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Ethik
Sekten
Die
Zeugen Jehovas
Geschichte
Bereits im 19. Jh. beginnt die Geschichte der Zeugen Jehovas,
einer christlichen Religionsgemeinschaft,
die sich kirchlich
organisiert und den Glauben an die Wiederkunft Jesu
Christi und das Aufrichten seines tausend Jahre währenden Reichs beinhaltet.
Die innere Verfassung der Gemeinschaft wird als selbst abgrenzend und
terminologisch als christliche, theokratische Organisation
bezeichnet.
Mitgründer
der Zeugen Jehova war Charles Taze
Russell.
Charles Taze
Russell (1852-1916)
Er wurde 1852 in Allegheny bei Pittsburg im US-Staat
Pennsylvania geboren. Seine Eltern bekennen sich zum presbyterianischen
Glauben, von dem sich Charles mit 14 Jahren jedoch abwendet. Russell war von den Lehren seiner Kirche enttäuscht. Er verstand nicht, wie ein
Gott der Liebe eine ewige Qual für Sünder
anordnen könne. Wenig später stößt er auf die adventistische
Splittergruppe der "Second Adventists", bei denen ihn vor allem der Glaube an
eine Wiederkunft Christi im Jahr 1874 anspricht. Er hört, dass Nelson H. Barbour, ein
ehemaliges Mitglied dieser Bewegung, die Prophezeiung so deutet, dass Christus seit 1874 in unsichtbarer Gestalt auf der Erde
gegenwärtig ist. Russell variiert diese Version, indem er die
Art der Wiederkunft offen lässt.
5 Jahre später beginnt er mit der Verbreitung
seiner religiösen Ideen und bereits ab 1881 folgt die
organisatorische Zusammenfassung seiner Arbeit und Anhänger, die sich als
"Ernste Bibelforscher" bezeichnen, mit Sitz in
Pittsburg. Zu dieser Zeit geht es Russell aber noch
nicht um eine Absonderung von der Kirche oder Gründung einer eigenen
Religionsgemeinschaft. Nach der Verbreitung seiner religiösen Ideen im Land,
wird er ab 1891 als Missionar tätig (Russland, Deutschland (1903), Österreich,
Griechenland,
Palästina, Ägypten, Indien, China, Japan und den Philippinen).
1909 wird der Sitz
der Gesellschaft nach Brooklyn/New York verlegt. Im Zentrum von
Russells Lehre steht die Verheißung eines im Jahr 1914 anbrechenden Königreiches
Christi auf Erden. Doch auch diese Prophezeiung erfüllte sich nicht. Eine
mehrfache Verlegung des Datums zunächst auf das Jahr 1915, dann auf 1916 und
1918 blieb ohne Beweis, deshalb wendeten sich Tausende von seiner Bewegung
ab.
Russell verstarb 1916.
Joseph Franklin Rutherford (1869-1942)
Nach Russells Tod übernimmt Rutherford die Präsidentschaft der Wachtturm-Gesellschaft.
Unter seiner Leitung änderten sich Image und Struktur der Bewegung.
Diese Neuerungen haben im Wesentlichen bis heute Bestand, sie sind dafür verantwortlich, dass die Gemeinschaft sich
so weit
von der christlichen Basis entfernt hat, dass sie heute den Status einer Sekte
einnimmt. Rutherford organisiert die Gesellschaft neu. Sie
wird zu einer theokratischen Herrschaftsform, bei der die (Staats)-Gewalt allein religiös
legitimiert und von einer göttlich erwählten Person, einer Priesterschaft oder sakralen Institutionauf der Grundlage religiöser Prinzipien ausgeübt wird.
1931 proklamiert Rutherford den Namen der Gesellschaft als Zeugen Jehovas. Er
fordert eine theologische
Schulung der Mitglieder, die von da an gezielt auf Missionsarbeit von Haus zu
Haus geschickt werden und über ihre Tätigkeit berichten
müssen. Regelmäßige Versammlungen sowie jährliche Kongresse dienen der religiösen
Weiterbildung. Er sorgt auch für die bis heute
praktizierte Trennung von Kirche und
Staat. Seine bezeichnet den Staat als
"satanische Organisation" und die Kirche als "Hure Babylon".
In seiner Amtszeit als Präsident sorgt
er für die weltweite Missionsarbeit, durch die die Zahl der Mitglieder ständig
wächst.
Amtierender Präsident ist Milton Henschel.
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