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Die Erde und ihre Länder
Europa - Weißrussland
Hauptstadt: Minsk
| Offizieller Name | Republik Weißrussland |
| Lage | Osteuropa |
| Fläche | 207 600 qkm |
| Ausdehnung | N-S 550 km, W-O 650 km |
| KFZ-Kennz. | BY |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit +1 Std. |
| Amtssprachen | Weißrussisch, Russisch |
| Staatsform | präsidiale Republik |
| Grenzen | Im N Litauen und Lettland, im NO und O Russland, im S Ukraine, im W Polen |
| Landesnatur | Eiszeitlich geformtes, überwiegend flaches und ebenes Land, nur im Weißrussischen Landrücken hügelig; zahlreiche Seen und versumpfte Niederungen im Süden |
| Höchster Punkt | Dserschinskaja (346 m) |
| Gewässer | Dnjepr, Pripjat, Beresina, Neman |
| Klima | Gemäßigtes Klima mit mildem Winter und mäßig warmem Sommer |
| Sehenswürdigk. | Nationalpark Bialowiezer Heide, Schloss Mir |
Weißrussland
liegt im Herzen Osteuropas und verfügt über keinen Zugang zum Meer. Wälder,
Sümpfe und Moore prägen seine Landschaft. Weißrussland, auch Belarus genannt,
ist umgeben von Russland im Osten, Polen im Westen, Litauen und Lettland
im Norden sowie der Ukraine im Süden.
Es liegt im westlichen Teil des Osteuropäischen Tieflandes. Es ist ein
von den Eiszeiten geformtes, überwiegend ebenes Land; nur im Bereich der
Moränenzüge ist es stark hügelig. In diesem
Hügelland, das durch die Täler der Flüsse Beresina und Dnjepr gegliedert wird,
befindet sich auch die Dserschinskaja, mit 346 m die höchste Erhebung des
Landes.
Das hydrografische Netz erstreckt
sich zwischen der Memel, dem Dnjepr mit seinen Nebenflüssen und dem westlichen
Abschnitt der Düna. Der von Westen nach Osten fließende Pripjat im Süden Weißrusslands und
seine Nebenflüsse treten besonders nach der Schneeschmelze im Frühling über die
flachen Ufer und überschwemmen hier ausgedehnte Gebiete. Die Landesnatur
Weißrusslands ist in weiten Teilen noch unberührt und geprägt durch große Wälder
und ausgedehnte Feuchtgebiete, die sich nur schwer nutzen lassen.
Große Feuchtgebiete
Die Eiszeit
hat im Norden von Weißrussland ein hügeliges Relief geformt, dessen höchste
Erhebung, der Dserschinsk, gerade einmal 346 Meter erreicht. Die stark bewaldeten
Hügel mit ihrer Nordost-Südwest-Ausrichtung grenzen an eine Sumpfregion,
die sich nur schwer bewirtschaften lässt. Im Zentrum des Landes hat sich
die weißrussische Hauptstadt Minsk in einer Ebene entfaltet, die weniger
feucht und damit für die Landwirtschaft günstiger ist. In der Region um
Gomel im Südosten des Landes bewässert der Pripjet, ein Nebenfluss des Dnjepr,
ein aus Sümpfen und Seen bestehendes, dicht bewaldetes Gebiet. Es zählt
zu den umfangreichsten europäischen Moor- und Sumpfgebieten.
Natur
und Landschaft - Beresina-Nationalpark
1974
wurden im Beresina-Nationalpark nördlich von Minsk europäische Büffel angesiedelt.
Das weitflächige Gebiet im Einzugsbereich der 613 Kilometer langen Beresina
und ihrer Nebenflüsse besteht aus Wäldern, Sümpfen, Seen und Mooren. Dort
wachsen unter anderem die seltenen Zwergbirken, außerdem wachsen in dem
Nationalpark wilde Tiere, die woanders verschwunden oder vom Aussterben
bedroht sind - beispielsweise Wölfe, Elche, Braunbären, Schwarzstörche und
Biber.
Bevölkerung
| Bevölkerung | 9,9 Mio. Ew.:81% Weißrussen, 11% Russen, 4% Polen, 2% Ukrainer sowie Tataren u.a. |
| Stadtbevölkerung | 70% |
| Religion | Russisch-orthodoxe Kirche, Römisch-katholische Kirche |
| Sprache | Weißrussisch und Russisch |
| Wichtige Städte | Minsk, Gomel, Mogiljow, Witebsk, Grodno, Brest, Bobrujsk |
Wirtschaft und Verkehr
Weißrussland verfügt über eine relativ gut entwickelte Landwirtschaft, die
sich aber aufgrund der schlechten Böden vorwiegend auf die Viehzucht (Schweine
und Milchvieh) konzentriert.Nur
etwa 30 Prozent der Fläche des Landes wird bewirtschaftet (Flachs, Hanf,
Kartoffeln, Roggen, Rüben und Futterpflanzen); Wiesen und Weiden bedecken
weitere 15 Prozent.
Dort entwickelt sich die Rinder- und Schweinezucht.
Die Landwirtschaft, die sich vorrangig in
staatlicher Hand befindet, wurde durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986
schwer geschädigt, da der ukrainische Ort Tschernobyl
dicht an der Grenze zu Weißrussland liegt
Die Bodenschätze (Torf, Phosphorit, Steinsalz) sind nur von regionaler
Bedeutung. Die Industrie, in der etwa ein Drittel der Erwerbstätigen beschäftigt ist,
konzentriert sich in den Städten Minsk, Gomel, Witebsk und Mogiljow. Die
wichtigsten Industriezweige sind der Fahrzeugbau, die Nahrungsmittel-, Textil-,
Holz-, Elektroindustrie und chemische Industrie. Der Außenhandel wird in hohem Maße über Tauschgeschäfte abgewickelt. Importiert werden
vor allem Erdöl, Erdgas und mineralische Produkte. Der Export konzentriert sich
auf Maschinen und chemische Produkte. Wichtigster Handelspartner ist Russland,
mit dem Weißrussland rund 60% seines Außenhandels abwickelt.
Der Fremdenverkehr
ist noch wenig entwickelt.
Weißrussland ist ein wichtiges Transitland für den Verkehr zwischen
Westeuropa und Russland. Von Bedeutung ist die Binnenschifffahrt, der 2493 km
Wasserwege zur Verfügung stehen.
| Währung | 1 Belarus-Rubel = 100 Kopeken |
| Anteil der Wirschaftssektoren am BSP |
Landwirtschaft 15%, Industrie 38%, Dienstleistungen 47% |
| Importgüter | Erdöl, Erdgas, Chemieprodukte, Metallprodukte, Maschinen |
| Exportgüter | LKW, Traktoren, Baumaschinen, Chemieprodukte, Textilien und Textilerzeugnisse |
| Handelspartner | Russland, Ukraine, Deutlschland |
| Eisenbahn | 5523 km (875 km elektrifiziert) |
| Straßen | 60 567 km |
Eine eng mit Russland
verknüpfte Geschichte
Nach
jahrhundertelanger Fremdherrschaft durch Litauen, Polen und Russland gehörte
Weißrussland von 1922 bis 1991 zur UdSSR. Auch heute noch sucht das
Land Verbindung zu dem mächtigen Nachbarn.
Wesentlich für die Entstehung der
nationalen Identität von Weißrussland war seine Sprache, die sich ab dem
13. Jh. vom Russischen unterschied. Vom 9. bis 12. Jh. hatte das Land unter
der Kontrolle der Kiewer Rus gestanden, 1240 folgten die Mongolen. Dann
wurde Weißrussland Litauen angegliedert. Die Krönung des litauischen Großfürsten
Wladislaw Jagiello zum König von Polen (1386) und die Lubliner Union (1569)
machten das Land zu einer Provinz des neuen polnisch-litauischen Staates.
Nach der Teilung Polens 1772 wurde es von Russland annektiert.
Die
Zeit der Invasionen
1812
eroberte die napoleonische Armee Weißrussland,
doch bei ihrem Rückzug verlor sie in der Schlacht an dem weißrussischen
Fluss Beresina den Krieg um Russland endgültig. Von 1918 bis 1919 war das
Land kurz unabhängig, 1920 fiel es dann an Polen. 1922 wurde es von der Roten
Armee erobert und 1922 wurde es sozialistische Sowjetrepublik.
Während des Zweiten
Weltkriegs zerstörten die deutschen Truppen das Land schwer.
Nach
Kriegsende erhielt es von der UdSSR Mittel
für den Wiederaufbau.
Autoritärer Machthaber
Nach
dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde Weißrussland 1991 unabhängig und spielte
eine aktive Rolle bei der Gründung der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten).
Der 1994 und 2001gewählte Präsident Lukaschenko verfolgte eine repressive
Innenpolitik mit dem Ziel einer Annäherung an Russland. Dadurch ist das
Land international isoliert, noch immer trauert ein
Teil der Bevölkerung der sowjetischen Zeit nach.
Klima
•
kontinental
• Durchschnittstemperatur: 3 °C im Januar, 20 °C im Juli
•
jährliche Niederschlagsmenge: 700 mrft
Sehenswertes
•
Minsk (Museen)
• Beresina-Nationalpark
• Brest (Brest-Litowsk)
•
Njaswiz (Weltkulturerbe Schloss Mir)
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