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Die Erde und ihre Länder
Europa - Zypern, ein Inselstaat ganz im Osten des Mittelmeeres

Zypern - Hauptstadt: Levkosia (früher Nikosia)
 

Lage Südosteuropa/Vorderasien
Grenzen Allseitig Mittelmeer
Zeitzone MEZ +1 Stunde
Fläche 9251 qkm (13% Wald, 47% Ackerland, 10% Wiesen und Weiden)
Ausdehnung Südwest - Nordost 220 km,  Nord -Süd 90 km
Gewässer Pedieos, Ezouza, Dhiarrizos
Klima Mediterranes Klima;
Landesnatur Im Norden Kyreniagebirge, südlich davon die zentrale Schwemmlandebene Messaria, im Süden vulkanisches Troodos-Massiv, anschließend weiter nach Süden und Westen ebenes Küstenland; Höchster Punkt: Olympos (1952 m)
Religion Griechisch-orthodoxe Kirche, Islam (Sunniten)
Sprache Griechisch und Türkisch; Englisch
Straßen 10857 km (5860 km asphaltiert)
Sehenswürdigk.


 
Nikosia (St.-Sophien-Kathedrale); Paphos  (Aphrodite-Felsen, Haus des Dionysos, Königsgrabmäler); antikes Kition; Troodosgebirge (Zederntal); Kourion (Apollo-Heiligtum); Peristerona (Kirche der Heiligen Barnabas und Hilarion);  Larnaka (Moschee Hala Sultan Tekke am Ufer des Salzsees); Tal des Dhiarrizos

Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel des Mittelmeers. Als östlichstes europäisches Land vor dem Orient liegt es zwischen Europa,  Asien und Afrika, in unmittelbarer Nähe von Griechenland, der Türkei, Syrien, dem Libanon und Israel.
Durch ihre Lage im Süden der Türkei und im Westen von Syrien gehört Zypern geografisch zu Kleinasien. Sowohl in religiöser (Christentum) als auch in kultureller Hinsicht ist dagegen ein großer Teil des Landes mit Europa verbunden. Dadurch bildet es eine Schnittstelle zwischen Europa, Afrika und Asien.

Kontrastreiche Landschaft
Die Insel besteht aus Regionen mit äußerst gegensätzlichen Landschaften.
Der Osten der Mittelmeerinsel ähnelt wegen seiner Trockenheit dem benachbarten Orient. Dagegen weisen die einst vom Mittelmeer überfluteten Ebenen im Westen eine Fruchtbarkeit auf, die an den europäischen Kontinent erinnert. Im Süden wachsen die Weinberge in Richtung Küste. Im Norden erhebt sich das Kyreniagebirge und begrenzt die Mesaoria-Ebene im nördlichen Landesinneren. Das südliche Landesinnere bedecken die Nadel- und Zedernwälder des Troodosmassivs. In diesem Gebirge entspringen auch die meisten Flüsse Zyperns, weshalb es den Beinamen „Wasserturm der Insel" trägt. Im Troodosmassiv befindet sich der Olymp, mit 1952 Metern der höchste Punkt der Insel.
Die Insel hat viel Interessantes zu bieten: lange Sandstrände, azurblaues Meer, zerklüftete Küsten, hohe Gebirgszüge, Wälder und fruchtbare Ebenen. Pinien-, Oliven- und Johannisbrotbäume sowie Orangen- und Zitrushaine.l
Der von Zedern und Nadelbäumen bedeckte Troodos-Nationalpark liegt im südlichen Landesinneren, er nimmt fast 1000 Hektar ein. Hier lebt das einzige große und wilde Säugetier Zyperns, das Mufflon, das mit dem Schaf verwandt ist. Außerdem leben in den Bergen Geier und Adler. Mit über 770 verzeichneten Pflanzenarten ist der Troodos-Nationalpark zugleich der artenreichste botanische Garten Zyperns.

Die Teilung dieser Perle des Mittelmeers
Die Spaltung in einen türkischen und einen griechischen Teil belastet das Land politisch und gesellschaftlich.
Zypern hat sich gegen die Besatzer aus Persien, Rom, Byzanz und dem Osmanischen Reich sowie später gegen die Herrschaft Großbritanniens aufgelehnt, um sich heute als geteiltes Land wieder zu finden.
Um 1800 v. Chr. ließen sich die Kreter auf Zypern nieder. Ihnen folgten die Griechen und diesen im 10. Jh. v.Z. phönizische Kaufleute. 47-31 v.Z. Danach sah Zypern assyrische, ägyptische (47-31 v.Z. gehörte Zypern unter Königin Kleopatra zu Ägypten ) und persische Besatzer, bevor es 333 v. Z. in das Reich Alexanders des Großen aufgenommen und im 2. Jh. v. Z. römische Provinz wurde.

Britische Kronkolonie
Nach dem Zerfall des Römischen Reichs wurde Zypern erst dem oströmischen, dann dem byzantinischen Herrschaftsgebiet zugeschlagen. Von 1184 bis 1489 beherrschten die Kreuzritter das Land, danach fiel es bis 1571 an Venedig. Anschließend gehörte es rund 300 Jahre lang zum Osmanischen Reich. 1878 besetzte Großbritannien die Insel, ab 1925 war sie britische Kronkolonie. 1950 stimmten in einem von der Kirche organisierten Volksentscheid über den Anschluss an Griechenland 95,7 Prozent der Wähler mit „Ja".

Unabhängig, aber geteilt
Die Unabhängigkeit des neuen Staates wurde am 16. August 1960 erklärt: Präsident war ein Grieche, Vizepräsident ein Türke. Noch im selben Jahr trat das Land der UNO bei und ein Jahr später dem Commonwealth. 1963 begannen bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Griechen und Türken. Die UNO versuchte zu vermitteln und stationierte 1964 eine Friedenstruppe auf der Insel. 1974 putschte die griechische Nationalgarde zusammen mit rechtsradikalen Zyprioten. Als Reaktion darauf landeten türkische Truppen auf der Insel und besetzen seither die Hälfte der Hauptstadt Nikosia sowie 37 Prozent der Inselfläche im Norden. 2004 wurde der Südteil der Republik Zypern Mitglied der Europäischen Union.

Der griechischsprachige Süden stellt die Regierung der unabhängigen, international anerkannten Republik Zypern. Letztere war nach der Teilung der Insel von den meisten landwirtschaftlichen Ressourcen, Industrieanlagen und Handelszentren des Landes abgeschnitten. Mithilfe ausländischen Kapitals, das vor allem aus Europa kam, wurde die wirtschaftliche Infrastruktur des Südteils jedoch neu aufgebaut. Inzwischen sind 62 Prozent der Beschäftigten der Republik im Dienstleistungssektor tätig, der wiederum zu 75 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Im Norden der Insel dagegen stagniert die Wirtschaft. Dort wird vor allem Agrarwirtschaft (Johannisbrot, Oliven, Mandeln, Kirschen, Weinbau) betrieben. Nordzypern erhält finanzielle Unterstützung von der Türkei, aber auch von der Europäischen Union.

Kunst und Kultur - ein paar wenige Gedanken

um 3900-1900 v. Chr.
An die Steinkupferzeit, in dem auf Zypern Kupfer gewonnen, verarbeitet und exportiert wird, schließt sich um 2500 v. Chr. die frühe Bronzezeit an. In dieser Epoche wird die Technik der Bronzeherstellung aus Anatolien importiert.

1900-1600 v. Chr.
In der mittleren Bronzezeit entstehen die ersten Städte, z. B. Lapithos an der Nordküste und Kition (heute Larnaka).

ab 1500 v. Chr.
Auf keramischen Gefäßen findet sich die kypro-minoische Silbenschrift.

14./13. Jh.v. Chr.
Umfangreiche Funde spätmykenischer Keramik dokumentieren Zyperns Bedeutung als ein Zentrum mykenischer Kultur.

1.-3. Jh.n. Chr.
Die römische Provinz Zypern erlebt eine Blütezeit, in Salamis, Paphos und Kourion entstehen Prachtbauten mit reichem Mosaikenschmuck.

391
Auch auf Zypern wird das Christentum Staatsreligion. Heidnische Kulte und Bilder werden verboten.

7.-10. Jh.
Immer wieder überfallen Araber die Insel, die bisweilen gleichzeitig Steuern an Byzanz und Tribut an die Araber zahlt. Handel und künstlerische Aktivitäten erlahmen.

1192-1489
Französische Herrschaft der Lusignan-Dynastie.
Der römisch-katholische Glaube wird offizielle Religion, Anhänger der orthodoxen Kirche werden verfolgt. Die Lusignan-Könige lassen z. B. die Kathedralen von Nikosia und Famagusta, die Abtei Bellapais und mehrere Burgen im Stil französischer Gotik errichten.

Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 18.03.201
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