

Die Erde und ihre Länder
Europa - Malta
Insel
mit bewegter Geschichte
Hauptstadt: Valletta
Der Inselstaat Malta liegt in der Mitte der Meerenge, die Sizilien von der nordafrikanischen Küste trennt und das Mittelmeer in zwei unterschiedlich große Bereiche teilt. Dadurch kommt ihm eine entscheidende strategische Rolle bei der Kontrolle dieses großen Gewässers zu.
| Lage | Südeuropa; |
| Grenzen | Allseitig Mittelmeer |
| Zeitzone | MEZ |
| Fläche | 316 qkm (40 % Ackerland) |
| Ausdehnung | Nordwest-Südost 45 km |
| Landesnatur | Im W esten Plateau, im Norden Landschaft aus Bergrücken und Senken, im Nordosten Tieflandzone, im Süden und Südwesten Hügelland |
| Höchster Pkt. | Bingemma Hights (253 m) |
| Klima | Mittelmeerklima |
| Sehenswürdig- keiten |
Hauptstadt Valletta; Tempel von Tarxien; Hagar Qim; Hypogäum (unterirdische Kultstätte von Hal Saflieni); Tempel von Ggantija auf Gozo; frühchristliche Katakomben und Grotte des hl. Paulus in Rabat |
2004 trat das Land der Europäischen
Union bei.
Die honigfarbene
Insel
Malta,
kleinste
europäische Inselstaat, liegt zwischen dem
östlichen und westlichen Becken des Mittelmeeres. Er besteht aus drei bewohnten Inseln,
der Hauptinsel
Malta (246 qkm) sowie den beiden Nebeninseln Gozo (67 qkm) und Comino (3
qkm). Auf keiner von ihnen finden sich Flüsse oder Seen, sie stammen von
einer Landbrücke, die vor Millionen von Jahren einmal zwischen Italien und
Nordafrika vorhanden war. Höhlen dagegensind häufig anzutreffen.
Die Hauptstadt Valletta liegt an der Nordostküste
von Malta.
Auf Malta überwiegen Kalkböden. Das Gestein
erreicht nur eine geringe Höhe, der höchste Gipfel liegt bei 253 Metern
(Dingli Cliffs). Der Name Malta soll von dem Wort „melitta" abstammen,
das so viel wie Honig bedeutet. Tatsächlich nimmt eine bestimmte Kalkmischung,
die oft als Baumaterial verwendet wird, eine goldene Farbe an, wenn sie
sich verhärtet.
Die typische Vegetationsform des maltesischen Archipels ist die
Garrigue. Dabei handelt es sich um Hartlaubsträucher, die eine Form
der Hartlaubwälder darstellen, welche früher einmal auf den Inseln wuchsen.
Im Landesinneren, auf den vielen Hügeln und in den Tälern, überwiegen terrassenförmige
landwirtschaftliche Anbauflächen.
Die maltesische Bevölkerung -392 000 Einwohner (Malteser)-
ist stark gemischt, besonders aus
Arabern und Italienern, und nahezu ausschließlich römisch-katholischen Glaubens.
Sie spricht eine eigene Sprache arabischen Ursprungs, beeinflusst vom
Italienischen - Maltesisch, aber auch Englisch und Italienisch.
Wirtschaft und Verkehr
Die Landwirtschaft ist relativ unbedeutend. Angebaut werden
neben Getreide, Zitrusfrüchten und Wein die für den Export wichtigen
Frühkartoffeln, Zwiebeln, Wintertomaten und Schnittblumen.
Trotz des relativ trockenen Klimas werden
Früchte - Orangen, Oliven, Feigen - und Getreide kultiviert. Einen weiteren
wichtigen Wirtschaftszweig stellt die Fischerei dar. Einer der größten Arbeitgeber
des Landes ist die Malta Drydocks, die zweitgrößte Werft EuropasNeben der Werftindustrie und einer modernen Tankerreinigungsanlage dominiert die
neu angesiedelte Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie sowie die
Nahrungsmittel-, Tabak- und Elektroindustrie.
Der Fremdenverkehr ist ein
wichtiger Faktor für die Wirtschaft.
Beliebtes Reiseziel
Die
Trockenheit und das Fehlen entsprechender Quellen zwingen die Malteser dazu,
Süß- und damit Trinkwasser
durch das Entsalzen von Meerwasser zu erzeugen. Andererseits macht das äußerst
milde Klima den Inselstaat zu einem der touristischen Hauptreiseziele des
Mittelmeerraums. Eine Sehenswürdigkeit auf Gozo ist der
Megalith-Tempel Ggantija, der zum Weltkulturerbe gehört.
Die Blaue Grotte liegt an der Südküste der Hauptinsel des Malta-Archipels und ist berühmt
für ihr klares und intensiv blaues Wasser. Sie ist typisch für die schroffen, felsigen Küsten von Malta,
die an die Fauna und Flora ebenso hohe Ansprüche stellen wie an Taucher.
Eine strategisch
günstige Lage
Die
außergewöhnliche Lage Maltas im Zentrum des Mittelmeerraums zog jahrtausendelang
Eroberer an. Die Besatzung der Insel durch zahlreiche Völker hat ihr eine
vielfältige Kultur beschert. Reste megalithischer Tempel aus dem 3. Jahrtausend
v. Z. stellen die ältesten Spuren menschlichen Lebens auf Malta dar. 800
v. Z. wurde die Insel von phönizischen Seefahrern und danach im 3. Jh.
v. Chr. von den Römern kolonisiert.
Im 4. Jh. n.Chr. siedelten sich die Byzantiner an, 870 die Araber.
Sie blieben bis 1090. Die aus Sizilien kommenden Normannen besetzten den
Archipel - Malta, Gozo und Comino - für die folgenden 400 Jahre.
In der maltesischen Sprache haben sie und ihre Vorgänger deutliche Spuren
hinterlassen: Sie ist eine Mischung aus Sizilianisch und Arabisch. Der Malteserorden
1530 schenkte Kaiser Karl V. den Inselstaat. Er stärkte die Verteidigungsfähigkeit
der Inseln, erbaute die heutige Hauptstadt
wie eine Festung. 1565 belagerten die Türken Malta, wurden aber
schließlich von den Rittern des Großmeisters Jean Parisot de LaValette vertrieben. Von ihm hat die maltesische Hauptstadt auch ihren Namen: Valletta.
Britische Kolonie
1798
ging der Archipel in französischen Besitz über, 1814 in britischen. Er wurde
zu einem wichtigen Flottenstützpunkt und während des Zweiten Weltkriegs
heftig bombardiert. Nach dem Krieg begann Malta, sich von Großbritannien
zu distanzieren, bis es 1964 seine Unabhängigkeit erhielt. 1981 schloss
die Republik mehrere Abkommen mit der UdSSR und 1984 mit Lybien (Abkommen
zum Austausch militärischer Informationen). 1987, als Paul Xuereb an die
Macht kam, wurden diese Verträge annulliert.
| ||||||||||||||||||||||||||||
![]()