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Die Erde und ihre Länder
Neuseeland
Hauptstadt: Wellington
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| Offizieller Name |
Neuseeland englisch: New Zealand; maori üblicherweise: Aotearoa |
| Staatsform | parlamentarische Monarchie im Commonwealth |
| Fläche | 270 500 qkm |
Staatsoberhaupt: |
Britische Königin, vertreten durch einen Generalgouverneur |
Unabhängigkeit: |
26. September 1907 (von Großbritannien |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit +11 Std. |
| Amtssprache | Englisch |
| Einwohner | 4,0 Mio. |
| Währung | 1 Neuseeland-Dollar = 100 Cents |
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KFZ-Kennzeichen |
NZ |
Neuseeland ist der Staat, der am weitesten von Mitteleuropa entfernt ist: Teile des Landes liegen
auf der Erdkugel genau gegenüber von
Spanien.
Die gesamte Landfläche Neuseelands beträgt 270534 qkm und ist damit etwas
kleiner als die Italiens.
Neuseeland
ist ein Inselstaat, er besteht aus zwei Hauptinseln, der Nord- und der Südinsel, die durch die Cookstraße voneinander getrennt werden.
Dazu gehören aber noch zahlreiche
kleinere Inseln. Die größten darunter sind Stewart Island,
Great Barrier Island und Chatham Island.
Neuseeland liegt
geographisch isoliert im südlichen Pazifischen Ozean, die nächsten größeren
Landmassen sind das ungefähr 1500 km nördlich gelegene Neukaledonien, das durch die Tasmanische See
getrennte, etwa
1600 km nordwestliche Australien und südlich das knapp 3000 km entfernt liegende antarktische Festland.
Weder geographisch noch kulturell lässt sich Neuseeland eindeutig einem
bestimmten Kontinent zuordnen. Das Land liegt teils auf der Australischen,
teils auf der Pazifischen Platte, und die Bevölkerung
wurzelt überwiegend in zwei verschiedenen Kulturräumen: die Nachfahren der
größtenteils britischen Kolonisten im europäischen, die indigenen Maori im polynesischen Kulturkreis Ozeaniens.
Neuseeland gehört,
wie alle anderen Länder, die an der Grenze zur Pazifischen
Platte liegen, zum Pazifischen Feuerring - darunter
versteht man einen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt. Das führt zu Erdbeben,
Verwerfungen (das sind Zerreiß- oder Bruchstellen im Gestein) und zu erhöhter vulkanischer Aktivität.
Deshalb sind die Vulkane dieses Landes, die sich ausschließlich in der nördlichen
Hälfte befinden, besonders
aktiv: So sind z. B. alle drei Vulkane der Zentralen
Hochebene noch aktiv, die letzte Eruption des Stratovulkans Ruapehu ereignete sich1997. In der Gegend der
Bay of Plenty ist die
Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, sodass hier geothermische
Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem
Gebiet ist White Island, dessen letzte große Eruption
2000 stattfand. Neben den Vulkanen zeigen sich die Kräfte der Erde in
Form der insgesamt 67 Geysire. Ein bekanntes Beispiel sind die heißen Quellen in Hanmer
Springs.
Die 113729 qkm große Nordinsel ist von ausgedehnten Tiefebenen geprägt, vor
allem in der Region Waikato. Das Zentrum der Insel wird
von der Zentralen
Hochebene geprägt, deren Vulkane Ngauruhoe, Tongariro und
Ruapehu den Tongariro-Nationalpark bilden,
der von der UNESCO zum ersten
kombinierten Weltkultur- und Weltnaturerbe erklärt wurde. Der Ruapehu ist mit 2797 m die höchste Erhebung der
Insel, Nördlich von ihm liegt der Tauposee, der größte See des Landes.
Der östliche Teil der Nordinsel wird von Nordosten nach Südwesten von
zahlreichen Mittelgebirgsketten durchzogen, während im Westen der Insel der
Taranaki als kreisrunder Berg aus der Ebene
auf 2518 m aufsteigt.
Die mit 151215 qkm etwas größere Südinsel wird bestimmt von den parallel
zur Westküste verlaufenden Neuseeländischen Alpen, auch
Südalpen genannt. Ihre höchste Erhebung ist
der 3754 m hohe Mount Cook, gefolgt vom 3498 m hohen Mount
Tasman. Insgesamt haben 17 Gipfel eine Höhe von über 3000 m. Sowohl
die nördlichsten als auch die südlichsten Gebiete der Insel bestehen aus
Mittelgebirgen, die teilweise auf über 1000 Meter Höhe ansteigen. Die Region zwischen Südalpen
und dem Tasman-See gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Erde.
Deshalb schieben sich einige Gletscher der Südalpen durch sämtliche
Vegetationszonen bis in die Regenwälder in Küstennähe; der äußerste Südwesten
ist reich an Fjorden. Östlich der Südalpen befinden sich
eine große
Schwemmebene, die sich gut für landwirtschaftliche Zwecke, z.B. für die
Viehzucht, eignet.
Gewässer
Neuseeland umfasst eine große Zahl an großen und kleineren Seen. Der durch
den in der Zentralen Hochebene entspringenden Tongariro River gespeiste Tauposee im Zentrum der Nordinsel ist mit Abstand der größte See des
Landes. Mit einer Fläche von 616 qkm ist er größer als der Bodensee. Der See ist vulkanischen Ursprungs. Die nächstgrößeren Seen liegen
allesamt auf der Südinsel und wurden von Gletschern ausgeschoben. Der größte dieser
Gletscherseen ist der Lake Te
Anau mit einer Fläche von 344 qkm. Viele dieser Gletscherseen sind tiefer
als ihre Höhenlage, der Grund der einzelnen Seen befindet sich unterhalb
des Meeresspiegels.
Neuseeland wird von zahlreichen Flüssen und Bächen durchzogen. Der
längste Fluss des Landes ist der auf der Nordinsel gelegene Waikato River (425 km), er entspringt
aus dem Tauposee und und mündet in die Tasmanische Seet. Der Clutha River im Süden der
Südinsel ist mit 340 km der zweitlängste Fluss.
Geschützte Natur
Die meisten Pflanzen Neuseelands kommen nur in
Neuseeland vor. Ursprünglich waren immergrüne Lorbeer-Koniferen- und
Südbuchenwälder weit verbreitet. Unter dem Einfluss des Menschen drangen die
Tussockgrasflächen weiter vor. Eine Besonderheit sind die über
170 verschiedenen, teils mehr als 10 m hohen Farnarten; der Silberfarn ist die
Nationalpflanze Neuseelands.
Europäische Tiere haben die ursprüngliche Fauna, die keine Säugetiere kannte und
von flugunfähigen Laufvögeln wie Kiwis und Moas beherrscht wurde, verdrängt.
Heute steht fast ein Drittel Neuseelands unter Naturschutz, ein Zehntel liegt
innerhalb der 14 Nationalparks, deren ältester bereits 1887 errichtet wurde.
Ferner gibt es zahlreiche Wald-, Meeres- und Küstenschutzgebiete.
Feuchtmildes Klima
Im Norden herrscht ein subtropisches, ansonsten ein warmgemäßigtes Klima.
Aufgrund des ozeanischen Einflusses variieren die Temperaturen im Jahresverlauf
nur relativ wenig. In Auckland schwanken die Durchschnittstemperaturen zwischen
12 °C im Juni und 19 °C im Januar. Das ganze Jahr fallen teils heftige
Niederschläge, in den meisten Regionen mehr als 1000 mm. Häufig wehen kräftige
Westwinde.
Bevölkerung
Der Großteil der Einwohner sind Weiße, meist angloirischer Abstammung. Etwa
15% der Bevölkerung zählen zu den Maori,
hinzu kommen noch Zuwanderer aus Polynesien und Asien. Die polynesischen Maori
konnten erst nach langen Auseinandersetzungen mit der weißen Mehrheit die
Anerkennung und Neubelebung ihrer Kultur durchsetzen.
Drei Viertel der Neuseeländer leben auf der Nordinsel, die Südinsel ist nur dünn
besiedelt. Obwohl Neuseeland bis heute ein Einwanderungsland ist, emigrieren
seit den 1970er Jahren viele Neuseeländer nach Australien und Großbritannien.
Bildung
Das Bildungssystem orientiert sich am britischen Vorbild. Schulpflicht
besteht vom 6. bis 15. Lebensjahr, davor kann eine Vorschule besucht werden. Die Secondary
School, die bis zur 13. Klasse besucht wird, bietet verschiedene Abschlüsse,
u. a. die Berechtigung zum Studium an einer der 20 Fachhochschulen und acht
Universitäten. Seit 1991 werden Studiengebühren verlangt, deren Höhe vom
Elterneinkommen abhängt. Für die Maori gibt es Vorschulen in ihrer Muttersprache
sowie spezielle Bildungsangebote auf Fachhochschul- und Universitätsniveau.
Kinder, die in abgelegenen Gegenden wohnen, werden über ein Fernlehrinstitut
unterrichtet.
Staat und Politik
Neuseeland ist eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Das Land
besitzt keine geschriebene Verfassung. Staatsoberhaupt ist die britische
Königin, die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Die 120 Abgeordneten
des Einkammerparlaments (Repräsentantenhaus) werden für eine Legislaturperiode
von drei Jahren gewählt; fünf Sitze sind für die Maori reserviert. An der Spitze
des Kabinetts steht der Premierminister. Ab dem 18. Lebensjahr
besteht ein Allgemeines
Wahlrecht.
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Import: Australien, Japan, Länder der Europäischen Union, Vereinigte Staaten von Amerika, Taiwan |
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Importe |
Erdöl, Konsumgüter, Kraftfahrzeuge, Maschinen, Mineralien, chemische Produkte, Kunststoffe |
Geschichte
Britische Herrschaft
1642 entdeckte der Niederländer Abel Tasman
das von den polynesischen Maori besiedelte Neuseeland. 1769 begann die
Erforschung durch den Engländer James Cook.
Die europäische Besiedlung setzte Ende des 18. Jh. ein. Die Briten
erwarben am 6. 2. 1840 durch den Waitangi-Vertrag mit den Maori die Souveränität
über Neuseeland. Konflikte zwischen Siedlern und Maori führten zwischen 1860 und
1872 zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Maori dezimiert wurden.
In den 1890er Jahren führte Neuseeland umfangreiche soziale und politische
Reformen durch, so führte es als erstes Land der Welt 1893 das Frauenwahlrecht
ein.
Der moderne Staat
1907 erhielt die bisherige britische Kolonie den Dominionstatus. Neuseeland
nahm an beiden Weltkriegen auf britischer Seite teil. 1947 akzeptierte das Land
das Westminster-Statut von 1931. Damit wurde die Unabhängigkeit im Rahmen des
Commonwealth bestätigt. 1951 trat Neuseeland dem ANZUS-Pakt, auch Pazifikpakt genannt,
1954 der SEATO bei.
1962 wurde Westsamoa, das Neuseeland 1914 besetzt hatte, die Unabhängigkeit
gewährt. 1972 vollzog Neuseeland den Austritt aus der SEATO und den Rückzug der
neuseeländischen Truppen aus Indochina. Die von der seit 1984 regierenden
Labour-Regierung betriebene Antinuklearpolitik führte zu Spannungen mit
Frankreich sowie den USA und 1986 zur Suspendierung der Mitgliedschaft
Neuseelands im ANZUS-Pakt. 1987 erklärte sich Neuseeland zur atomwaffenfreien
Zone. Innenpolitisch stärkte die Labour-Regierung die Position der Maori, indem
sie deren Sprache zur zweiten Landessprache deklarierte und dem Vertrag von
Waitangi mit seinen Garantien für bestimmte Besitzrechte der Urbevölkerung
Gesetzesstatus gab.
Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts zogen 1996
erstmals kleine Parteien ins Parlament ein. 1999 kehrte die Labour Party mit
Premierministerin Helen Clark an der Spitze eines Koalitionskabinetts
in die Regierungsverantwortung zurück. Helen Clark blieb auch nach den Wahlen
2002 und 2005 Regierungschefin, zz. ist es John Phillip Key.
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