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Die Erde und ihre Länder
Europa - Norwegen (Das Land der Wikkinger)

Norwegen - Hauptstadt: Oslo  
 

Lage Nordeuropa
Grenzen Im Südwesten Nordsee, im Nordwesten Europäisches Nordmeer, im äußersten Nordosten Russland, im Osten Schweden und Finnland
Zeitzone MEZ
Fläche 323 758 qkm (26% Wald, 3% Ackerland)
Ausdehnung Nordosten-Südwesten 1750 km, Westen-Osten 430 km
Landesnatur Größtenteils Gebirgsland mit stark vergletscherten Hochflächen, das zum Atlantik steil, nach Osten hin flach abfällt; im Süden schmales Küstentiefland, an der Westküste Fjorde und vorgelagerte Inseln (Schärengürtel)
Gewässer Glomma, Lågen, Anteil am Tana; Mjösa-See
Klima An der Küste ozeanisches, sonst kontinentales Klima;
Sehenswürdigk. Osebergschiff auf der Halbinsel Bygdöy; Vigeland-Anlage bei Oslo; Stabkirchen; Ålesund; Geiranger-, Hardanger-, Sognefjord; Gletscher Jostedalsbreen; Nordkap

Das lang gestreckte Norwegen gehört zu den nördlichsten Staaten der Erde. Kein Land Europas besitzt zudem eine längere Küste als das norwegische Königreich mit seiner 2 650 km langen Fjordlandschaft. Als Teil Skandinaviens wird es vom Europäischen Nordmeer und von der Nordsee umspült.

Die immense Länge der Küste sowie die große Handels- und Fischereiflotte von Norwegen, der viertgrößten Fischfangnation der Welt, unterstreichen die Bedeutung des Meeres für das skandinavische Land.
N.orwegen liegt auf demselben Breitengrad wie Alaska, erfreut sich jedoch dank der Nähe des warmen, atlantischen Golfstroms an der Küste eines milderen Klimas. Hinter der Küste folgt eine Bergkette, die mit dem 2470 Meter hohen Glittertind ihren höchsten Punkt erreicht. Lange Fjorde, von denen das Küstengebiet stark durchzogen ist, erstrecken sich bis zu 200 Kilometer weit ins Landesinnere hinein. Der stark zerklüfteten Küste sind eine Vielzahl an Inseln und Schären - kleine, flache Felsinseln - vorgelagert.

Bei den Fjorden handelt es sich um ehemalige eiszeitliche Täler, die vom Meer überschwemmt wurden. Der längste ist mit 220 Kilometer der Sognefjord nördlich der Stadt Bergen. Viele der Inseln und Schären vor der 2650 Kilometer langen Küste sind bewohnt. In Norwegen liegt zudem mit dem Gletschergebiet Jotunheimen das höchste Gebirgsmassiv Nordeuropas.
Gletscherplateaus, die „Fjälls" genannt werden, sowie Hochebenen prägen die Landschaft im Landesinneren. Die einzige größere zusammenhängende Tiefebene Norwegens findet sich im Südosten um die Hauptstadt Oslo. Sie besteht überwiegend aus Waldland.

Die Nadelholzwälder des Südens werden in Richtung Norden von Birkengehölzen, Sträuchern sowie der Vegetation der lappischen Tundra abgelöst, auf der Rentiere weiden. Ein Drittel Norwegens liegt jenseits des Polarkreises. Ein Zehntel der Bevölkerung lebt in dieser rauen Region, darunter 30000 Samen. Nur 3% des Territoriums lassen sich landwirtschaftlich nutzen (Getreide, Kartoffeln, Viehzucht), rund die Hälfte aller benötigten Nahrungsmittel muss eingeführt werden. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes gehören die Fischerei sowie die hoch industrialisierte Lachszucht. Beide tragen auch erheblich zum Export bei. Besonders stark profitiert Norwegen jedoch von seinen immensen Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Das Nordkap wurde im 16. Jahrhundert von englischen Seefahrern entdeckt, die einen Weg nach China suchten. Es ist ein eindrucksvolles felsiges Kap auf der norwegischen Insel Mageroya und gilt zugleich als nördlichster Punkt Europas. Das Nordkap ist heute ein beliebtes Ziel für Touristen, die hier von Mai bis Juli das Naturschauspiel der Mitternachtssonne genießen können.

Norwegen ist eine alte Seefahrernation, die stolz auf ihre Unabhängigkeit ist
Dank seiner gewaltigen Erdöl- und Erdgasvorkommen verzeichnet Norwegen das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen. Auch für die Zukunft vertraut das Königreich auf die Rohstoffe aus dem Meer.
Vom 7. bis zum 11. Jahrhundert erkundeten und eroberten die Wikinger von Norwegen aus die damals bekannte Welt. Wikingerschiffe segelten nach Island, zu den Britischen Inseln, an die Küsten Westeuropas und über den Nordatlantik. Einige Wikinger siedelten sich dauerhaft in den eroberten Gebieten an - etwa in Frankreich oder in Süditalien, wo sie als Normannen bekannt wurden.               

Skandinavische Union
Um 900 hatte Harald I. Harfagre („Schönhaar") das Königreich Norwegen gegründet, sein Ururenkel Olaf II. der Heilige leitete um 1020 die Christianisierung ein.
1397 kam das Land unter dänische Herrschaft. Nach dem  Ende der Union 1523 blieben Norwegen und Dänemark für weitere drei Jahrhunderte verbunden.
1814 verkündete die norwegische Nationalversammlung von Eidsvoll die Auflösung der Union mit Dänemark, das Land geriet in Abhängigkeit von Schweden, dessen König auch den westlichen Nachbarstaat regierte. Erst 1905 erhielt Norwegen mit HaakonVIl. nach 300 Jahren wieder einen eigenen König.
Trotz seiner Neutralität in beiden Weltkriegen wurde Norwegen 1940 von der deutschen Armee besetzt. Nach dem Krieg gab das Land die Neutralität auf und trat der NATO bei.
Seit 1970 spielt die Förderung von Erdöl und Erdgas eine immer wichtigere Rolle für Norwegens Wirtschaft, auch wenn der Fischfang ein bedeutender Bereich bleibt. Der durch das Erdöl bedingte Reichtum  wird im Rahmen einer „skandinavischen" Sozialpolitik verteilt. Das erst seit einem  Jahrhundert unabhängige Norwegen lehnt einen Beitritt zur EU bisher ab.
 

Seite erstellt: 2005
Seite geändert: 03.03.2010

 

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