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Die Erde und ihre Länder
Europa - Ukraine

Ukraine - Hauptstadt: Kiew (Kyyiv)

Lage Osteuropa;
Grenzen  Im Norden Weißrussland, im Nordosten und Osten Russland, im Süden Schwarzes Meer, im Südwesten Moldovien und Rumänien, im W esten Ungarn, Slowakei und Polen

 Zeitzone   MEZ +1 Stunde
 Fläche      603700 qkm  (17% Wald, 57% Ackerland)

Ausdehnung Nord-Süd 900 km, West-Ost 1300 km
Höchster Punkt Goverla (Karpaten) 2061 m
Gewässer Dnjepr, Dnjestr, Donez, Bug; Asowsches Meer
Sprache Ukrainisch; Russisch
Wichtige Städte Charkow , Dnjepropetrowsk, Odessa, Donezk , Saporoschje, Lemberg, Kriwoj Rog, Sewastopol
Währung 1 Griwna = 100 Kopeken

Die Ukraine ist abgesehen von Russland der flächenmäßig größte Staat Europas, sie liegt im Südwesten der ehemaligen Sowjetunion. Sie ist mit 603700 qkm  nach Russland und Kasachstan der drittgrößte
Mitgliedstaat der GUS.


Kiew

Von den gut 51 Millionen Einwohnern sind 73% Ukrainer. Die größte Minderheit bilden mit 22% die Russen, die vor allem im Südosten des Landes leben. Daneben gibt es kleine Gruppen von Weißrussen, Polen, Rumänen, Bulgaren und Ungarn.
Die Ukrainer sind überwiegend orthodoxe Christen. Neben der russisch-orthodoxen Kirche gibt es die ukrainisch-unierte Kirche und die ukrainisch-orthodoxe Kirche. Etwa 9% der Bevölkerung sind Katholiken.
Nach ihren Oberflächenformen ist die Ukraine ein überwiegend ebenes Land, das nur in den Waldkarpaten und im Süden der Krim gebirgig wird. Der Nordwesten der Ukraine ist von ausgedehnten Mischwäldern bedeckt. In den breiten, flachen Flussniederungen findet sich eine weitflächige Versumpfung (Pripjatsümpfe). Etwa auf der geographischen Breite von Kiew ändert sich die Landesnatur. Hier beginnt die Waldsteppenzone. Der Wald löst sich in größere Waldinseln auf. Die Böden werden dunkler, der Humusgehalt nimmt zu und damit auch ihre Fruchtbarkeit: Hier werden Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Flachs und Hanf angebaut; auf der Krim gedeihen auch Obst, Wein und Tabak. Südlich schließt sich eine Zone natürlicher Steppen an, die bis auf die Flussufer baumlos ist. Hier versalzen im Süden die Böden, im Osten als Folge zunehmender Trockenheit. Die fruchtbaren Schwarzerdeböden der mittleren und westlichen Ukraine lieferten früher bereits 1/5 aller Agrarprodukte der Sowjetunion. Die Ukraine wurde daher auch als ihre "Kornkammer" bezeichnet.                             
Große wirtschaftliche Bedeutung hat das Land auch durch seine reichen Rohstoffvorkommen: Kohle, Eisenerz, Erdöl, Erdgas, Mangan. Die Ukraine ist ein stark industrialisiertes Land, das Hauptgewicht liegt auf der Schwerindustrie. Andere wichtige Zweige sind die chemische Industrie, die Textil-, Nahrungsmittel- und elektronische Industrie. Knapp 50% der elektrischen Energie werden in den Kernkraftwerken der Ukraine erzeug. Im mittlerweile stillgelegten Kernkraftwerk von Tschernobyl im Norden des Landes ereignete sich 1986 bei einer Reaktorschmelze das bisher schwerste Unglück in der zivilen Nutzung der Atomenergie.
Die Ukraine verfügt über eine relativ gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur. Der Binnenschifffahrt auf dem Dnjepr, Dnjestr und Donez kommt große Bedeutung zu. Die wichtigsten Seehäfen sind Odessa, Cherson und Sewastopol. Die Hauptstadt Kiew verfügt über einen internationalen Flughafen.   

Die Krim  (Hauptstadt: Simferopol)    
Die Krim ist eine Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer und autonome Republik innerhalb der Ukraine. Sie hat eine Fläche von 26100 qkm, hier leben ca.1,98 Millionen Einwohnern.
Offiziell heisst sie "Autonome Republik Krim".
 
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m südlichen Teil ist sie sehr gebirgig. Hier liegt das Krimgebirge (höchste Erhebungen: Roman Kosch 1545 m, Tschatyrdag 1527 m und Lapata 1406 m). Die Berge stellen nicht nur ein geographisches Hindernis dar, sondern sind auch eine Klimabarriere. Südlich des Krimgebirges, an der Schwarzmeerküste herrscht mediterranes Klima, in dem Südfrüchte und auch Weinstöcke sehr gut gedeihen, weswegen die Krim auch für ihren Sekt bekannt ist.
Im Norden ist die Krim durch die Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden, hier befindet sich eine Steppenlandschaft. Im Osten grenzt die Halbinsel an die Meerenge von Kertsch.

                         Auf der Krim

Geschichte der Ukraine
Das Steppengebiet gehörte im Altertum wechselnd zu den Reichen der Skythen und Sarmaten; um 250 wurde es von den Ostgoten beherrscht. Danach war die Ukraine Durchzugs- und Weidegebiet nomadischer Völker: Hunnen im 4./5. Jh., Awaren im 6. Jh., Bulgaren im 7.-11. Jh., Chasaren im 7.-9. Jh., Ungarn im 8. Jh., Petschenegen im 9.-10. Jh. und Kumanen im 11.-13. Jh. Im 13. Jh. geriet die Ukraine in den Machtbereich der Goldenen Horde.
Die Nord- und Westukraine war vom 9.-12. Jahrhundert Kern des Kiewer Reichs. Nach dessen Verfall bildete die Westukraine ein selbständiges Fürstentum Wolynien-Halitsch, das nach 1340 überwiegend an Polen fiel. Die Dnjepr-Ukraine mit Kiew kam unter die Herrschaft Litauens. Durch die Lubliner Union (1569) gelangte der größte Teil der Ukraine unter direkte polnische Herrschaft. 1654 ging die Ukraine zum Moskauer Zaren über, der aber 1667 nur das Gebiet östlich des Dnjepr behaupten konnte. Durch die Polnischen Teilungen kam die restliche Ukraine samt Wolynien zu Russland, Galizien (Halitsch) zu Österreich. Unter Katharina II. wurde auch das unter türkischer Herrschaft stehende südliche Steppengebiet mit der Krim angegliede
rt.
1918 Die Ukraine erklärt ihre Unabhängigkeit von Russland
1919 Die Ukraine wird Sozialistische Sowjetrepublik
1991 Die Ukraine erlangt die Unabhängigkeit und wird Gründungsmitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. L. Krawtschuk wird Staatsoberhaupt
1994 L. Kutschma wird zum Staatspräsidenten gewählt
1999 Kutschma wird von den Wählern im Amt bestätigt
2000/01 Autoritäres Regime Kutschmas führt zu innenpolitischen Spannungen, Nachfolger im Amt des Premierministers wurde der aus Mikolajew stammende Anatolij Kinach                                            
                                                                                                mehr zur Geschichte findet ihr hier

Politik und Verfassung
Nach der Verfassung von 1996 ist die Ukraine eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der für fünf Jahre direkt vom Volk gewählte Präsident (eine einmalige unmittelbare Wiederwahl ist zulässig). Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat weit reichende Machtbefugnisse. Gegen Gesetzesbeschlüsse des Parlaments kann er sein Veto einlegen, das nur von einer Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten abgewendet werden kann. Die Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten ist dem Präsidenten und auch dem Parlament verantwortlich. Die legislative Gewalt liegt beim Obersten Rat (Werchowna Rada), dessen 450 Abgeordnete für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt werden.
An der Spitze der dreistufigen Gerichtsbarkeit steht der Oberste Gerichtshof in Kiew. Daneben besteht ein Verfassungsgericht.
 
                                                                                                                                     Bilder: © Monika Frunzke   

Seite erstellt: 2005
Seite geändert: 16.03.2010

              

 

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