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Die Erde und ihre Länder
Europa - Luxemburg
Hauptstadt: Luxemburg
| Staatsform | konstitutionelle Monarchie |
| Einwohner | 465 000 |
| Fläche | 2586 qkm |
| Amtssprachen | Französisch, Deutsch, Luxemburgisch |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit |
| Höchste Erhebung | Buurgplaatz (559 m |
Wichtigste Flüsse |
Mosel, Alzette, Sauer, Eisch |
| KFZ-Kennzeichen | L |
Luxemburg liegt im Zentrum Westeuropas
und grenzt an Belgien, Frankreich und Deutschland und
bildet mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten.
Das Großherzogtum
zählt zu den kleinsten europäischen Staaten und ist stolz auf seine erkämpfte Unabhängigkeit. Die früher mitunter feindlich gesonnnenen,
übermächtigen
Nachbarn sind heute in der Europäischen Union
verbündete Partner.
Luxemburg ist
Gründungsmitglied der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union. Heute
ist das Land Sitz wichtiger europäischer Institutionen wie des Europäischen Gerichtshofs, des Europäischen Rechnungshofs, der
Europäischen Investitionsbank
und des Sekretariat des Europäischen
Parlaments
Das kleine Großherzogtum
besitzt eine vielfältige Landschaft und eine überraschend starke Wirtschaftskraft,
es ist ein hoch industrialisiertes Land.
Landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen
machen fast 90 Prozent des luxemburgischen Territoriums aus. Das Land besteht
aus zwei sehr unterschiedlichen Regionen: Oesling und Gutland.
Landschaft, Flüsse und Wälder
Oesling
im Norden ist eine weite, torfige Hochebene, die vor allem nach Westen hin
stark bewaldet ist, es bildet einen Teil der Ardennen. Dort befindet sich
auch der höchste Berg Luxemburgs, der Buurgplaatz. Oesling wird von der Sauer und der Alzette durchzogen. Im Norden wird das Plateau von Troisvierges
vom Ackerbau bestimmt.
Gutland im Süden ist die bevölkerungsreichere,
stärker industrialisierte Region. Im östlich gelegenen Moseltal, das
für seine Weine berühmt ist, wird auch Landwirtschaft betrieben. Im Südwesten
Gutlands finden sich in einem schmalen Landstreifen reiche Eisenerzvorkommen.
Luxemburg zählt
zu den waldreichsten Ländern Europas, mehr als ein Drittel seines Territoriums
ist von Wald bedeckt. Bei der
Wiederaufforstung werden einheimische Baumarten, bes. Eichen und Buchen, bevorzugt.
Es gibt In Oesling gibt
aber auch Mischwälder.
Bevölkerung:
Die Bevölkerung ist fast ausschließlich katholisch. Etwa 165 000 Bewohner
sind Ausländer, Portugiesen, Deutsche, Franzosen, Belgier und Italiener.
Landessprache ist Luxemburgisch, ein moselfränkischer Dialekt. Die Gesetzestexte
und ihre Ausführungsbestimmungen werden in französischer Sprache verfasst; Amts-
und Gerichtssprachen sind Französisch, Deutsch und Luxemburgisch. 91% der
Bevölkerung leben in Städten, vor allem in der Hauptstadt Luxemburg.
Verkehr:
Das Eisenbahnnetz umfasst insgesamt 274 km. Das Straßennetz ist mit 5170 km
gut ausgebaut, Autobahnen führen über die
Landesgrenzen nach Frankreich, Deutschland und Belgien. Die Mosel wird seit
ihrer Kanalisierung für die Personenschifffahrt und den Güterverkehr genutzt
(Hafen in Mertert). Der internationale Flughafen ist in der Hauptstadt
Luxemburg.
Eine gesunde Wirtschaft
Obwohl
viele Luxemburger von der Viehzucht leben, ist das Land eines der industrialisiertesten
Länder Europas. Die Krise der Eisen- und Stahlindustrie in den 1980er-Jahren
hat zur Blüte neuer Industriezweige (Textilien, Chemie) geführt. Die
Eisenerzförderung wurde 1981 eingestellt. Die Stadt
Luxemburg ist ein erstrangiger Bankenstandort in Europa. Ungefähr 190 Banken
und 10 000 Gesellschaften haben dort ihren Sitz.
In der Landwirtschaft herrscht Anbau von Roggen und Hafer im Ösling, von
Weizen, Kartoffeln, Futterpflanzen und Obst im Gutland vor; Weinbau an den
Moselhängen; Rinder- und Schweinezucht im ganzen Land.
Für den industriellen Sektor sind
Betriebe der Kraftfahrzeugmontage, Reifenherstellung, Metall
verarbeitenden, chemischen, keramischen und der Nahrungsmittelindustrie von
Bedeutung. Für die Energieerzeugung ist das Pumpspeicherwerk Vianden an der Our
wichtig; der weitaus größte Teil des Energiebedarfs wird jedoch durch Importe
gedeckt. Haupthandelspartner sind Deutschland, Belgien und Frankreich.
Ab 1970 entwickelte sich die Hauptstadt Luxemburg als ein Zentrum der EG und
als Finanzzentrum zum Mittelpunkt des Wirtschaftslebens. Eine Vielzahl von
Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltungen u. a. sind in Luxemburg vertreten.
Der Fremdenverkehr konzentriert sich auf die Hauptstadt Luxemburg, den
Ösling, den Ardennenrand, die Luxemburgische Schweiz und die Mosel;
charakteristisch ist der hohe Anteil von Kurzurlaubern.
Geschichte:
Nach der Burg Lützelburg
benannt, entstand im frühen
Mittelalter die Grafschaft Luxemburg, die Graf Sigfrid 963 erwarb. Die
ursprünglich deutsche Grafschaft wurde im 12. und 13. Jh. durch
umfangreiche wallonische Gebiete erweitert. Im 14. Jh. stellte das Haus
Luxemburg mehrmals den deutschen König; durch Heirat kam Böhmen an die
Luxemburger. Kaiser Karl IV. (aus dem Haus Luxemburg) erhob Luxemburg 1354 zum Herzogtum.
Nachdem Wenzel 1386 Luxemburg an Burgund verpfändet hatte, nahm Philipp von
Burgund 1443 das Land durch Kauf in Besitz. 1477 kam es an die
Habsburger, bei der Teilung 1555 an deren spanische Linie, blieb aber Teil des
Reichs. 1684-1697 unter französischer Herrschaft, dann wieder habsburgisch,
1794-1814 erneut Teil Frankreichs, 1815 Großherzogtum und in Personalunion mit
den Niederlanden verbunden, aber Mitglied des Deutschen Bundes. 1839 wurde der
wallonische Teil an Belgien abgetreten; 1842-1918 Anschluss an den deutschen
Zollverein; 1866 selbständig und nach dem Scheitern der Annexionsversuche Napoleons
III. 1867 neutralisiert. Die Personalunion mit den
Niederlanden wurde nach dem Tod Wilhelms III. gelöst; in Luxemburg
folgte 1890 Adolf von Nassau und Oranien als Großherzog von Luxemburg. Im 1. Weltkrieg
besetzten deutsche Truppen das Land. 1919 dankte Marie Adelheid
(1912-1919) zugunsten ihrer Schwester Charlotte (1919-1964) ab. 1920
schloss Luxemburg eine Wirtschaftsunion mit Belgien. 1940 besetzten erneut
deutsche Truppen das Land. Die Bevölkerung litt schwer unter der
nationalsozialistischen Unterdrückungspolitik. 1947 erfolgte der Abschluss der
Benelux-Union, 1949 Beitritt zur NATO und 1957 Beitritt zur EWG. 1992
ratifizierte Luxemburg den Maastrichter Vertrag über die Europäische Union. Im
Oktober 2000 dankte Großherzog Jean, der seit 1964 Staatsoberhaupt war,
zugunsten seines ältesten Sohns Henri ab. Regierungschef ist seit 1995
J.-C. Juncker.
Politik und Verfassung:
Luxemburg ist eine konstitutionelle Erbmonarchie, die parlamentarisch regiert
wird. Staatsoberhaupt ist der Großherzog. Das Einkammerparlament
(Deputiertenkammer) geht aus allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen
hervor (ein Abgeordneter auf mindestens 5500 Einwohner, z. Z. 60, Wahlperiode 5
Jahre). Mehrparteiensystem: Christlich-Soziale Volkspartei, Luxemburger Sozialistische
Arbeiterpartei und Demokratische Partei bestimmen das Parteiensystem.
Wissenswertes
Verwaltung -
3 Distriktskommitsariate, 12 Kantone, 118 Gemeinden
Währung - 1 Euro
= 100 Cent
Religionszugehörigkeit - 98 % Katholiken
Bedeutendstes
Bergmassiv - Ardennen
Bevölkerungsdichte - 175 Einwohner je qkm
Größte Städte
- Luxemburg, Esch-sur-Alzette, Dudelange, Differdange
Klima
• kontinental,
im Süden und Südosten Mittelmeerklima
• Durchschnittstemperatur: 0 °C
im Januar, 22 °C im Juli
• jährliche Niederschlagsmenge: 500 bis 800
mm
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