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Die Erde und ihre Länder
Europa - Bosnien-Herzegowina
Hauptstadt: Sarajewo
Ein Bündnis aus drei
Völkern
Verwaltung - 2 Gebietseinheiten und gemeinsam verwaltete Hauptstadt
| Staatsform | Demokratischer Bundesstaat |
| Fläche | 51.129 qkm |
| Einwohnerzahl | 4.025.476 |
| Amtssprachen | Bosnisch, Kroatisch, Serbisch |
| Kfz-Kennzeichen | BiH |
| Zeitzone | MEZ / MESZ |
| Höchste Erhebung | Maglic (2386 m) |
| Wichtigste Flüsse | Drina, Save, Bosna, Vrbas |
| Meer: | Adriatisches Meer |
| Währung | 1 KM = 100 Fening |
| Nationalfeiertag | 1. März |
Größte
Städte Sarajevo, Banja Luka, Mostar, Tuzia
Religionszugehörigkeit
48 % Muslime, 34 % Serbisch-Orthodoxe, 15 % Katholiken
Die Dinarischen Alpen
bedecken einen Großteil von Bosnien-Herzegowina.
Bosnien-Herzegowina
liegt im Herzen des Balkans, mit Kroatien im Westen und Norden, Serbien
und Montenegro im Osten und Süden. Das Land bildet die Grenze zwischen Mittel-
und Südosteuropa. Dabei entspricht der
Süden des Landes der historischen Region Herzegowina. Trotz der Nähe zum
Adriatischen Meer herrscht in der Gegend kein mildes Mittelmeerklima, da
die Dinarischen Alpen wie ein hoher Wall zwischen Land und Meer liegen.
Eine karge Berglandschaft
Teilweise verkarstete Gebirgsregionen
bestimmen die Landschaft.
Erosionsvorgänge
an Kalk- und Gipsgesteinen haben in weiten Teilen von Bosnien-Herzegowina
eine Karstlandschaft mit steilen Bergen, zerklüfteten Felsen und Höhlen
entstehen lassen. Das Land leidet überwiegend unter Trockenheit, die Böden
sind meist karg. Nur im Norden und in der Landesmitte, vor allem im bosnischen
Teil, finden sich trotz der auch dort gebirgigen Landschaft schöne Waldgebiete.
Trotz
seiner geringen Größe wartet Bosnien-Herzegowina mit eindrucksvollen Landschaften
auf. In den Dinarischen
Alpen finden sich viele schmale Täler, durch die reißende Bäche fließen.
Die steilen Hänge stürzen imposante Wasserfälle hinunter, z.B. von
Kravica oder Jajce.
Multikulturelles Land
Rund
40 Prozent der Bevölkerung sind Serben, 40 Prozent Bosnier, 17 Prozent Kroaten.
Die restlichen 3 Prozent gehören weiteren Bevölkerungsgruppen an. Etwa 34
Prozent der Bosnier und Herzegowiner sind serbisch-orthodox, 48 Prozent
Muslime. Letztere leben vor allem im Gebiet der bosnisch-kroatischen Föderation,
ebenso wie die Mehrheit der Kroaten und - katholischen - Montenegriner.
Während die Kroaten eher Städter sind, bilden die Serben und Bosnier tendenziell
die Landbevölkerung. Haupterwerbszweig von Bosnien-Herzegowina ist die Landwirtschaft
(Viehzucht, Weizen, Mais, Rüben). Durch den Bürgerkrieg liegt sie jedoch
großflächig brach.
Nach dem Bürgerkrieg
- eine schwierige Konstellation
Seit
Jahrhunderten ist Bosnien-Herzegowina eine zusammenhängende politische Einheit
- obwohl fremde Mächte es immer wieder besetzt haben. Dies erklärt vor allem
die Vielfältigkeit seines kulturellen Erbes.
Ursprünglich war Bosnien-Herzegowina
von den Thrakern und den Illyrern besiedelt. Anschließend besetzten lange
Zeit die Römer das Land. Nach der Invasion der Westgoten wurde es dem Oströmischen
Reich des Theoderich zugeschlagen, und im 6. und 7. Jahrhundert wanderten
Slawen ein. Nachdem Bosnien-Herzegowina im Jahr 900 christianisiert wurde,
leistete es Widerstand gegen die byzantinischen Invasoren. Eine Blütezeit
erlebte die Region im 14. Jahrhundert als unabhängiges Königreich.
Zentrum von Spannungen
1463
eroberten die Osmanen Bosnien, 1481 die Herzegowina. Sie herrschten 400
Jahre lang. In dieser Zeit konvertierten viele Christen zum Islam. 1878
wurde die Region in das Österreich-ungarische Herrschaftsgebiet integriert.
Der Hass der Bevölkerung gegen die neuen Machthaber führte im Juni 1914 zu dem Attentat auf den Thronerben Erzherzog Franz Ferdinand, das den Ersten
Weltkrieg auslöste. Nach Kriegsende wurde Bosnien-Herzegowina Teil des Königreichs
von Serbien, Slowenien und Kroatien. Aus diesem entstand 1929 das Königreich
Jugoslawien und nach dem Zweiten Weltkrieg die Föderative Volksrepublik
Jugoslawien unter Tito.
Bürgerkrieg und Dayton
1991
brach die Volksrepublik auseinander: Erst erklärte sich Slowenien, dann
Kroatien für unabhängig. Nachdem 1992 die mehrheitlich muslimischen bosnischen
Kroaten auch Bosnien als unabhängig ausgerufen hatten, riefen die bosnischen
Serben die Republik Serbien aus. Es begann ein gegenseitiger Vernichtungsfeldzug.
1995 endete der Bürgerkrieg durch die Intervention der Nato. Der in Dayton
geschlossene Friedensvertrag legte fest, dass Bosnien-Herzegowina ein eigener
Staat bleibt, aber in zwei Teile geteilt wird: die bosnisch-kroatische
Föderation und die Serbische Republik.
Nach wie vor leidet die Republik unter den Auswirkungen
des Bürgerkriegs, der dort nach dem Zerfall Jugoslawiens ausbrach.
Klima
• kontinental
•
Durchschnittstemperatur: 4 °C bis 3 °C im Januar, 13
°C bis 26 °C im Juli
• jährliche Niederschlagsmenge: 7qp mm
Trockene Sommer sowie harte
Winter bestimmen das Klima.
Sehenswertes
• Mostar
(die osmanische, nach ihrer Zerstörung 1993 wieder aufgebaute Brücke Stari
Most,
die Karadjoz-Beg-Moschee, die türkischen Häuser aus
dem 16. Jh.im Kujundziluk-Viertel)
• Sarajevo (die türkische Zitadelle)
•
Foca (Aladza-Moschee)
• die Nationalparks von Sutjeska und von Kozara
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