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Die Erde und ihre Länder
Europa - Italien
Hauptstadt: Rom
| Offiz. Name | Italienische Republik |
| Lage | Südeuropa |
| Fläche | 301 336 km² |
| Staatsform | parlamentarische Republik |
| Einwohner | 58,1 Mio. |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache | Italienisch, regional Deutsch und Französisch |
| Höchster Punkt | Mont Blanc de Courmayeur (4748 m) |
| Gewässer | Po, Etsch, Tiber, Arno, Ticino, Gardasee, Lago Maggiore, |
| Grenzen | Im W Frankreich, im N Schweiz und Österreich, im NO Slowenien, im O, S und W Mittelmeer; als Enklaven San Marino und Vatikanstad |
| Landesnatur | Von N nach S: Alpenanteil, norditalienische Tiefebene (Poebene), anschließend von N nach S verlaufend der Apennin, im W Hügelland (Latium) |
| Klima | Im N warmgemäßigtes Klima, ansonsten Mittelmeerklima |
| Sehens- würdigkeiten |
Venedig; Mailänder Dom; San Vitale in Ravenna; Normannendom im Monreale; Amphitheater in Verona; Pferderennen in Siena; Wallfahrtsort Assisi; Turm von Pisa; Florenz; Rom; Herzogpalast in Mantua; Kloster Montecassino, Parma; Siena; Positano; Geschlechtertürme in San Gimignano; Trulli in Apulien; Pompeji; Agrigento, Paestum, Syrakus; Capri; Dolomiten; Ätna; Vesuv; |
Das
Auffälligste an Italien, wenn man das Land auf der Karte betrachtet, ist
wohl seine Stiefelform - es lässt sich aber dadurch auch auf jeder Landkarte
schnell finden.

Festland und Inseln:
Das
Festland Italiens im Norden umfasst den italienischen Alpenanteil an
Westalpen und den Südlichen Kalkalpen sowie die norditalienische Tiefebene
(besonders die Poebene). Der Westteil wird
von einem beckenreichen Hügelland mit Vulkanismus und Ebenen an der
buchtenreichen Küste eingenommen; auf der Ostseite grenzt das Apenninhügelland
an die Ausgleichsküste; im Südosten ist die Kalktafel Apuliens
angegliedert
Zusätzlich zum Festland gehören die Mittelmeerinseln Elba, Sardinien,
Sizilien und einige kleinere Inseln und Inselgruppen (u. a. die Toskanischen
Inseln, Ischia, Capri und die Liparischen Inseln) zum italienischen Staatsgebiet.
Die
unabhängigen Staaten San Marino und Vatikanstadt stellen Enklaven innerhalb
des Festlandes dar. Letzterer ist ein päpstlicher Staat und ist fast gänzlich
von Rom umgeben.
Verona
Venedig
Venedig
Klima
und Vegetation:
Das Klima ist in Norditalien eher mitteleuropäisch, südlich von
Rom mediterran mit trockenheißen Sommern und milden, niederschlagsreichen
Wintern.
Die Pflanzenwelt trägt in Norditalien und den Gebirgen der
Apenninhalbinsel mit Laub-
und Nadelwäldern vorwiegend atlantisch-mitteleuropäischen Charakter; im mittelmeerischen Klimabereich herrschen Hartlaubgewächse,
Pinien, Zypressen und Ölbäume vor.
Bevölkerung:
Die überwiegend römisch-katholischen Italiener bilden mit 94%
den Hauptteil der Bevölkerung (Sprachinseln: u. a. Deutsch in Südtirol,
Französisch im Aostatal, Rätoromanisch in Friaul und in den Dolomiten). Die
Bevölkerung konzentriert sich besonders in den fruchtbaren Ebenen und im
Küstenland; 67% leben in Städten (Städteballung im Nordwesten).
Wirtschaft:
Italien ist ein Industriestaat mit starken
Nord-Süd-Gegensätzen; Problemgebiet ist der schwach entwickelte Mezzogiorno, also der
Süden. Italien verfügt nur über geringe Bodenschätze. Die
Wasserkräfte in den Alpen und dem Apennin sowie die Erdöl- und Erdgaslager in
Sizilien werden intensiv genutzt; dennoch ist Italien auf hohe Energieimporte
angewiesen. Seit jeher gelten die Marmorbrüche von Carrara als wertvoll. In
Westeuropa ist Italien der zweitgrößte Stahl-, Zement- und Kunstfaserproduzent
sowie der viertgrößte Eisen- und Kunststofferzeuger. Es zählt zu den wichtigsten
Herstellern von synthetischem Kautschuk, Papier, Woll- und Baumwollgeweben und
Kunstdünger. Die Industrie ist vorwiegend in Nord- und Mittelitalien
konzentriert, in Süditalien nur an wenigen Küstenstandorten.
In
der Landwirtschaft wird Weizen, Mais, Reis,
Oliven, Gemüse, Obst, Wein und Südfrüchte angebaut, Seidenraupenzucht
gibt es in der Poebene. Die
Viehzucht (Rinder im Norden, Schafe im Süden) ist exportorientiert.
Italien ist weltweit der größte Weintraubenproduzent und Weinerzeuger. Der
Fischfang beschränkt sich auf die küstennahen Gewässer des Mittelmeers
(Thunfische, Tintenfische, Krebse, Muscheln).
Italien ist nach der Zahl der einreisenden Touristen eines der
bedeutendsten Fremdenverkehrsländer der Welt. Der Badetourismus konzentriert
sich auf die nördliche Adriaküste, die Rivieren und die toskanische Küste.
Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Textilien und Fahrzeuge.
Verkehr:
Das Straßen- und Bahnnetz ist in Norditalien am dichtesten; von
hier verlaufen die Hauptverkehrsachsen entlang der Küste nach Süden, während das
Landesinnere weniger erschlossen ist. Das Autobahnnetz (6957 km) wird ständig
weiter ausgebaut. Italien verfügt über 25 internationale Flughäfen (insbesondere
Rom, Mailand und Venedig). Die wichtigsten Seehäfen sind Genua, Triest, Venedig
und Tarent.
Geschichte
Germanenreiche, Kirchenstaat und Byzanz
Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs 476 (Römisches Reich) entstanden auf italienischem Boden germanische
Nachfolgereiche. Zunächst übte der germanische Söldnerführer Odoaker die
Herrschaft aus. 493-553 bestand das ostgotische Reich; es unterlag Byzanz. Seit
568 fielen die Langobarden in Oberitalien ein und gründeten in Nord- und
Mittelitalien ein Königreich, in Unteritalien die Herzogtümer Spoleto und
Benevent, sodass Italien in einen langobardischen und einen byzantinischen Teil
geteilt wurde. Der Papst rief gegen die langobardische Umklammerung die Franken
zu Hilfe; die Pippinische Schenkung (754) sicherte ihm den Besitz von
Rom, Perùgia und Ravenna, den Keim des späteren Kirchenstaats. Karl der Große
vernichtete 774 das langobardische Königreich, machte das Herzogtum Spoleto zur
fränkischen Mark und brachte Benevent in Lehnsabhängigkeit. Nur Unteritalien
blieb byzantinisch. Im 9. Jh. eroberten die Araber Sizilien. Durch die
karolingische Reichsteilung von Verdun fiel Italien an Lotharingien. Die
Herrschaft der Karolinger erlosch Ende des 9. Jh.
Reichsitalien und Normannenstaat
962 unterlag Berengar von Ivrea Kaiser Otto I. Das
Regnum Italicum blieb seit der Kaiserkrönung Ottos des Großen bis zum Tod
Friedrichs II. (1250) Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Die
Verleihung von Grafenrechten an die Bischöfe war die Grundlage der kaiserlichen
Herrschaft. Widersacher waren das erstarkende Papsttum, zahlreiche Adlige und
die aufblühenden Kommunen. Im Wormser Konkordat (1122) musste der Kaiser auf die Investitur der
Bischöfe in Italien und Burgund verzichten. Während dieser Wirren gewannen die
Städte immer größere Unabhängigkeit. Das feudale System
erhielt sich nur in Savoyen und Friaul sowie im Kirchenstaat und dem nicht zum
Reich gehörenden Süditalien.
In den byzantinischen Gebieten Siziliens und Kalabriens hatten
sich im 9. und 10. Jh. Sarazenen festgesetzt; im 11. Jh. wurden
diese Gebiete von Normannen erobert, die das Land 1059 vom Papst zu Lehen
nahmen. Die normannischen Fürstentümer wurden 1130 von König Roger II. zu einem Staat "moderner" Prägung vereinigt. Im sog.
Reichsitalien versuchte Friedrich I., die kaiserliche Herrschaft über die oberitalienischen Städte
durchzusetzen, stieß aber auf den Widerstand des Lombardischen
Städtebunds (Guelfen) und des Papstes. Der Friede von Venedig mit
Alexander II. 1177 und der von Konstanz mit den Städten 1183 brachten nur
einen Kompromiss: die von den Städten gewählten Bürgermeister wurden
vom Kaiser bestätigt und die Reichsverwaltung durch die Einsetzung von
Generalvikaren neu organisiert.
Die Heirat Kaiser Heinrichs VI. mit der Erbin des
Normannenreichs, Konstanze, vereinigte zum ersten Mal seit dem Untergang Westroms
fast ganz Italien unter einer Herrschaft. Heinrichs Sohn Friedrich II. konnte im Kampf mit Papst Gregor IX. und den lombardischen Städten die kaiserliche
Herrschaft in Nord- und Mittelitalien erneut festigen. Nach seinem Tod (1250)
und dem seines Sohns Konrad IV. (1254) konnte dessen Bruder Manfred sich noch bis 1266 (Schlacht bei Benevent) gegen
den vom Papst zu Hilfe gerufenen Karl von Anjou behaupten. Mit der Hinrichtung Konradins in Neapel (1268) brach die staufische Herrschaft
zusammen. Karl von Anjou verlor zwar 1282 Sizilien an Peter von Aragón,
vermochte aber ebenso wie seine Nachfolger seinen Einfluss über ganz Italien
auszudehnen. Erleichtert wurde dies durch die Niederlage des Papsttums im Kampf
mit Frankreich, die zum Babylonischen Exil der Kirche in Avignon führte.
Renaissance
Die Versuche deutscher Kaiser, in Römerzügen die kaiserliche
Gewalt wiederherzustellen, scheiterten, auch der Versuch der Erneuerung der
römischen Republik durch Cola di Rienzo 1347 an der wachsenden
Selbständigkeit der Städte. So bildete sich das italienische Staatensystem des
14./15. Jahrhunderts: die Republiken Venedig und Genua, zunächst auch noch
Florenz, die Fürstentümer der Visconti und Sforza (Mailand), der Este (Mòdena), Scaliger (Verona) u. a. 1415
festigte sich auch der Kirchenstaat wieder. 1442 gewannen die sizilianischen
Aragonesen Neapel zurück; in Florenz setzten sich die Medici durch, und nach dem Frieden von Lodi (1454)
herrschte ein Gleichgewicht von Neapel-Sizilien, Florenz,
Kirchenstaat, Mailand, Venedig). Im 13. und 14. Jh. war Italien das
wirtschaftlich führende Land Europas. Erst die Verlagerung des Welthandels an
die Atlantikküsten leitete hier einen Umschwung ein. Mit Humanismus und
Renaissance war Italien im 15. Jahrhundert führend in Kunst und Wissenschaft in
Europa.
Herrschaft der europäischen Großmächte
Ende des 15. Jh. begann
der Machtkampf um Italien zwischen Frankreich, Spanien und den
deutschen Habsburgern. Er endete in den beiden Friedensschlüssen von
Cambrai 1529 und Cateau-Cambrésis 1559 mit der Niederlage der Franzosen und deren
Verzicht auf Ansprüche in Italien. Unerschüttert blieben Venedig und Savoyen
sowie der Kirchenstaat. Die florentinischen Medici wurden 1532 Herzöge und 1569
Großherzöge von Toskana. Mailand kam bei der habsburgischen Länderteilung mit
Neapel-Sizilien und Sardinien an Spanien.
Der neue Zustand der spanischen Vorherrschaft, verschärft durch
den Machtrückgang Venedigs und Genuas, die ihre Außenbesitzungen an die Türken
verloren, dauerte bis zum Spanischen Erbfolgekrieg. Nur Savoyen-Piemont konnte
sich zwischen Spanien und Frankreich erfolgreich behaupten. Es gewann im
Utrechter Frieden 1713 Montferrat, Sizilien und die Königskrone; 1720
tauschte es Sizilien gegen Sardinien ein. Österreich erhielt Anfang des 18.
Jh. Mantua und die Lombardei, Neapel und Sardinien, tauschte Sardinien
1720 gegen Sizilien, musste dies und Neapel aber 1734 an eine Nebenlinie der
spanischen Bourbonen abtreten; eine andere Nebenlinie dieses Hauses regierte
seit 1731 in Parma und Piacenza; nach dem Aussterben der Medici fiel die Toskana
1737 an Franz Stephan von Lothringen und
damit an die Habsburger.
Die Französische Revolution zerstörte die im Aachener Frieden
1748 geschaffene Ordnung der italienischen Staatenwelt. 1802 entstand die
Italienische Republik. Nach seiner Erhebung zum Kaiser ließ sich Napoleon I. 1805 zum König von Italien krönen. Sein Stiefsohn
Eugène Beauharnais war Vizekönig.
Piemont, Toskana, Genua und Rom wurden mit Frankreich
vereinigt, Neapel kam 1806 an Napoleons Bruder Joseph Bonaparte, 1808 an seinen Schwager J. Murat. Nur in Sizilien und Sardinien hatten sich die bisherigen
Dynastien behaupten können. Der Wiener Kongress stellte die alte Ordnung weitgehend wieder her:
Venetien und die Lombardei fielen an Österreich; habsburgische Nebenlinien kamen
in die Toskana und Mòdena auf den Thron. Die Bourbonen kehrten nach Neapel und
Parma-Piacenza zurück, der Kirchenstaat wurde erneuert. Sardinien, um Genua
vergrößert, blieb als einziger Staat unter einer nationalen Dynastie
bestehen.
Risorgimento und Einigung
Die in den 1820er Jahren verstärkt einsetzende Reaktion gegen
die nationalen und liberalen Bestrebungen führte 1830 zur Revolution, die sich
nicht durchsetzen konnte und in verschärfter Reaktion endete. Dieser Misserfolg
bewirkte in der Geschichte des Risorgimento den Übergang von terroristischen Aktionen zur
Gründung der Volksbewegung. Ihr Erhebungsversuch 1848/49 scheiterte infolge innerer
Uneinigkeit, obwohl sich Karl Albert von Sardinien mit einer liberalen
Verfassung an die Spitze der Bewegung gestellt hatte. Karl Albert dankte
zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab; die Leitung der Außenpolitik ging an Cavour über. Diesem gelang es mit französischer Unterstützung, die
Staaten Mittelitaliens, die Romagna und das Königreich beider Sizilien durch
Volksabstimmungen zum Anschluss an Sardinien zu gewinnen. 1861 entstand das neue
Königreich Italien mit Turin, seit 1865 Florenz als Hauptstadt. Durch die
Teilnahme am Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 gewann Italien Venetien,
während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Rom, das nun Hauptstadt
wurde.
Der Nationalstaat
Das neue Italien hatte weder Trient noch Venèzia Giùlia
gewinnen können, was zu schweren Spannungen mit Österreich führte, und es hatte für Frankreichs
Hilfe mit der Abtretung von Savoyen und Nizza bezahlen müssen. Trotz des
Gegensatzes zu Österreich schloss Italien 1882 den Dreibund mit Deutschland und
Österreich-Ungarn, lockerte jedoch später die Bindungen und schloss geheime
Neutralitätsverträge mit Frankreich und Russland .
Wenig erfolgreich war die italienische Kolonialpolitik: 1881-1885
wurde am Roten Meer das Gebiet von Eritrea besetzt, 1889 die Somaliküste; der
Versuch, Äthiopien zu unterwerfen, scheiterte. Erst 1911/12 gelang die Erwerbung von Tripolis und der Cyrenaica in einem
Krieg mit der Türkei; dazu erwarb Italien als Pfandbesitz Rhodos und die Inseln
des Dodekanes.
Innenpolitisch war Italien belastet durch den sich
verstärkenden Gegensatz zwischen dem agrarisch-feudalen Süden und dem
industriell-bürgerlichen Norden sowie durch den Gegensatz zur Kurie, die das
Ende der weltlichen Herrschaft des Papsttums nicht anerkannte. Eine soziale
Entspannung setzte Anfang des 20.
Jh. ein, auch im Verhältnis Staat-Kirche durch die Lockerung der Haltung der
Kurie unter Pius X. seit 1904. Nach der Ermordung König Umbertos I. und der Militärdiktatur des Generals
Pelloux wurde seit 1903 Giolitti der führende Politiker, bis
die Einführung des allgemeinen Wahlrechts eine Linksmehrheit brachte.
Trotz der Erneuerung des Dreibunds 1912 blieb Italien bei
Ausbruch des 1. Weltkriegs neutral. Gegen die Kammermehrheit, aber unterstützt
von Interventionisten unter Führung Mussolinis und G. d'Annunzios, erklärte Salandra Österreich 1915,
Deutschland 1916 den Krieg. Der Friede von Saint-Germain 1919
brachte Italien die Brennergrenze, Görz, Triest, Istrien, Teile des Küstenlandes
und Zara ein; auf Dalmatien und Fiume musste es zugunsten Jugoslawiens, auf die
kleinasiatischen Mandatsgebiete zugunsten der Türkei verzichten.
Enttäuschung über den Friedensschluss und wachsende
wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zu innenpolitischer Radikalisierung und
zum Aufstieg der von Mussolini gegründeten faschistischen Bewegung. Durch den
"Marsch auf Rom" zwang Mussolini Viktor Emanuel III., ihm die Regierung zu übertragen.
Das faschistische Italien
Mussolini festigte seine Macht im Innern durch Errichtung eines
autoritären Staats und durch die Bereinigung des Verhältnisses zur Kirche. 1935 griff er
Äthiopien an. Wegen der deshalb verhängten Sanktionen des Völkerbunds im
Abessinien (Äthiopien-)krieg näherte er sich dem nationalsozialistischen
Deutschland: gemeinsame Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg 1936, Bildung der
Achse Rom-Berlin 1936, Austritt aus dem Völkerbund und Beitritt
zum Antikominternpakt 1937, Eroberung Albaniens 1939, Stahlpakt mit Deutschland 1939. Vergeblich versuchte
Mussolini beim Kriegsausbruch 1939 zu vermitteln, blieb zuerst neutral und
erklärte Frankreich erst nach dessen Zusammenbruch 1940 den Krieg.
Nach Abschluss des Dreimächtepakts mit Deutschland und Japan 1940 eröffnete Italien
erfolglos den Krieg gegen Griechenland und in Nordafrika. Ostafrika ging 1942
verloren, in Nordafrika hielt man sich mit deutscher Hilfe bis 1943. Nach der
Landung der Alliierten in Sizilien wurde Mussolini 1943 gestürzt und
verhaftet, die faschistische Partei von der Regierung Badoglios aufgelöst. Am 3. 9. schloss Badoglio einen
Waffenstillstand, dessen Verkündung zur deutschen Besetzung Italiens, zur
Entwaffnung der italienischen Armee und zur Befreiung Mussolinis
führte. Im deutsch besetzten Teil organisierte Mussolini die Repùbblica
Sociale Italiana. Nach der Befreiung Roms 1944 verzichtete Viktor
Emanuel III. zugunsten seines Sohnes Umberto II. auf den Thron. 1945 wurde Mussolini von
Partisanen ermordet, nach der deutschen Kapitulation die erste neue
gesamtitalienische Regierung des Partisanenführers F. Parri gebildet.
Italien nach 1945
Durch den Pariser Frieden von 1947 verlor Italien
Rhodos und den Dodekanes an Griechenland, Istrien, die Küstenlande und Zara an
Jugoslawien; es verzichtete auf alle Kolonien in Afrika. Eine Volksabstimmung
1946 entschied sich für die Republik. Seit den Wahlen 1948 war Italien bis 1953
politisch stabil. De Gasperi integrierte Italien in die westeuropäischen
Gemeinschaften. 1954 wurde die Triest-Frage mit Jugoslawien gelöst; die Stadt
Triest kam an Italien. Die Südtirol-Frage fand lange keine befriedigende Lösung.
Ab 1953 kam es zu
häufig wechselnden Koalitionen bzw. Minderheitsregierungen; In den 1960er Jahren nahm Italien einen großen
wirtschaftlichen Aufschwung. Zugleich verschärfte sich der Gegensatz zwischen
dem industrialisierten Norden und dem zurückgebliebenen Süden. Ab 1970
erschütterten Arbeitslosigkeit, Währungsverfall und Zerrüttung der öffentlichen
Finanzen die wirtschaftliche Prosperität. Es häuften sich Terrorakte links- und
rechtsextremer Gruppen. Der Kommunistischen Partei stärkte sich. Die Frage ihrer direkten
Regierungsbeteiligung wurde ein Hauptthema der innenpolitischen
Auseinandersetzung. Bei den Wahlen 1979 und 1983 erlitt sie jedoch Rückschläge.
Innenpolitische Affären beschädigten das Ansehen der
etablierten politischen Kräfte. Seit 1981 regierte eine Fünfparteien-Koalition. Mit dem Republikaner Spadiolini übernahm erstmals ein Politiker das Amt des
Ministerpräsidenten, der nicht der DC angehörte. Nach den Wahlen 1983 wurde
PSI-Führer B. Craxi Regierungschef. Nach dessen Rücktritt kam es zu wechselnden
Regierungen unter Beibehaltung der Fünfer-Koalition, aus der die
Republikaner nach einer Regierungskrise 1991 ausschieden. Das innenpolitische
Klima verschlechterte sich, auch die Wirtschaftsentwicklung.
In der Außenpolitik engagierte sich Italien für die Europäische
Union. 1992 wurde der Südtirolkonflikt mit Österreich auch völkerrechtlich
beigelegt. Im Juni 1992 bildete der Sozialist Amato eine Koalitionsregierung. Inzwischen führte die Aufdeckung zahlreicher
Korruptionsskandale zu einer Staats- und Parteienkrise. 1993 sprach
sich die Bevölkerung in einem Referendum für Reformen aus. Der parteilose
Finanzfachmann Ciampi stellte ein neues Kabinett zusammen. In der Folgezeit
veränderte sich die Parteienlandschaft radikal. Die
Democrazia Cristiana zerfiel in mehrere kleine Parteien. Bei vorgezogenen
Neuwahlen 1994 gewann ein Rechtsbündnis unter Führung des
Medienunternehmers . Berlusconi die absolute Mehrheit. Berlusconi wurde neuer
Ministerpräsident. Differenzen zwischen ihm und Bossi, dem
Vorsitzenden der Lega Nord, führtenl zum Bruch der Koalition und zum
Rücktritt der Regierung Berlusconi 1994. Neuer Ministerpräsident
wurde Dini. Sein
Kabinett trat 1996 zurück. Vorgezogene Wahlen 1996
gewann das Mitte-links-Bündnisi. Prodi wurde Ministerpräsident an der Spitze einer
Minderheitsregierung. 1998 entzog das Parlament der Regierung Prodi das
Vertrauen. Der Führer der postkommunistischen Linksdemokraten bildete
eine neue Mitte-links-Koalition. 1999 wurde C. A. Ciampi als Staatspräsident gewählt. Nach anhaltenden Unstimmigkeiten in der
Regierungskoalition trat Ministerpräsident D'Alema 1999 zurück. Nach
kurzen Verhandlungen bildete er eine neue
Mitte-links-Regierung. Bei den Regionalwahlen 2000 musste das
Regierungsbündnis eine Niederlage hinnehmen. Daraufhin trat D'Alema endgültig
zurück. Nachfolger wurde G. Amato. Für die
Parlamentswahlen 2001 nominierten die Regierungsparteien Rutelli als Spitzenkandidaten. Aber S. Berlusconi gewann. Berlusconi
wurde Ministerpräsident an der Spitze einer
Mitte-rechts-Koalition.
Politik und Verfassung
Die Verfassung trat
1948 in Kraft. Danach ist Italien
eine demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident. Er wird
auf 7 Jahre von einer Körperschaft gewählt, die aus den beiden Kammern des
Parlaments und je 3 Vertretern der Regionen besteht. Er ernennt den
Ministerpräsidenten und hat das Recht zur Auflösung des Parlaments sowie ein
aufschiebendes Vetorecht im Gesetzgebungsverfahren. Die Exekutive ist die dem
Parlament verantwortliche Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten.
Die Legislative, das Parlament, besteht aus 2 Kammern: dem
Abgeordnetenhaus und dem Senat. Die 630 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden
für 5 Jahre gewählt. Der Senat mit seinen 315 gewählten Mitgliedern (dazu einige
auf Lebenszeit ernannte Senatoren) ist das Vertretungsorgan der Landesteile. Die
Senatoren werden ebenfalls für 5 Jahre gewählt.
Im italienischen Parteiensystem lassen sich zwei Lager
unterscheiden, das Mitte-links-Bündnis L'Ulivo sowie das
Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà. Zum L'Ulivo
gehören u. a. die Linksdemokraten, die aus der
ehemaligen Kommunistischen Partei hervorgingen, die aus der Democrazia
Cristiana entstandene Italienische Volkspartei sowie
die Südtiroler Volkspartei, die die Interessen der deutschsprachigen
Bevölkerung in Südtirol vertritt. Orthodox-kommunistische Positionen finden sich
im Programm der Rifondazione Comunista. Die von Berlusconi gegründete
Bewegung Forza Italia ist die stärkste Kraft des Mitte-rechts-Bündnisses. Ihm gehören u.a. die aus dem rechtsextremen Movimento
Sociale Italiano-Destra Nazionale hervorgegangene Alleanza Nazionale, die föderalistische Lega Nord sowie kleinere christdemokratische
Parteien an.
Das italienische Recht ist nach französischem Vorbild
kodifiziert. Höchste gerichtliche Instanz der Zivil- und Strafgerichtsbarkeit
ist der Oberste Kassationsgerichtshof in Rom. Über die Einhaltung der
Verfassungsgesetze wacht der
Verfassungsgerichtshof.
Bilder:
© Monika
Frunzke
Siehe auch hier:
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