
die überwiegend vom Walfang leben - von Nordamerika aus Richtung Osten gewandert
und hatten die Dorset, eine alte arktische Kultur, vertrieben. Zu Beginn
des 20. Jh. entstanden in der Arktis Handelsplätze für Pelze, und die Inuit
wurden sesshaft. Seit 1974 fordern sie territoriale Rechte und verhandeln
mit den regionalen Regierungen um Lösungen. 1999 wurde das Nunavut-Territorium
im Norden Kanadas gegründet.
Ende des 16. Jh. entdeckte der Niederländer Willem Barents Spitzbergen, und der Engländer John Davis suchte die Nordwestpassage zwischen Grönland und Kanada. 1610 forschte mit Henry Hudson ein weiterer Engländer nach dieser Meerenge und fand dabei eine Bucht, die seither seinen Namen trägt. Danach durchfuhr sein Landsmann William Baffin die Davisstraße auf der Suche nach der Nordwestpassage. Der Beringstraße zwischen Russland und Alaska gab der Däne Vitus Bering ihren Namen, der sie 1728 durchfuhr. 1903 suchte der Norweger Roald Amundsen den Nordpol, doch es war der Amerikaner Robert Peary, der ihn am 6. April 1909 erstmals erreichte.
Wissenswertes
Fläche: 18
Millionen qkm
Maximale Breite: 1600 km
Maximale Tiefe: 5400 m
Wichtigste Randmeere: Beaufortsee, Barentssee, Laptewsee, Karasee, Ostsibirische See, Grönlandsee, Europäisches Nordmeer, Tschuktschiensee
Inseln und Archipele: Grönland, Svalbard-Archipel, Spitzbergen, Neusibirische Inseln, Königin-Elisabeth-inseln, Franz-Joseph-Land
Wichtigste Meerengen
und Kanäle: Beringstraße
zum Pazifik, Grönlandsee und
Europäisches Nordmeer zum Atlantik
Länder am Arktischen
Ozean: Norwegen,
Russland, Island, Kanada, USA (Alaska), Finnland,
Schweden, Dänemark (Grönland)
Wichtigste Hafenstädte:
Narvik
(Norwegen), Murmansk, Archangelsk (Russland
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