

Die Erde und ihre Länder
Afrika - Senegal
Haupttadt:
Dakar
| Offizieller Name | Republik Senegal |
| KFZ-Kennzeichen | SN |
| Fläche | 196 722 km² |
| Einwohner | 10,3 Mio. |
| Zeitzone | Mitteleuropäische Zeit -1 Std. |
| Amtssprache(n) | Französisch, Wolof |
| Staatsform | präsidiale Republik |
| Währung | CFA-Franc |
Senegal ist der westlichste Staat Afrikas. Der erste Präsident, Léopold Sédar Senghor, machte die Rückbesinnung auf die schwarzafrikanische Kultur und Geschichte (Négritude) zur Identitätsgrundlage des Landes.
Natur und KlimaIm Norden markiert der Fluss Senegal die Grenze zu Mauretanien. Mit seiner
fruchtbaren Niederung setzt er sich deutlich von der ihn umgebenden
Trockenlandschaft ab. Die Niederschläge erreichen hier im Jahresmittel nur
300 mm. Während der Trockenzeit weht der heiße staubbeladene Harmattan aus der
Sahara, im wechselfeuchten Süden fallen dagegen bis 1500 mm.
Der Fluss
Senegal ist zwischen 1430 km und 1700 km lang - huierzu findet
man unterschiedliche Angaben. Er entsteht
bei Bafoulabe (Mali) durch die Vereinigung von Bafing
und Bakoye und bildet im Mittel- und Unterlauf die Grenze zwischen
Mauretanien und Senegal. Er mündet bei Saint-Louis mit einem Delta in den Atlantik,
wo sich auch das Vogelschutzgebiet Djoudj (Weltnaturerbe) befindet. Um die
Wasserführung auszugleichen, ist der Fluss mehrfach angestaut. In der Regenzeit ist
er bis Kayes
(Mali) schiffbar.

Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich größtenteils aus Sudanvölkern zusammen. Die
zahlenmäßig größte und politisch dominante Gruppe sind die Wolof im Nordwesten
des Landes. Ihre Sprache hat sich als Umgangssprache durchgesetzt. Die
zweitgrößte Sprachgruppe sind die Fulbe, die z. T. noch nomadisch leben, und die
Tukulor im Norden und Nordosten. Die Diola stellen die Mehrheit in der
Casamance. Die Bevölkerungsdichte ist ebenso wie die Verstädterung im afrikanischen
Vergleich relativ hoch, die Verteilung jedoch sehr ungleichmäßig.
Siedlungsschwerpunkte sind die Region Kap Verde mit dem Ballungsgebiet Dakar
sowie die angrenzenden küstennahen Regionen.
Staat und Politik
Entsprechend
der Verfassung von 2001 ist Senegal eine präsidiale Republik. Der
Staatspräsident, der mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, wird auf
fünf Jahre direkt gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt das
Kabinett, an dessen Spitze der Premierminister steht.
Die Legislative liegt bei
der Nationalversammlung mit 120 auf fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Stärkste
Partei des Regierungslagers ist die Demokratische Partei Senegals.
Wichtige Oppositionsparteien sind die Allianz der Kräfte des Fortschritts
und die Sozialistische Partei.
Wirtschaft und Verkehr
Als eines der ersten Entwicklungsländer unterwarf sich Senegal Anfang der
1980er Jahre dem vom Internationalen Währungsfond verordneten Strukturprogramm -
bislang jedoch ohne großen Erfolg. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt noch
immer in Arbeitslosigkeit und unterhalb der Armutsgrenze. Die vorwiegend
kleinbäuerliche Landwirtschaft leidet unter Dürren, Überweidung und
Bodenerosion, sodass der Bedarf an Nahrungsmitteln über Importe gedeckt werden
muss. Von großer Bedeutung ist der Fischfang; Fisch und Erdnüsse sind die
wichtigsten Exportprodukte. Die Entwicklung der Industrie wird durch den Mangel
an Energierohstoffen behindert. Wichtig sind hier der
Phosphatabbau für die Düngemittelindustrie, die Verarbeitung von Rohöl und der
Tourismus.
Das Verkehrsnetz ist im Westen des Landes gut ausgebaut, während erst wenige
Straßen den dünn besiedelten Ostteil durchziehen. Die Eisenbahnstrecken führen
von Dakar nach St. Louis sowie nach Bamako (Mali). Die Hauptstadt hat einen der
größten Seehäfen Westafrikas.
Geschichte
Afrikanische Großreiche und französische Kolonie
Im Mittelalter lag Senegal im Einflussbereich verschiedener Großreiche: Um
900 war die Region Teil des Ghana-Reiches. Im 11. Jh. wurde das Land von
den Almoraviden erobert und islamisiert. 1240 fiel es an das Reich Mali. Mitte
des 15. Jh. errichteten die Portugiesen erste Niederlassungen, ihnen
folgten Niederländer, Franzosen und Briten. Schließlich konnte Frankreich sich
als Kolonialmacht durchsetzen. Seit 1895 war Senegal Teil von
Französisch-Westafrika.Senegal nach der Unabhängigkeit.
1960 wurde das Land in die Unabhängigkeit entlassen. Léopold Sédar
Senghor, Politiker und Dichter, etablierte als erster Staatspräsident ein Einparteiensystem. Außenpolitisch unterhielt er enge Beziehungen zu
Frankreich. 1976 leitete Senghor mit der Aufhebung des Einparteiensystems eine
Liberalisierung ein. 1980 trat er als Staatspräsident zurück. Nachfolger wurde
Diouf, danach Wade, der eine Politik des demokratischen Wandels propagiert hatte. 2004 konnte
ein Friedensabkommen mit denabspaltenden Kräften in der Casamance
geschlossen werden. Präsident Wade wurde 2007 von den Wählern im Amt
bestätigt.
Bilder:
© Monika Frunzke
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