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Die Erde und ihre Länder
Europa - Moldau (ehem. Moldawien)

Hauptstadt: Chisinau

Das Land zwischen der Ukraine und Rumänien
 

Offiz. Name Republik Moldova
Lage Südosteuropa
Grenzen im Westen Rumänien, sonst Ukraine
Staatsform parlamentarische Republik
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit +1 Std.
Amtssprache Moldawisch
Fläche 33 800  km² (12 % Wald, 51 % Ackerland,
9 % Wiesen u.Weiden)
Landesnatur im N fruchtbare Belzysteppe, im zentralen Teil Hügelland,
im Süden flaches und trockenes Steppenland
Gewässer Dnjestr, Reut, Pruth
Höchster Punkt 429 m in den Kodren
KFZ-Kennz. MD

Moldau, einstige Sowjetrepublik Moldawien, liegt nördlich von Rumänien und wird fast ganz von der Ukraine umschlossen. Die Republik nimmt den Hauptteil Bessarabiens, eine historische Landschaft in Südosteuropa, ein. Sie hat als Binnenland keinen Zugang zum Meer, doch der feuchte Boden ihres relativ flachen Territoriums ist ideal für eine landwirtschaftliche Nutzung. Der Norden wird von der waldlosen, äußerst fruchtbaren Belzysteppe eingenommen. Im zentralen Teil erhebt sich ein größtenteils bewaldetes, bis 400 m ansteigendes Hügelland, an das sich nach Süden flaches und trockenes Steppenland anschließt. Wichtigster Fluss ist der Dnjestr im Osten Moldovas, im Westen bildet der Pruth die Grenze zu Rumänien.

Kaum Relief,
aber viel Feuchtigkeit
Moldau ist ein relativ
flachwelliges Hügelland, verbreitet findet man Schwarzerde, deshalb wird der größte Teil des Territoriums landwirtschaftlich genutzt. Nur an wenigen Stellen wird es von höheren Erhebungen unterbrochen, die aber höchstens 429m erreichen. Zwei große Flüsse durchziehen das Land, der Pruth und der Dnjestr. Ersterer, ein Nebenfluss der Donau, bildet im Westen die natürliche Grenze zu Rumänien. Der Dnjestr verläuft im Nordosten ein Stück entlang der Grenze zur Ukraine. Der Boden birgt ein großes Reservoir an Süßwasser.

Steppen und Wälder
Steppe bedeckt den Großteil Moldaus, doch die Gebiete, in denen Landwirtschaft betrieben wird, nehmen zu. Inzwischen wird drei Viertel der Fläche landwirtschaftlich genutzt (Tabak, Wein, Obst, Ge­müse), und fast die Hälfte der Beschäftigten des Landes arbeiten in diesem Bereich. Daher sind die Landwirtschaft und die damit verbundenen Industrien auch die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. 10 Prozent des Territoriums - in der Landesmitte - bestehen zudem aus Laubwäldern. Rohstoffvorkommen gibt es in Moldau kaum, in der Schwerindustrie dominiert der Maschinenbau.

Viele Nationalitäten
Fast die Hälfte der moldauischen Bevölkerung lebt in Städten. Das Land weist eine Vielzahl an Nationaliäten und Ethnien auf, darunter Moldawier (ca. 60 %), Ukrainer (ca. 14 %), Russen (ca.13 %), Bulgaren (ca. 2 %), Gagausen (ca. 4 %) sowie Sinti und Roma (ca. 0,3 %).

Bevölkerung 4,263 Mio. Einwohner
Religion Orthodoxe Kirche
Sprache Moldawisch; Russisch

Ein Teil der Bevölkerung strebt den erneuten Anschluss an Rumänien an, andere hingegen wenden sich strikt gegen diese Absicht und zeigen vielmehr separatistische Tendenzen.

Eine bewegte Geschichte
Das moldauische Territorium ist seit vorgeschichtlichen Zeiten besiedelt,  im 1. Jh. besetzten es die Römer, und zwischen dem  4. und 6. Jh. wurde es christianisiert.
In der Zeit der Völkerwanderung zogen diverse Stämme durch Moldau, darunter die Hunnen, Ostgoten und Mongolen. Dieser unruhigen Epoche folgte im 14. und 15. Jh. eine Periode der Autonomie als Fürstentum Moldau. Vor allem unter Stefan dem Großen erlebte das Land eine Zeit des Wohlstands, in der auch zahlreiche Klöster, Kirchen und Festungen entstanden. 1512 fiel es an das Osmanische Reich. Nach dem russisch-türkischen Krieg 1792 integrierten die Russen den östlichen Teil Moldaus unter dem Namen Bessarabien.
Na
ch der russischen Revolution 1917 wurde die Region unter dem Namen Moldova unabhängige Republik und entschied sich 1918 für den Anschluss an Rumänien. 1940 annektierte die Sowjetunion das Land als Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik. 1991, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, konnte es wieder seine Unabhängigkeit als autonome Republik erklären.

Wirtschaft
Währung 1 Moldova-Leu = 100 Bani
Anteil der Wirtschaftssektoren
Landwirtschaft 24 %, Industrie 25 %, Dienstleistungen 51 %
Arbeitslosigkeit ca. 8%
Importgüter Elektrische und elektronische Geräte, Textilien, Auto-Teile, chemische Produkte
Exportgüter Textil- und Lederwaren, Nahrungsmittel, Genussmittel, Tabak
Eisenbahn 1138 km
Straßen 11 012 km

Geschichte
1918 Das Land fällt an Rumänien
1940 Rumänien tritt das Land an die UdSSR ab
1990 Das Land erklärt seine Souveränität und nimmt den Namen Moldova an
1991 Moldova erlangt die Unabhängigkeit und wird Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
1992 Gewalttätige Auseinandersetzungen in der nach Unabhängigkeit strebenden "Dnjestr-Republik"; Friedenstruppen werden stationiert
1993 Die Bevölkerung lehnt die Vereinigung mit Rumänien ab
1999 Rezession wegen Wirtschaftskrise im Hauptexportland Russland
2000 Verfassungsänderung: Staatspräsident hat nur noch repräsentative Aufgaben und wird nicht mehr direkt, sondern vom Parlament gewählt
2003 Memorandum Russlands zum Djnestr-Konflikt mit langjähriger Militärpräsens Russlands in der Region- keine Zustimmung von der Regierung Moldovas
2005 erneuter Wahlsieg der Kommunisten; Woronin bleibt Präsident

 
Klima
• kontinental-mild durch die Nähe zum Schwarzen Meer
• Durchschnittstemperatur: 4°C im Januar, 25 °C im Juli
• jährliche Niederschlagsmenge: 350 mm

Sehenswertes
• Region Codru
Orhei vechi (Felsenkloster)
• Soroca (Rundfestung)
Saharna (Kloster, Wasserfall)
• der
Dnjestr-Fluss
• die Weingegenden um Cahul, Taraclia und Comrat
Chisinau (Park „Stefan der Große", Oper, Kathedrale des Heiligen Tiron)

Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 03.03.2010

 

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