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Die Erde und ihre Länder
Europa - England - Schottland 

 
Schottland - Hauptstadt: Edinburgh
 

Schottland ist der Nordteil Großbritanniens einschließlich der Hebriden, Orkney- und Shetland-Inseln.
Das Land ist von England im Süden durch die Cheviot Hills und den Tweed getrennt, sonst allseitig vom Meer umgeben.
Von kaum einem anderen europäischen Land existieren so viele Klischees wie vom  sogenannten "Alaska Großbritanniens". Dabei ist das knapp 79 000 qkm große Schottland eine moderne Region, deren ca. 5 Miollionen Bewohner darüber hinaus stolz auf ihre einzigartige Landschaft und Geschichte sind. So freuen sich zum Beispiel viele, dass sie sich durch ihre gälische Sprache, die eng mit dem irischen verwandt ist, und die katholische Religion von den Engländern unterscheiden. Aber natürlich beherrschen auch alle Einwohner die englische Sprache.
Das Tiefland um Glasgow  steigt nach Süden zum südschottischen Hochland an (Merrick 843 m) und nach Norden zu dem an Tälern und Seen reichen nordschottischen Hochland, das durch den Glen More in die Grampian Mountains ( Ben Nevis 1343 m) und die Northwest Highlands unterteilt wird. Hier findet man z. B. eine unterschiedliche Landschaft: Die Berge in den nördlichen und den westlichen Regionen zeigen eine andere, aber genauso reizvolle Landschaft als das zentrale Hochland oder die Ebenen im Süden.
Keltische Sitten und Traditionen zeigen sich noch heut in den Landestrachten und den Traditionen des Hochlandes, aber natürlich wirken sich auch britische Einflüsse aus. Diese unterschiedlichen Einflüsse zeigen sich heute in Sprachakzenten und im Lebensstil.
Die Küste ist durch viele weit ins Land eindringende Fjorde stark gegliedert. Das ozeanische Klima (kühle Sommer, milde Winter) ist nebel- und niederschlagsreich und begünstigt den Weiden-, Moor- und Heidereichtum des Landes.

Das nördliche und westliche Hochland wird meist mit dem Begriff der Highlands umschrieben. Überall kann man in der dünn besiedelten Landschaft alten Burgen und Ruinen, den z.T. verfallenen Stammsitzen des alten schottischen Clans, begegnen. Die Highlander mit ihren Dudelsäcken, Kilts und ihrem Whisky sind für viele Europäer eng mit dem Namen Schottland verbunden. Aber längst nicht alle Bewohner tragen heut noch die Trachten oder spielen den Dudelsack.
Übrigens stammt der Dudelsack nicht aus Schottland, sondern aus Indien, er war aber bereits im
14. Jh. den Schotten bekannt und wurde auch gespielt.
Auch der berühmte schottische Whisky wurde nicht in Schottland kreiiert, sondern von irischen Mönchen. Sie brachten nicht nur den neuen Glauben, sondern auch die Technik der Alkoholdestillation mit.i

Schotten werden häufig als geizig bezeichnet - auch das stimmt so nicht. Sie leben in einer Gegend, die oft karg ist, wo man einfach nichts verschwenden oder verschenken kann.

Wirtschaft
Die Viehzucht, vorrangig die Schafzucht, ist für die Wirtschaft sehr wichtig. Daneben werden bes. im Osten und im Tiefland Hafer, Kartoffeln, Gerste und Futterpflanzen angebaut. Ein schwerer Schlag für das Land war der Niedergang der Schwerindustrie. Staatliche Fördermaßnahmen begünstigten aber die Ansiedlung neuer Industriezweige, z.B. der Elektro-, Fahrzeug- und feinmechanischen Industrie. Nach der Erschließung der Erdölfelder in der Nordsee um 1970 entwickelte sich eine leistungsfähige Erdölindustrie.

Geschichte
Der kriegerische Stamm der keltischen Pikten breitete sich im 5./4. Jh. v. Chr. über Schottland aus, er konnte von den Römern nicht unterworfen werden. Im 5. Jh. n. Chr. drangen die irischen Scoten nach Schottland vor. Das Christentum konnte hier schon in der zweiten Hälfte des 6. Jh. Fuß fassen. Im 9. Jh. eroberten die Scoten das Piktenreich, sie bildeten das Königreich Alban. Dieses unterwarf im 10. Jh. auch die übrigen schottischen Gebiete. Seit Beginn des 9. Jh. hatte Schottland viel unter den Überfällen und Raubzügen der Normannen zu leiden, die sich im Norden und Westen und auf den Inseln festgesetzt hatten. Sie hatten großen Einfluss auf die Entwicklung von Schottland.
Die wichtigsten Herrscher Mittelalterlicher Schottlands waren die Nachkommen Malcolm Canmores, bes. im 12./13. Jh. David I. Er führte Süden das anglonormannische Rechts- und Herrschaftssystem ein, dadurch beschränkte sich die altschottische Clanverfassung nur noch auf die Hochlandgebiete. 1286 versuchte dann England unter Eduard I., Schottland in Besitz zu nehmen. Aber der schottische Widerstand formierte sich unter William Wallace und Robert I. Bruce, der die Engländer in der Schlacht bei Bannockburn 1314 besiegte. Im 14.Jh. folgte auf das Geschlecht der Bruce das Königshaus der Stuart. Diesem gelang es aber nicht auf Dauer, seine Macht zu festigen.
Der Gegensatz zwischen Adel und Königtum führte in der Reformationszeit dazu, dass das Königshaus katholisch blieb, der schottische Adel sich aus politischen Gründen zu dem neuen Glauben bekannte. Die Großen unterstützten den Reformator John Knox, der seit 1559 in Schottland wirkte. Königin Maria Stuart versuchte mit französischer Unterstützung, die Rekatholisierung ihres Landes durchzuführen. Sie wurde aber 1567 gestürzt und floh nach England, wo sie 1587 hingerichtet wurde. Ihr Sohn, Jakob I., verband dann England und Schottland. 1707 erfolgte die endgültige Realunion zwischen England und Schottland im Königreich Großbritannien. Aber das Nationalgefühl der Schotten blieb immer lebendig. So wurde 1934 die Scottish National Party gegründet, seit Ende der 1960er Jahre verstärkten sich Autonomiebestrebungen. 1997 forderte die schottische Bevölkerung eine eigenständigen schottischen Volksvertretung, 2 Jahre später wurden 129 Abgeordnete gewählt. Das neue Parlament erhielt u. a. die gesetzgeberische Kompetenz für die Bereiche Gesundheitswesen, Schul- und Berufsbildung, Polizei sowie Straf- und Zivilrecht.

Seite erstellt: 2005
Seite geändert: 20.02.2010

 

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