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Ethik
Sekten
Scientology
Begriffserklärung
Der
Begriff "scientology" ist
eine Zusammensetzung aus dem
lateinischen Wort "scire"
= wissen und
dem griechischen Wort "logos" =
Lehre zusammen.
Der
Begriff "scientology"
bedeutet also die "Lehre
vom Wissen".
Was sagt der Begründer Ronald Hubbard selbst über die Scientology-Bewegung ?
Ronald Hubbard lebte
von 1911 bis1986. Nach seinen Worten beinhaltet die Lehre der Scientology-Bewegung
das gesamte Weisheitsgut der
ganzen Welt. Dazu gehören z.B. das allgemeine Wissen über das
Leben, die Technologien und Glaubensrichtungen von
verschiedenen barbarischen Kulturen; die verschiedenen Bestandteile des
Christentums; Inhalte des Buddhismus und des Lamaismus, die Erkenntnisse der
alten
Griechen, Römer und Araber; Erkenntnisse von Philosophen wie Kant,
Nietzsche, Schopenhauer
und die verschiedenen Technologien, die in der Zivilisation
von Orient und Okzident in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts
existierten.
Hubbard vertritt die Ansicht, dass es
Scientology gelungen ist, die menschliche Seele (auch als das geistige Wesen
definierbar)
und ihre Eigenständigkeit zu erkennen und sie zu definieren. Dazu gehört,
es herauszufinden, was für diese Seele am vorteilhaftesten ist.
Scientology setzt
sich das Ziel, eine Menschheit zu entwickeln, bei der es keinen
Wahnsinn, keine Kriminalität und keinen Krieg gibt, wo sich jeder Mensch seinen Fähigkeiten und seiner Rechtschaffenheit
entsprechend
weiterentwickeln kann, eine Menschheit, die sich jeder zu einem gottähnlichen Wesen
entwickeln kann.
Das kann der Mensch aber nur erreichen, wenn er die
verschiedenen
Stufen der Erkenntnis durchläuft, die ihm in aufeinander aufbauenden, therapeutischen Kursen
vermittelt wird. Die Basis für Hubbards
therapeutische Arbeit bildet eine auf einem unmittelbar einleuchtendem Prinzip gegründete, organisierte Wissenschaft vom Denken, womit
die mentalen und psychosomatischen Krankheiten behandelt werden können.
Diese Therapie wird von einem Auditor durchgeführt. Ziel
ist es, einen selbst
bestimmenden, frei entscheidenden, agierenden Menschen zu machen. Der Mensch soll
dadurch frei werden für bewusstes
Handeln. Das aber ist nur die erste Stufe dazu, Hubbard
teilt den Erkenntnisweg in acht Dynamiken auf, die nacheinander erreicht bzw.
erkannt werden sollen:
1. Der Drang oder Impuls zum Dasein als Individuum
2. der Drang, durch die Erhaltung seiner Art zu überleben
3. der Drang zum Dasein als Gruppe
4. der Drang zum Dasein als Menschheit;
5. der Drang zum Dasein des ganzen organischen Lebens;
6. der Drang zum
Dasein des Physikalischen Universums;
7. der Drang zum
Dasein als einzelnes geistiges Wesen;
8. der Drang zum Dasein als Unendlichkeit, als höchstes Sein
Auf der letzten Stufe wird die
Seele bzw. der Geist des Menschen zum alleinigen und allesbestimmenden
Faktor des Menschen, damit ist der Mensch zu seiner ursprünglichen Bestimmung
zurückgekehrt.
Kritik an der Bewegung
Die Scientology-Bewegung stützt sich auf christliches Gedankengut
und bezeichnet
sich selbst als Kirche - dem wiederspricht aber sowohl die
evangelische als auch die katholischen Kirche. Und dafür gibt es auch Gründe.
So tritt z.B. bei den
Scientology an die Stelle der christlichen Nächstenliebe die rücksichtslose
Durchsetzung der eigenen Freiheit. Die Bewegung erinnert nicht an eine
kirchliche Einrichtung, sondern mehr an eine gewerbliche Organisation, so sind
die Gebühren Therapien und Kurse (s. oben) z. T. horrend hoch. Darüber hinaus
herrscht in der Organisation eine strenge hierarchisch anmutende Disziplin und
Kontrolle, auch eine ideologische Kontrolle der Mitglieder.
Sie dürfen z. B. keinen Kontakt zu Kritikern der Lehre haben - das kann in
diesem Fall auch eine völlige Trennung von der Familie bedeuten.
Vor allem diese Praktiken haben immer wieder die Kritik hervorgerufen.
Mehrfach wurde Hubbard die Einreise in verschiedene Staaten (z.B. 1968
Großbritannien) verweigert, es gibt auch Staaten, in denen diese Bewegung
verboten war (meist nur zeitlich begrenzt). 1978 wurde in den USA ein Aufsehen
erregender Prozess gegen Persönlichkeiten dieser Kirche geführt, u. a. gegen
Hubbards Frau. Alle Angeklagten wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Auch
in Deutschland beschäftigte man sich mit Scientology.
Es ist
schwierig, der Bewegung konkrete Vergehen wie Betrug, Unterschlagung, Nötigung,
Dokumenten-Fälschung vorzuwerfen, oft
enden die Prozesse oft in einer Sackgasse.
1985 sprachen das Darmstädter und
das Hamburger Verwaltungsgericht sowie 1984 das Bundesverwaltungsgericht Berlin
der Kirche einen Bekenntnischarakter ab, 1984 verweigerte das Oberlandesgericht
Düsseldorf die Eintragung in das Vereinsregister. Im November 1990 entschied
das Verwaltungsgericht Frankfurt, die Kirche als Religionsgemeinschaft anzuerkennen.
In einem neueren Urteil vom März 1995 wurde der Scientology
Church vom Bundesarbeitsgericht der Status
einer Kirche aberkannt, weil sie nach nach
Meinung des Gerichts mehr ein Wirtschaftsunternehmen darstelle. Darüber hinaus ließ die Bundesregierung prüfen, ob die
Sekte gegen das Grundgesetz verstößt. Ähnliches
geschah in Bayern. Angezweifelt wird u.a. der Status der
Gemeinnützigkeit.
Kontakt:
ABI-Aktion Bildungsinformation e. V. Alte Poststraße 5, 70173 Stuttgart, Tel.:
0711/225959
APG-Aktion Psychokult-Gefahren e. V. Ellerstraße
101, 40227 Düsseldorf, Tel.: 0211/721066
Information: Dieter Winkler
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