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Die Erde und ihre Länder
Europa - Liechtenstein
Hauptstadt: Vaduz

 


Offizieller Name Fürstentum Liechtenstein
Staatsform konstitutionelle Monarchie auf parlamentarischer Grundlage
Einwohner 35 000, davon 21% Stadtbevölkerung
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit
Amtssprache Deutsch
KFZ-Kennzeichen FL
Währung 1 Schweizer Franken = 100 Rappen

Das Land
Lage Mitteleuropa
Grenzen Im W  Schweiz, im O Österreich
Fläche 160 qkm (Ausdehnung: Nord-Süd 25 km, West-Ost 12,5 km)
Landesnatur im Westen Alpenrheintalebene,
im Osten und Süden Seitenkämme des Rätikons
Gewässer Anteil am Rhein
Klima Relativ milde Winter, warme Sommer;
Sehenswürdigkeiten Landesmuseum in Vaduz; Schloss Vaduz

Steueroase, Briefkastenfirmen - das sind Begriffe, die wir oft mit dem Fürstentum Liechtenstein verbinden. Aber das ist nicht der Staat, denn dieser alpine Kleinstaat hat weitaus mehr zu bieten.
Liechtenstein ist ein landschaftlich reizvolles Gebiet, das vom Rheintal in knapp 500 m Höhe bis ins Hochgebirge des Rätikons reicht, die höchsten Gipfel sind der Vordergrauspitz (2599 m) und das Schwarzhorn (2574 m).
In den fruchtbaren Tälern beherrschen Wiesen, Äcker, Gemüse- und Obstgärten das Bild. Rebstöcke, würzige Alpweiden und Wälder findet man an den Berghängen, aber auch unwirtliche Schutt- und Felszonen gibt es hier. Nur knapp ein Viertel der Gesamtfläche des Fürstentums entfällt auf das flache Rheintal, wo ein mildes Klima den Anbau von Weizen, Mais und Tabak begünstigt, ansonsten herrscht in Liechtenstein die Vieh- und Forstwirtschaft traditionell vor.
In diesem schönen Land leben 34 000 Einwohner, etwa ein Drittel davon sind Ausländer: Schweizer, Österreicher, Deutsche. Und alle sprechen deutsch.

Staat
Regierungsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein
Legislative Landtag mit 25 für 4 Jahre vom Volk gewählten Abgeordneten
Verwaltungsgliederung 11 Gemeinden
Die Menschen
Analphabetismus unter 5 %
Lebenserwartung Frauen 83 Jahre, Männer 76 Jahre
Sprache Deutsch
Wichtige Orte Vaduz, Schaan, Balzers, Triesen, Eschen, Mauren
Wirtschaft
Bruttoinlandsprodukt 4,349 Mrd. Schweizer Franken
Anteil d.Wirschaftssektoren am BIP Landwirtschaft 1 %, Industrie 49 %, Dienstleistungen 50 %
Inflationsrate 1,0 %
Eisenbahn 18,5 km
Straßen 250 km (überörtliche Straßen)

Vom Agrarland zum Industriestaat
Noch vor mehr als 30 Jahren war die Landwirtschaft ein entscheidender Wirtschaftsfaktor des Fürstentums. Heute sind nur noch etwa 1 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat es sich vom armen, unterentwickelten Bauernland zu einem der reichsten Staaten der Welt entwickelt. Die Industrie konzentriert sich auf die Erzeugung hochwertiger Spezialprodukte. Neben dem seit 1923 bestehenden Währungs-, Wirtschafts- und Zollvertrag mit der Schweiz wirkte sich auch die Steuergesetzgebung positiv auf die Entwicklung zum Industriestaat aus.

1999 feierte das Fürstentum Liechtenstein sein 280-jähriges Bestehen. Die Geburtsstunde war das Jahr 1719, als Kaiser Karl VI. die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg, die die Familie Liechtenstein kurz zuvor durch Kauf erworben hatte, zum Fürstentum erhob. Die Familie Liechtenstein lässt sich bis in das 12. Jahrhundert nachweisen, sie war in Niederösterreich ansässig; ihr Name leitet sich von der Feste Liechtenstein bei Mödling vor Wien ab. Erst 1938 wurde Schloss Vaduz ständige Residenz.

Seit 1866 ist das Fürstentum Liechtenstein ein unabhängiger neutraler Staat. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die starke Bindung an Österreich zu Gunsten einer engen Anlehnung an die Schweiz aufgegeben.

Mit der Verfassung aus dem Jahr 1921 wurde das Fürstentum Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit demokratisch-parlamentarischer Regierungsform. 2003 sprach sich die Bevölkerung nach langjährigen Auseinandersetzungen für eine vom Fürsten geschickt begründete Verfassungsänderung aus.

Staatsoberhaupt ist der regierende Fürst. Die 25 Abgeordneten des Landtags (Parlament) werden auf 4 Jahre gewählt; für Männer über 20 Jahren besteht Wahlpflicht, Frauen haben erst seit 1986 ein allgemeines Stimmrecht. In Ländern, in denen Liechtenstein keine eigenen Botschaften hat, werden die Interessen durch die Schweiz wahrgenommen.

Geschichte
1342 Die Grafschaft Vaduz entsteht
1712 Das Haus Liechtenstein erwirbt die Garfschaft Vaduz
1719 Die vereinten Herrschaften Schellenberg und Vaduz werden zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben
1815-1866 Liechtenstein ist Teil des Deutschen Bundes
1921 Liechtenstein erhält eine parlamentarische Verfassung
1923/1924 Zoll- und Währungsunion mit der Schweiz
1989 Franz Joseph II. stirbt; Nachfolger wird sein Sohn Hans-Adam II.
1990 Liechtenstein wird UN-Mitglied
1995 Liechtenstein beteiligt sich am Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
2004 Hans-Adam II. überträgt die Amtsgeschäfte auf Erbprinz Alois

 

Seite erstellt: 2008
Seite geändert: 28.02.2010

 

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