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Die Erde und ihre Länder
Europa - Schottland
Edinburgh - Stadt mit
vielen Gesichtern
Edinburgh, die Hauptstadt
Schottlands, wird
oft als "Athen des Nordens" bezeichnet. Die Stadt ist ein Kuulturdenkmal - die sog.
"Königin der Städte Schottlands" . Hier gibt es denkmalgeschützte
Bauwerke wie z.B. Edinburgh Castle auf dem 135 m hohen Vulkanfelsen.
Die
Altstadt von Edinburgh gleicht einem riesigen Wal, die schon von weitem
sichtbar auf rauem Vulkangestein thront. Hier entstand einst die Stadt, die
im 7. Jh. als Königreich von Gododdin gegründet wurde.
Die
Burg sieht von außen imposant aus. Zu sehen gibt es die
schottischen Kronjuwelen, den "Stein des Schicksals", Kapellen und
Kellergewölbe. Es gibt aber auch etwas zu hören: den täglichen Kanonenschuss um ein Uhr mittags, von dem
gesagt wird, dass die Bevölkerung von Edinburgh immer noch ihre Uhr danach
stellt.
Das historische Zentrum von
Edinburgh ist in der die
Architektur mit der Landschaft in vollkommener Weise verbundenun. Kunst und Kultur, aber auch ein reges
Kneipenleben haben hier ihren Platz. Die Stadt ist die Heimat von Scan Connery
und Trainspotting, von Harry Potter und "Jekyll and Hyde". Und man
sagt, es sei
die geheime Hauptstadt der Geister und Gespenster.
Es
gibt kaum eine andere Stadt, um die sich so viele Mythen, ranken,
wie Edinburgh.
Schon hinter den Namen der Kneipen
stecken viele Geschichten, z.B. die Gaststatte "Maggie Dickson": Maggie
versuchte den Tod ihres Kindes zu
verschweigen und sollte deshalb gehängt werden. Sie überlebte aber den Galgen,
trotzdem wurde
sie von der Stadtverwaltung für tot erklärt, weil man ein zweites Hängen für
unmoralisch hielt. So lebte sie noch viele Jahre weiter. Auch für "Deacon Brodie"
gibt es eine Geschichte: Deacon Brodie, ein aufrechter Staatsmann aus Edinburgh
im 18. Jh., schuf für sich
eine zweite Identität, und zwar als Krimineller. So konnte er seine Spielschulden und seine
Mätressen
bezahlen. Letztlich fand der Mann mit den zwei Gesichtern an dem Galgen
sein Ende, den er -man kann es kaum glauben - als Stadtverwalter selbst erfunden
hatte. Diese Geschichte diente im 19.Jh. dem schottischen Schriftsteller R. L.
Stevenson als Vorbild für
Kriminalgeschichte "Jekyll and Hyde".
Viele Legenden beschäftigen sich mit der vergessenen Untergrundstadt von Edinburgh, die
Vaults, von der Teile bei geführten Touren besichtigt werden können. So z.B. auch die Geschichte
vom "Little Drummer Boy", dem kleinen Trommlerjungen: Einst vermutete man
im Untergrund der Altstadt
eine unbekannte Passage. Die einzige Öffung
dazu war ein kleines Loch im Kellergewölbe der Burg, so groß
genug, dass ein kleiner Junge hindurch passte. Damit
die Erwachsenen an der Oberfläche verfolgen konnten, wie der unterirdische Weg verlief,
wurde ein kleiner Junge durch das kleine Loch geschickt, er sollte den
Tunnel ablaufen und immerzu auf eine Trommel schlagen. Diese verstummte aber.
Nun waren alle ratlos, was zu tun sei? Einen anderen kleinen Jungen nachschicken? Wenn
ihm aber das gleich Schicksal bevorstand? Viele kleine Jungen hatte man
gar nicht. Deshalb beschloss der Stadtrat, den Tunnel
zuzumauern und den kleinen Jungen seinem Schicksal zu überlassen. Aber bis heute - so sagt die Legende
- lässt
sich in ruhigen Nächten ein schwaches Trommeln in der Nähe der
Tron Kirk vernehmen.
1994 hörte eine Touristin diese
Geschichte und fiel Ohnmacht, denn sie hatte angeblich kurz zuvor die
seltsamen Trommelgeräusche wahrgenommen. Wen wundert es, dass in dieser Stadt der Geister
der kleine Zauberer Harry Potter erfunden wurde.
Wenn
von den zwei Gesichtern Edinburghs die Rede ist, dann ist fast immer der Unterschied
zwischen Altstadt und Neustadt gemeint. Während im
alten Edinburgh der mittelalterliche Baustil, Straßengewirr und verrauchte Closes
vorherrschen, dominieren in der Neustadt parallele Straßenzüge, viktorianische
Eleganz, moderne Büros und eifriges Geschäftstreiben. Mit der Neustadt wollte mehr Wohn-
und Geschäftsraum schaffen, das war dringend nötig. Dabei wurde z.B. festgelegt,
dass die Haupteinkaufestraße der Stadt nur auf einer Seite bebaut werden durfte, damit die Sicht auf die
Altstadt erhalten bleibt. Unweit davon
eine Parkanlage, gut geeignet zum Erholen, sie wurde im 18. Jh. auf dem Grund eines trockengelegten Sees unterhalb des Burgfelsens angelegt. Vom
Calton Hill hat
man eine phantastische Sicht auf Edinburgh.
Man kann aber auch den weit
sichtbaren "Arthurs Seat" (247 Meter) besteigen.
Edinburgh
besitzt einzigartige Museen, von denen die meisten kostenlos besichtigt werden
können. In der Neustadt findet man die "National Gallery of Scotland"
mit der Sammlung
alter Meister, Impressionisten und schottischer Kunst.
Information:
Dieter Winkler
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