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Die Erde und ihre Länder
Südamerika
Hautstadt:
Guatemala
Guatemala - Land der Gegensätze
| Offizieller Name | Republik Guatemala |
| KFZ-Kennzeichen | GCA |
| Fläche | 108 889 km² |
| Einwohner | 13,4 Mio. |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit -7 Std. |
| Amtssprache(n) | Spanisch |
| Staatsform | präsidiale Republik |
| Währung | 1 Quetzal = 100 Centavos |
Zwei Hauptketten der Zentralamerikanischen Kordilleren, die Sierra Madre im
Süden und die Altos Cuchumatanes im Westen, umrahmen ein zentrales Hochland,
das 600-1800 m hoch ist. Im Süden dagegen erreichen die Gipfel der zum Teil noch aktiven Vulkane der
Sierra Madre bis über 4000 m Höhe. Weiter nach Süden fällt die Sierra Madre
steil zu dem etwa 60 km breiten Schwemmlandstreifen an der Pazifikküste ab. Im Norden gehört das
Hügel- und Sumpfland zur Halbinsel Yucatán. Im Osten
grenzt Guatemala mit einer Schwemmlandebene im Mündungsbereich des Río Motagua
an den Golf von Honduras.
Mit ansteigender
Höhe geht das tropische wechselfeuchte Klima der Pazifikküste in ein warmgemäßigtes und kühles Klima über. Auf der karibischen Seite,
aber auch im
Norden fallen ganzjährig Niederschläge. Auftretende Hurrikans richten bisweilen große
Schäden an.
Bevölkerung
Guatemala ist der bevölkerungsreichste Staat Zentralamerikas,
und im
regionalen Vergleich wächst die Bevölkerung des Landes überdurchschnittlich.
Ihr Großteil
lebt im zentralen Hochland. Über
die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze, etwa ein Drittel sind Analphabeten.
In keinem Land Mittelamerikas ist der Anteil der indigenen
Bevölkerung so groß wie in Guatemala. Indianer und Mestizen bilden die größten Bevölkerungsgruppen; Schwarze, Mulatten
und Zambos sind die Minderheiten. An der politischen und
gesellschaftlichen Vorherrschaft der weißen Minderheit hat sich bis jetzt kaum etwas geändert.
Die
Amtssprache ist Spanisch,
daneben werden aber 23 verschiedene Maya-Sprachen gesprochen.
Staat und Politik
Laut Verfassung von 1986 ist
Guatemala eine präsidiale Republik. Der Präsident ist sowohl Staatsoberhaupt als
auch Regierungschef. Er wird für eine
Amtszeit von 4 Jahren direkt gewählt. Das Einkammerparlament, dem 158 Abgeordnete angehören,
besteht aus dem
Kongress mit vierjähriger Legislaturperiode.
Wichtige Parteien sind die sozialdemokratische Nationale Einheit der Hoffnung, die Patriotische Partei sowie die Große Nationale Allianz.
Wirtschaft
Guatemala
ist der größte Kaffeeproduzent Zentralamerikas. Exportiert werden aber auch Zucker, Bananen
und Kardamom (das ist eine Frucht eines indianischen Ingwergewächses, scharfes Gewürz). Im Hochland bauen indianische Kleinbauern Mais und Bohnen
an, vorwiegend für den Eigenbedarf. Viele leisten Saisonarbeit in den Plantagen
im Tiefland.
Seit 1975 fördert und exportiert das Land Erdöl, zudem werden Kupfer, Antimon
und Nickel abgebaut. Die Industrie ist überwiegend in der Hauptstadt und der
umliegenden Region
angesiedelt und beschränkt sich vorwiegend auf die Nahrungsmittel-, Tabak- und
Textilbranche.
Jährlich kommen ca. 900000 Touristen in das Land, die von
den landschaftlichen Reizen und natürlich vor allem von den Zeugnissen der alten
Mayakultur angezogen werden.
Geschichte
Unabhängigkeit und Herrschaft der Caudillos
Das ehemalige Zentrum der Mayakultur, die sich
in der Zeit 250-900
von der Pazifikküste des heutigen Guatemala bis zur Halbinsel Yucatán
erstreckte, unterstand zwischen 1522 und 1821 der spanischen Krone. 1839 wurde Guatemala eine
selbständige
Republik. 1844-1865 herrschte General Carrera als erster einer
längeren Reihe von Caudillos, die das Land autoritär regierten. Unter General
Manuel Cabrera, 1898-1920, wuchs der Einfluss der USA. Mit dem
Sturz Ubicos,1931-1944, endete die Epoche der Caudillos.
Bürgerkrieg und Demokratisierung
Als Staatspräsident Guzmán,
1951-1954, die Großgrundbesitzer und ausländischen Konzerne in ihrer Macht
einschränken wollte,
putschte das von den USA unterstützte Militär. Seit den 1960er Jahren bekämpften
linksextreme Guerillas die verschiedenen Regierungen. Auf der Gegenseite bildeten
sich rechtsextreme militante Gruppierungen, die mit dem
Militär gegen die Guerilla und auch gegen die indigene Bevölkerung
vorgingen. Die Wahl einer Verfassunggebenden Versammlung leitete 1984 die
Demokratisierung ein. Im Dezember
1996 kam es zu einem Friedensabkommen. Bei den Präsidentschaftswahlen 2003 konnte sich der
konservative Unternehmer Perdomo durchsetzen. Unter seiner Regierung wurde 2005 das
Abkommen über die Zentralamerikanische Freihandelszone CAFTA ratifiziert. Die Präsidentschaftswahlen 2007 gewann
Colom, der Kandidat der linken Opposition.
Reisen in Guatemala
Guatemala ist zwar
ein vergleichsweise kleines, aber sehr vielseitiges Land, sodass man viel erleben kann,
ohne oft durch das Land fahren zu müssen. So bringen Vulkanbesteigungen, Tage
am Pazifik- oder Karibikstrand, Indio-Märkte, Maya-Ruinen im
Regenwald, alte Kolonialstädte und vieles mehr eine angenehme Mischung aus
Abenteuer, Bildung und Erholung. Touristisch ist das Land seit
geraumer Zeit gut erschlossen.
Man findet hier nicht nur zahlreiche Hotels
und Restaurants, sondern auch Internetcafes,
Geldautomaten und Wäschereien. Beliebte Transportmittel sind die so genannten camionetas, ausrangierte
US-Schulbusse, die hier bunt lackiert fahren, ohne festen Fahrplan, eben dann, wenn
sie voll sind.
Man kann sich aber auch mit anderen Touristen mit Shuttle-Bussen
durch die Gegend kutschieren lassen. Die kosten rund das Zehnfache, haben aber wenig mit dem tatsächlichen
Leben im Land zu tun.
Grundsätzlich kommt man mit
Englisch zurecht, wer sich aber intensiver mit dem Land auseinandersetzen will,
der sollte auch etwas Spanisch beherrschen. Diejenigen, die noch keine
Spanischkenntnisse haben, können auch einen Sprachkurs in einer der
zahlreichen Schulen vor Ort besuchen. Die
Guatemalteken sind im lateinamerikanischen Vergleich schon fast schüchtern
und zudem sehr freundlich und hilfsbereit.
Lago Atjtiän
Ea
wird behauptet,
der Atitlän-See sei der schönste der Welt. Von Vulkanen umsäumt
liegt er malerisch auf ca. 1500 m und ändert je nach Wetter, Tageszeit und
Standort des Betrachters sein Aussehen.
Im Hauptort Panajachel
enden die Busse und starten die lanchas, kleine
Fähren, die das Hauptverkehrsmittel am See darstellen.
Die Orte am Süd- und Ostufer (Santa Catarina,
San Antonio und Santiago Atitlan) sind in erster Linie für Tagesausflüge
beliebt.
Karibikküste
An
der Karibikküste ist Guatemala
anders als im Rest des Landes: Der Hauptteil der Bevölkerung ist schwarz.
Guatemala verfügt nur über einen kleinen Küstenabschnitt am Atlantik, Belize
und Honduras sind zum Greifen nah. Viele zieht
es nach Livingston, dieser Ort ist nur per Boot zu erreichen.
In Livingston findet
man ein bisschen karibische Atmosphäre, nur das baden hier ist nicht jedermanns
Sache.
Maya-Ruinen im Petén
Wer
möchte sie nicht
auch einmal selbst sehen? Sie und die Fahrt dahin sind beeindruckend. Whrend
der Busfahrt durch den Regenwald bekommt
man einen
ersten Eindruck von der üppigen Vegetation. Flores ist der ideale Ausgangspunkt für den
Besuch zahlreicher Maya-Stätten.
Haupttouristenziel
ist Tikal. Ab fünf Uhr morgens
verkehren stündlich Shuttle-Busse, die die Touristen am Hotel abholen und
nachmittags dort wieder absetzen. Man sollte so früh wie
möglich losfahren, dann ist es im Park noch ruhig und die Stimmung am schönsten.
Außerdem kann man dann alle Tempel in Ruhe angucken. Beeindruckend ist der Blick von den
Pyramiden auf die Baumwipfel des dichten Dschungels, aus dem
einzelne Ruinen herausragen. Die abgelegeneren
Maya-Stätten kann man natürlich auch besuchen - angeboten weren Tagesausflüge bis zu 7tägigen Wanderungen.
Zurück kann
man in die
Berge fahren und so mehr von Land und Leuten kennen lernen. Eine Strecke
führt beispielsweise über Sayaxche.
Jenseits des Flusses gibt es weitere Maya-Ruinen zu besichtigen. Von hier geht
es dann über
die Stadt Cobän, von hier kann man auch noch das Naturwunder Semuc Champey besichtigen
und nebenbei ein Bad nehmen.
Landschaftlich
einzigartig ist die Fahrt von Cobän auf den engen, steilen
Schotterpisten durch die Berge über die
Stadt Huehue nach Huehuetenango.
Auch
Quetzaltenango, die zweitgrößte Stadt
Guatemalas, und Antigua sollte man besuchen. Von Quetzaltenango kommt man gut nach Chichicastenango
mit dem Haupttouristenmarkt des
Landes.
Pazifikküste
Auch die Pazifikküste bietet Badespaß. Hier
ist der Sand schwarz, aber Baden bietet die Möglichkeit zum Ausspannen und
Sonne tanken.
Information:
Dieter Winkler
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