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Die Erde und ihre Länder
Europa - Lettland

Hauptstadt: Riga

Zwischen der Ostsee und Russland

Offizieller Name Republik Lettland
Lage Osteuropa;
Fläche 64 589  km²
Einwohner 2,3 Mio.
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit +1 Std.
Amtssprache Lettisch
Staatsform parlamentarische Republik
KFZ-Kennz. LV
Grenzen Im N Estland, im O Russland, im S Weißrussland und Litauen, im Westen die Ostsee
Fläche 64 589 qkm (44 % Wald, 43 % Acker- und Weideland)
Höchster Punkt Gaising 310 m
Gewässer Daugava (Düna), Gauja, Lielupe
Sehenswürdigk. Düna; Gauja-Nationalpark; Altstadt von Riga

Seit 2004 ist Lettland Mitglied der Europäischen Union und der NATO.

Neben Estland und Litauen ist die Republik Lettland der dritte baltische Staat.
Die Republik ist der mittlere dieser drei Staaten und umfasst die historischen Landschaften Kurland, Semgallen, Lettgallen und das südliche Livland. Lettland ist ein eiszeitlich geformtes, im Moränenbereich hügeliges Land mit zahlreichen Seen und Mooren und ausgedehnten Wäldern im Norden und Westen. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich eine bis zu 40 km breite Schwemmlandebene mit Strandseen und Sanddünen.

Lettland liegt an der Ostküste der Ostsee und dient damit als Transitland zwischen den GUS-Staaten und Europa. Seit relativ kurzer Zeit unabhängig, erlebt es eine grundsätzliche politische und wirtschaftliche Erneuerung.
Das Bodenrelief des Landes beschränkt sich auf eine mäßig erhöhte Ebene mit einer Vielzahl an Seen, immerhin ein Viertel des Territoriums ist bewaldet. Das hydrographische Netz umfasst mehr als 12000 Wasserläufe und über 4000 Seen. Landwirtschaft und Fischfang sind wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Die lettische Tiefebene
Das Landesinnere von Lettland besteht vorwiegend aus einer Tiefebene, die teilweise unterhalb des Meeresspiegels liegt und unzählige Seen aufweist. Daran schließt sich ein bewaldetes Moränen-Hügelland an, das kaum 300 Meter Höhe erreicht. Die Küstenregion ist wenig gegliedert.

Dienstleistungssektor
Die Volkswirtschaft stützt sich vor allem auf den Dienstleistungssektor: Ölbeförderung, Gütertransport, Handel und Kommunikation. Zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes zählt die Herstellung von Maschinen, Waggons und Elektronikteilen. Hinzu kommt die Eisenverhüttung. Wichtigste Häfen sind Riga, Liepaja und Ventspils. Die Privatisierungen, die mit der Unabhängigkeit einhergingen, haben vor allem den Bankensektor betroffen. Er wurde durch Fusionen und Akquisitionen restrukturiert und wird von englischen und schwedischen Bankhäusern dominiert.

Bevölkerung
Nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Letten. Nach dem 2. Weltkrieg wurden hier in großer Zahl Russen angesiedelt, die heute ca. 30% der Bevölkerung stellen. Außerdem leben noch etwa 4% Weißrussen, 3% Ukrainer, 2,5% Polen u. a. Minderheiten im Land. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Städten, ein Drittel allein in der Hauptstadt Riga. Andere wichtige Städte sind Daugavpils (Dünaburg), Liepaja (Libau), Jelgava, Jurmala, Ventspils (Windau).Gesprochen wird Lettisch oder Russisch.
Größte Religionsgemeinschaften sind die lutherische, die römisch-katholische und die russisch-orthodoxe Kirche.

Bildung
Ab dem 7. Lebensjahr besuchen alle Kinder eine neunjährige Pflichtschule, die aus einer vierjährigen Primarschule und einer fünfjährigen sog. „Basisschule“ besteht. Danach kann auf das Gymnasium, die Berufsschule oder die Fachschule gewechselt werden. Ab dem Schuljahr 2004/2005 müssen ab der 10. Klasse generell 60% des Unterrichts in lettischer Sprache erteilt werden - auch an russischsprachigen Schulen. Erste Fremdsprache ist Englisch.

Wirtschaft und Verkehr
In der Landwirtschaft werden Milchviehwirtschaft, Schweinemast, Schaf- und Geflügelhaltung betrieben. Wichtigste Anbauprodukte sind Getreide, Zuckerrüben, Flachs, Kartoffeln, Gemüse. Es überwiegen Viehzucht sowie Getreide und Kartoffelanbau. Der Fischfang ist ebenfalls von Bedeutung, auch wenn er seit den 1990er Jahren abnimmt, sind immer noch 16 Prozent der lettischen Bevölkerung in diesem Wirtschaftsbereich tätig.
Die vielseitige Industrie (Maschinen- und Fahrzeugbau, chemische, elektrotechnische, Holz-, Papier- und Nahrungsmittelindustrie) konzentriert sich besonders in Riga, ferner in Liepaja und Daugavpils. Die Energiewirtschaft nutzt Wärmekraftwerke auf Torfbasis und Wasserkraftwerke an der Düna, ist aber auf hohe Einfuhren von Energierohstoffen angewiesen.
Lettland verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und ein dichtes Eisenbahnnetz. Die wichtigsten Seehäfen sind Riga, Liepaja und Ventspils.

Währung 1 Lats = 100 Santims
Anteil der Wirschafts-
sektoren am BIP
Landwirtschaft 5 %, Industrie 29 %, Dienstleistungen 66 %
Importgüter Maschinen, elektrische Ausrüstungen, chemische Produkte, Transportmittel, Nahrungsmittel, Textilien
Exportgüter Holz und -produkte, Textilien, Rohmetalle
Handelspartner Deutschland, Russland, Großbritannien, Finnland, Schweden, Litauen, Estland
Eisenbahn 2413 km (271 km elektrifiziert)
Straßen 59178 km

Unabhängigkeitsstreben
Lettland wurde in seiner Geschichte von Russland, Polen, Schweden und Deutschland beherrscht. Die Vorfahren der Letten, die Liven, ließen sich im 9. Jh. in der Region nieder. Der deutsche Bischof Albert I. von Buxhoeveden gründete 1202 in Riga den Schwertbrüderorden, um die baltische Region zu christianisieren. Dessen Niederlage 1237 gegen Litauen führte zur Übernahme Lettlands durch den Deutschen Orden. Bis 1561 blieb Lettland unter seiner Herrschaft, dann fiel es an Polen und Schweden.
1621 eroberte Schweden das ganze Land. Mit dem Frieden von Nystad 1721 erhielt Russland einen Großteil des Landes, 1795 kamen auch die restlichen Gebiete hinzu. Ab 1881 rief die Russifizierungspolitik von Zar Alexander III. erste lettische Unabhängigkeitsbestrebungen hervor. Nach dem Abzug der deutschen Besatzer am Ende des Ersten Weltkriegs erklärte Lettland 1918 seine Unabhängigkeit. 1939 fiel das Land jedoch erneut an Russland. 1941 wurde es von den Deutschen besetzt, 1944 von der Roten Armee. Lettland hatte stark unter den stalinistischen Säuberungsaktionen und Deportationen zu leiden. 1991 erklärte es erneut seine Unabhängigkeit.

Klima
• gemäßigt bis kontinental
• Durchschnittstemperatur: 10 °C bis -3 °C im Januar, 11 °C bis 22°C im J uli
• jährliche Niederschlagsmenge: 600 mm

Sehenswertes
• Nationalpark von Gauja (Gutmann-Höhle)
• Riga (Altstadt, Die drei Brüder, Domplatz), die Denkmäler für Janis Rainis und Peteris Stutscka
• die Täler der Düna und der Abava, die Jurmala-Thermen
• Sigulda, Turaida-Burg bei Sigulda
• Cesis
• Daugavpils
• Bauska (Burgruine, Schloss Rundäle)

Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 28.02.2010

 

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