Ihr seid hier: 
 Home»Erde-Auswahl»
 Europa-Auswahl»Polen

 Weitere Funktionen:
 
Hilfe eMail
 
Störung melden

 © 2009-2012- hast-du-ahnung.de

 
 Rubriken

 Görlitz
 
Unsere Schule
 
Persönlichkeiten
 
Knigge - gutes Benehmen
 
Bewerbungen
 
Ziele für Klassenfahrten
 
Erde und ihre Länder
 
Deutschland
 
BRD - Landeshauptstädte
 
Freizeitanregungen
 
Spaßiges
 
Spiele für Kleine u.Große 
 Wissenswertes-Links
 Prüfungsfragen
 Astronomie
 
Biologie
 
Chemie
 
Deutsch
 
Englisch
 
Ethik
 Gemeinschaftskunde
 
Geographie
 
Geschichte
 
Kunsterziehung
 
Mathe
 
Musik
 
Physik I Physik v. W. Prinz
 
Religion
 Landwirtschaft u.ä.
 Bücher - Empfehlungen

 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  


img5.png

                  

Die Erde und ihre Länder
Europa - Polen

Hauptstadt: Warschau

Offizieller Name Republik Polen
KFZ-Kennz. PL
Fläche 312 683  qkm
Einwohner 38,0 Mio.
Hauptstadt Warschau
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit
Amtssprache Polnisch
Währung 1 Zloty = 100 Groszy

Das Land wurde während der Eiszeit zum größten Teil zum Tiefland geformt, sodass fast drei Viertel des gesamten Gebietes weniger als 200 m Höhe erreichen. Von der Ostseeküste steigt das Land nach Süden über die breit ausgebildete Tieflandzone mit dem Baltischen Landrücken und dem Mittelpolnischen Tiefland bis zu den schmalen Mittelgebirgsregionen der Sudeten und Kleinpolnischen Hochfläche an. Im äußersten Süden greifen die Ausläufer der Karpaten auf Polen über. Die Jungmoränenlandschaft des Baltischen Landrückens mit ihren zahlreichen Seen wird durch die Weichselniederung in die Pommersche Seenplatte im Westen und die Masurische Seenplatte im Osten gegliedert. Die Hauptflüsse Weichsel und Oder fließen von Süden nach Norden; das Land gehört fast ausschließlich zum Einzugsbereich der Ostsee.
Polen wartet mit einem der schönsten Abschnitte der Ostseeküste auf: bis zu 60 m hohe Dünenwälle, von Strandhafer und Kiefernwäldchen am Wandern gehindert, vereinzelt auch Steilhänge, dazu sandige Nehrungen, wie die Frische Nehrung oder die Halbinsel Hela, mit abgeriegelten Buchten, seichten Haffen oder abgeschlossenen Strandseen. An der weit ins Land reichenden Mündungsbucht der Oder sowie im Mündungsdelta der Weichsel liegen Stettin, Danzig und Gdingen.
  
Danzig (polnisch Gdansk) ist eine bedeutende Hafen- und Handelsstadt in Polen und Hauptstadt der Wojewodschaft Pomorskie, die Stadt liegt am Zusammenfluss von Mottlau und Toter Weichsel. Der Stadtkern war vor der Zerstörung (Ende März 1945) ein Kleinod der Baukunst des Mittelalters und der Renaissance, mit prächtigen Häuserfronten und Toren, überragt von der Marienkirche (14./15. Jh.). Die Altstadt wurde inzwischen mit ihren wertvollsten Bauwerken historisch getreu wieder aufgebaut. Danzig hat mehrere staatliche und private Hochschulen (u. a. Universität, gegründet 1970) und Theater und ist katholischer Bischofssitz. Mit
Gdynia und Sopot bildet Danzig heute eine Stadtregion.

Im Hinterland der Küste schließt sich eine typische Moränenlandschaft mit Wäldern und Gewässern an: die Seenplatte Pommerns, Pommerellens und Masurens. In Masuren durchbrechen immer noch - wie im Volkslied besungen - wilde Schwäne mit ihrem rauschenden Flügelschlag die nächtliche Stille, und Störche zieren mit ihren Nestern Bauernhäuser und Kirchtürme. In dieser an urwüchsig herben Naturschönheiten reichen, an fruchtbarem Boden jedoch armen Region sind unzählige kleinere und größere Seen zwischen dunklen Wäldern und grünen Wiesen versteckt. Die Seen sind größtenteils durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden. Das "Masurische Meer", der Spirdingsee, ist mit einer Fläche von 122 km² Polens größter Binnensee und Heimat einer größeren Zahl der zwischenzeitlich selten gewordenen, inzwischen in ihren Beständen aber wieder stabilisierten Graureiher. Bei Lötzen befindet sich auf der Hohen Insel ein großes Naturschutzgebiet für Kormorane - Polen ist ein Land mit ausgeprägtem Natur- und Landschaftsschutz.

Das sehr niedrig gelegene Mittelpolnische Tiefland bietet ein von den Eiszeiten geformtes Landschaftsbild: Flache Lehmplatten werden von breiten, sanderfüllten, vielfach auch versumpften Talfurchen - den Urstromtälern - zerschnitten. Dort, wo im Vorland von Endmoränen Geröll und Sand, so genannte Sander abgelagert wurden, dehnen sich heute Heideflächen aus, die wie die Tucheler und Johannisburger Heide von Kiefernwäldern bestanden sind. Wo sich jedoch Schmelzwasser sammelte, entstanden breite Urstromtäler, denen heute teilweise Oder und Netze, Warthe, Weichsel und Bug folgen. Mittelpolen ist überwiegend ein ausgedehntes Ackerbaugebiet mit einigen bewaldeten Hügeln. Östlich der Weichsel finden sich jedoch noch nahezu unberührte, riesige Wälder mit altem Baumbestand. Ein Paradies besonderer Art ist die Puszcza Kampinoska in Masowien, ein Wald-, Sumpf- und Dünengebiet zwischen der Weichsel und ihrem Nebenfluss Bzura, in dem Elche, Wölfe, Füchse und Wildschweine ein beschütztes Dasein führen. Da die Weichsel inzwischen so verschmutzt ist, dass sie bereits als "toter Fluss" gilt, sind die Tage des Paradieses allerdings gezählt.
Über der niederschlesischen Lößebene im Südwesten erhebt sich das bewaldete Gebirgsland der Sudeten. Das Riesengebirge mit der 1602 m hohen Schneekoppe ist der bekannteste Teil der 300 km langen Bergkette der Sudeten. Hier leben in einem großen Naturschutzpark unter anderem noch Mufflons. Östlich der Oder setzt sich das Mittelgebirge in der Kleinpolnischen Hochfläche fort.

Die südöstliche Grenze Polens bilden die Karpaten, die über eine von Flüssen durchzogene Hügellandschaft zu den Gebirgsketten der Hohen (West-)Beskiden, der Hohen Tatra und der Niederen (Ost-)Beskiden ansteigen. Die sanften Kuppen der Beskiden sind dicht bewaldet, nur wenige Gipfel ragen über die Waldgrenze hinaus - so der Babia Góra (1725 m) in den Hohen Beskiden. In den Niederen Beskiden finden sich in einem Nationalpark noch unberührte Urwälder mit Bären, Wölfen, Wisenten und Luchsen.
Eiszeitlich überformte Gipfel, durch Gletschererosion verbreiterte und übertiefte Täler sowie tosende Wasserfälle verleihen der Hohen Tatra Hochgebirgscharakter. Über dunkle Fichten- und Lärchenwälder, auf die in höheren Lagen grüne Almen mit ihren im Herbst rot leuchtenden Vogelbeerbäumen folgen, erheben sich kahle Felsgipfel mit schroffen Wänden, Graten und Karen, in die malerische, kristallklare Bergseen, die so genannten Meeraugen, eingebettet sind. Der höchste Berg ist mit 2499 m der Rysy (Meeraugspitze).
Das Klima ist beständig wechselhaft. Der geographischen Lage entsprechend liegt Polen im Übergangsbereich zwischen ozeanisch geprägtem mitteleuropäischen und kontinentalem osteuropäischen Klima. Da natürliche Lufthindernisse fehlen, ist der Verlauf der Jahreszeiten bei meist unbeständigem Wetter recht unterschiedlich. Die Winter sind entweder trocken kalt mit langen, jedoch meist von Tauwetter unterbrochenen Frostperioden oder warm und feucht. Die Niederschläge fallen vorwiegend in den verhältnismäßig warmen Sommern, in denen Temperaturen von 30 °C keine Seltenheit sind. Klimatisch liegt Polen im Übergangsbereich von ozeanisch geprägtem mitteleuropäischem und kontinentalem osteuropäischem Klima.
99 % der Bewohner sind Polen, die stärksten ethnischen Minderheiten stellen Deutsche, deren Zahl auf rd. 400 000 geschätzt wird, sowie Ukrainer (300 000) und Weißrussen (200 000). 96% gehören der römisch-katholischen Kirche an, die traditionell eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft spielt. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Am dichtesten besiedelt sind die zentralpolnischen Ballungsräume um Warschau und Lódz sowie der südliche Landesteil mit dem oberschlesischen Industriegebiet und der Region Krakau.
Wichtigstes Transportmittel ist noch immer die Eisenbahn. Der Anteil der Kraftfahrzeuge an der Gesamtverkehrsleistung nimmt aber rasch zu. Die größten Seehäfen sind Stettin, Gdynia und Danzig; die wichtigsten Flughäfen befinden sich in Warschau, Lódz und Breslau
.

Warschau
Einer aus Moskau, der nach Paris will, und ein Pariser auf dem Weg nach Moskau kommen nach sehr langer Fahrt morgens in Warschau an, und beide glauben, sie wären am Ziel ...", so die Worte von Andrzej Szczypiorski, einem der bekannten zeitgenössischen polnischen Schriftsteller und Teilnehmer am Warschauer Aufstand - aber: Als am 17. Januar 1945 die Rote Armee in Warschau einzog, lag die Innenstadt mitsamt dem Königsschloss und dem Marktplatz in Trümmern. Deutsche Kampfflieger hatten die ehemalige Residenz der polnischen Könige gezielt bombardiert, Wehrmacht und SS das jüdische Ghetto dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Warschauer Aufstand war die Stadt systematisch gesprengt und niedergebrannt worden. Zurück blieben nur wenige Überlebende und verbrannte Erde. Wer als Warschauer nicht in einem Vernichtungslager umgekommen oder nach dem Aufstand interniert worden war, der war geflohen. Die Stadt, die der venezianische Maler Bernardo Bellotto - bekannter unter seinem Künstlernamen Canaletto - während seines zwölfjährigen Warschau-Aufenthaltes im 18. Jahrhundert in gedämpften Farben auf der Leinwand festgehalten hatte, hatte aufgehört zu existieren

Für Polen, dessen Regierung nie kapituliert und dessen staatliche und militärische Strukturen selbst unter der deutschen Besatzung im Untergrund weiterbestanden hatten, war von Anfang an klar: Warschau musste - koste es, was es wolle - wieder aufgebaut werden. Doch die Architektengeneration, die nach 1945 in den Trümmern der Stadt ihre Chance sah, wollte das bürgerliche Warschau der Vorkriegszeit nicht nachahmen - ein neues, modernes Warschau sollte entstehen. Für dieses Ansinnen musste Raum geschaffen werden, sodass selbst die wenigen noch erhaltenen Bauten der Vorkriegszeit der Spitzhacke geopfert wurden. Es gab auch Ausnahmen, z.B. die Altstadt von Warschau. Für deren Wiederaufbau wurden der Stadtplan aus dem Mittelalter und die Architektur des 18. Jh. zugrunde gelegt.

Die Hauptstadt Warschau war, ist und bleibt die am stärksten pulsierende Metropole dieses Landes. Hier dreht sich alles um den Neubeginn, Aufbau und Wachstum. Hier spürt man allerdings auch, dass diese Impulse nicht von dieser Stadt selber gesendet werden. Sie macht eher einen überforderten Eindruck, als ob sie den Trends und den Ansprüchen der Zeit irgendwie nacheifern würde. Als ob eine „fremde“ Kraft hier die Fäden in der Hand hätte. Hier sieht man moderne Wolkenkratzer neben alten Backstein-Hausfassaden, die durch die auffallenden Einschusslöcher stark an die Vergangenheit erinnern. Hier reihen sich arme Straßenverkäufer und Handwerker an neue, schicke Einkaufszentren. Ein bunter, spannender Fleckerlteppich, der in einem Rahmen aus Hoffnung ein prächtiges Kunstwerk bildet, das man besonders bei einem Spaziergang durch die Innenstadt und am östlichen Ufer der Weichsel auf sich wirken lassen kann.

Krakau
Krakau liegt südwestlich von Warschau, es war der Krönungsort der polnischen Könige und vom 12.-17. Jh. polnische Hauptstadt und zudem Universitätsstadt. Hier war das einstige jüdische Viertel Kazimierz mit Stara Synagoga aus dem 14. Jh. Polen war im ausgehenden Mittelalter die politische und militärische Führungsmacht in Osteuropa. Der Wawel in Krakau war bis 1596 die Residenz der polnischen Könige. Nachdem Polen zuvor schon Gebiete verloren hatte, teilten jedoch 1795 Russland, Preußen und Österreich das Land unter sich auf. "Finis Poloniae" hieß es damals -"Das Ende Polens ist gekommen". Doch das Volk hörte nicht auf, gegen dieses scheinbar unabänderliche Schicksal zu rebellieren.  
Aus welcher Richtung man auch immer die Altstadt von Krakau betritt - zum Marktplatz ist es nicht weit. "In Krakau wanderte jeder Einwohner mindestens fünfmal am Tag über den Marktplatz. Ob zur Bank oder ins Café, wohin er auch ging - er musste den Markt überqueren. Und wo immer er sich befand, überall erreichten ihn die vier Uhren und die Trompetenstöße des Türmers der Marienkirche", erinnerte sich der Krakauer Autor Tadeusz Boy-Z?elénski an seine Heimatstadt zur Jahrhundertwende. Auch wenn die Stadt am Fuße des Wawel-Berges sich seitdem verändert hat, das Herz des alten und neuen Krakau schlägt immer noch hier.
Der Rynek Gl/ówny, der Hauptmarkt, ist einer der schönsten mittelalterlichen Plätze Europas - großzügig, weit und gar nicht erdrückend. Das verdanken die Krakauer Boleslaw dem Keuschen. Mitte des 13. Jahrhunderts ließ er der am Ufer der Weichsel liegenden Marktsiedlung, die beim Überfall der Tataren schwer gelitten hatte, mit einem großen Marktplatz als Mittelpunkt städtischen Lebens ein neues Gesicht geben: ein Geviert von 200 mal 200 Metern, auf das von allen Seiten geräumige Straßen zuliefen. Sie teilten die Stadt in ein Schachbrett von quadratischen Häuserblocks, die eine ringförmige Wallanlage umgab. An ihrer Stelle trennt heute eine ringförmige Parkanlage die Altstadt von den anderen Stadtvierteln.
Rings um den Platz wuchsen zweistöckige, reich verzierte Bürgerhäuser mit schmalen Fronten und tiefen Höfen; unten befanden sich Werkstätten, oben die Wohnräume. Bereits in der Gotik errichtet, hat man sie später im Stil der jeweiligen Epoche umgestaltet. Herrscht auch der Eindruck strenger Renaissance vor, sind Ausschmückungen an der Fassade oft von verspieltem Barock geprägt. Auch für das mittelalterliche Rathaus, von dem lediglich noch der Turm steht, und für mehrere Kirchen bot der Platz genügend Raum. Und natürlich war an die Händler gedacht, denn Krakau lag am Kreuzungspunkt mehrerer großer Handelsstraßen. Statt zahlreicher kleiner Buden entstand die 100 Meter lange Tuchhalle, "Sukiennice". Sie ist heute neben der Marienkirche d e r Blickfang der Altstadt.
Dass der Stadtkern in seiner historischen Form so vollkommen erhalten blieb - die deutschen Besatzungstruppen hatten die Altstadt bereits vermint, als die Rote Armee 1945 durch ein überraschendes Manöver die Sprengung verhinderte - macht den Reiz der Stadt aus. Doch das mittelalterliche Kleinod hat auch mit Umweltbelastungen zu kämpfen. Sie machen sich nicht zuletzt durch das am Stadtrand gelegene Stahlwerk Nowa Huta bemerkbar. So fielen die mächtigen Apostelfiguren an der St.-Peter-und-Paulus-Kirche, dem ersten Barockgebäude der Stadt, der Luftverschmutzung zum Opfer. Sie wurden durch Kopien ersetzt, die nun alljährlich chemisch gereinigt werden müssen.

Seite erstellt: 2009
Seite geändert: 10.10.2010

 

hdanavneu.gif