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Die Erde und ihre Länder

Europa - Vatikanstaat                

Vatikanstadt

 Daten und Fakten:

Lage:                             Südeuropa, Italien
Grenzen:                       Enklave in der Stadt Rom
Regierungsform:           Absolute Wahlmonarchie
Amtssprache Italienisch (de facto), Latein
Staatsform Absolute Monarchie
Der Papst ist als Bischof von Rom
ex officio Staatsoberhaupt
Staatsoberhaupt Papst (zz. Papst Benedikt XVI., seit 2005)
Regierungschef Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone
Präsident des Governatorato Giovanni Lajolo
Fläche 0,44 qkm

Gewässer:

Tiber
Einwohnerzahl etwa 950 Einwohner, davon haben 543 die vatikanische Staatsbürgerschaft
Währung Euro
Kfz-Kennzeichen V
Sehenswürdigkeiten Petersdom und Petersplatz, Sixtinische Kapelle

Die Vatikanstadt ist das staatliche Territorium des Heiligen Stuhls (auch: Apostolischer Stuhl). Dieser bezeichnet vom Völkerrecht her den Papst als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche allein oder zusammen mit den Einrichtungen der römischen Kurie, der einerseits das Amt des Papstes als des Bischofs von Rom bildet und andererseits die Zentralregierung der katholischen Kirche darstellt.
Der
Staat Vatikanstadt ist ein Staat mit Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt. Allerdings ist der Papst Oberhaupt des Staates der Vatikanstadt, welchen der Heilige Stuhl zwischenstaatlich vertritt.

Der Name Vatikan stammt von dem am rechten Tiberufer gelegenen Hügel "Vaticano". Nach der Überlieferung wurde hier der Apostel Petrus als erster Bischof von Rom nach seinem Märtyrertod beerdigt. Unter Kaiser Konstantin (3./4.Jh.) wurden auf dem Vatikan-Hügel zu Ehren des Petrus eine erste Kirche und für die Päpste eine erste Residenz erbaut. Durch eine gefälschte Urkunde ("Konstantinische Schenkung") kam der Papst zusätzlich in den Besitz von Ländereien, die er aber im Kampf gegen die Langobarden wieder verlor.
Unter der Schutzherrschaft des Frankenkönigs Pippin im 8. Jh. wurde die weltliche Macht des Papstes erneuert. Die größte Ausdehnung erführ der Kirchenstaat zu Beginn des 16. Jh. Während der italienischen Einigungsbestrebungen zwischen 1860 und 1870 wurde der Kirchenstaat in das geeinte Königreich integriert. Das weitgehend von den vatikanischen Mauern abgegrenzte, kaum einen halben Quadratkilometer große Staatsgebiet liegt heute inmitten der Stadt Rom. Erst durch die Lateranverträge von 1929 wurden die Grenzen und die staatliche Souveränität des Papstes von Italien anerkannt. Dadurch ist der Papst als Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Kirche nicht Untertan eines anderen Staates, sondern besitzt vielmehr alle gesetzgebende, vollziehende und richterliche Gewalt in seinem Staat.

Das Territorium des kleinsten Staates der Welt umfasst unter anderem den Petersplatz und den Petersdom, den Palast des Papstes mit Amtsräumen für die Verwaltung der katholischen Kirche, die Kurie, sowie die Vatikanischen Museen und Gärten. Als exterritoriale Gebiete des Vatikans auf italienischem Territorium gelten einige Kirchen, Paläste und Besitzungen in Rom, wie die Basiliken Santa Maria Maggiore, San Paolo und der Lateran sowie die päpstliche Sommerresidenz von Castel Gandolfo am Albaner See.

Zu den rund 500 Staatsbürgern des Vatikans kommen weitere 460 Bewohner ohne Bürgerrecht und rund 3000 Angestellte hinzu, durch die der Betrieb des Kleinstaates mit eigenem Bahnhof, Post und Gesundheitswesen sowie die Verwaltung der Weltkirche gesichert werden. Der Stadtstaat ist auf Spenden, den Erlös aus der Münzprägerei und aus dem Briefmarkendruck sowie auf die Einnahmen aus Handels- und Gewerbemonopolen angewiesen. Zusammen mit den Erträgen aus Wirtschaftsbeteiligungen und Aktienbesitz werden so unter anderem der eigene Rundfunksender, die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" und der Unterhalt der Gebäude finanziert.

Die Verwaltung

Die Verwaltung des Vatikanstaates wird im wesentlichen vom Gouvernorat ausgeübt. Auffälligstes Corps innerhalb der Mauern sind die 94 Schweizer Gardisten, katholische Bürger der Schweiz, die in ihren traditionellen Umformen den Wachdienst versehen.

Für die Regierung der römisch-katholischen Kirche sind die Organe der Römischen Kurie bestimmt, Kongregationen (Ministerien), Tribunale, Räte, Büros, Konimissionen und Komitees, die von Kardinalen oder Erzbischöfen geleitet werden. Staatsoberhaupt ist seit 2005 der 265. Bischof von Rom, Papst Benedikt XVI., geboren am 16. April 1927.
Erster und wichtigster Vertreter des Papstes ist der Kardinalstaatssekretär, der an der Spitze des Staatssekretariats, des wichtigsten Amtes der Kurie, steht und zugleich Mitglied des
Kardinalskollegiums ist, des bedeutendsten Gremiums der römisch-katholischen Kirche.
Der Heilige Stuhl unterhält Beziehungen zu rund 120 Staaten der Welt sowie allen wichtigen internationalen Organisationen.

Der Vatikan übt auf die Besucher aus aller Welt stets eine ungewöhnliche Faszination aus, auf den frommen Pilger ebenso wie auf den interessierten Touristen. Der Petersplatz mit den Kolonnaden Beminis gehört zu den schönsten Platzanlagen der Welt. Die Petersbasilika ist die größte, berühmteste und prächtigste Kirche der Christenheit und eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der Menschheit.
Die vatikanischen Paläste des Papstes bilden die umfangreichste Palastanlage der Welt. Sie dienen nicht nur dem Papst als Residenz und der Kurie als Verwaltungsstätte, sondern beherbergen auch die Vatikanische Bibliothek und die Vatikanischen Museen. Zu den
unermesslichen Kunstschätzen gehören die Gemälde Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle und die Raffaels in den "Stanzen".

                                                                                                    Information: Dieter Winkler                                                                 

Seite erstellt: 2003
Seite geändert: 17.03.2010

 

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