

Die Erde und ihre Länder
Europa - Italien - Capri
Die Insel Capri
In geographischer Hinsicht kann man
Capri als natürliche Verlängerung der Halbinsel
von Sorrent sehen. Man kann davon ausgehen, dass die Insel in der Frühzeit der Erdgeschichte
Teil des Festlandes war. Darauf deutet auch die geologische Ähnlichkeit mit der Halbinsel von Sorrent hin, von der Capri heute etwa 5 km
entfernt ist. Der wuchtige Felsen besteht aus Dolomit
und Kalk und wurde während der letzten Eiszeit vom Festland abgetrennt.
Dieser
Felsen ist
nicht vulkanischen Ursprungs, sondern der Wind blies Tuff und Asche von den nahen
Vulkanen herbei und schuf auf dem Stein eine Auflage, die eine außergewöhnlich prächtige
Vegetation zulässt. Etwa 850 Pflanzenarten gedeihen hier, Wildkräuter wachsen in
duftenden Polstern, im Spätwinter und Frühling steht alles in Blüte.
Die
gebirgige Landschaft mit ihren beiden wichtigsten Erhebungen, dem Monte
Tiberio (335 m) und dem Monte Solaro (589 m), die von niedrigeren
Begen umgeben sind, bietet den beiden Ortschaften nur Hochebenen und Hügel als Siedlungsraum. Die
einstige Einsamkeit des Hinterlandes der Insel ist
lange
vorbei. Bei schönem Wetter
lockt z.B. auch die "Blaue Grotte" alle Inselbesucher an. Von Anacapri hat man einen
besonders schönen Blick auf die Weite des Mittelmeeres und die
Schönheit der Inselküste mit tiefen Einschnitten, kleinen Buchten, zerklüfteten
Küstenabschnitten und den vielen Grotten und Höhlen.
Die Insel
ist noch kleiner, als man es glauben möchte. Aber sie ist
vielgeliebt, sie wird besungen (Hier findet ihr einen bekannten Liedtext.) und oft gemalt.
Sie
ist auf
jeden Fall einen Besuch wert.
Geschichte
Die Insel,
bereits in der Altsteinzeit
bewohnt, gewann erst mit den Ansiedlungen der
Griechen ab dem 7. Jh. v. Z. historische Bedeutung. Diesen ersten
Siedlern, die das
Felseneiland nach dem griechischen Wort für Wildschwein (Kapros) tauften, die
die ersten Reben und Olivenbäume pflanzten, folgten dann die Römer.
Kaiser
Augustus, von der Schönheit der Insel beeindruckt, wollte sie unbedingt
besitzen. Deshalb gab er der Stadt Neapel zum Tausch das fruchtbare und viel reichere
Ischia. Kaiser Tiberius verfiel erst recht dem Zauber der Insel. Zehn
Jahre lang, 27-37 n. Chr., wohnte er auf dem Monte Tiberio und ließ Villen
bauen, die den Gottheiten des Olymp geweiht waren. Von der prunkvollen Villa
Jovis aus regierte er das römische Imperium. Seine
Nachfolger wohnten dann nur sporadisch auf Capri.
Mit dem Untergang des Römischen
Reiches verlor die Insel das Flair der feudalen Residenz und ging von Hand
zu Hand. Sarazenen, Langobarden, Normannen, Aragonier, Spanier, Österreicher,
Franzosen und Engländer nahmen das Felseiland nacheinander in Besitz, ohne
jedoch bedeutsame Spuren zu hinterlassen.
Als der deutsche Maler und
Schriftsteller August Kopisch 1826 die Blaue Grotte wiederentdeckte und
populär machte, setzte der bis heute nicht abreißende Strom des
Fremdenverkehrs voll ein.![]()
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