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Die Erde und ihre Länder
Südamerika

Südamerika im Überblick
 

Lage
Der amerikanische Doppelkontinent erstreckt sich vom
83.
Breitengrad Nord bis zum 56. Breitengrad Süd. Er besteht aus Nordamerka (mit Mittelamerika) und Südamerika, dem südlichen Tei! des Doppelkontinentes. Mit Nordamerika ist er durch die Land- und Inselbrücke Mittelamerika verbunden, die geographische Grenze zum nördlichen Teilkontinent bildet die Landenge von Panama.

Südamerika stellt eine Fläche von knapp 18 Mio.qkm dar, das entspricht etwa 12 % des  Festlandes der Erde. Eine eigentlich unvorstellbare Große, das gilt aber auch für die Entfernungen vom nördlichsten bis zum südlchsten Punkt mit mehr als 7600 km und die größte West-Ost -Ausdehnung mit fast 5000 km.

Während die Westküste Südamerikas wenig gegliedert ist, schneiden die Mündungstrichter der großen Ströme tief in die Ostküste ein. Im Süden widerum löst sich die Festlandmasse in Tausende von Inseln auf.

 

Staaten Südamerikas
Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Suriname, Uruguay, Venezuela

Oberflächengestalt
Der westliche Teil wird durch die Fortsetzung der nordamerikanischen Kordilleren, die Anden, geprägt.

Dieses Gebirge ist etwa 8000 km lang und stellenweise bis zu 700 km breit. Der höchste Berg hier ist mit 6960 m der Aconcagua. Eine Vielzahl von Gebirgsketten gliedern das Gebirge, in diese eingeschlossen sind tiefe Längstäler und wellige Hochländer oder Hochebenen, wie z.B. in Bolivien der 200 km breite Altiplano.

In den Andenländern gibt es eine Vielzahl aktiver Vulkane sowie immer wieder Erdbebenkatastrophen.
Im Gegensatz dazu gibt es im Osten mehr Mitte
lgebirge und Tafelländer. Und wieder für uns Europäer eine so unvorstellbare Größe: Das Brasilianische Bergland ist mit seiner 5 Mio. qkm  großen Fläche halb so groß wie Europa. Es trägt den Charakter eines Mittelgebirges, obwohl es auch bis zu 3000 m ansteigt. Ein Stück nördlich davon, durch Amazonien getrennt, liegt das viel kleinere Bergland von Guayana.
Zwischen den Berglandern liegen ausgedehnte Beckenlandschaften, die von den großen Strömen durchflossen werden.

Gewässer
Die Haupt
ströme sind der Amazonas, der Orinoco, der Paraguay und der Paranä - sie fließen alle zum Atlantik. Mit ihren Nebenflüssen ermöglichen sie die Verbindung großer Teile Südamerikas auf dem Wasserweg.
Der Amazonas ist nicht nur der wasserreichste, sondern mit
6516 km auch der
zweitlängste Fluss der Erde. Er entspringt in den Anden und mündet in den Atlantik.
In den Pazifik dagegen münden nur kurze Flüsse.
Vorrangig auf den Anden-H
ochflächen befinden sich die größten Seen Südamerikas, der Titicacasee (8288 qkm, der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien) und der Poopósee (1340 qkm großer Salzsee) in Bolivien.

K Klima/Vegetation
Große Tei
le Südamerikas liegen in den Tropen mit ihren ganzjährig hohen Temperaturen. Im Amazonastiefland gibt es hohe Niederschlagsmengen, die Temperaturen liegen im Jahresmittel bei etwa 27 °C, insgesamt günstige Bedingungen für die hier angesiedelten tropischen Regenwälder.
In den Bergländern von Brasilien und Guayana dagegen sind Feucht-, Trocken- und Dornstrauchsavannen (das sind Gebiete, die aus einer
geschlossenen Krautschicht und einer offenen Gehölzschicht bestehen), aber auch
lichte Trockenwälder und Buschland verbreitet.
Die sich ansch
ließenden Subtropen erstrecken sich über weite Teile Argentiniens und Uruguays. Hier findet man im argentinischen Tiefland Grassteppen (Pampas) und im Osten Patagoniens Trocken- bzw. Wüstensteppen.
Der Südteil Südamerikas reicht in die gemäßigten Breiten, Feuerland bereits in die subpolare Klimazone (Übergang zwischen polarer Klimazone und gemäßigter Klimazone) hinein.
Die Anden wirken als Klimascheide.
Der schmale Küstensaum der Westküste wird deshalb vorwiegend durch den Pazif
ik beeinflusst. Das bringt dem Norden extrem hohe Niederschlagsmengen, an der Küste Kolumbiens jährlich durchschnittlich mehr als 5000 mm Niederschlag. An der Küste Chiles, im Wirkungsbereich des kalten Humboldtstroms, hat sich eine Küstenwüste gebildet.
Zum anderen wird das Klima im Bereich der Anden wesent
lich stärker von der Höhenlage als von der Breitenlage bestimmt. Die Abnahme der Temperatur mit wachsender Höhe hat zur Bildung von Höhenstufen des Klimas geführt, die ihrerseits eine Gliederung der Vegetation bewirken (
Je nach Niederschlagshöhe können sich aber in einer Höhenstufe des Klimas unterschiedliche Vegetationsformen ausbilden. In feuchten Regionen herrscht z. B. die Vegetation mit Heiden und iorbeerähnlichen Sträuchern vor, in trockeneren dagegen die Vegetation mit Trockengräsern und Kakteen.

    Bevölkerung
In Südamerika leben
mehr als 300 Mio. Menschen, das sind etwa 5 %   der Weltbevölkerung. Die Bevölkerung ist aber ungleich verteilt. Es gibt große Gebiete, die wenig oder gar nicht besiedelt sind, in den Ballungsräumen nimmt die Bevölkerung zu. So gibt es heute in Südamerika 31 Millionenstädte, davon allein 10 in Brasilien. Die großen Stadte, z.B. Sao Paulo in Brasilien, Buenos Aires in Argentinien oder Santiago in Chile, liegen mehrheitlich am oder in der Nähe des Meeres.

    Völker
Ursprünglich wurde Südamerika von Indianern bewohnt. Heute leben davon nur noch ein paar Restgruppen im
Andenhochland und im Amazonasgebiet. Die Mehrheit der heutigen Einwohner sind Mischlinge zwischen den indianischen Ureinwohnern, sesshaft gewordenen Europäern und Asiaten und Nachfahren ehemaliger Nergersklaven aus Afrika.

Dass europäische Staaten in Südamerika Koionien hatten, ist noch heute an der Sprache erkennbar: In den meisten Ländern ist Spanisch die Amtssprache, in Brasilien jedoch Portugiesisch. Seit einiger Zeit sind aber in Peru und Bolivien 2 indianische Sprachen, Ketschua und Aymara (auch Aimara) als weitere Amtssprachen zugelassen. Im Interesse vieler südamerikanischer Einwohner werden hoffentlich andere Staaten diesem Beispiel folgen.

Etwa 90 % der Einwohner gehören dem  Katholizismus an. Die altindianischen Religionen sind fast vergessen, sie leben nur noch bei den isoliert lebenden Völkern in den Anden und Amazoniens.

Wenn wir heute Bildberichte, Reportagen u.a. aus Südamerika hören/sehen, sind wir davon berührt, wieviele Südamerikaner in Armut, z.T. auch am Existenzminimum leben. Kaum zu glauben, dass sich lt. Berichten u.a. der Lebensstandard in den letzten Jahrzehnten in den meisten südamerikanischen Ländern verbessert hat - aber diese Aussage bezieht sich wohl nur auf die Gesundheitsversorgung und die Schulbildung. Und das betrifft wiederum fast nur die Bevölkerung in den Städten. Sicher ein Grund dafür, dass viele Menschen vom Land in die großen Städte ziehen - wo es den meisten von ihnen nicht viel besser geht.

Wirtschaft
In vielen Staaten Südamerikas ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsbereich. Exportiert werden besonders Kaffee, Getreide, Fleisch, Wolle oder Zuckerrohr.
Es gibt in Südamerika bedeutende Lagerstätten mit wertvollen Bodenschätzen: Eisen, Antimon, Wo
lfram, Mangan, Bauxit, Kupfer, Zinn und Blei, Salpeter (für Düngemittelhersteliung), chemische Industrie, Erdöl.

Industrie

Viele südamerikanische Länder haben sich in den letzten Jahrzehnten von reinen Rohsstoffproduzenten zu Schwellenländern entwickelt. Das sind Staaten, die noch zu den Entwicklungsländern gezählt werden, aber auf dem Wege zur Industrialisierung sind.
Heute werden in den Ballungszentren der Industrie, z. B. in Brasilien, Argentinien oder Chile, Produkte erzeugt, die a
llerdings auf dem Weitmarkt noch nicht unbedingt konkurrenzfähig sind.

Mit qualifizierten Fachkräften, Zufluss an Kapital wird sich das sicher ändern.

Verkehr
Die natürlichen Bedingungen Südamerikas, z.B. die Urwälder oder die z.T. hohen Gebirge sind für die verkehrsmäßige Ersch
ließung hinderlich.
Nur in den Industrieregionen ist das Verkehrsnetz gut ausgebaut. Neben dem Straßen- und Schienenverkehr spie
lt auch die Schifffahrt für den Personen- und Gütertransport eine bedeutende Rolle.Aber auch das Flugzeug ist ein durchaus gängiges Verkehrsmittel.

 BAus der Geschichte
Vieles
deutet darauf hin, daß Südamerika seit wenigstens 50000 Jahren besiedelt ist.
Aber erst vor reichlich 2000 Jahren begann im Westen Südamerikas die Entwicklung von Hochkulturen, z.B.

die Parasca-Kultur in Peru, die Moche-Kultur in Bolivien (um 200 ). Herausragende Bedeutung hatte ab 1200 das Reich der Inka, das sich über den gesamten Andenraum bis in das östliche tropische Tiefland erstreckte. Damit war es das größte Reich im alten Amerika.
Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (1492= begann die
Koloniaiisierung Südamerikas. Vor allem Spanier und Portugiesen vernichteten die Hochkulturen binnen weniger Jahrzehnte. Sprache und Kultur der Kolonialmächte verdrängte die altamerikanischen Traditionen. Es entstanden die Kolonien.
Deren
Zerfall begann in der Folge der Französischen Revolution. Durch Aufstände, Befreiungskriege, aber auch Verhandlungen entstanden bis Mitte des 19. Jh. die meisten der heutigen Staaten.
1948 wurde die
Organization of American States gegründet. Sie trägt mit dazu bei, das Verhältnis der Mitgliedsstaaten zu den USA zu verbessern.
Die Diktaturen, die oft mit Unterstützung der USA in vielen L
ändern herrschten, wurden zwar seit den 70er Jahren gestürzt oder zu demokratischen Zugeständnissen gezwungen, aber oft verhinderten und verhindern bis jetzt z.B. Korruption, Guerillakämpfe, Drogenhandel und deren Folgen eine Lösung der sozialen Probleme und eine echte Demokratisierung.

Internetlinks                                                                                                                                MF

http://www.ratgeber-suedamerika.de/                                                                 
(
Südamerika - Links und Informationen) 

 http://www.indianer-welt.de/mochica/index.htm 
(zur Moche-Kultur)                                                             

Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 17.01.2010

            

 

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