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Ethik
Sekten
Satanismus
Auch heute noch
ist Satan angesagt: Im Glauben, in sprichwörtlichen Redewendungen usw.
In
seinem Namen halten satanische Sekten schwarze Messen und Exorzisten versuchen, ihn auszutreiben.
Filme" wie "Der Exorzist"
und "Rosemary's Baby"
hatten großen Zulauf.
Immer wieder bringen IVIedien Berichte
über satanistische Gruppen, z.B. über schvvarze Messen, nächtliche
Urntriebe auf Friedhöfen. Der Mythos vom
Teufel eignet sich sehr gut, die Ängste und dunklen Phantasien der Menschen
aufzugreifen und zu nutzen.
Begriffserklärung
Das Wort "Satan"
kommt aus dem Hebräischen und heißt so viel wie "Widersacher, Ankläger,
Versucher". Es ist also dem "Teufel", Inbegriff des Bösen,
Gegenspieler Gottes und Versucher, gleichzusetzen.
Er tritt erst im Neuen Testament auf.
Eine besondere Rolle spielte er im ausgehenden Mittelalter, hier wurde er zum
Helfer kirchlicher und weltlicher Gewalt: Unzählige Menschen wurden
angeklagt, mit dem Teufel im Bunde zu sein; sie wurden gefoltert, bis sie es
gestanden, um weiterer Folter zu entgehen. Dann wurden sie getötet.
Geschichtlicher Rückblick
Ursprünglich
verstand man unter Satanismus die Verehrung oder die Anbetung eines höheren
Wesens, das die christliche Religion als absolut "böse" bezeichnete. Man
weiß aber nichts Genaues über den Ursprung des Satanismus. Man kann dafür
nur Vermutungen aufstellen, z.B., dass mit der Verehrung eines Gottes der Gedanke
entstand, dass es auch eine andere, böse Macht, einen Gegner Gottes, geben müsse. Mit der Ausbreitung und
damit Festigung des
Christentums wurden die alten Gottheiten (Zeus, Pan, Wotan, Thor) zu Teufeln
oder Dämonen erklärt. Der mittelalterliche
Christ fand also eine Erklärung für alle Vorgänge und Ereignisse in seiner Welt,
für das Gute und das Böse, im
Kampf der beiden Mächte: der Teufel und der liebe Gott.
Doch hatte
dieses Weltbild auch schon Vertreter, die vor dem Mittelalter
lebten, und ebenfalls hat es zeitgenössische Anhänger.
Der Teufel war für alles verantwortlich, was ein Christ verpönte, z.B. für die Fleischeslust, bes. außerhalb der Ehe, für Wohlleben und Reichtum .
Der Vorwurf
an einen Menschen, ein Anbeter des Teufels oder eine Hexe zu
sein (und das ging manchmal sehr schnell), führte zur Inquisition, in Deutschland besonders zur Zeit des
Hexenwahns (1400 bis 1700). Hexen waren nämlich
im Volksglauben mit dem
Teufel im Bunde. Zahllose Frauen wurden in dem religiösen
Fanatismus jener Zeit angeblich als Hexen
überführt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Einer
der bedeutendsten Satansanhänger n unserer Zeit war Aleister Crowley
(1875 bis 1947). Er bezeichnete sich selbst als
"Antichrist"; er forderte z.B.
"Tu,
was du willst!"
- das beinhaltete u.a. das "Zertreten der Verdammten und Schwachen". Er
befürwortete
Sex als Mittel zum Erreichen der Unsterblichkeit und experimentierte mit Drogen,
er erzeugte Vorstellungen vom Übermenschen und von
schwarzer Magie als Machtmittel.
Crowley nannte
sich selbst Antichrist und wird noch heut als der Vater der
Satansanhänger angesehen. Er nannte sich selbst "Antichrist" und
predigte das Gesetz der 'Starken': "Tu,
was du willst!" Crowley propagierte
Sex als Mittel zum Erreichen der Unsterblichkeit und experimentierte mit Drogen. Sein Menschen verachtendes Weltbild erzeugt Fantasien vom Übermenschen und von
schwarzer Magie als Machtmittel.
In den 60er Jahr entstanden mehrere
Satanssekten, z.B. die "Church of
Satan" (englisch: Satanskirche) in
San Franzisco oder die "Final Church"
(englisch: letzte Kirche),
in Deutschland "Temple
of Set" (englisch: Tempel des Untergangs) oder "First Church of
Satan" (englisch: Erste Kirche Satans).
Die Satanisten heute
Religionswissenschaftler
unterscheiden zwei satanische Hauptrichtungen:
- einerseits die Minderheit der
Anhänger, die das theologische Satansbild der Kirchen verehrt, wonach
Satan der Widersacher Gottes und das Böse ist;
-
andererseits
die Satanisten, die sich ihr eigenes
satanisches Weltbild geschaffen haben.
Für sie ist Satan der Inbegriff von Lebensenergie und individualistischer Selbstwerdung.
Das gilt in etwa auch für den Satanisten, ein Mensch, der sich nicht
unterkriegen lässt
und immer siegreich ist
- auch mit Gewalt, denn sie wird
verherrlicht, aber sie führt nur seltenbis
zum Morden.
Satansanhänger
sind meist scheu, sie ziehen sich zurück und meiden die Öffentlichkeit. So werden
Femden gegenüber Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Ein neuer Teilnehmer wird
meist mit verbundenen Augen zum Ort der Ritualsitzung
geführt. Nicht selten werden Initiationshandlungen verlangt: Der Neue muss sich
Satan weihen, zum Beispiel, indem er mit dem
eigenen Blut eine entsprechende Erklärung unterschreibt, die anschließend verbrannt wird.
Rituale finden in Tempeln statt. Das kann ein
abgedunkeltes Zimmer mit einem von Kerzen
beleuchteten Altar sein, ein geheimer Ort auf dem Friedhof oder im Wald, wo
ein Altar errichtet wird. Auf ihm werden satanistische
Symbole wie Kreuze, Amulette und Pentagramme (Sterne mit fünf Zacken) aufgebaut. Erfolgt ein Liebeszauber oder
wird ein Fluch geschworen, müssen persönliche Gegenstände des Beschworenen vorhanden sein,
z.B. Haare, ein Kleidungsstück, ein Ring. Oft gehören auch
Nacktheit und
weiche Drogen mit zum Ritual.
Bei "Schwarzen Messen"
werden möglichst alle Rituale der Kirchenmesse umgekehrt vollzogen und damit
die heiligen Symbole entweiht: Das
Kreuz wird auf den Kopf gestellt, Hostien werden mit Tierblut,
Blut
und/oder Exkrementen beschmiert.
Aktuelle Gruppen
Die Gruppen sind
zz. kaum noch überschaubar, die Zahl der selbsternannten Satanspriester/innen nimmt zu. Die meisten von ihnen wollen aber mit nächtlichen
Aktivitäten auf Friedhöfen "nur" Eindruck ausüben. Harmlos sind
sie aber trotzdem nicht - sie wollen in der Regel damit etwas erreichen,
meist Sex oder Macht. Satanistische
Gruppen behaupten meist, nur die besten, intelligentesten,
führungsstärksten Personen aufzunehmen. Sie stellen sich als Elite dar,
versprechen Macht - und das spricht viele an, man möchte
Mitglied werden.
Es gibt jedoch Gruppen, die sich als echte Satanisten
verstehen. Davon gibt es in Deutschland aber nicht viele. Mitunter kann man aus Berichten entnehmen, dass ein
neues Mitglied
gleich zu Anfang zu einer (dokumentierten) Straftat genötigt
wird, in dessen Folge man das Mitglied zur Geheimhaltung von Praktiken in
der Gruppe zwingen kann. Berichte von Aússteigern zeugen davon, dass das
Verlassen dieser Sekten nicht ungefährlich ist.
Satanisten
legen sehr viel Wert darauf, nicht als Satanisten erkannt zu werden - und
wenn sich jemand "satanistisch" kleidet, gehört er wahrscheinlich
gar nicht dazu. Einige Satanisten wollen nur irgendwelche kranken Dinge
ausleben, dann kann es wirklich gefährlich werden.
Aber:
Jede Bedrohung verliert an Gefahr, wenn man sie öffentlich macht, z.B. mit
Eltern, Freunden, der Polizei darüber spricht.
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