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Die Erde und ihre Länder
Australien - Überblick


 DER AUSTRALISCHE KONTINENT

Australien besteht im wesentlichen aus zwei durch die Bass- Straße voneinander getrennten Landmassen - dem australischen Festland und Tasmanien. Der Kontinent ist mit einer Fläche von 7682300 qkm fast 22 mal so groß wie Deutschland, bei einer maximalen Ausdehnung von 3983 km in Ost-West- und 3138 km in Nord-Süd-Richtung. Insgesamt 36735 km misst die Küstenlinie der gigantischen Insel, die im Norden von Timor- und Arafurasee, im Osten vom Pazifik, im Süden vom Südaustralischen Becken und im Westen vom Indischen Ozean umgeben ist. Nächster Nachbar Australiens ist das jenseits der Tores-Straße 200 km nördlich von Cape York gelegene Papua-Neuguinea.Oft als flachster aller Kontinente bezeichnet, umfasst Australien drei geographische Größeneinheiten: das Ostaustralische Hochland, die Mittelaustralische Senke und das Westaustralische Tafelland. Der Südliche Wendekreis teilt den Kontinent in zwei annähernd gleich große Hälften. Die immense Fläche und die je besonderen Gegebenheiten bedeuten erhebliche klimatische Unterschiede. Etwas mehr als ein Drittel des Landes liegt in den nördlichen Tropen, und das bedeutet starke Regenfälle in der feuchten Jahreszeit (Sommer). Die südlichen- gemäßigten oder mediterranen - Regionen haben ihre größten Niederschläge in den Wintermonaten zu verzeichnen. Die Mitte Australiens hingegen ist eine riesige Trockenzone, die von küstennahen Regen- und Kaltfronten nicht erreicht wird und nur minimale Niederschläge erhält. Die dortigen Temperaturen weisen erhebliche tageszeitliche Unterschiede auf. Australien besteht aus sechs Bundesstaaten (Queensland, New South Wales, Victoria, Tasmanien, South Australia und Western Australia) und zwei Bundesgebieten (Northern Territory und Australian Capital Territory). Die auf 18 Millionen geschätzten Einwohnerzahl Australiens ergibt eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von nur zwei Menschen pro Quadratkilometer, doch 85 Prozent der Australier leben in den fruchtbaren, urbanisierten Regionen vornehmlich entlang des östlichen Küstenstreifens.

DER NORDEN:

Der Norden, weit nördlich des Südlichen Wendekreises, beeindruckt durch die große Vielfalt seiner Landschaftsformen: Dazu zählen die abgelegene Region des nördlichen Kimberley in Western Australia ebenso wie der Kakadu National Park im Northern Territory, die dichten Regenwälder im nördlichen Queensland ebenso wie das ,,achte Weltwunder", das tropische Unterwasserparadies das Great Barrier Reef.

DER OSTEN:

Die Ostküste ist die am dichtesten besiedelte Zone des Kontinents. Hier liegen die Großstädte Brisbane, Canberra und Sydney. Doch herrscht auch hier an unberührter Natur kein Mangel- von der Sandinsel Fräser Island und der Küstenperle Byron Bay über die schroffen Blue Mountains bis zum üppigen Grün des Kangaroo Valley und zu den Schneebedeckten Gipfeln der Snowy Mountains.

DIE MITTE:

Als endloses, rotes Ödland, trocken und flach, präsentiert sich die Mitte, das ,,rote Herz" Australiens. Geheimnisvoll erheben sich verwitterte Felsformationen aus der Ebene. Uluru (Ayers Rock), Devil's Marbles oder KatatJUta heißen die Naturwunder, die den Ureinwohnern, den Aborigines, seit Jahrtausenden als heilige Stätten gelten. Auch europäische Einwanderer haben im Outback ihre Anpassungsfähigkeit an die unwirtliche Umgebung bewiesen

DER SÜDEN:

Der gemäßigte Süden Australiens ist kühl und grün, aber auch wild und unbändig. Neben den Städten Melbourne, Hobart und Adelaide erheben sich die Gipfel der Australischen Alpen. Die Great Ocean Road führt an einem atemberaubend aufregenden Küstenstreifen entlang, und die außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt des Kontinents ist im Franklin Gordon Wild Rivers National Park und auf Kangaroo Island hautnah zu bewundern.

DIE ABORIGINES
 
Auch wenn man es noch nicht hat beweisen können, geht man davon aus, dass die Aborigines vor mindestens 50.000 Jahren von Südost- oder Ostasien aus nach Australien gelangten.

Die Aborigines in den einzelnen Landesteilen unterscheiden sich bis heute in puncto Lebensweise und Traditionen. Obgleich viele Volksstämme heute aktiv für den Erhalt ihrer traditionsreichen Glaubensvorstellungen und Gebräuche eintreten, bleibt doch kein Teil des Kontinents von der modernen Welt unberührt, und in manchen stadtähnlichen Siedlungen der Ureinwohner ist ein Bezug zur traditionellen Lebensweise kaum mehr vorhanden.
 
Das Eintreffen der Europäer im Jahr 1788 markierte auch der Beginn einer falschen Vorstellung über das Wechselspiel zwischen den Aborigines und dem Land, von dem sie lebten. Grundlegend, aber falsch war etwa die Annahme, die Aborigines seien ,,ein zeitloses Volk in einem zeitlosem Land", um eine vielzitierte Wendung anzuführen. Dieses Diktum ist natürlich unzutreffend, denn das Land hat sich im laufe der Jahrtausende recht stark verändert, und mit den Jahrhunderten auch die Aborigines selbst. Noch wichtiger ist, dass die australischen Ureinwohner das Land und somit auch seine Tierwelt beeinflusst haben. Heute weiß man, daß die Jagd und der Gebrauch von Feuer einen erheblichen Einfluß ausgeübt haben.

BEWOHNER DER AUSTRALISCHEN ARCHE

Australien ist die Heimat von ungefähr 600 Reptilienarten. Einer ihrer spektakulärsten Vertreter ist die vornehmlich im Norden und Nordosten vorkommende Kragenechse, die bei Berührung oder Bedrohung ihren eindrucksvollen Hautlappen abspreizt. Das meist im Verborgenen lebende Schnabeltier ist eines der merkwürdigsten und ursprünglichsten Säugetiere Australiens. Das männliche und das halbwüchsige weibliche Schnabeltier besitzt am Hinterfuß eine Giftdrüse mit hohlen Sporen. Das Salzwasser- oder Leistenkrokodil ist in den Seen Nordaustraliens weit verbreitet. Der behäbige Wombat oder Plumpbeutler ist ein possierliches Tier. Der in Tasmanien und im Südosten des Festlands lebende nachtaktive Pflanzenfresser besitzt als typisches Beuteltier eine gut entwickelte „Tragetasche" für den Transport der Jungen. Die niedlichen Koalas sind das wohl beliebteste Beuteltier, doch sie besitzen scharfe Zähne und können recht aggressiv sein. Sie ernähren sich ausschließlich von den Blättern bestimmter Eukalyptusarten, so kommen die gefährdeten Baumbewohner nur im Osten Australiens vor.

Die vor allem die eigentlichen Kängurus und die Wallabys (dazu gehören mehrere Arten aus der Familie der Kängurus) umfassende Familie der Macropodidae (Echte oder Eigentliche Kängurus) fällt durch ihren Artenreichtum auf. Größter Vertreter ist das in den trockenen Regionen heimische Rote Riesenkänguru.

Das in mehreren Arten vorkommende Felskänguru ist gut an ein Leben in unwegsamen Gelände angepasst. Die breiten Füße und der bewegliche Schwanz helfen dem Tier, das Gleichgewicht zu halten, wenn es von Fels zu Fels hüpft. Die Gelbfußbeutelmaus ist im östlichen Australien weit verbreitet. Das Raubtier verschläft den Tag in unterirdischen Nestern und geht nachts auf die Jagd nach Insekten, Spinnen und kleinen Wirbeltieren wie etwa Mäusen.

REICHTUM DER PFLANZENWELT

Australien verfügt über eine ganz besondere Flora, denn mehr als zwei Drittel seiner 20000 Pflanzenarten
kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. Die Ursprünge mancher australischer Pflanzen lassen sich bis in jene Zeiten zurückverfolgen, als der Kontinent noch mit den anderen südlichen Landmassen verbunden war. Pollen der mächtigen Südbuche in den kühlen Bergregionen Tasmaniens und im östlichen Victoria wurden schon als 60 Millionen Jahre alte Fossilien entdeckt. Kaurifichten, darunter die Norfolktanne sowie der Bunya- Bunya- Baum und die Hoop-Schmucktanne von Queensland, haben nahe Verwandte in Südamerika, Neuseeland und Teilen der Pazifikregion.
Australiens auffälligste Pflanzen sind die Eukalypten oder "gum trees". Gemeinsam mit Wattl-Büschen dominieren diese ,, Gummibäume" die meisten Landschaften, ausgenommen die Regenwälder. Die Größe von Eukalypten reicht von Waldriesen wie der Bergesche bis zu den kaum mehr als strauchgroßen Mallees der Trockengebiete. Der in Victoria und Tasmanien vorkommende, bis zu hundert Meter hohe Königseukalyptus wird nur noch von den Mammutbäumen Nordamerikas übertroffen. Die Mallees bezaubern durch spektakuläre rote, gelbe und orangefarbene Blüten.

AUSTRALIEN HEUTE

Australien hat inzwischen eine ausgeprägte Identität erlangt und seinen Platz in der Weltgemeinschaft gefunden. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jh. erfuhr die Kultur der Nation durch große Einwanderungswellen aus dem nicht-englischsprachigen Europa, vor allem aus Italien und Griechenland, eine tiefgreifende Veränderung. Man sagt, Melbourne sei die dritt größte ,,griechische" Stadt. Neu-Australier der jüngeren Vergangenheit sind die Zuwanderer aus dem nahen Osten und aus Südostasien, was eine grundlegende Veränderung des Stadtbildes zur Folge hatte. Die zahlreichen multikulturellen Einflüsse wandelten und erweiterten die Selbstwahrnehmung und die Weltsicht der Australier. Eine der einflussreichsten Bewegungen des späten 20. Jahrhunderts hat es sich zum Ziel gesetzt, die natürliche Umwelt der australischen Farmen zu schützen, denn der ,, Fortschritt" hat ein tragisches Vermächtnis hinterlassen. Die Weideaktivität von 26 Millionen Rindern und 150 Millionen Schafen und die Bewirtschaftung von etwa 8 Millionen Hektar Land schufen ungeheure Probleme: die Verdrängung heimischer Vegetationen, die Bodenerosion, die Absenkung der Grundwasserspiegel und die Einführung exotischer Schädlinge- all das hatte gravierende Folgen für das Land und seine Ökosysteme. Ein nationales Landespflegeprogramm mit dem Ziel, die seit zwei Jahrhunderten fortschreitenden Schädigungen zu stoppen oder gar rückgängig zu machen, genießt die breite Unterstützung der Landbevölkerung.
Australien hat heute mehr als 18 Millionen Einwohner und versorgt viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit Nahrungsmitteln. In alle Welt exportiert werden Schaf- und Rindfleisch, Weizen, Gerste, Zucker, Obst, Fisch und Milchprodukte. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand Australien aus einer Reihe englischer Kolonien, die in Kultur, Wirtschaft und Verteidigung ganz auf Großbritannien angewiesen waren. Heute hat Australien allen Grund, stolz zu sein, denn es vereint Altes und Neues in ganz besonderer Weise, was sich auch an seiner wirklich multikulturellen Bevölkerung zeigt.

                                                                                                                Autor: Anna Freund 

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