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Die Erde und ihre Länder

Europa - Italien                

Meran


Franz Kafka schrieb an seine Freundin:
"Die schönste Landschaft, die ich je gesehen habe."


Der Jahreswechsel 2000/2001 stand bevor. Wir näherten uns, vom Brenner kommend, unserem Urlaubsziel Meran – und uns überraschte bereits der wunderschöne Blick auf die in einem Kessel gelegene Stadt. Die Etsch, von Westen kommend, nimmt hier die Passer auf, die vom Timmelsjoch (2474m) kommt und mit ihrem kühlen Gebirgswasser die Meraner Promenaden  mit  ihren Palmen und Edelkastanien selbst bei großer Hitze mit einiger Frische versorgt.  Vom Blüten- und Blumenmeer Merans sind es nur 10 km Luftlinie bis zur Partschinser Rötelspitze, einem Dreitausender. Diese kühle Gegend und der Botanische Garten liegen in Südtirol nah beieinander.
Diese wunderschön gelegene Stadt Meran, das Dorf Tirol und Schenna, die zusammen rund 40 000 Einwohner haben, verzeichnen im Jahr über 2 Millionen Übernachtungen. Meran miit seinen 35 000 Einwohnern ist nach
Bozen die zweitgrößte Stadt Südtirols. Die geschützte Lage am Fuß des Küchelbergs , die geringe Luftfeuchtigkeit und die radonhaltigen Quellen verhalfen der Stadt zum Status eines Thermalbads mit heillendem Klima. Im Herbst kann man die traditionelle Traubenkur erleben.
Meran wurde zum idealen Ausgangspunkt für den Wintersport ein dem Ski- und Wandergebiet im Westteil der Sarntaler Alpen. Das 1250 m hoch gelegene grüne Plateau von Hafling, das der beliebten Pferderasse den Namen gab, ist von Obermais aus über eine gut ausgebaute Straße erreichbar, die weiter nach Falzeben führt. Haflinger- und Bauernrennen sind ein Teil des Meraner Pferdesports, der im Frühjahr und im Sommer Saison hat, Ende September folgt der „Große Preis von Meran“ und Ende Oktober das Maia-Oktoberfest  mit Galoppreiten.

                    
               


Geschichte

Man vermutet, dass  es an der über den Reschenpass nach Augsburg führenden „Via Claudia Augusta“, auf dem Boden der heutigen Stadtteile Ober- und Untermais, bereits eine römische "Statio Maiense", Rast- und Zollplatz, gab. Aber man hat aber noch keinen Nachweis dafür gefunden. In St. Zenobergt befand sich in vorgeschichtlicher Zeit eine Wallburg und zur späten Römerzeit auch sicher ein „Castrum Maiense“, das die im Talboden liegende Straßenstation sicherte. Noch in der ausgehenden Römerzeit muss eine kleine Kirche zu Ehren des hl. Zeno gebaut worden sein, der als Bischof von Verona um 371 gestorben ist. Später trug der St. Zenoberg eine Burg, die sich Graf Meinhard II. von Tirol 1288 kaufte und als Residenz ausbaute, davon sind aber heute nur noch Bergfried und Kapelle erhalten.
Der Name Merans taucht erst im 9. Jh. als Mairan auf, was auf eine Siedlung am Moränenschutthügel des Küchelbergs hinweist. Der Ort entwickelte sich sehr gut, erhielt etliche
Privilegien, darunter Jahrmärkte, und 1317 das Stadtrecht. Graf Meinhard II. genehmigte dann die Ummauerung und den Bau der Lauben ab 1258, die gezielt 100 m länger wurden als die von Bozen. Nahe dem Sitz der Tiroler Herrschaft entstand im heutigen Obermais eine Art Regierungsviertel der Tiroler Adelsfamilien.
Ab dem Ausbau der Zenoburg durch Graf Meinhard II. bevorzugten die Tiroler Landesherren diese als Residenz statt dem abgelegenen Schloss Tirol. Als die Münzstätte 1477 nach Hall verlegt wurde, wurde das politische Gewicht endgültig ins Inntal verlegt. Bozen entwickelte sich zur Handelsmetropole, Meran wurde ein Städtchens, durch dessen Lauben die Kühe zur Weide zogen. Aber Exkaiserin Luise, Gemahlin und ab 1821 Witwe Napoleons, hatte die Schönheit Merans erkannt, sie reiste 1818 und 1823 hier an. Nachdem Dr. J. Huber 1836 die heilenden Kräfte der Milch- und Molkekur und der herbstlichen Traubenkur in Meran in einem Artikel beschrieb, bedeutete das für Meran wieder einen Aufschwung. Seit dem Besuch Kaiser Ferdinands I. im Jahr 1838 kam der in- und ausländische Adel nach Meran,
und Dichter und Schriftsteller  trugen den Ruf Merans in die Welt. 1855 wurde eine erste Kurordnung erlassen, 1874 das erste Kurhaus eröffnet.
Der Erste Weltkrieg und der Untergang der Monarchie beendete das rege Treiben. Erst 1966 konnte man wieder einen regen Besucherstrom erreichen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Vom Bahnhof führt der breite Einkaufsboulevard an den Rand der Altstadt. Beim Theaterplatz zweigt der Rennweg ab, der einst Schauplatz von Turnieren war. Er führt zum Vinschgauer Tor. Auf halbem Weg dorthin wird der Kornplatz erreicht, von dem man in den 400 m langen Straßenzug der Lauben gelangt, die länger als die von Bozen sind, aber auch ländlicher. Am Ende der Lauben steht man auf dem Pfarrplatz mit der Pfarrkirche. Die Passeirer Gasse führt zum östlich gelegenen Passeirer Tor, von hier kommt man zum Bozner Tor und zum Sandplatz mit der barocken Mariensäule.
Der gotische Bau der Pfarrkirche
St. Nikolaus bestimmt die Stadtsilhouette.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind z.B die zweigeschossige
Barbarakapelle, die Zenoburg und die Spitalkirche zum Hl. Geist.

Ausflüge

Einen ganzen Tag kann man allein schon auf den einmalig schönen Kurwegen verbringen, der Passerpromenade und der Winterpromenadet. Am jenseitigen Ufer liegt die Sommerpromenade, deren westlicher Teil heute auch Thermenallee genannt wird. Nahe der Postbrücke steht man vor dem schönen Denkmal für Kaiserin Elisabeth (Sissi). Der Eiserne Steg und der Steinerne Steg verbinden beide Uferpromenaden, die Gilfpromenade führt von der Passerschlucht zur Zenoburg- Hier kommt man auch an die 5 km lange und schönste Promenade Merans, den Tappeinerweg. Dieser führt 60 bis 80 m hoch über Meran am Küchelberg entlang bis zum Ortsteil Grätsch. Geht man hier weiter, kommt man nach etwa 90 Minuten zu einer der ältesten Kirchen Südtirols, die etwa auf das 5. Jh. zurückgeht.
Auch ein Spaziergang durch die Meraner Ortsteile Ober- und Untermais lohnt sich. Hier findet man zahlreiche historische Schlösschen und Villen, das Schloss Rottenstein (19. Jh.) und die Ansitze Rundegg und Reichenbach.
Über die Dantestraße gelangt man zum Botanischen Garten bei Schloss Trauttmansdorff, zu dessen Attraktionen ein internationaler Weinberg mit 110 verschiedenen Rebsorten gehört.  
Auch unser Reisebüro "Grenzlandreisen" aus Johanngeorgenstadt organisierte für uns mehrere Ausflüge.

     

                        
                                      Ein anderer Ausflug war mit einer Weinverkostung verbunden.

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                                        Ausflüge in die wunderschöne Schneelandschaft rings um Meran

In Erinnerung bleiben wird uns auch eine Fahrt nach Rovereto zu der größten Glocke der Welt, die täglich schlägt, um die Gefallenen aller Kriege zu ehren und um  Frieden und Brüderlichkeiit unter den Völkern der ganzen Welt herbei zu beschwören. Dazu soll auch die Straße mit den Nationalflaggen mahnen.

                           

Die Glocke wurde am 30. Oktober 1924 in Trient aus der Bronze der von den am ersten Weltkrieg beteiligten Nationen gestifteten Kanonen gegossen. Am 24. Mai 1925 taufte man sie auf den Namen "Maria Dolens" . Da sie nicht den gewünschten Klang hatte, wurde die Glocke 1939 in Verona neu geschmolzen und kam 1940 nach Rovereto zurück, um ihre wichtige Weltfriedensrnission wieder aufzunehmen. 1960 hörte sie aufgrund eines schweren, nicht reparierbaren Risses auf zu schlagen, sie wurde 1964 Dank der finanziellen Unterstützung des Lion Club Italia in der Gießerei Capanni in Castelnovo ne' Monti neu geschmolzen.
Der heilige Vater Paul VI. segnete sie 1965 auf dem Petersplatz in Rom, und am 4. November ging die Glocke im Triumphzug wieder nach Rovereto zurück, wo sie auf dem Colle di Miravalle installiert wurde. Auf der Glocke sind die Wünsche der Päpste Pius XII und Johannes XXIII eingraviert: "Nichts geht durch den Frieden verloren. Alles kann durch den Krieg verlorengehen": "In pace hominum ordinata concordia et tranquilla Überlas".

Noch ein paar Erinnerungen:

                          
                                       Unser schönes Hotel "Marlingerhof" in Meran          

         
                                        
Ein unvergesslich schöner Urlaub - allen, die daran Anteil haben, z.B. dem  Reisebüro Schenk aus Johanngeorgenstadt, ein herzliches Danke.                                                                                      MF
                                                                 
                                                                                                                   Bilder: © Dieter Winkler, Monika Frunzke

Seite erstellt: 2002
Seite geändert: 24.02.2010

 

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