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Die Erde und ihre Länder
Europa - Island
Erstaunliche Reichtümer einer Insel aus Eis und Feuer
 

Hauptstadt: Reykjavik

Obwohl es hoch im Norden liegt, herrscht in Island durch den Golfstrom ein relativ mildes Klima. Vor fünf Millionen Jahren entstand die Insel bei vulkanischen Aktivitäten des Atlantischen Rückens und besitzt von
Gletschern geprägte Landschaften voll ruhiger, magischer Schönheit. 

Offizieller Name Republik Island
KFZ-Kennz. IS
Fläche 103 000  qkm
Einwohner 295 000
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit -1 Std.
Amtssprache Isländisch
Währung 1 Isländische Krone = 100 Aurar

Vulkaninsel am Polarkreis
Island, die westlichste Insel Europas, liegt mitten auf dem Atlantischen Rücken und besitzt zahlreiche aktive Vulkane. Vulkanischen Aktivitäten verdankt die Insel auch ihren Ursprung. Die Entfernung zwischen Island und Grönland ist geringer als die zwischen Island und Skandinavien. Die Insel besteht aus einer Aufschichtung vulkanischen Materials (Basalt) und verzeichnet intensive geothermische Aktivitäten (Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme): durch Vulkane (oft unter dem Meer oder Gletschern), Solfataren (schwefelhaltige Dampfquellen) und Geysire. In Island befinden sich 1500 heiße Quellen. Die Insel wird darüber hinaus regelmäßig von Erdbeben erschüttert und ist starken Gletschererosionen ausgesetzt.

Fjorde, Gletscher, Vulkane
Das Küstengebiet ist im Norden und Osten durch Fjorde stark zergliedert, im Westen überwiegen große Buchten. Riesige Gletscher bedecken über zehn Prozent des Territoriums, darunter der Vatnajökull, der größte Gletscher Europas. Im Landesinneren befindet sich das wüstenähnliche isländische Hochland. Im Februar 2000 erwachte der Vulkan Hekla nach neun Jahren Ruhe wieder und setzte Rauch, Asche und Lavaströme frei. Die Vegetation der Insel besteht fast ausschließlich aus Moosen, Flechten und Tundragräsern.

Der Seljalandsfoss-Wasserfall
Vor allem das an drei Seiten von Gletschern umgebene Tal von Thorsmörk im gleichnamigen Naturpark am Fuß des Myrdalsgletscher ist etwas für Wanderfreunde. Es gibt bizarre Schluchten, gleißende Gletscherzungen, steile Felswände, in denen die Eissturmvögel nisten, schäumende Bäche und unvermutet viele Blumen. Weiter im Osten geht es vorbei am Seljalandsfoss-Wasserfall, der auch "von hinten" zu bewundern ist. Er befindet sich im Südwesten Islands und gehört mit 40 Metern zu den größten Wasserfällen der Insel. Der Fluss, der an dieser Stelle hinabstürzt, kommt von einem Plateau, das von einem der aktivsten Vulkane Islands überragt wird: dem Hekla. Auf isländisch heißt er Heklefjall, "Berg mit Mantel".
Bei Dyrholaey bezaubern putzige Papageientaucher. Sie sehen mit ihrem schwarzweißen Gefieder wie kleine Pinguine aus, haben aber wegen der knallgelben großen Schnäbel und rotumkränzten Augen auch etwas Papageienhaftes. Die Isländer schätzen sie als Sonntagsbraten.

Leben an der Küste
Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt: Bewohnt sind nur einige Küstenstreifen, im Landesinneren leben kaum Menschen. Die Hälfte der Einwohner wohnt zudem in der Hauptstadt Reykjavik im Südwesten der Insel. 91 %  sind Lutheraner, knapp 2 % Katholiken.

Bildung:
In der Bildungsförderung nimmt Island unter den 31 OECD-Staaten eine Spitzenstellung ein. Die allgemeine Schulpflicht besteht vom 6. bis zum 16. Lebensjahr und umfasst die 10-jährige Grundschule (Gesamtschule), die von allen Kindern gemeinsam besucht wird; das Gymnasium sowie die Gewerbe- und Berufsschulen umfassen die Klassen 11-14. Seit 1999 steht ab der 5. Klasse Englisch an erster Stelle des Sprachunterrichts, ab 7. Klasse folgt Dänisch; eine dritte Fremdsprache (z. B. Deutsch) kann ab Klasse 9 gewählt werden. Neben der 1911 in Reykjavík gegründeten Universität gibt es seit 1987 eine zweite in Akureyri.

Staat und Politik:
Nach der Verfassung 1944 ist Island eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der auf vier Jahre direkt gewählte Präsident. Er ernennt den Ministerpräsidenten und die Regierung. Die Gesetzgebung liegt beim Parlament, dem Althing, dessen 63 Abgeordnete auf vier Jahre gewählt werden. Unabhängigkeitspartei und Fortschrittspartei bilden die Regierung.

Eine eigene Identität trotz langer dänischer Herrschaft
Über sechs Jahrhunderte lang stand Island unter dänischer Herrschaft. Dennoch konnte das Land seine eigene Kultur und Sprache bewahren. Letztere entwickelte sich schon im Mittelalter.  
Seefahrer entdeckten Island im 4. Jh., und im 6. Jh. ließen sich dort irische Mönche nieder. Sie wurden um 870 von den Wikingern vertrieben. Im Jahr 1000 nahm Island die christliche Religion an, und 1262 kam die Insel unter norwegische Herrschaft.

Skandinavische Herrschaft
1380 folgten auf die Norweger die Dänen. Sie sicherten sich das Handelsmonopol auf Island. Das war für das Land eine Zeit der Isolation und des Niedergangs, hinzu kamen verheerende Vulkanausbrüche. 1552 zwang Christian III., König von Dänemark und Norwegen, der Bevölkerung die Reformation auf und verfolgte die Katholiken. Unbeliebte Maßnahmen der dänischen Verwaltung führten im 19. Jh. bei den Isländern zu ersten Unabhängigkeitsbestrebungen, worauf Zugeständnisse gamacht wurden; 1904 wurde Island weitgehende Autonomie gwwährt. Ab 1918 spielte die dänische Herrschaft fast nur noch protokollarisch eine Rolle.

Republik Island
Während des Zweiten Weltkriegs bekräftigte die Insel ihren Willen zur Unabhängigkeit: 1944 wurde die Republik Island ausgerufen. 1980 erhielt Vigdis Finbogadottir als erste europäische Frau das Amt einer Staatspräsidentin, das sie bis 1996 inne hatte. Seit 1999 arbeitet Island verstärkt an der Nutzung seiner geothermischen und hydroelektrischen Ressourcen, um nicht weiter auf fossile Brennstoffe angewiesen zu sein.

Klima
• kühl-gemäßigt
• Durchschnittstemperatur: (0,5 im Januar, 10 °C im Juli)
• jährliche Niederschlagsmenge: 1000 bis 2000 mm

Sehenswertes
• Reykjavik (Hallgrims-Kirche, Nationalmuseum, VulkanShow, Tjörnin-See)
• der Hvalfjord („Walfjord")
• Myvatn-See, Namarskard (Solfataren), Vulkan Hekla
• Landmannalaugar (heiße Quellen, Lavafelder, Aschewüsten)
• Jökulsärgljufur-Nationalpark
• der „Goldene Wasserfall" von Gullfoss (32 m)


Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 21.02.2010

 

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