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Ethik
Okkultismus
Okkultismus ist ein Sammelbegriff für alle Lehren und Praktiken, die ein Geheimwissen beanspruchen. Es geht als um "Geheimwissenschaften", die sich mit übersinnlichen, naturwissenschaftlich nicht erklärbaren bzw. naturwissenschaftlich noch nicht erklärten Phänomenen befassen. Dazu gehören Praktiken wie Hellsehen, das Kartenlegen und Aus-der-Hand-lesen, Psychokinese, Levitation, Planchette, Gläserrücken, Tischrücken, Pendeln, Materialisation, aber auch Astrologie, Wahrsagen, Spiritismus und Spuk.
Der Okkultismus ist also
die Lehre von den geheimen, verborgenen Dingen,
von den geheimnisvollen, unsichtbaren Seiten der Natur und
der menschlichen Seele.
So gibt es okkulte Praktiken, mit denen Botschaften von Verstorbenen, Schutzgeistern
oder Planetariern empfangen werden. Die Astrologie, mit der aus der Stellung
der Gestirne der Charakter eines Menschen sowie Schicksal und Zukunft
vorausgesagt werden, gehört genauso dazu wie der Glaube an die Heilkraft von
Edelsteinen. Auch die Schwarzen Messen, die durch rituelle Morde in die
Schlagzeilen gerieten, zählen zu den okkulten Praktiken. Aber so extreme Fälle
zählen
eindeutig zu den Ausnahmen. Die häufigsten okkulten Praktiken - ganz
vorne sind das Kartenlegen (Tarot) und das
Pendeln zu nennen - haben für die Ausübenden eine Funktion der Orientierungs- und Entscheidungshilfe oder dienen
schlicht der Unterhaltung.
Okkultismus ist wohl auch eine Weltanschauung. Die Vertreter des Okkultismus
behaupten, dass nur die Eingeweihten, die spirituell
Entwickelten oder wenigstens Aufgeschlossenen über die besonderen, höheren
Erkenntnisse verfügen und dass diese von der Wissenschaft noch nicht erkannt
sind. Wenn man die einzelnen okkulten Praktiken genauer betrachtet, so sind
nicht die Praktiken an sich geheimnisvoll
oder übernatürlich, sondern ihre Deutungen. So lässt
sich das Ausschlagen eines Pendels physikalisch begründen. Okkult wird das
Pendeln durch die Deutung des Ausschiagens,
zum Beispiel als Mitteilung eines Geistes.
Beschreibung einiger okkulter Praktiken
Das Kartenlegen
Meist werden Tarotkarten benutzt, aber es werden z.B. auch Rommé-Karten genutzt. Die einzelnen Karten haben mehrdeutigen Symbolcharakter. So steht eine Karte zum Beispiel für Veränderung, Erneuerung, Ergebnis, aber auch für Schwäche und Kleinmut - wird die Karte auf dem Kopf gezogen. Die Deutungen der Karten werden nachgelesen in Anleitungsbüchern, von denen es viele, mit durchaus unterschiedlichen Deutungen gibt. Die Karten werden gemischt, und der Fragende zieht einige der verdeckten Karten, während er sich auf die Frage konzentriert, die er von den Karten beantwortet haben will. Die Karten werden in der gezogenen Reihenfolge nach bestimmten Mustern gelegt - es gibt verschiedene mögliche Muster. Je nach Platz der Karte stellt die eine zum Beispiel die momentane Situation des Fragenden dar, eine andere kann für unmittelbare Einflüsse der Vergangenheit stehen, die die Frage berühren, die Nächste für eine mögliche Zukunft usw.
Das Pendeln
Pendeln wurde als Orakeltechnik schon in der Antike praktiziert. Ein Pendel, ein Ring oder etwas Ähnliches hängt an einer Schnur. Diese wird über einen Finger gelegt, und dem Pendel wird eine Frage gestellt. Die Antwort auf die Frage liegt im Ausschlag des Pendels - links, rechts oder im Kreis (ja, nein, unentschieden) - und kann als Mitteilung des eigenen Unbewussten, aber auch als Nachricht von Geistern gedeutet werden. Es kann auch über Buchstaben gependelt werden. Die Buchstaben, auf die das Pendel zeigt, werden zu Wörtern zusammengesetzt und bilden die Antwort.
Das Gläser- oder Tassenrücken
Auch hier werden die Buchstaben des Alphabets, gegebenenfalls auch Zahlen, am Rand eines Blattes aufgezeichnet. Antwort gibt ein Glas oder eine Tasse, das bzw. die sich von Buchstabe zu Buchstabe bewegt. Dazu wird das Glas oder die Tasse umgedreht in die Mitte des Blattes mit den Buchstaben gestellt. Die Beteiligten legen einen Finger auf den Rand des Glases oder der Tasse und konzentrieren sich gemeinsam auf die gestellte Frage. Nach einer Weile beginnt das Glas bzw. die Tasse, zu den Buchstaben zu wandern, die wiederum in der angelaufenen Reihenfolge zu Wörtern zusammengesetzt werden.
Telepathie
Es gibt Menschen, die von sich behaupten oder über die behauptet wird, dass sie über telepathische bzw. hellseherische Fähigkeiten verfügen. Sie können Ereignisse vorhersagen, wissen von Geschehenem, ohne darüber gehört oder gelesen zu haben. Auch können sie Gedanken und Gefühle anderer Menschen "lesen".
Schwarze Messen
Schwarze Messen werden zu Ehren des Teufels und des Bösen an unheimlichen Orten wie zum Beispiel Friedhöfen veranstaltet. Dabei werden alle heiligen Symbole wie das Kreuz entweiht. Da "neutrale" Beobachter keinen Zugang zu diesen Kultveranstaltungen haben, ist es schwer zu beurteilen, was an den Berichten real ist , die von zum Teil perversen und gewalttätigen Ritualen während Schwarzer Messen erzählen.
Um die Vielfalt okkulter Praktiken zu demonstrieren, soll im Folgenden noch einmal kurz die Bandbreite aufgezeigt werden. Es gehören unter anderem auch dazu: die Bewegung von Gegenständen durch übersinnliche Kräfte (Telekinese); die Wahrnehmung von Erdstrahlen, Wasseradern und Kraftfeldern mit Hilfe von Wünschelruten oder Pendeln (Radiästhesie); die Ufologie; und die auf hinduistische Vorstellungen zurückgehende Annahme, dass Lebewesen von einer Aura umgeben sind, einem feinstofflichen, unsterblichen "Astralleib" - die Heilmethode Reiki arbeitet zum Beispiel mit diesem und heilt durch Sammlung der feinstofflichen universellen Lebenskraft. Noch nicht lange gibt es die Kirlianfotografie, eine Technik, mit der die Aura als Hochfrequenzstrahlung auf einer fotografischen Platte festgehalten wird. Die Fotografie wird dann zum Beispiel genutzt, um Auskünfte über die Gesundheit zu erhalten.
Was suchen Menschen im Okkultismus?
Am rasant angestiegenen Angebot an okkulten bzw. esoterischen Büchern, Zeitschriften und Workshops lässt sich ablesen, dass sich Okkultismus in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren weit verbreitet hat.
Bei Umfragen nach dem Grund der
Beteiligung an okkulten Praktiken wurden besonders häufig genannt: Neugier,
Unterhaltung,
Interesse am Außergewöhnlichen aber auch Orientierungs-
und Entscheidungshilfe. Bei Jugendlichen ist zu bedenken, dass auch
dem Moment des sich Abgrenzens gegen die
Erwachsenenwelt eine Rolle zukommt. Für sehr
viele Menschen haben okkulte Praktiken jedoch die wichtige Bedeutung der
"Lebenshilfe", sei es im gesundheitlichen Bereich wie bei Reiki oder
bezüglich Entscheidungs- und
Orientierungshilfen.
Die gesellschaftliche Wirklichkeit
ist immer komplizierter geworden - man denke nur an das Schlagwort
"Globalisierung". Und dem Einzelnen ist immer weniger im Leben
vorgegeben. Ständig sind wir gefordert, Entscheidungen zu treffen, die wir
selbst zu verantworten haben. Wie leicht kommt in dieser Situation das Gefühl
der Verunsicherung und des Überfordertseins
auf. Neben Weltbildern, die die Kirche oder die Wissenschaft zur Orientierung und zur Sinngebung für das Leben
bieten, setzten sich andere wie esoterische bzw. okkulte durch.
Durch die Vielfalt der esoterischen Angebote sind für den Einzelnen bestimmt hier und da bereichernde Anregungen zu finden. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass labile Ratsuchende leicht abhängig und beeinflusst werden können. Es kann zu psychotischen Erlebnissen kommen, die nur mit Hilfe von Fachleuten verarbeitet werden können.
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