

Die Erde und ihre Länder
Europa - Belgien
Hauptstadt: Brüssel
Land mit einer Hauptstadt, aber mit 3 Sprachen
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Offizieller Name |
Königreich Belgien |
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Lage |
Westeuropa |
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Grenzen |
Im N und NO Niederlande, |
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Fläche |
30 518 qkm |
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Zeitzone |
Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache Landesnatur | Niederländisch, Französisch, Deutsch Von Norden nach Süden: Niederbelgisches Tiefland mit Marschland, Hügelländer Mittelbelgiens, Mittelgebirge Hochbelgiens mit Ardennen |
| Höchster Punkt | Botrange (Hohes Venn) 694 m |
| Gewässer | Schelde, Maas |
| Staatsform | bundesstaatliche konstitutionelle Monarchie auf parlamentarischer Grundlage |
| Klima | Ozeanisch gemäßigtes, mildes und niederschlagsreiches Klima |
| Sehenswürdigkeiten | Grand Place und Atomium in Brüssel; flandrische Städte Antwerpen, Brügge, Gent; Ardennen |
Trotz seiner relativ geringen Größe spielt das Königreich Belgien eine entscheidende Rolle in der Europäischen Union. Das Nebeneinander französischer und flämischer Traditionen bereichert die Kultur des Landes, stellt es andererseits aber auch immer wieder vor Zerreißproben.
Fruchtbares Tiefland
und bewaldete Mittelgebirge
Obwohl
vier Fünftel Belgiens zum nordwestlichen europäischen Tiefland gehören,
bietet es landschaftliche Vielfalt - von den Marschen der Nordseeküste bis
hin zum Ardennen-Gebirge im Südosten des Königreichs. Belgien wird eingeteilt
in die flämische Tiefebene, angrenzend an die Nordseeküste, das Kempenland
im Nordosten, das flachwellige Hügelland Mittelbelgiens, das waldreiche
Hochbelgien mit den Ardennen sowie Belgisch-Lothringen östlich der Maas.
Flandern
Die flache
Küstenregion ist durch das Polderland - eine Landschaft, die sich unterhalb
des Meeresspiegels befindet - und durch einen langen Dünenwall von der Nordsee
getrennt. Zum Landesinneren hin erstreckt sich sanft die flämische Ebene,
die im Nordosten vom Kempenland fortgesetzt wird. Die lehmig-sandigen Heideböden
machen dieses Gebiet zum natürlichen Weideland und zu Belgiens Kornkammer.
Außerdem ist es reich an Steinkohle. Mit Ausnahme der Nordseehäfen und der
Industrieanlagen des Kempenlandes dominiert im Niederländisch sprechenden
Flandern die Landwirtschaft.
Wallonien und Ardennen
Im
Süden und Osten erhebt sich mit fast 700 Höhenmetern das Hügelland des französischsprachigen
Walloniens, das ein relativ abwechslungsreiches Relief bietet. Auf die hügelige
Region Hennegau folgt das von Tälern durchzogene Brabant und der so genannte
Haspengau. Diese Plateaus erheben sich bis zum Ardennenkamm und dem Hohen
Venn mit dem höchsten Berg Belgiens, dem Signal de Botrange (694 m).
Der Zonienwald
Im
Süden von Brüssel erstreckt sich der Zonienwald, der im 18.Jh. von österreichisch-habsburgischen
Regenten angelegt wurde. Der mehr als 4000 Hektar große Wald ist bekannt
für hochgewachsene Buchen und besitzt eine überaus reiche und vielseitige
Fauna und Flora. Wenn man die Ruhe der Natur sucht, kann man diese im Zonienwald, dem schönsten
Buchenwald Belgiens, finden.
Unterschiedliche
Kulturen stiften die belgische Identität
Der
Norden Belgiens spricht Niederländisch, der Süden Französisch, ein kleines
Gebiet im Osten Deutsch. Auch die Geschichte des Königreichs wurde von seinen
Nachbarn Frankreich, den Niederlanden und Deutschland geprägt.
Belgien
ist ein noch relativ junger Staat. Sein heutiges Gebiet gehörte bis zum
19. Jh. abwechselnd entweder zu Spanien, Österreich-Habsburg, Frankreich
oder den Niederlanden. Nach langer Fremdherrschaft sagten sich die belgischen
Südprovinzen im September 1830 vom Königreich der Vereinigten Niederlande
unter Wilhelm I. von Oranien-Nassau los und erklärten ihre Unabhängigkeit.
Neutrale Unabhängigkeit
Ein
belgischer Nationalkongress wählte den deutschen Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg
und Gotha zum ersten „König der Belgier". Von den Ideen der Französischen
Revolution geprägt, sah die liberale belgische Verfassung von 1831 als Staatsform
eine parlamentarische Monarchie vor. Während England den neuen Staat schon
1831 anerkannte, akzeptierten die anderen europäischen Großmächte erst 1838
die Unabhängigkeit Belgiens - unter der Bedingung, dass das Land sich in
zukünftigen Konflikten neutral verhält.
Ein Land - zwei Völker
Trotz der klaren Trennung in Sprachgebiete bietet das
Sprachenproblem seit 150 Jahren immer wieder Zündstoff für politische und
gesellschaftliche Konflikte. Man muss bedenken, dass Belgien kein
nationalistischer Einheitsstaat ist, sondern eine Gemeinschaft verschiedener
Volksgruppen, die - zusammengekettet durch die Zufälle der Geschichte - für ihre
Rechte und Freiheiten und nicht zuletzt für ihre kulturelle Identität
kämpfen.
Bereits bei der Staatsgründung 1830 war der Sprachenstreit
vorhanden. Französisch war Staatssprache, was eindeutig zu einer Benachteiligung
der Flamen führte. Diese erlebten damals eine diskriminierende Zeit der
Unterdrückung, eine Zeit, in der ihnen französische Sitten und die
französische Sprache aufgezwungen wurden. Der Konflikt wurde etwas entschärft,
als in mehreren Sprachgesetzen zwischen 1873 und 1898 das Flämische als Schul-,
Amts- und Gerichtssprache anerkannt wurde. Die Flamen blieben dennoch bis in die
60er Jahre des 20. Jh. eine benachteiligte Gruppe. Die eigentliche
Verkehrssprache, in der die wichtigsten Zeitungen erschienen, blieb Französisch.
Wirtschaftliches und politisches Zentrum war bis zum Niedergang der
Kohleförderung in den 1950er Jahren und der Stahlkrise in den 1970er Jahren die
Wallonie, die heute zum "Armenhaus" geworden ist. Das
Selbstbewusstsein der Flamen verstärkte sich, und in den 1960er Jahren kam es zu
großen Demonstrationen, bei denen die Flamen politische Gleichberechtigung und
kulturelle Selbstständigkeit forderten.
Belgiens Neutralität wurde
1914 und 1940
durch Deutschland verletzt, das das Nachbarland jeweils
besetzte und durchquerte, um Frankreich zu überfallen. Die vermeintlich
zu deutschfreundliche Haltung des belgischen Königs während der deutschen
Besatzungszeit war so umstritten, dass er 1951 zugunsten seines Sohnes Baudouin
I. abdanken musste. Nach dem Krieg gab das Königreich seine Neutralität
auf und schloss sich der NATO an. Als Mitglied der Benelux-Union war Belgien
zudem einer der Gründungsstaaten der Europäischen Gemeinschaft, die es von
Anfang an unterstützte. Heute befindet sich der Sitz der Europäischen Kommission
in der belgischen Hauptstadt.
| Wirtschaft | |
| Erwerbstätige | Landwirtschaft 1,3%, Industrie 30,3%, Dienstleistungen 68,4% |
| Arbeitslosigkeit | 10,8% |
| Importgüter | Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Eisen- und Stahlprodukte, Mineralölerzeugnisse |
| Exportgüter | Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Ausrüstungen, Eisen- und Stahlprodukte, Nahrungsmittel, lebende Tiere, Kunststoffe, Textilien |
| Eisenbahn | 3470 km |
| Straßen | 145850 km (über 1600 km Autobahn) |
| Staat | |
| Amtlicher Name | Königreich Belgien; (flämisch) Koninkrijk België; (französisch) Royaume de Belgique |
| Hauptstadt | Brüssel |
| Regierungsform | Konstitutionelle Monarchie |
| Regierungschef | Premierminister |
| Legislative | Zweikammerparlament mit 150 Abgeordneten im Abgeordnetenhaus und 71 Senatoren im Senat, jeweils auf 4 Jahre gewählt |
| Verwaltungsgliederung | 3 Regionen, Hauptstadtregion, Gemeinschaften der französisch-, niederländisch- und deutschsprachigen Gruppen, 10 Provinzen |
| Nationalfeiertag | 21. Juli (Amtseid des Königs Leopold I. 1831) |
Klima
• Meeresklima,
zum Südosten hin kontinental Sehenswertes
• Durchschnittstemperatur:
0 °C (Ardennenl bis 3,5 °C (Küste) im Winter,
15°C(Ardennen)
bis 16°C (Küste) im Sommer
• jährliche Niederschlagmenge: 1 400 mm (Ardennen)
bis 800 mm (Küste)
Sehenswertes
• Zonienwald
und die Wälder der Ardennen
• Brüssel (Königlicher Platz, Statue des
Gottfried von Bouillon, Brunnenfigur „Manneken Pis", Schloss von
Laeken,Atomium)
• Wallonien (zahlreiche Schlösser)
•
Flandern (die Städte Brügge, Gent, Antwerpen und Ostende)
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