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Die Erde und ihre Länder
Europa - Dänemark
amtl. Name: Königreich Dänemark; Kongeriget Danmark

Hauptstadt: Kopenhagen

Innerhalb der skandinavischen Staaten nimmt das Königreich Dänemark eine besondere Stellung ein. Als natürlicher Übergang vom europäischen Festland zur skandinavischen Halbinsel kommt ihm eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Staaten Mittel- und Nordeuropas zu. Es schlägt aber auch eine Brücke zwischen Nord- und Ostsee - und damit zwischen Atlantik und einem Binnenmeer, das den Weg weit in den kontinentalen Osten Europas öffnet.

Staat

Amtlicher Name Königreich Dänemark; Kongeriget Danmark
Regierungsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Margarete II.
Regierungschef Ministerpräsident
Legislative Parlament mit 179 auf 4 Jahre gewählten Mitgliedern, davon je 2 Repräsentanten der Färöer und Grönlands
Verwaltungs-
gliederung
14 Bezirke, 2 Stadtbezirke (Kopenhagen und Frederiksberg). Politisch gehören zu Dänemark auch die Färöer und Grönland
Nationalfeiertag 16. April (Geburtstag von Königin Margarete II.) und 5. Juni (Verfassungstag)

 Lage                       Nordeuropa
 Grenzen                 Im Norden Skagerrak, im Osten Kattegat und Ostsee, im Süden Deutschland
                                und im Westen die Nordsee
Fläche                     43094 qkm

Landesnatur Flachwellige bis hügelige Inseln und Halbinseln mit vielgestaltigen Küsten. Die Oberfläche ist vom Eis der letzten Eiszeit geprägt worden. Die größten Inseln sind: Seeland, Fünen, Lolland, Bornholm, Falster, Alsen, Langeland, Møn
Höchster Punkt Yding Skovhoj 173 m
Gewässer Gudenå; Arresee
Sehenswürdig-
keiten 
Schloss Kronborg in Helsingör; Schloss Amalienborg, Meerjungfrau und Tivoli in Kopenhagen; Legoland in Sillund, das historische Roskilde; Kreidefelsen von Møn; Hünengräber in Jelling; Seebad Løkken; Andersen-Gedenkstätten in Odense;

  
Dänemark kann man von Deutschland aus auch mit einer Fähre erreichen.
   

Überall ist Dänemark mit seinen rund 470 größeren und kleineren Inseln und seinen ungezählten Halbinseln aufs engste mit dem Meer verzahnt - kein Ort des Landes ist mehr als 50 km von der Küste entfernt. Dänemark ist nicht das Land der großen Naturschauspiele, der atemberaubenden Höhen oder der endlosen Weiten. Dänemark ist ein Land der sanften Übergänge und vielfältiger Schönheit, mit kräftigen Farben. Dänemark - das ist der weiße Strand Westjütlands, die steil zum Meer abfallenden Kreidefelsen, die gepflegten Bauernhöfe inmitten wohl bestellter Felder und die prachtvollen Renaissanceschlösser und Herrenhäuser aus der Zeit der Ständegesellschaft. Das ist auch die weit sichtbare Silhouette der weiß getünchten Kirchen mit ihren Treppengiebeln, das Kolorit der verträumten Städtchen und malerischen Fischerdörfer und das ist nicht zuletzt Kopenhagen, das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes

Die Landschaften Dänemarks sind im Wesentlichen ein Ergebnis der Eiszeiten, die mehrfach von Skandinavien weit nach Süden vordrangen. Sie hinterließen mächtige glaziale Ablagerungen, die den aus Kalken bestehenden Untergrund Jütlands und der Inseln überdecken. Nur an wenigen Stellen wird der voreiszeitliche Untergrund sichtbar, z.B. auf der Insel Bornholm, am Limfjord sowie an den Kreidefelsen der Insel Man.
Auf dänischem Gebiet schmolzen die letzten Eismassen vor rund 12 000 Jahren ab. Der vielfältig gegliederte Küstenumriss Dänemarks hat seine Gestalt erst durch den anschließenden Meeresspiegelanstieg erhalten. In den Förden und Sunden der Ostsee findet man die im Meer untergegangene Landschaft. An der Westküste Jütlands zeigt sich dagegen die Kraft, die der Wechsel der Gezeiten der Nordsee ausübt. Hier gibt es keine geschützte B uchten, und bis auf ein kleines Watt- und Marschengebiet im Süden überwiegt eine flache Ausgleichsküste mit Nehrungen, seichten Strandseen und ausgedehnten Dünenfeldern. Westliche Winde sorgen hier für ein rauhes Klima. Nach Osten hin, auf den Inseln, schwächt sich die Wirkung des Atlantischen Ozeans allmählich ab, Windgeschwindigkeiten und Niederschläge nehmen ab, der Einfluss des Kontinentalklimas nimmt zu. Entsprechend der Lage hat Dänemark ein ausgeglichenes mildes und feuchtes Klima mit Regen bringenden Südwestwinden. Die mittleren Temperaturen sinken nicht unter den Nullpunkt.

Kopenhagen, die Hauptstadt, ist nicht besonders groß. Im engeren Stadtbezirk leben rund 500000 Einwohner, der Großraum umfasst etwa 1,4 Mio. Menschen. Die Stadt liegt am Öresund, der schmalen Meerenge, die Dänemark von Schweden trennt. Heute legen am lang gestreckten Hafen die großen Fähren aus Stockholm oder Bornholm neben Kreuzfahrtschiffen aus aller Welt an. Aus der historischen Innenstadt westlich davon führen breite Boulevards in die Außenbezirke.




In Kopenhagen liegen die Sehenswürdigkeiten nahe beieinander: der zauberhafte Vergnügungspark Tivoli, Schloss Amalienborg, die Residenz von Königin Margrethe II., und die Statue der Kleinen Meerjungfrau, das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Sobald es das Wetter erlaubt, stellen Caféhausbesitzer im Freien Tische und Stühle für ihre Gäste auf, und sehr schnell entsteht eine fast südländische Atmosphäre. Die Universitäts- und Kulturhauptstadt Europas des Jahres 1996 wirkt anregend und entspannend zugleich. Königliches Theater und Ballettensemble, Jazzkeller, Rockkonzerte unter freiem Himmel, all das gehört dazu.



Das milde Klima und die lehmigen Böden sind gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Die Agrarlandschaft mit ihren typischen Einzelhöfen mitten in großen Einödfluren geht auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Auch die alten Dörfer mit ihren Läden, Werkstätten und mit ihrem "Kro" (Gasthaus) haben noch Bestand und sind Mittelpunkte des weiten Umlandes. In einigen Orten lässt sich bis heute der typische Grundriss des ausgehenden Mittelalters erkennen.
Die Landwirtschaft ist in Dänemark hoch entwickelt, sie wird nach modernsten Gesichtspunkten mit hohem Maschineneinsatz betrieben. Es wird weitaus mehr produziert, als zur Versorgung der eigenen Bevölkerung erforderlich ist. Daher ist Dänemark schon seit Jahrzehnten eines der bedeutendsten Exportländer agrarischer Erzeugnisse: Butter, Käse, Eier, Fleisch, Schinken und Speck sin typische dänische Agrarexporte. Der Ackerbau dient überwiegend der Gewinnung von Viehfutter - selbst von der Getreideernte wird der größte Teil zur Viehfutterung genutzt.
Aber Dänemark ist kein Agrarland mehr. Die Industrie beschäftigt heute weitaus mehr Menschen und erwirtschaftet den weitaus größeren Teil des Bruttosozialprodukts als die Agrarwirtschaft. Da Dänemark jedoch über keine nennenswerten Rohstoffe verfügt, basiert die industrielle Entwicklung auf der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten sowie auf der Veredelung importierter Rohstoffe. Die Produktskala reicht von Nahrungs- und Genussmitteln, Textilien, Möbeln, Porzellan, Chemikalien, elektronischen Geräten und Schiffen bis zu kompletten Fabrikationsanlagen und Schiffsausrüstungen.

                                                                                                                   Bilder: © Michael Frunzke

Seite erstellt: 2005
Seite geändert: 20.02.2011

 

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