

Die Erde und ihre Länder
Europa - Schweden
Hauptstadt: Stockholm
| Lage | Nordeuropa |
| Grenzen | Im Nordosten Finnland, im Osten und Südosten Ostsee, im Westen Kattegat und Norwegen |
| Zeitzone | MEZ |
| Fläche | 410 934 qkm |
| Ausdehnung | Nord-Süd 1600 km, West-Ost 400 km |
| Gewässer | Torne Älv, Dalälven, Ume Älv, Ljungan; Vänersee, Vättersee, Mälarsee, Hjälmarsee |
| Staat | |
| Regierungsform | Parlamentarische Monarchie |
| Staatsoberhaupt | König Carl XVI. Gustav (seit 1973) |
| Regierungschef | Ministerpräsident |
| Legislative | Reichstag mit 349 Abgeordneten, auf 4 Jahre gewählt |
Schweden ist das größte Land Skandinaviens. Mitte des 19. Jh. wollte
sich das Land durch
Neutralität aus der Weltpolitik herauszuhalten, hielt aber auch in dieser Zeit
die starken kulturellen und
wirtschaftlichen Bindungen zu Europa aufrecht. Besonders eng sind die Beziehungen zu den
unmittelbaren Nachbarn in Nordeuropa,
Norwegen und Finnland. Alle drei Länder haben eine geringe
Besiedlungsdichte und eine ungleiche Verteilung der Bevölkerung innerhalb des
Landes. Gemeinsam ist auch die Notwendigkeit, sich mit den
Lebensbedingungen der teilweise noch als halbnomadische Rentierzüchter lebenden
Samen (Lappen) auseinanderzusetzen.
Der nördlicher Teil des Landes wird
von
geschlossenen Wäldern, aus dem von Graniten und Gneisen aufgebaute Berg- und
Hügelland bestimmt. Das dünn besiedelte Gebiet wird von zahlreichen
Flüssen nach Südosten zum Bottnischen Meerbusen hin entwässert.
Im Westen steigt
es im einst stark vergletscherten Gebirge, den Skanden, bis über
2000 m an (Kebnekajse 2117 m, Sarektjåkko 2090 m). Auf der Breite
von Stockholm folgt die eigentliche Kernlandschaft, die
mittelschwedische Senke, mit ihren 4 großen und zahlreichen kleineren Seen. Sie bildet den Übergang zum
moorreichen, bis fast 400 m ansteigenden südschwedischen Hügelland (Götaland) mit dem südlich
anschließenden Tiefland "Schonen".
Der Ostseeküste sind die Inseln
Gotland und Öland sowie zahlreiche kleine
Schäreninseln vorgelagert.
In Schweden leben reichlich 9 Mio. Einwohner (90,8% Schweden, 2,5% sog.
einheimische Finnen u. a.), die überwiegend der Evangelisch-lutherischen Kirche
angehören. Wichtige
Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Norrköping,
Örebro, Linköping, Västerås, Jonköping, Helsingborg,
Borås.
Das Klima
Das Klima hat im skandinavischen Gebirge (Skanden)
nach Osten zunehmend kontinentalen Charakter mit schneereichen, kalten Wintern,
warmen Sommern und abnehmenden Jahresniederschlägen. Die Vegetation zeichnet
sich durch Waldreichtum (68% der Landesfläche) aus. Nördlich und oberhalb der
Baumgrenze breiten sich die rauen Hochflächen des Fjell
aus.
Stockholm
Stockholm ist die Hauptstadt von Schweden und der schwedischen Provinz
Stockholm. Die Stadt liegt an der Mündung des Mälaren in die
Ostsee. Hier leben 736 000 Einwohner, die Altstadt liegt auf den Inseln
Staden, Riddar- und Helgeandsholmen, umgeben von modernen Stadtteilen. Das
königliche Schloss stammt aus dem 17./18. Jh.
Die
Friedensschlüsse von Stockholm 1719/20 beendeten den Nordischen Krieg
zwischen Schweden einerseits und Dänemark, Hannover (Großbritannien), Preußen
und Russland andererseits.
Neben vielen Sehenswürdigkeiten
ist die Stadt Sitz der Nobelstiftung.
Verkehr
Nur in Mittel- und Südschweden gibt
es ein enges Verkehrsnetz, es umfasst
11500 km Eisenbahn und 211000 km überörtliche Straßen. Über zahlreiche
Fähren hat das Verkehrsnetz Anschluss an die Nachbarländer. Durch den Bau einer
16 km langen Brücke über den Öresund besteht seit 2000 eine feste
Verbindung zwischen Schweden und Dänemark und darüber hinaus mit
Kontinentaleuropa.
Die wichtigsten Häfen sind Göteborg, Stockholm, Helsingborg,
Malmö und Luleå. Die größten Flughäfen sind Bromma und Arlanda bei Stockholm,
Torslanda bei Göteborg und Bulltofta bei Malmö.
Wirtschaft
Im Norden sind traditionell Bergbau, Waldnutzung und
Viehwirtschaft (Milchvieh, Schweine, Rentiere) die vorrangigen Erwerbszweige.
Intensiver Ackerbau findet sich nur in Mittel- und Südschweden. Obwohl nur 7,5%
des Landes landwirtschaftlich nutzbar sind, deckt Schweden den Großteil des
Nahrungsmittelbedarfs selbst. Angebaut werden Getreide, Kartoffeln,
Futterpflanzen, im Süden Zuckerrüben.
An Bodenschätzen gibt es vor allem Eisenerz (bei Kiruna,
Gällivare und Bergslagen) sowie Kupfer-, Zink-, Blei-, Uran- und Silbererze.
Die
elektrische Energie wird heute zu 51% aus Wasserkraft und zu 43% aus Kernkraft
gewonnen. Schweden ist ein hoch industrialisiertes Land. Zu den wichtigsten
Industriezweigen gehören die Eisen- und Stahl-, Metall-, Maschinen-, Fahrzeug-,
Elektroindustrie und chemische Industrie, die Holzgewinnung und -verarbeitung,
einschließlich Papier- und Möbelindustrie.
Über 70% der Erwerbstätigen arbeiten
in Dienstleistungsberufen, davon ein erheblicher Teil in kommunalen, sozialen
und staatlichen Unternehmen.
Die wichtigsten Außenhandelspartner Schwedens sind
die EU-Staaten Deutschland, Großbritannien und Dänemark, ferner Norwegen und die
USA. Importiert werden vor allem Erdöl und Erdölprodukte, Maschinen, Apparate,
chemische Erzeugnisse, Transportmittel, Nahrungsmittel, Kleidung,
Schuhe.
Politik und Verfassung
Die Verfassung von 1809 wurde 1975 durch ein neues Grundgesetz
ersetzt. Staatsoberhaupt des Landes ist der König. Er hat heute nur noch
repräsentative Aufgaben.
Die Legislative des Landes besteht aus einer Kammer,
dem Reichstag mit 349 auf vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählten
Abgeordneten. An der Spitze der Regierung steht der Ministerpräsident.
Traditionsreichste Partei des Landes ist die
Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sie verfolgt einen sozialreformerischen Kurs. Zum bürgerlichen Lager
gehören die Zentrumspartei, die Gemäßigte
Sammlungspartei und die Christdemokraten. Eine liberale Position vertritt
die Volkspartei . Links von der SAP stehen
die Umweltpartei sowie die Linkspartei.
| Geschichte | |
| 1164 | Mit Errichtung des Erzbistums Uppsala wird Schweden eigene Kirchenprovinz |
| 1397 | Königin Margarete I. von Dänemark und Norwegen errichtet die Kalmarer Union: Schweden wird mit Dänemark und Norwegen vereinigt |
| 1520 | "Stockholmer Blutbad": Christian II. lässt adlige Aufständische hinrichten |
| 1523 | Unter Gustav I. Wasa löst sich Schweden aus der Kalmarer Union |
| 1527 | Reichstag zu Västerås; Einführung der Reformation |
| 1544 | Die Erbmonarchie wird eingeführt |
| 1648 | Westfälischer Friede: Schweden erhält Vorpommern, Wismar und die Bistümer Bremen und Verden. Christine verzichtet zugunsten ihres Vetters Karl X. Gustav auf die Krone; die Wasa-Dynastie erlischt |
| 17. Jh. | Schweden ist auf dem Höhepunkt seiner Macht |
| 1810 | Der französische Marschall J.-B. Bernadotte wird schwedischer Thronfolger |
| 1866 | Reichstagsreform: Die Ständeordnung wird
durch ein Zweikammersystem ersetzt. A. Nobel erfindet das Dynamit |
| 1889 | Beginn der Arbeiterschutzgesetzgebung; Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei |
| 1901 | Einführung der allgemeinen Wehrpflicht |
| 1905 | Norwegen löst die Union mit Schweden |
| 1921 | Einführung des allgemeinen Wahlrechts |
| 1939 | Im Zweiten Weltkrieg erklärt Schweden seine Neutralität |
| 1946 | Schweden wird UN-Mitglied |
| 1949 | Schweden lehnt einen Beitritt zur NATO ab |
| 1959 | Schweden wird Gründungsmitglied der EFTA |
| 1972/1974 | Während des Vietnamkriegs sind die Beziehungen Schwedens zu den USA stark belastet |
| 1973 | Carl XVI. Gustav wird gekrönt |
| 1975 | Nach einer Verfassungsänderung hat der König nur noch repräsentative Aufgaben |
| 1986 | Ministerpräsident O. Palme wird ermordet; sein Nachfolger wird I. Carlsson |
| 1991 | Carlsson tritt nach massiven Stimmenverlusten der Sozialdemokraten zurück; C. Bildt bildet eine konservative Regierung |
| 1994 | Carlsson wird erneut Ministerpräsident |
| 1995 | Schweden tritt der EU bei |
| 1996 | G. Persson wird Ministerpräsident |
| 2003 | Ermordung von Außenministerin Anna Lindh; die
Bevölkerung stimmt in einem Referendum gegen die Einführung des Euro |
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