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Die Erde und ihre Länder  

Europa - Italien
Hauptstadt: Rom     

  

Offiz. Name Italienische Republik
Lage Südeuropa
Fläche 301 336  km²
Staatsform parlamentarische Republik
Einwohner 58,1 Mio.
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit
Amtssprache Italienisch, regional Deutsch und Französisch
Höchster Punkt Mont Blanc de Courmayeur (4748 m)
Gewässer Po, Etsch, Tiber, Arno, Ticino, Gardasee, Lago Maggiore,
Grenzen Im W Frankreich, im N Schweiz und Österreich, im NO Slowenien, im O, S und W Mittelmeer; als Enklaven San Marino und Vatikanstad
Landesnatur Von N nach S: Alpenanteil, norditalienische Tiefebene (Poebene), anschließend von N nach S verlaufend der Apennin, im W Hügelland (Latium)
Klima Im N warmgemäßigtes Klima, ansonsten Mittelmeerklima
Sehens-
würdigkeiten
Venedig; Mailänder Dom; San Vitale in Ravenna; Normannendom im Monreale; Amphitheater in Verona; Pferderennen in Siena; Wallfahrtsort Assisi; Turm von Pisa; Florenz; Rom; Herzogpalast in Mantua; Kloster Montecassino, Parma; Siena; Positano; Geschlechtertürme in San Gimignano; Trulli in Apulien; Pompeji; Agrigento, Paestum, Syrakus; Capri; Dolomiten; Ätna; Vesuv;

Das Auffälligste an Italien, wenn man das Land auf der Karte betrachtet, ist wohl seine Stiefelform - es lässt sich aber dadurch auch auf jeder Landkarte schnell finden.

Festland und Inseln:
Das Festland Italiens im Norden umfasst den italienischen Alpenanteil an Westalpen und den Südlichen Kalkalpen sowie die norditalienische Tiefebene (besonders die
Poebene). Der Westteil wird von einem beckenreichen Hügelland mit Vulkanismus und Ebenen an der buchtenreichen Küste eingenommen; auf der Ostseite grenzt das Apenninhügelland an die Ausgleichsküste; im Südosten ist die Kalktafel Apuliens angegliedert
Zusätzlich zum Festland gehören die Mittelmeerinseln Elba, Sardinien, Sizilien und einige kleinere Inseln und Inselgruppen (u. a. die Toskanischen Inseln, Ischia, Capri und die Liparischen Inseln) zum italienischen Staatsgebiet.
Die unabhängigen Staaten San Marino und Vatikanstadt stellen Enklaven innerhalb des Festlandes dar. Letzterer ist ein päpstlicher Staat und ist fast gänzlich von Rom umgeben.


Verona                                                               Venedig                                                              Venedig

Klima und Vegetation:
Das Klima ist in Norditalien eher mitteleuropäisch, südlich von Rom mediterran mit trockenheißen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern.
Die Pflanzenwelt trägt in Norditalien und den Gebirgen der Apenninhalbinsel mit Laub- und Nadelwäldern vorwiegend atlantisch-mitteleuropäischen Charakter; im mittelmeerischen Klimabereich herrschen Hartlaubgewächse, Pinien, Zypressen und Ölbäume vor.



Bevölkerung:
Die überwiegend römisch-katholischen Italiener bilden mit 94% den Hauptteil der Bevölkerung (Sprachinseln: u. a. Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal, Rätoromanisch in Friaul und in den Dolomiten). Die Bevölkerung konzentriert sich besonders in den fruchtbaren Ebenen und im Küstenland; 67% leben in Städten (Städteballung im Nordwesten).

 

Wirtschaft:
Italien ist ein Industriestaat mit starken Nord-Süd-Gegensätzen; Problemgebiet ist der schwach entwickelte
Mezzogiorno, also der Süden. Italien verfügt nur über geringe Bodenschätze. Die Wasserkräfte in den Alpen und dem Apennin sowie die Erdöl- und Erdgaslager in Sizilien werden intensiv genutzt; dennoch ist Italien auf hohe Energieimporte angewiesen. Seit jeher gelten die Marmorbrüche von Carrara als wertvoll. In Westeuropa ist Italien der zweitgrößte Stahl-, Zement- und Kunstfaserproduzent sowie der viertgrößte Eisen- und Kunststofferzeuger. Es zählt zu den wichtigsten Herstellern von synthetischem Kautschuk, Papier, Woll- und Baumwollgeweben und Kunstdünger. Die Industrie ist vorwiegend in Nord- und Mittelitalien konzentriert, in Süditalien nur an wenigen Küstenstandorten.
In der Landwirtschaft wird Weizen, Mais, Reis, Oliven, Gemüse, Obst, Wein und Südfrüchte angebaut, Seidenraupenzucht gibt es in der Poebene. Die Viehzucht (Rinder im Norden, Schafe im Süden) ist exportorientiert. Italien ist weltweit der größte Weintraubenproduzent und Weinerzeuger. Der Fischfang beschränkt sich auf die küstennahen Gewässer des Mittelmeers (Thunfische, Tintenfische, Krebse, Muscheln).
Italien ist nach der Zahl der einreisenden Touristen eines der bedeutendsten Fremdenverkehrsländer der Welt. Der Badetourismus konzentriert sich auf die nördliche Adriaküste, die Rivieren und die toskanische Küste. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Textilien und Fahrzeuge.

Verkehr:
Das Straßen- und Bahnnetz ist in Norditalien am dichtesten; von hier verlaufen die Hauptverkehrsachsen entlang der Küste nach Süden, während das Landesinnere weniger erschlossen ist. Das Autobahnnetz (6957 km) wird ständig weiter ausgebaut. Italien verfügt über 25 internationale Flughäfen (insbesondere Rom, Mailand und Venedig). Die wichtigsten Seehäfen sind Genua, Triest, Venedig und Tarent.

Geschichte
Germanenreiche, Kirchenstaat und Byzanz
Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs 476 (
Römisches Reich) entstanden auf italienischem Boden germanische Nachfolgereiche. Zunächst übte der germanische Söldnerführer Odoaker die Herrschaft aus. 493-553 bestand das ostgotische Reich; es unterlag Byzanz. Seit 568 fielen die Langobarden in Oberitalien ein und gründeten in Nord- und Mittelitalien ein Königreich, in Unteritalien die Herzogtümer Spoleto und Benevent, sodass Italien in einen langobardischen und einen byzantinischen Teil geteilt wurde. Der Papst rief gegen die langobardische Umklammerung die Franken zu Hilfe; die Pippinische Schenkung (754) sicherte ihm den Besitz von Rom, Perùgia und Ravenna, den Keim des späteren Kirchenstaats. Karl der Große vernichtete 774 das langobardische Königreich, machte das Herzogtum Spoleto zur fränkischen Mark und brachte Benevent in Lehnsabhängigkeit. Nur Unteritalien blieb byzantinisch. Im 9. Jh. eroberten die Araber Sizilien. Durch die karolingische Reichsteilung von Verdun fiel Italien an Lotharingien. Die Herrschaft der Karolinger erlosch Ende des 9. Jh.

Reichsitalien und Normannenstaat
962 unterlag Berengar von Ivrea Kaiser Otto I. Das Regnum Italicum blieb seit der Kaiserkrönung Ottos des Großen bis zum Tod Friedrichs II. (1250) Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Die Verleihung von Grafenrechten an die Bischöfe war die Grundlage der kaiserlichen Herrschaft. Widersacher waren das erstarkende Papsttum, zahlreiche Adlige und die aufblühenden Kommunen. Im
Wormser Konkordat (1122) musste der Kaiser auf die Investitur der Bischöfe in Italien und Burgund verzichten. Während dieser Wirren gewannen die Städte immer größere Unabhängigkeit. Das feudale System erhielt sich nur in Savoyen und Friaul sowie im Kirchenstaat und dem nicht zum Reich gehörenden Süditalien.
In den byzantinischen Gebieten Siziliens und Kalabriens hatten sich im 9. und 10. Jh. Sarazenen festgesetzt; im 11. Jh. wurden diese Gebiete von Normannen erobert, die das Land 1059 vom Papst zu Lehen nahmen. Die normannischen Fürstentümer wurden 1130 von König
Roger II. zu einem Staat "moderner" Prägung vereinigt. Im sog. Reichsitalien versuchte Friedrich I., die kaiserliche Herrschaft über die oberitalienischen Städte durchzusetzen, stieß aber auf den Widerstand des Lombardischen Städtebunds (Guelfen) und des Papstes. Der Friede von Venedig mit Alexander II. 1177 und der von Konstanz mit den Städten 1183 brachten nur einen Kompromiss: die von den Städten gewählten Bürgermeister wurden vom Kaiser bestätigt und die Reichsverwaltung durch die Einsetzung von Generalvikaren neu organisiert.
Die Heirat Kaiser Heinrichs VI. mit der Erbin des Normannenreichs,
Konstanze, vereinigte zum ersten Mal seit dem Untergang Westroms fast ganz Italien unter einer Herrschaft. Heinrichs Sohn Friedrich II. konnte im Kampf mit Papst Gregor IX. und den lombardischen Städten die kaiserliche Herrschaft in Nord- und Mittelitalien erneut festigen. Nach seinem Tod (1250) und dem seines Sohns Konrad IV. (1254) konnte dessen Bruder Manfred sich noch bis 1266 (Schlacht bei Benevent) gegen den vom Papst zu Hilfe gerufenen Karl von Anjou behaupten. Mit der Hinrichtung Konradins in Neapel (1268) brach die staufische Herrschaft zusammen. Karl von Anjou verlor zwar 1282 Sizilien an Peter von Aragón, vermochte aber ebenso wie seine Nachfolger seinen Einfluss über ganz Italien auszudehnen. Erleichtert wurde dies durch die Niederlage des Papsttums im Kampf mit Frankreich, die zum Babylonischen Exil der Kirche in Avignon führte.

Renaissance
Die Versuche deutscher Kaiser, in Römerzügen die kaiserliche Gewalt wiederherzustellen, scheiterten, auch der Versuch der Erneuerung der römischen Republik durch Cola di Rienzo 1347 an der wachsenden Selbständigkeit der Städte. So bildete sich das italienische Staatensystem des 14./15. Jahrhunderts: die Republiken Venedig und Genua, zunächst auch noch Florenz, die Fürstentümer der
Visconti und Sforza (Mailand), der Este (Mòdena), Scaliger (Verona) u. a. 1415 festigte sich auch der Kirchenstaat wieder. 1442 gewannen die sizilianischen Aragonesen Neapel zurück; in Florenz setzten sich die Medici durch, und nach dem Frieden von Lodi (1454) herrschte ein Gleichgewicht von Neapel-Sizilien, Florenz, Kirchenstaat, Mailand, Venedig). Im 13. und 14. Jh. war Italien das wirtschaftlich führende Land Europas. Erst die Verlagerung des Welthandels an die Atlantikküsten leitete hier einen Umschwung ein. Mit Humanismus und Renaissance war Italien im 15. Jahrhundert führend in Kunst und Wissenschaft in Europa.

Herrschaft der europäischen Großmächte
Ende des 15. Jh. begann der Machtkampf um Italien zwischen Frankreich, Spanien und den deutschen Habsburgern. Er endete in den beiden Friedensschlüssen von Cambrai 1529 und
Cateau-Cambrésis 1559 mit der Niederlage der Franzosen und deren Verzicht auf Ansprüche in Italien. Unerschüttert blieben Venedig und Savoyen sowie der Kirchenstaat. Die florentinischen Medici wurden 1532 Herzöge und 1569 Großherzöge von Toskana. Mailand kam bei der habsburgischen Länderteilung mit Neapel-Sizilien und Sardinien an Spanien.
Der neue Zustand der spanischen Vorherrschaft, verschärft durch den Machtrückgang Venedigs und Genuas, die ihre Außenbesitzungen an die Türken verloren, dauerte bis zum Spanischen Erbfolgekrieg. Nur Savoyen-Piemont konnte sich zwischen Spanien und Frankreich erfolgreich behaupten. Es gewann im Utrechter Frieden 1713 Montferrat, Sizilien und die Königskrone; 1720 tauschte es Sizilien gegen Sardinien ein. Österreich erhielt Anfang des 18. Jh. Mantua und die Lombardei, Neapel und Sardinien, tauschte Sardinien 1720 gegen Sizilien, musste dies und Neapel aber 1734 an eine Nebenlinie der spanischen
Bourbonen abtreten; eine andere Nebenlinie dieses Hauses regierte seit 1731 in Parma und Piacenza; nach dem Aussterben der Medici fiel die Toskana 1737 an Franz Stephan von Lothringen und damit an die Habsburger.
Die Französische Revolution zerstörte die im Aachener Frieden 1748 geschaffene Ordnung der italienischen Staatenwelt. 1802 entstand die Italienische Republik. Nach seiner Erhebung zum Kaiser ließ sich
Napoleon I. 1805 zum König von Italien krönen. Sein Stiefsohn Eugène Beauharnais war Vizekönig.
Piemont, Toskana, Genua und Rom wurden mit Frankreich vereinigt, Neapel kam 1806 an Napoleons Bruder Joseph
Bonaparte, 1808 an seinen Schwager J. Murat. Nur in Sizilien und Sardinien hatten sich die bisherigen Dynastien behaupten können. Der Wiener Kongress stellte die alte Ordnung weitgehend wieder her: Venetien und die Lombardei fielen an Österreich; habsburgische Nebenlinien kamen in die Toskana und Mòdena auf den Thron. Die Bourbonen kehrten nach Neapel und Parma-Piacenza zurück, der Kirchenstaat wurde erneuert. Sardinien, um Genua vergrößert, blieb als einziger Staat unter einer nationalen Dynastie bestehen.

Risorgimento und Einigung
Die in den 1820er Jahren verstärkt einsetzende Reaktion gegen die nationalen und liberalen Bestrebungen führte 1830 zur Revolution, die sich nicht durchsetzen konnte und in verschärfter Reaktion endete. Dieser Misserfolg bewirkte in der Geschichte des
Risorgimento den Übergang von terroristischen Aktionen zur Gründung der Volksbewegung. Ihr Erhebungsversuch 1848/49 scheiterte infolge innerer Uneinigkeit, obwohl sich Karl Albert von Sardinien mit einer liberalen Verfassung an die Spitze der Bewegung gestellt hatte. Karl Albert dankte zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab; die Leitung der Außenpolitik ging an Cavour über. Diesem gelang es mit französischer Unterstützung, die Staaten Mittelitaliens, die Romagna und das Königreich beider Sizilien durch Volksabstimmungen zum Anschluss an Sardinien zu gewinnen. 1861 entstand das neue Königreich Italien mit Turin, seit 1865 Florenz als Hauptstadt. Durch die Teilnahme am Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 gewann Italien Venetien, während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Rom, das nun Hauptstadt wurde.

Der Nationalstaat
Das neue Italien hatte weder Trient noch Venèzia Giùlia gewinnen können, was zu schweren Spannungen mit Österreich führte, und es hatte für Frankreichs Hilfe mit der Abtretung von Savoyen und Nizza bezahlen müssen. Trotz des Gegensatzes zu Österreich schloss Italien 1882 den Dreibund mit Deutschland und Österreich-Ungarn, lockerte jedoch später die Bindungen und schloss geheime Neutralitätsverträge mit Frankreich und Russland .
Wenig erfolgreich war die italienische Kolonialpolitik: 1881-1885 wurde am Roten Meer das Gebiet von Eritrea besetzt, 1889 die Somaliküste; der Versuch, Äthiopien zu unterwerfen, scheiterte. Erst 1911/12 gelang die Erwerbung von Tripolis und der Cyrenaica in einem Krieg mit der Türkei; dazu erwarb Italien als Pfandbesitz Rhodos und die Inseln des Dodekanes.
Innenpolitisch war Italien belastet durch den sich verstärkenden Gegensatz zwischen dem agrarisch-feudalen Süden und dem industriell-bürgerlichen Norden sowie durch den Gegensatz zur Kurie, die das Ende der weltlichen Herrschaft des Papsttums nicht anerkannte. Eine soziale Entspannung setzte Anfang des 20. Jh. ein, auch im Verhältnis Staat-Kirche durch die Lockerung der Haltung der Kurie unter Pius X. seit 1904. Nach der Ermordung König
Umbertos I. und der Militärdiktatur des Generals Pelloux wurde seit 1903 Giolitti der führende Politiker, bis die Einführung des allgemeinen Wahlrechts eine Linksmehrheit brachte.
Trotz der Erneuerung des Dreibunds 1912 blieb Italien bei Ausbruch des 1. Weltkriegs neutral. Gegen die Kammermehrheit, aber unterstützt von Interventionisten unter Führung
Mussolinis und G. d'Annunzios, erklärte Salandra Österreich 1915, Deutschland 1916 den Krieg. Der Friede von Saint-Germain 1919 brachte Italien die Brennergrenze, Görz, Triest, Istrien, Teile des Küstenlandes und Zara ein; auf Dalmatien und Fiume musste es zugunsten Jugoslawiens, auf die kleinasiatischen Mandatsgebiete zugunsten der Türkei verzichten.
Enttäuschung über den Friedensschluss und wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zu innenpolitischer Radikalisierung und zum Aufstieg der von Mussolini gegründeten faschistischen Bewegung. Durch den "Marsch auf Rom" zwang Mussolini
Viktor Emanuel III., ihm die Regierung zu übertragen.

Das faschistische Italien
Mussolini festigte seine Macht im Innern durch Errichtung eines autoritären Staats und durch die Bereinigung des Verhältnisses zur Kirche. 1935 griff er Äthiopien an. Wegen der deshalb verhängten Sanktionen des Völkerbunds im Abessinien (Äthiopien-)krieg näherte er sich dem nationalsozialistischen Deutschland: gemeinsame Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg 1936, Bildung der Achse Rom-Berlin 1936, Austritt aus dem Völkerbund und Beitritt zum
Antikominternpakt 1937, Eroberung Albaniens 1939, Stahlpakt mit Deutschland 1939. Vergeblich versuchte Mussolini beim Kriegsausbruch 1939 zu vermitteln, blieb zuerst neutral und erklärte Frankreich erst nach dessen Zusammenbruch 1940 den Krieg. Nach Abschluss des Dreimächtepakts mit Deutschland und Japan 1940 eröffnete Italien erfolglos den Krieg gegen Griechenland und in Nordafrika. Ostafrika ging 1942 verloren, in Nordafrika hielt man sich mit deutscher Hilfe bis 1943. Nach der Landung der Alliierten in Sizilien wurde Mussolini 1943 gestürzt und verhaftet, die faschistische Partei von der Regierung Badoglios aufgelöst. Am 3. 9. schloss Badoglio einen Waffenstillstand, dessen Verkündung zur deutschen Besetzung Italiens, zur Entwaffnung der italienischen Armee und zur Befreiung Mussolinis führte. Im deutsch besetzten Teil organisierte Mussolini die Repùbblica Sociale Italiana. Nach der Befreiung Roms 1944 verzichtete Viktor Emanuel III. zugunsten seines Sohnes Umberto II. auf den Thron. 1945 wurde Mussolini von Partisanen ermordet, nach der deutschen Kapitulation die erste neue gesamtitalienische Regierung des Partisanenführers F. Parri gebildet.

Italien nach 1945
Durch den Pariser Frieden von 1947 verlor Italien Rhodos und den Dodekanes an Griechenland, Istrien, die Küstenlande und Zara an Jugoslawien; es verzichtete auf alle Kolonien in Afrika. Eine Volksabstimmung 1946 entschied sich für die Republik. Seit den Wahlen 1948 war Italien bis 1953 politisch stabil. De Gasperi integrierte Italien in die westeuropäischen Gemeinschaften. 1954 wurde die Triest-Frage mit Jugoslawien gelöst; die Stadt Triest kam an Italien. Die Südtirol-Frage fand lange keine befriedigende Lösung.
Ab
1953 kam es zu häufig wechselnden Koalitionen bzw. Minderheitsregierungen; In den 1960er Jahren nahm Italien einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Zugleich verschärfte sich der Gegensatz zwischen dem industrialisierten Norden und dem zurückgebliebenen Süden. Ab 1970 erschütterten Arbeitslosigkeit, Währungsverfall und Zerrüttung der öffentlichen Finanzen die wirtschaftliche Prosperität. Es häuften sich Terrorakte links- und rechtsextremer Gruppen. Der Kommunistischen Partei stärkte sich. Die Frage ihrer direkten Regierungsbeteiligung wurde ein Hauptthema der innenpolitischen Auseinandersetzung. Bei den Wahlen 1979 und 1983 erlitt sie jedoch Rückschläge.
Innenpolitische Affären beschädigten das Ansehen der etablierten politischen Kräfte. Seit 1981 regierte eine Fünfparteien-Koalition. Mit dem Republikaner
Spadiolini übernahm erstmals ein Politiker das Amt des Ministerpräsidenten, der nicht der DC angehörte. Nach den Wahlen 1983 wurde PSI-Führer B. Craxi Regierungschef. Nach dessen Rücktritt kam es zu wechselnden Regierungen unter Beibehaltung der Fünfer-Koalition, aus der die Republikaner nach einer Regierungskrise 1991 ausschieden. Das innenpolitische Klima verschlechterte sich, auch die Wirtschaftsentwicklung.
In der Außenpolitik engagierte sich Italien für die Europäische Union. 1992 wurde der Südtirolkonflikt mit Österreich auch völkerrechtlich beigelegt. Im Juni 1992 bildete der Sozialist
Amato eine Koalitionsregierung. Inzwischen führte die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsskandale zu einer Staats- und Parteienkrise. 1993 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum für Reformen aus. Der parteilose Finanzfachmann Ciampi stellte ein neues Kabinett zusammen. In der Folgezeit veränderte sich die Parteienlandschaft radikal. Die Democrazia Cristiana zerfiel in mehrere kleine Parteien. Bei vorgezogenen Neuwahlen 1994 gewann ein Rechtsbündnis unter Führung des Medienunternehmers . Berlusconi die absolute Mehrheit. Berlusconi wurde neuer Ministerpräsident. Differenzen zwischen ihm und Bossi, dem Vorsitzenden der Lega Nord, führtenl zum Bruch der Koalition und zum Rücktritt der Regierung Berlusconi 1994. Neuer Ministerpräsident wurde Dini. Sein Kabinett trat 1996 zurück. Vorgezogene Wahlen 1996 gewann das Mitte-links-Bündnisi. Prodi wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Minderheitsregierung. 1998 entzog das Parlament der Regierung Prodi das Vertrauen. Der Führer der postkommunistischen Linksdemokraten bildete eine neue Mitte-links-Koalition. 1999 wurde C. A. Ciampi als Staatspräsident gewählt. Nach anhaltenden Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition trat Ministerpräsident D'Alema 1999 zurück. Nach kurzen Verhandlungen bildete er eine neue Mitte-links-Regierung. Bei den Regionalwahlen 2000 musste das Regierungsbündnis eine Niederlage hinnehmen. Daraufhin trat D'Alema endgültig zurück. Nachfolger wurde G. Amato. Für die Parlamentswahlen 2001 nominierten die Regierungsparteien Rutelli als Spitzenkandidaten. Aber S. Berlusconi gewann. Berlusconi wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Mitte-rechts-Koalition.

Politik und Verfassung
Die Verfassung trat 1948 in Kraft. Danach ist Italien eine demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident. Er wird auf 7 Jahre von einer Körperschaft gewählt, die aus den beiden Kammern des Parlaments und je 3 Vertretern der Regionen besteht. Er ernennt den Ministerpräsidenten und hat das Recht zur Auflösung des Parlaments sowie ein aufschiebendes Vetorecht im Gesetzgebungsverfahren. Die Exekutive ist die dem Parlament verantwortliche Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten.
Die Legislative, das Parlament, besteht aus 2 Kammern: dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Die 630 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden für 5 Jahre gewählt. Der Senat mit seinen 315 gewählten Mitgliedern (dazu einige auf Lebenszeit ernannte Senatoren) ist das Vertretungsorgan der Landesteile. Die Senatoren werden ebenfalls für 5 Jahre gewählt.
Im italienischen Parteiensystem lassen sich zwei Lager unterscheiden, das Mitte-links-Bündnis L'Ulivo sowie das Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà. Zum L'Ulivo gehören u. a. die Linksdemokraten, die aus der ehemaligen Kommunistischen Partei hervorgingen, die aus der Democrazia Cristiana entstandene Italienische Volkspartei sowie die Südtiroler Volkspartei, die die Interessen der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol vertritt. Orthodox-kommunistische Positionen finden sich im Programm der Rifondazione Comunista. Die von Berlusconi gegründete Bewegung Forza Italia ist die stärkste Kraft des Mitte-rechts-Bündnisses. Ihm gehören u.a. die aus dem rechtsextremen Movimento Sociale Italiano-Destra Nazionale hervorgegangene Alleanza Nazionale, die föderalistische Lega Nord sowie kleinere christdemokratische Parteien an.
Das italienische Recht ist nach französischem Vorbild kodifiziert. Höchste gerichtliche Instanz der Zivil- und Strafgerichtsbarkeit ist der Oberste Kassationsgerichtshof in Rom. Über die Einhaltung der Verfassungsgesetze wacht der Verfassungsgerichtshof.
                                                                                                                             Bilder: © Monika Frunzke
Siehe auch hier:

eine Klassenfahrt nach Italien

Seite erstellt: 2004
Seite geändert:23.02.2010   
        

 

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