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Die Erde und ihre Länder
Europa - Italien - Stromboli

Der Vulkan Stromboli

Stromboli ist die nördlichste der sieben Liparischen Inseln. Sie liegt im Tyrrhenischen Meer zwischen der Nordküste Siziliens und der Bucht von Neapel. Und hier findet man den bekannten Vulan Stromboli.
Sein Gipfel (926 m über Meereshöhe) ist ein Uberbleibsel eines alten Kraters und besteht aus andesitischer Lava. 200 m unter diesem Gipfel öffnet sich der jetzt aktive Krater.
                        
Der als "Leuchtturm des Mittelmeers" bekannte Stromboli ist seit Menschengedenken ununterbrochen tätig. Tagsüber ist die aufsteigende Aschewolke schon von weitem zu sehen, nachts beleuchten glühende Schlacken die Kraterregion. Charakteristisch sind kleine Explosionen im Abstand von wenigen Minuten bis Stunden. Verursacht werden sie von großen, in der Magmasäule aufsteigenden Blasen, die im oberflächennahen Bereich des Schlotes platzen und glühende Lavafetzen einige zehn bis wenige hundert Meter empor schleudern. Da die Gasphase des Stromboli außergewöhnlich große Mengen an Wasserstoff enthält, reagiert zudem dieses heiße Gas bei Kontakt mit dem Luftsauerstoff explosionsartig und gibt den ausgeschleuderten Lavafetzen einen zusätzlichen "Kick".
Nach dem Stromboli benannt ist eine Eruptionsart (ununterbrochene Eruption), die
strombolianische Eruption.
Diese vergleichsweise "harmlose" Dauertätigkeit lässt leicht vergessen, dass der Stromboli auch ganz anders kann. Im Abstand einiger Jahre kommt es auch zu größeren Ausbrüchen. Im Jahr 1930 beispielsweise bombardierte der Berg eine Ortschaft mit bis dreißig Tonnen schweren Gesteinsblöcken, die nur deshalb kein Menschenleben forderten, weil sich - so wird zumindest erzählt - alle Einwohner bei einer Beerdigung auf einem abgelegenen Friedhof befanden. Ein 500° heißer Strom floss ein Tal hinab, forderte auf seinem Weg vier Todesopfer und löste beim Eintritt ins Meer eine kleine Flutwelle aus. Mehrere Lavaströme folgten nach.
Der letzte schwere Ausbruch des Stromboli fand im
Dezember 2002 statt. Durch einen einsetzenden, ungewöhnlich starken Lavafluss riss ein Teil des Vulkankegels ab, rutschte ins Meer und verursachte eine Flutwelle, deren Ausmaß eine noch verheerendere Wirkung hatten als die Feuer, die durch herabfallende Brocken glühenden Gesteins in der Vegetation oberhalb der bewohnten Teile der Insel ausgelöst wurden. Einige der direkt am Meer befindlichen Häuser der Ortschaft Stromboli wurden durch die Flutwelle verwüstet. Glücklicherweise befinden sich im Winter nur wenige Touristen auf der Insel. Verletzt wurde niemand. Die gesamte Inselbevölkerung war für über zwei Monate evakuiert.
Bei einem weiterem heftigen Ausbruch im April 2003 wurden im Ort
Ginostra ein Haus und eine Zisterne durch "Bomben" zerstört. Der starke Lavafluss versiegte erst im Sommer 2003.
In Abhängigkeit von der vulkanischen Tätigkeit des Stromboli kann man den Vulkankegel über einen sehr mühsamen und gefährlichen, markierten Fußweg besteigen. Dieser führt von Norden her einen Grat entlang auf den Gipfel des Berges, von dem aus man die etwas niedriger gelegenen Krater gut beobachten kann. Die ständige Aktivität des Vulkanes macht ihn für Besucher und Forscher sehr attraktiv, da man mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Eruption beiwohnen kann. Beim nächtlichen Abstieg vom Vulkan - der Anblick der herausgeschleuderten, rotglühenden Lavabrocken ist sehr schön - ist eine gute Taschenlampe lebensnotwendig. Aber auch mit guter Ausrüstung kommt man nicht ohne Kratzer und Schürfwunden davon.
Seit mindestens Herbst 2003 ist der Aufstieg zum Gipfel gesperrt, wahrscheinlich wegen Touristen, die nach einer Eruption verletzt wurden. Polizisten überwachen den Wanderweg und schicken Wanderer wieder hinunter; ein zweiter Weg wurde mit Zäunen versperrt. Ohne Führer kann man auf 500 m aufsteigen, mit Führer auf etwa 600 m.

Seite erstellt: 2005
Seite geändert: 15.03.2010

 

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